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„Was haben die eigentlich gegen uns?“ – Schiedsrichter im Fokus der Diskussionen

28.03.2014 || 14:00 Uhr von:
Schiedsrichter_Diskussion_Sasa Obradovic_ALBA Berlin
Es ist diese Saison in der Liga ein großes Thema: Diskussionswürdige Entscheidungen der Schiedsrichter. Zu oft stehen die Referees dieses Jahr im Mittelpunkt der Diskussionen nach den Spielen in der Beko BBL. Wie kann ...

Es ist diese Saison in der Liga ein großes Thema: Diskussionswürdige Entscheidungen der Schiedsrichter. Zu oft stehen die Referees dieses Jahr im Mittelpunkt der Diskussionen nach den Spielen in der Beko BBL. Wie kann das Problem zur Zufriedenheit aller gelöst werden?

Beispiele gibt es genug – die zwei prominentesten sind sicherlich das allgemeine Unverständnis auf den No-Call nach dem klaren Foul von D’Or Fischer an Brian Qvale in der letzten Sekunde des Derbys medi Bayreuth gegen die Brose Baskets Bamberg (Fischer foult Qvale – und der Pfiff bleibt aus) sowie die Schiedsrichterschelte von Silvano Poropat und Mathias Fischer nach dem Spiel zwischen dem Mitteldeutschen BC Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn (Poropat kritisiert die Schiedsrichterleistung – und Fischer will aus Sorge vor Geldstrafen nichts dazu sagen, ab 3.40 min). Bei den Fans der „kleinen Teams“ der Liga herrscht oft genug schon vor Spielen gegen die „großen B’s“ – Bamberg, Bayern und Berlin – regelrecht Resignation, weil die Sorge vor falschen Pfiffen so groß ist.

Was also tun?

Zunächst einmal: Wenn die Verantwortlichen der Liga das Ziel haben, dass die Beko BBL 2020 die beste Basketballliga Europas ist, dann gehören dazu nicht nur die besten Spieler, die schicksten Hallen und der professionellste Social-Media-Auftritt, sondern auch Top-Leistungen der Schiedsrichter. Wenn diese zu oft ausbleiben – wie in dieser Saison zu beobachten – sollten Wege gefunden werden, wie diese zu verbessern sind. Drei Vorschläge, die keine Regeländerungen am Spiel in Konsequenz ziehen – wie beispielsweise die Einführung eines Videobeweises, wie von Bonn-Coach Mathias Fischer gefordert – sondern „außerhalb des Spiels“ auf der Verwaltungsebene umgesetzt werden können:

1. Mehr Transparenz

Schiedsrichter_Diskussion_Sebastian Machowski_EWE Baskets OldenburgNach einem Spiel mit enttäuschendem Ausgang wird die Schuld oft den Schiedsrichtern in die Schuhe geschoben. Das ist oft falsch. Jedoch fehlt die Aufklärung nach den Spielen darüber, wieso in welcher Situation wie gepfiffen wurde, völlig. Es wäre sehr einfach, hier eine größere Transparenz herzustellen. Über Court Review, Schönen-Dunk, die offizielle Beko-BBL-Homepage (okay, über die wohl im Moment besser nicht) oder die verschiedenen Social-Media-Kanäle könnten pro Spiel vielleicht drei oder vier in der allgemeinen Erinnerung gebliebene, für das Spiel beispielhafte Szenen von Fans und Referees ausgewählt werden, die dann von den Chefanalytikern der Liga zusammen mit einem der Schiedsrichter des Spiels in einem Video öffentlich erklärt werden – warum ist in diesem Moment so entschieden worden und nicht anders?
Auch würde mehr Transparenz bei der Bewertung der Schiedsrichter sicherlich zum Verständnis beitragen – warum werden die „Zeugnisse“ für die drei Pfeifenden nach dem Spiel nicht online gestellt? In der hitzigen Atmosphäre der Halle werden viele Pfiffe sicherlich zu Unrecht kritisiert – hier könnte durch die öffentliche Bewertung gezeigt werden, dass der allgemeine Fan mit seiner Kritik nicht immer richtig liegt. Jedoch liegt er auch nicht immer falsch – hier könnte der Druck auf die Schiedsrichter von Ligaseite etwas erhöht werden.

2. Mehr Professionalität

Mehr Druck auf die Schiedsrichter muss gleichzeitig bedeuten, dass die Schiedsrichter besser bezahlt werden. Europäisches Topniveau kann nur von Schiedsrichtern erreicht werden, die sich voll und ganz mit dem Sport beschäftigen. Nach einer stressigen Woche im Büro sich für zu wenig Geld das Wochenende kaputtzumachen, indem man sich von aufgebrachten Fans anschreien lassen muss – das kann nicht der Anspruch einer Profiliga sein, die zur besten Europas werden möchte. Es wäre wünschenswert, wenn es pro Spiel einen Schiedsrichter gäbe, der hauptberuflich Basketballspiele pfeift. Vor allem diese Schiedsrichter müssen gutes Geld verdienen – dass in der Liga nicht genug Geld da ist, kann bei den teilweise hohen einstelligen Millionenbeträgen, die für Spieler ausgegeben werden, nicht behauptet werden. Diese neun – oder besser zehn – hauptberuflich tätigen Referees könnten auch Lehrgänge leiten und Leistungen anderer Schiedsrichterteams für die Liga analysieren. Vielleicht ist hier auch eine internationale Zusammenarbeit mit anderen europäischen Topligen möglich. Hier könnte eine wechselseitige Kontrolle der Schiedsrichterleistungen erfolgen. Wichtig wäre auch, den hauptberuflichen Referees für ihre Karriere nach der im Profisport eine berufliche Perspektive zu bieten.

