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Bambergs unerwarteter Neuanfang

28.09.2017 || 15:17 Uhr von:
Brose Bamberg
Brose Bamberg erlebte in der Sommerpause einen in dieser Form eher unerwartet großen Umbruch. Für den Titelverteidiger bedeutet das: (Fast) alles auf Anfang.

Nach der unvergleichlichen Erfolgsgeschichte der vergangenen drei Spielzeiten lernte Brose Bamberg in der Offseason die unerfreulichen Seiten des Erfolgs kennen. Über drei Saisons hinweg hatten Trainer Andrea Trinchieri, Sportdirektor Daniele Baiesi und die anderen Verantwortlichen der Organisation eine der besten deutschen Vereinsmannschaften aller Zeiten zusammengebastelt und die easyCredit BBL dominiert. Nun verlassen wichtige Eckpfeiler der Mannschaft den Verein und folgen dem Ruf europäischer Spitzenclubs und der NBA. In Bamberg beginnt ein komplett neues Kapitel der Ära Andrea Trinchieri.

DAS IST NEU

Brose Bamberg erlebte in der Sommerpause einen in dieser Form eher unerwartet großen Umbruch. Prägende Gesichter der vergangenen drei Spielzeiten verließen den Verein und haben dank ihrer Entwicklung unter Head Coach Andrea Trinchieri nun die Chance, sich bei europäischen Spitzenteams und in der NBA zu beweisen. Auf drei Meisterschaften in Folge und zahlreichen Abgängen in der Sommerpause folgt für die Franken daher ein auf vielen Positionen grunderneuerter Kader. Auf den Guard-Positionen verpflichtete das Team von Trinchieri mit Daniel Hackett und Ricky Hickman zwei international bekannte, wenn auch nicht mehr ganz so junge Spieler, die der Mannschaft mit ihrer Erfahrung im stärksten europäischen Wettbewerb weiterhelfen sollen. Zu ihnen gesellen sich auf den kleinen Positionen Europameister Ali Nikolic sowie Malik Müller, die beide vom Farmteam Baunach Young Pikes fest zu Brose Bamberg wechseln. Auch Bryce Taylor ist in Basketball-Deutschland kein Unbekannter. Der Scharfschütze wechselte vom Erzrivalen Bayern München Basketball an die Regnitz und passt dank seinen Fähigkeiten als Schütze und Verteidiger perfekt zum System des italienischen Trainers. Auch ein deutscher Pass soll Taylor in absehbarer Zeit für Brose Bamberg noch wertvoller machen.

Auf den großen Positionen verpflichtete Brose Bamberg mit Augustin Rubit und Luka Mitrovic ein vielversprechendes Forward-Duo welches beim Deutschen Meister den nächsten Schritt der individuellen Entwicklung machen will. Beide Spieler gelten als sehr vielseitig und sollen mit dieser Qualität das Bamberger System verstärken. Der sechste Neuzugang der Off-Season heißt Quincy Miller. Er wechselt von Maccabi Tel Aviv zum deutschen Meister und könnte eine Schlüsselrolle für die kommende Spielzeit bekleiden. Neu ist auch die deutsche Staatsbürgerschaft von Center Leon Radosevic, der dadurch ab der neuen Saison keinen Ausländer-Spot mehr in der Bamberger Rotation einnehmen wird.

 StarterBank Bank Bank
PGDaniel HackettMaodo LoAli Nikolic
SGNikos Zisis Ricky Hickman Malik MüllerLucca Staiger
SFQuincy MillerBryce TaylorPatrick Heckman
PFLuka MitrovicAugustine RubitLouis Olinde
CLeon RadosevicElias Harris

DIESER VERLUST SCHMERZ

Nach drei Jahren Basketball vom Feinsten und einer einzigartigen Erfolgsgeschichte verließen gleich fünf Spieler, die maßgeblich am Erfolg der vergangenen Jahre beteiligt waren, die Bamberger Organisation. Mit Daniel Theis (Boston Celtics), Darius Miller (New Orleans Pelicans) und Janis Strelnieks (Olympiacos Piräus) verließen Brose Bamberg drei absolute Publikumslieblinge, die seit dem Amtsantritt von Andrea Trinchieri in der Saison 2014/2015 fester Bestandteil der Mannschaft waren. Auch Nicolo Melli (Fenerbahce Istanbul) spielte sich in seinen zwei Jahren in die Herzen der Fans und hinterlässt eine riesige Lücke im Frontcourt. Fabien Causeur (Real Madrid) kehrte Bamberg nach nur einer Saison den Rücken. Der Finals-MVP der vergangenen Saison war vor allem in den Playoffs immer wieder der Go-to-Guy und Antreiber des Teams. Angesichts der vielen Abgänge schmerzt nicht nur ein Verlust, sondern der Verlust eines ganzen Kollektivs, welches eine Ära des Bamberger Basketballs prägte. Nun gilt es für die Neuzugänge. die großen Fußstapfen so gut es geht auszufüllen.

Doppelt schmerzlich ist gleichzeitig der Wechsel von Sportdirektor Daniele Baiesi. Er verlässt Bamberg und wechselt zum FC Bayern Basketball. Viele seiner Verpflichtungen entwickelten sich zu Spielern mit europäischen Top-Niveau. Mit seinen Fähigkeiten verstärkt er in Zukunft der schärfsten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft.

