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Nasses Gefieder

01.12.2015 || 16:58 Uhr von:
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Die Eisbären machen die Albatrosse nass, Jerry Smith entscheidet das Duell gegen Jordan Taylor, und John Flowers und Brandon Jefferson bestimmen die Crunchtime.

Beko sagt (wohl) „güle güle“. Bleibt basketball.de, eine Saison lang den Waschsalon zu öffnen und beim Schleudergang die Themen anzuschneiden, um die sich der Spieltag der Haushaltsgeräteliga gedreht hat. Es wird das Waschmittel dosiert (welches Team wusch sich von Niederlagen rein?), Koch- (wer ist heißgelaufen?) und Buntwäsche (was geschah abseits des Parketts?) gewaschen, geschleudert (wie hoch lag der Crunchtime-Gehalt?) und in die Waschtrommel gesehen, ob eine oder ein Paar Socken übrig geblieben sind (wer entschied das Duell des Spieltags für sich?).

Buntwäsche

Sven Schultze: „Wurdest du jemals gevotet?“
Alexander Frisch: „[…] Ne, ich bin nie im All-Star Game gewesen – wahrscheinlich etwas, was du mir auch noch voraushast.“
Sven Schultze: „Ich war, denke ich mal, zu unbeliebt, dass ich gevotet worden wäre…“

Was bleibt bei diesem Small-Talk zwischen dem Experten Sven Schultze und TelekomBasketball-Kommentator Alexander Frisch mehr zu sagen, als ein simples „Ensminger raus!“

Während der Partie von ALBA BERLIN und Eisbären Bremerhaven präsentierte sich der langjährige BBL-Spieler Schultze zwischen markanten Sprüchen („Das Hackebeil wäre rausgekommen“) und Nähkästcheninfos (Raymond Sykes habe einen Vertrag bis Saisonende und befinde sich in der Reha; Philip Zwiener werde nächste Woche ins Eins-gegen-Eins-Training einsteigen) – so sollte es bei „pro gone mic“ sein.

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Waschmittel

In Schultze mag derzeit noch mehr ein Eisbär als ein Albatros stecken, weswegen er über den 80:69-Auswärtserfolg der Bremerhavener nicht enttäuscht gewesen sein sollte. Nach sechs Niederlagen in Serie gingen die Eisbären Bremerhaven wieder als Sieger vom Parkett – in der Hauptstadt zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen drei Jahre.

Die positive Trendwende unter dem Interims-Coach Chris Harris setzt sich fort – gegen Würzburg und München konnten die Eisbären ihre Crunchtime-Schwäche zwar noch nicht abstellen, aber immerhin arbeiteten sie sich in eine solche. Wie Harris vor der Partie gegen Berlin verriet, hatte er im Training an verschiedenen Crunchtime-Szenarien gearbeitet – was sich auszahlte.

Die Bremerhavener behaupteten in den Schlussminuten eine knappe Führung, begingen keine dummen Ballverluste und behielten die Nerve an der Linie. Überhaupt agierten die Hansestädter sehr kontrolliert: Sonst eher bekannt für die Sorglosigkeit mit dem Leder, verloren die Eisbären in den ersten 18:20 Minuten nur zweimal den Ball. Ihrerseits setzten sie die Berliner immer wieder durch eine, wenn auch nicht ganz aggressive, Pressverteidigung unter Druck. Für gewöhnlich laufen die Albatrosse einige Pick-and-Roll-Aktionen, ehe sie den Abschluss suchen. Dadurch, dass die Bremerhavener ein paar Sekunden von der Wurfuhr Berlins nahmen, erschwerten sie deren Einstiege.

 Überzeugen konnten die Eisbären immer wieder durch ihre Schnellangriffe. Zwar machten die Berliner es den Gästen im Fastbreak des Öfteren einfach (man erinnere sich an Larry Gordons 1:0-Fastbreak-Dunk nach einem Berliner Freiwurf), dennoch sollten die Eisbären weiterhin auf das Tempo drücken. Die Athletik dazu findet sich im Kader, zudem muss man den Eisbären immer noch Offensivprobleme im Set-Play attestieren: Dort wird noch zu viel von den Guards an der Birne herumgedribbelt, das Spacing ist das nicht beste. Kyle Fogg lief im zweiten Spielabschnitt nicht per herausgespielte Catch-and-Shoot-Aktionen heiß, sondern nach Zirkus-Pull-up-Jumpern – darauf sollte man sich nicht verlassen.

Doch unter Harris scheinen die Eisbären hier in die Spur zu finden: Unter Muli Katzurin generierte das Team 73,7 Ballbesitze pro 100 Possessions (9. Platz ligaweit), unter Harris sind es 76,1 Ballbesitze (5.).

Kudos für Harris: Drei Minuten vor Schluss nutzt der Coach den ersten Berliner Freiwurf, um sein gesamtes Team zur Kurzbesprechung zu bitten. Das sieht man nicht alle Tage. Harris wird mit Lorenzo Williams nun bald ein weiterer Point Guard zur Verfügung stehen. Und einen Ballhandler haben die Eisbären aus den genannten Gründen auch nötig – denn bis dato büßt das Playmaking zu viel ein, wenn Jerry Smith nicht auf dem Feld steht.

Ein paar vs einzelne Socken

Italien, Israel und jetzt Deutschland. Die Wege von Jordan Taylor und Jerry Smith kreuzen sich seit drei Jahren immer wieder. Mit 7-6 führt Smith nach dem Eisbären-Sieg das Privatduell an – und der Bremerhavener Aufbauspieler hatte daran auch gehörigen Anteil.