3. Mehr Dialog

Ein Trainer, der sich oft über den Schiedsrichter beschwert, aber nicht versucht, zusammen mit der Liga die Probleme aufzuarbeiten, verliert schnell seine Glaubwürdigkeit. Silvano Poropat, der Trainer des MBC, hat laut eigener Aussage in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Bonn mehrfach versucht, Kontakt mit den Verantwortlichen der Liga aufzunehmen – ohne zufriedenstellenden Erfolg. Wenn die Liga den Vereinen Ziele stecken möchte, muss sie auch zulassen, dass ihr die Vereinsverantwortlichen Ziele stecken. Hier muss die Devise lauten: Mehr Dialog statt Mundverbieten und Strafdrohungen!

Schiedsrichter_Gerangel_EWE Baskets Oldenburg_Rasta VechtaDiese drei Maßnahmen wären meiner Meinung nach ein erster Schritt, damit sich Vereine und Fans auf der einen, sowie die Beko BBL und Refs auf der anderen Seite jeweils wieder ein paar Schritte näher kommen.

Habt ihr noch mehr Ideen, wie das entstandene Problem zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann? Ich freue mich über Kommentare unter diesem Artikel und auf die Diskussion mit euch auf Twitter (@SimonLinder).

Abschließen möchte ich mit einem Zitat:

„Ab einer gewissen Liga kann man Sport weder als Sportler noch als Schiedsrichter mal eben nebenbei betreiben.“

Gesagt hat das der wohl beste deutsche Basketball-Schiedsrichter, Robert Lottermoser. Hoffen wir, dass diese Meinung möglichst bald die Mehrheitsmeinung bei Liga und Referees widerspiegelt.

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28. März 2014 um 16:08 Uhr

Ich habe genau zu diesem Thema eine Petition gestartet. Vielleicht denken hier mehr so wie Ihr/Ich und wollen sich daran beteiligen:

https://www.openpetition.de/petition/online/erhoehung-der-qualitaet-der-schiedsrichterleistungen-in-der-basketball-bundesliga

    29. März 2014 um 14:13 Uhr

    das bringt garnix weil sich die bbl nicht drauf enlässt

      29. März 2014 um 14:33 Uhr

      Den Kopf in den Sand stecken ist einfach!
      Aber wenn es genug Leute gibt die ebenfalls so denken, dann wird auch irgendwann die BBL umdenken MÜSSEN.
      Wichtig ist nur, dass sich mal alle Leute vereinen und gemeinsam der BBL vermitteln, dass wir hier Handlungsbedarf sehen. Klar reagiert die BBL nicht, wenn sie vereinzelt Briefe und E-Mails von 5 Leuten bekommt.
      Aber wenn Sie Post von 10000 bekommt, dann sieht das sicherlich anders aus.

        SimonLinder
        SimonLinder 4. April 2014 um 15:09 Uhr

        Ist unterschrieben!

Daniel
Daniel 31. März 2014 um 13:08 Uhr

Ich stimme in der Sache zu, dass was passieren muss. Aber öffentlich zu kritisieren oder Bewertungen zu veröffentlichen ist m. E. nicht der richtige Weg – denn Fehlentscheidungen passieren einfach und man stellt die Refs damit total bloß.

Der wichtigste Schritt wäre in meinen Augen definitiv eine Professionalisierung. Da das aber nicht mal in der Fußball-Bundesliga klappt, werden wir da wohl noch eine Weile drauf warten müssen…

    SimonLinder
    SimonLinder 4. April 2014 um 15:06 Uhr

    Danke für deinen Kommentar! Ich denke, dass die ein oder andere Fehlentscheidung für den durchschnittlichen Fan kein Problem darstellen. Problematisch wird es eher, wenn die gleichen Refs häufig hintereinander schlecht pfeifen. Das geschieht meiner Meinung nach diese Saison leider. Und bei vielen schlechten Leistungen sollte man daher auch mit öffentlicher Kritik – die es ja sowieso gibt – klarkommen, denke ich.

1. April 2014 um 17:24 Uhr

Aus meiner Sicht (Fan, Spieler und ehem. Schiri) ist das größte Problem derzeit in der fehlenden Linie der Schiedsrichter zu sehen. Dies beobachte ich aber sowohl in der BBL wie auch auf europäischem Parkett. Es werden einfach in kaum einem Spiel die einzelnen Spielsituationen gleich bewertet. Da bekommt auf der einen Seite ein Spieler einen Schritfehler gepfiffen, obwohl er gefoult wurde, und auf der anderen Seite geht ein Spieler mit zu vielen Schritten zum Korb und der Verteidiger bekommt dann auch noch das Foul. Oder es wird gar nichts gepfiffen.
Die Ideen im Beitrag sind ja ganz nett, bringen aber alle nichts, wenn die Schiris es nicht schaffen, eine einheitliche Linie einzuhalten.

    SimonLinder
    SimonLinder 4. April 2014 um 15:09 Uhr

    …wobei die einheitliche Linie möglicherweise gar nicht herzustellen ist, wenn es beispielsweise keine Professionalisierung gibt. Eine einheitliche Linie lässt sich nur durch viele Video- und Übungsstunden herstellen – damit würden Refs, die nebenberuflich Spiele in der BBL pfeifen meiner Ansicht nach überfordert.

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