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Alles neu bei den GIESSEN 46ers

22.09.2017 || 17:11 Uhr von:
GIESSEN 46ers
Nach der Ära Denis Wucherer hat Ingo Freyer nun die Aufgabe, mit einem fast runderneuertem Team die GIESSEN 46ers weiter auf der Erfolgswelle zu halten. Gelingt dies oder droht der Abstiegskampf?

Wenn am 30. September die GIESSEN 46ers gegen den FC Bayern München das Parkett der Osthalle betreten, beginnt eine spezielle Saison für die Mittelhessen. Sichtbar wird es am ersten Spieltag vor allem durch die Trikots, die angelehnt an die erste Meisterschaft 1965 gestaltet sind. 50 Jahre Bundesliga feiert der Nachkomme des MTV Gießens in der gesamten Saison.

Viel Grund zum Feiern sahen die Fans nach vier erfolgreichen Jahren allerdings zunächst nicht. Erfolgscoach Denis Wucherer verließ den Verein, da sich beide Seiten nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten. Ingo Freyer übernahm den Neunten der vergangene beiden Spielzeiten als Cheftrainer und hatte keine einfache Offseason zu überstehen.

Speziell wird das erste Saisonspiel gegen den FC Bayern sicherlich auch für den Last-Minute-Transfer-Coup der 46ers: John Bryant trägt in der kommenden Saison das Gießener Trikot. Doch trotz des Hochkaräters könnte Gießen in dieser Saison nach vier ruhigen Jahren wieder der Abstiegskampf drohen.

Das ist neu

Alles neu in Gießen. Trainer neu, neun Spieler neu. Eigentlich waren es sogar zehn neue Spieler, doch die Tryout-Verträge von Malik Dime und Kayel Locke wurden nach wenigen Wochen wieder aufgelöst, auch eine Neuheit im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Mit Jahenns Manigat kam dafür ein Publikumsliebling der Vorsaison zurück, der neben Benni Lischka und Marco Völler die Fahne der erfolgreichen 2017er-Truppe hochhält.

Die Riege der Neuzugänge führte vor der Bryant-Verpflichtung Darwin „Dee“ Davis an. Der Point Guard kommt aus Slowenien und soll die Kreativ-Abteilung der Gießener anführen. Dabei wird er vor allem von Max Landis unterstützt, der sich zurzeit nach einem Meniskusriss in der Rehaphase befindet. Der gute Distanzschütze hatte zuvor in Belgien eine wenig zufriedenstellende Rookie-Saison absolviert. Als deutscher Spieler im Backcourt wurde Mauricio Marin aus Tübingen verpflichtet, der bei den Schwaben keine Perspektive sah und die Ablöse in den bisherigen Testspielen gerechtfertigt hat.

Die ersten beiden Scoringoptionen der Mittelhessen könnten Jamar Abrams und Austin Hollins werden, die aus Rumänien respektive Finnland an die Lahn wechselten. Während Hollins zwischen Shooting Guard und Small Forward pendeln wird, ist Jamar Abrams auf beiden Flügelpositionen variabel einsetzbar. Diese Variabilität spiegelt sich bei fast allen Spielern wider, nur auf der Center-Position agieren zwei Spezialisten. Mahir Agva kam aus Frankfurt und sammelte im Sommer bei der A2-Nationalmannschaft Selbstvertrauen. Er wird sich die Spielanteile mit bereits erwähntem John Bryant teilen. Der zweimalige BBL-MVP hatte in der vergangenen Saison nur kurz für Valencia und Monaco gespielt. Nun wollte er zurück nach Deutschland, um näher bei der Familie seiner Frau zu sein. Für den jungen Vater kam daher das Angebot aus Gießen gerade recht.

 StarterBankBank
PGDee DavisMax LandisBjarne Kraushaar
SGMauricio MarinJahenns ManigatLeon Okpara
SFJamar AbramsAustin HollinsAlen Pjanic
PFBenjamin LischkaMarco Völler
CJohn BryantMahir AgvaAnthony Okao

Abgesehen von den reinen BBL-Spielern ist auch strukturell in Gießen etwas neues passiert. Der ProB-Kooperationsverein Licher BasketBären sah sich nicht mehr imstande, Profibasketball in der Kleinstadt anzubieten, und so gelangte die Lizenz zu den 46ers. Als GIESSEN 46ers Rakelos tritt das BBL-Urgestein nun auch direkt in der dritthöchsten Spielklasse an und möchte damit die Talentförderung attraktiver gestalten. Mit einer Doppellizenz sind daher gleich vier Spieler im BBL-Kader: Bjarne Kraushaar, Leon Okpara, Alen Pjanic und Anthony Okao kamen in der Vorbereitung zum Teil zu einiger Einsatzzeit und können sich berechtigte Hoffnung machen, auch in dem ein oder anderen Pflichtspiel Minuten zu bekommen.