DER NEUE SCHLÜSSELSPIELER

Wie schon in den vergangenen Spielzeiten könnte ein Miller eine tragende Rolle im System von Andrea Trinchieri einnehmen. Quincy Miller wechselte von Tel Aviv nach Bamberg und unterschrieb einen Zweijahresvertrag mit Austiegsklauseln für NBA und EuroLeague. Ähnlich wie mit seinem Vorgänger Darius Miller verpflichtete Brose Bamberg mit Quincy Miller einen Spieler, der dank seiner Kombination aus Größe und Ball-Handling-Skills die Positionen Drei und Vier bekleiden kann. Mit einer Größe von 2,06 Metern und einer immensen Armspannweite könnte Miller im Angriff wie in der Verteidigung für große Matchup-Probleme sorgen. In der Zone gilt er als sehr guter Finisher, der sich dank seiner Größe und Schnelligkeit sowohl gegen kleinere, als auch größere Gegenspieler durchsetzen kann. Lediglich als Distanzschütze und Pick-And-Roll-Ballhandler kommt Quincy Miller noch nicht an die Qualität seines Vorgängers Darius Miller heran.

Gedraftet von den Denver Nuggets, absolvierte Quincy Miller von 2012 bis 2015 insgesamt 69 Spiele in der stärksten Basketballliga der Welt, ehe er den Schritt nach Europa wagte. In der Saison 2015/2016 sorgte er bei Roter Stern Belgrad für Aufsehen und spielte eine beeindruckende EuroLeague-Saison. 14,1 Punkte, 5,7 Rebounds und 1,7 Assists erzielte der US-Amerikaner durchschnittlich und war maßgeblich an der Playoff-Qualifikation der Serben beteiligt. Auf eine starke Saison 2015/2016 folgte eine von einer Knieverletzung  geprägte Saison bei Maccabi Tel Aviv. Sollte Quincy Miller im Trikot des Deutschen Meisters von Verletzungen verschont bleiben und an seine Leistungen aus Belgrader Zeiten anknüpfen können, so könnte er sich für Brose Bamberg zu einem weiteren Transfercoup der Ära Trinchieri entwickeln. Quincy Millers Ziel unter dem italienischen Coach ist sicherlich die Empfehlung für ein erneutes Engagement in der NBA.

DAS IST DER WEG ZUM SIEG

Neben der Spielphilosophie war es vor allem der Teamgeist, der die Mannschaft von Andrea Trinchieri in den vergangenen Jahren zur Meisterschaft führte. Auch von Rückschlägen ließen sich die Spieler nicht aus der Ruhe bringen. Bei Spielern wie Brad Wanamaker, Melli oder Darius Miller kamen trotz ihrer individuellen Klasse zu keiner Zeit Starallüren auf. Es war das Kollektiv und der mannschaftliche Erfolg, dem sich in den vergangenen Jahren alle Spieler unterordneten. Auch die neuen Akteure werden aufgrund ihrer individuellen Qualität die spielerischen Ideen Trinchieris verinnerlichen. Spannend wird jedoch sein, ob sich die Spieler auf und neben dem Parkett zu einer solch eingeschworenen Gemeinschaft entwickeln können, wie sie das Bamberger Programm in den letzten Spielzeiten ausgezeichnet hat.

DAS IST MÖGLICH

Ausgegebenes Ziel von Brose Bamberg ist es, sich in absehbarer Zeit eine A-Lizenz für die Teilnahme an der Turkish Airlines EuroLeague zu sichern. Da aktuell jedoch die Anforderungen der höchsten europäischen Spielklasse noch nicht erfüllt werden können, müssen sich die Bamberger auch in den nächsten Spielzeiten über die nationale Meisterschaft qualifizieren. Auf dem Papier hat Bamberg auch in der Saison 2017/2018 definitiv einen Kader, der das Zeug hat, die Deutsche Meisterschaft auch ein viertes Mal in Folge zu gewinnen. Doch auch die Konkurrenten der Bundesliga haben ihre Hausaufgaben erledigt und den Abstand zum Meister verkürzt. Vor allem der FC Bayern Basketball wird sich in der kommenden Saison wohl auf Augenhöhe mit den Oberfranken bewegen. Auch ratiopharm Ulm und ALBA Berlin könnten zu ernsthaften Stolpersteinen für die Bamberger auf dem Weg zur EuroLeague-Qualifikation werden.

EASY CREDIT BBL-MANAGER-TIPP

Aleksej Nikolic könnte in der kommenden Saison seinen Durchbruch in der Bundesliga schaffen. Als frischgebackener Europameister kehrt der 22-jährige Slowene mit viel Selbstvertrauen nach Bamberg zurück und wird in dieser Saison zur Entlastung der Veteranen eine größere Rolle in der BBL übernehmen. Mit einem Manager-Gehalt von 0,46 Millionen ist Nikolic auf den Guard-Positionen durch seine soliden Qualitäten als Scorer und Vorlagengeber eine interessante Option.

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Brose Bamberg war auch mehrfach Thema im basketball.de-Podcast zur Offseason. Die Neuzugänge der Oberfranken wurden in den Folgen 1, 4, 5, 6 und 8 ausführlich besprochen.

Bambergs unerwarteter Neuanfang
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