Er setzte früh den Ton für die Gäste: Smith bestrafte die Berliner Verteidigung, beim Pick-and-Roll unter dem Big Man zu gehen, mit zwei Dreiern im ersten Spielabschnitt. Elf der ersten 21 Gästepunkte gingen auf sein Konto.

Doch auch mit seinen Drives wusste Smith die Berliner Defense zu beschäftigen. Auf diese Weise trug er zur Vorentscheidung bei: Aus dem Isolation-Drive legte er bei 130 Sekunden auf der Uhr auf den an der Baseline entlang schneidenden Larry Gordon ab, der zur Sechs-Punkte-Führung eindunkte. Es hat was tänzelndes, wenn Smith über das Hartholz dribbelt; seine Pässe sind hart und smart gespielt – ihm konnte man anmerken, sein Team führen zu wollen.

Auch Jordan Taylor schien darauf bedacht, seine Mitspieler in Szene zu setzen – doch in dieser Spielzeit gewinnt man bisher noch nicht den Eindruck, dass er wirklich das Zepter in der Hand hält. Taylor suchte selbst öfters den Abschluss aus dem Eins-gegen-Eins, das Pick-and-Roll verlief nicht harmonisch. Mit fünf Punkten (2/7 FG, zudem 1 Ast, 2 TO) beendete Taylor die Partie (Smith: 13 Pkt, 4 Ast, 3 TO).

Das Paar Socken wurde getrennt.

Die Play-Type-Stats von Smith und Taylor im Duell:

 Jerry Smith (PPP)Jerry Smith (Freq %)Jordan Taylor (PPP)Jordan Taylor (Freq %)
P&R Ballhandler2,3325,00,0022,2
Isolation1,0016,70,8055,6
Transition0,008,30,0
Spot-up0,0025,00,0011,1
Cut2,008,30,0
Misc 1,0016,70,5011,1
Overall1,081000,56100

Schleudern

Während sich die Eisbären in Berlin behaupteten, wurde in Gießens Sporthalle* Ost ein wirklicher Schleudergang eingeschaltet – und das Momentum schien sich eigentlich auf die Seite der GIESSEN 46ers zu drehen. Einen 15-Punkte-Rückstand zur Halbzeit gegen medi bayreuth machten die Gießener dreieinhalb Minuten vor Schluss wieder wett; im darauffolgenden Angriff besorgte Suleiman Braimoh die erste 46ers-Führung.

Die Bayreuther verloren in der Crunchtime innerhalb von fünf Angriffen viermal den Ball, die Schlusssekunden ausgenommen wiesen sie in der Crunchtime ein Offensiv-Rating von 22,2 Punkten auf. Karsten Tadda schien das Go-to-Guy-Duell der deutschen Rollenspieler gegen Bastian Doreth für sich zu entscheiden. Nach zwei vergebenen Pump-Layup-Versuchen nach dem Baseline-Drive versuchte es Tadda später aus dem Pick-and-Roll über links – die 68:66-Führung bei 16 Sekunden auf der Uhr war die Folge.

Bayreuths Trainer Mike Koch schien in den beiden letzten Auszeiten mehr Wert auf das Einwurfsystem als auf die in-ball-Spielzüge zu legen. Beim Stand von 66:66 orderte er eigentlich eine HORNS-Aufstellung an – es folgte aber ein High-Pick-and-Roll, aus dem John Flowers einen Pull-up-Dreier mit elf Sekunden auf der Wurfuhr nahm. Bezeichnenderweise wurde daraus ein Airball.

Aber wie der Basketball so ist… Prost, Mike Koch.    

 * etwas generelles, und nicht auf Gießen bezogenes, zur inflationären Verwendung des Begriffs „Sporthölle“: Wann werden Sporthallen eigentlich zu „Sporthalden?“

Kochwäsche

Brandon Jefferson in den ersten 33:32 Minuten des Hagener Heimspiels gegen Oldenburg: null Punkte (0/5 FG), zwei Assists, ein Ballverlust.

Brandon Jefferson in den letzten 6:28 Minuten: zehn Punkte (3/5 FG), zwei Assists bei keinem Ballverlust.

Der 1,75-Meter-Mann lief in den Schlussminuten heiß: Trotz Foul traf er einen Dreier über Klemen Prepelic und revanchierte sich für eine ähnliche Situation in der ersten Hälfte. Bei den anderen beiden Downtown-Bomben agierte Jefferson hingegen als Spot-up-Schütze. Dies zeigt ganz gut, wie Hagen offensiv agiert: per Drive und dem Kickout-Pass.

Die Hagener spielen zwar nicht so schnell wie in der vergangenen Saison (76,2 Poss./ 100 Ballbesitze; 2014/15: 79,2), aber generieren immer noch die meisten Possessions aller Teams. „1,4 Pässe pro Offensivaktion“, hatte Per Günther vor einiger Zeit nach einem Auswärtsspiel mal gesagt. Die Hagener Gegner sind sich also einem frühen Abschluss bewusst – umso besser, wenn ein Pass auf die Weakside folgt:

Schonwaschgang

Bei den zehn höchsten Saisonsiegen der laufenden Bundesligasaison sind die Bayern nach dem Blowout gegen die Crailsheim Merlins gleich dreimal vertreten.

SiegerVerliererErgebnisDifferenz
FC Bayern MünchenCrailsheim Merlins106:5947
GIESSEN 46ersCrailsheim Merlins100:5644
Brose BasketsCrailsheim Merlins93:4944
WALTER Tigers TübingenBG Göttingen98:5642
FC Bayern MünchenBG Göttingen114:7341
Basketball Löwen Braunschweigmedi bayreuth98:5840
ALBA BERLINGIESSEN 46ers104:7133
Brose BasketsPhoenix Hagen95:6530
Brose BasketsMitteldeutscher BC91:6130
FC Bayern Münchenmedi bayreuth94:6429

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