Dieser Verlust schmerzt

Skyler Bowlin, Thomas Scrubb, Cameron Wells, Dwayne Evans, Justin Sears, Joshiko Saibou, Andi Obst… Die Liste der Abgänge beim spielenden Personal, die sich allesamt in ihrer Rolle oder dem Verein verbessert haben, ist lang. Doch trotzdem wiegt vermutlich der Abgang des sportlichen Machers am schwersten. Denis Wucherer übernahm die GIESSEN 46ers in ihrer schwersten Stunde und entfachte in den letzten vier Jahren die Freude am Basketball in der Universitätsstadt neu. Die Zusammenstellung des Teams, sportlich und menschlich, die taktische Einstellung und die Präsenz des 123-fachen Nationalspielers wurden bereits gewürdigt. Ingo Freyer tritt ein verdammt schweres Erbe an, muss er sich doch an der Leistung seines überperformenden Vorgängers messen.

Der neue Schlüsselspieler

Mit keiner Position steht oder fällt im Basketball die Leistung so wie mit dem Point Guard. Diese alte These zeigte sich vor kurzem eindrucksvoll an der deutschen Nationalmannschaft und Dennis Schröder. Auch wenn der Vergleich mit dem NBA-Spieler hier nicht hingehört, auch in Gießen wird viel auf Dee Davis ankommen. Der 1,83 Meter kleine Aufbauspieler wird in Gießen vor allem zwei Aufgaben haben: das schnelle Spiel der Mittelhessen einleiten, und sollte dies nicht klappen, den Halbfeldbasketball in geordnete Bahnen lenken. Durch die Verpflichtung von John Bryant dürfte diese Aufgabe einerseits einfacher, aber auch wichtiger werden.

Das ist der Weg zum Ziel

Wer Ingo Freyer kennt, der weiß, dass es nur einen Basketball gibt: schnellen Basketball. So wird auch in Gießen das Tempo Einzug halten. Der direkte Weg zum Korb wird so oft wie möglich gesucht und auch der ein oder andere Wurf genommen, der vielleicht nicht als optimal zu bezeichnen ist. Viele Angriffe, viele Würfe, viele Körbe und dazu eine aggressive Verteidigung. Spannend wird zu sehen sein, wie genau sich John Bryant im Gießener Spiel zurechtfinden und ob sich das Spiel mit ihm leicht anpassen wird.

Das ist möglich

Die Vorbereitung hätte kaum schlechter laufen können. Die beiden Tryouts, die nicht erfolgreich verliefen, und einige Verletzungen sorgten für Spielermangel und den Ausfall von Testspielen. John Bryant kam erst zwei Wochen vor Saisonbeginn zum Team, und Max Landis wird den Saisonbeginn nur von der Bank erleben. Die Voraussetzungen sind nicht gut, und bisher zeigte das Team das mögliche Potential auch nur vereinzelt. Insgesamt könnte dem Team der nötige Punch fehlen, um den Freyer-Basketball erfolgreich abzuschließen. Nach vier erfolgreichen Jahren könnte die Jubiläumssaison wieder einmal den harten Abstiegskampf bringen.

easyCredit BBL-Manager-Tipp

Für 0,67 Millionen kann ein Fantasy-Manager wohl kaum einen Fehler machen, wenn er sich Austin Hollins ins Team holt. Der US-Guard hat mit 17,2 Punkten in Finnland gezeigt, dass er weiß, wo der Korb hängt. Noch sicherer könnten allerdings die 0,1 Millionen für Mauricio Marin angelegt sein. Nachdem der Guard in Tübingen seine Leistungsfähigkeit nur andeuten konnte, zeigte er in der Vorbereitung, dass mehr in ihm steckt. Mehrfach avancierte der 23-jährige Deutsche zum Topscorer seiner Farben. Seinen Fantasy-Marktwert wird er im Laufe der Saison daher sicher um einiges steigern.

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Die GIESSEN 46ers waren auch mehrfach Thema im basketball.de-Podcast zur Offseason. Die Neuzugänge der Mittelhessen wurden in den Folgen 1, 2, 7, 9, 12 und 15 ausführlich besprochen.

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