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PEAK Sport Prospect Watch: Stefan Ilzhöfer

27.03.2015 || 10:50 Uhr von:
Stefan Ilzhöfer Fraport Skyliners
Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben, über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketballs, no...

Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben, über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketballs, noch viel zu oft zu kurz. Das wollen wir ändern und haben daher eine neue Artikelreihe bei Court Review ins Leben gerufen.  Im Rahmen der „PEAK Sport Prospect Watches“ stellen wir Euch in regelmäßigen Abständen aussichtsreiche Talente der deutschen Basketballszene vor. Nach Daniel Mayr, Julian AlbusDominic Lockhardt, Jan Niklas Wimberg, David Brembly, Stephan HaukohlMahir AgvaIsmet Akpinar und Johannes Richter – nun also Stefan Ilzhöfer. 


Biografie:

  • Name: Stefan Ilzhöfer
  • Geburtsdatum: 22.03.1995
  • Geburtsort: Kirchheim unter Teck
  • Position: Small Forward
  • Größe: 2.02 m
  • Gewicht: 92 kg
  • Bisherige Vereine: Neckar RIESEN Ludwigsburg, VfL Kirchheim

Eine deutsche Nachwuchshoffnung

partner_peak_logoVier Minuten sind gespielt, Do-or-Die in den Playoffs gegen den Hauptrundenspitzenreiter, und Stefan Ilzhöfer zieht an seinem 20. Geburtstag energisch zum Korb. Punkte für Frankfurt. Gleiche Spielminute auf der anderen Seite, die Hessen spielen eine starke Verteidigung und am Ende schnappt sich die Nummer 12 der Frankfurter den Abpraller. Zwei Aktionen, die zeigen wozu die Nachwuchshoffnung in Reihen der Mainstätter fähig ist. Ein weiteres Beispiel? Zweites Viertel: Ilzhöfer zieht zum Korb und sieht den besser postierten Mitspieler. Resultat? Einfache Punkte für die Skyliners. In der ProB geht Ilzhöfer voran. Trotz seiner 20 Jahre strahlt er große Selbstsicherheit aus und beißt sich – wenn es sein muss – auch mit kleinen Blessuren durch das Spiel. Am Ende stehen für den jungen Deutschen zwölf Punkte, vier Rebounds und drei Assists zu Buche. Dies ist ein Auszug aus dem Spiel gegen die favorisierten Rostocker in den ProB-Playoffs, welches die Skyliners Juniors auch gewinnen konnten. Dass die Frankfurter Fans solche Aktionen von Stefan Ilzhöfer auch im Mai bejubeln können, bleibt die große Hoffnung. Für einen 20-Jährigen hat Stefan Ilzhöfer schon einiges erlebt. Insgesamt 14 Einsätze in der Beko BBL, fünf Mal stand er in der EuroChallenge auf dem Parkett und absolvierte neun Spiele während der EuroBasket U18.

Erste Schritte

Der Kirchheimer machte in der NBBL schon früh auf sich aufmerksam. In der Saison 2011/2012 – also im Alter von 16 Jahren – kam er für die Ludwigsburger Jugendmannschaft insgesamt 20 mal zum Einsatz. In seinen durchschnittlich 25 Minuten Spielzeit traf er hervorragende 65,3 % von innerhalb des Perimeters und ausbaufähige 26 % von jenseits der Dreierlinie. Vor allem 95 Versuche sind bei dieser Quote etwas zu viel. Endgültig zum Leistungsträger stieg er in der folgenden Saison auf. Seinen ersten Auftritt in der Basketball Bundesliga rechtfertigte er durch hervorragende Leistungen in seinen 18 NBBL Auftritten. Stefan Ilzhöfer hatte sich in nahezu allen Kategorien verbessert: 72 % seiner Zweipunktwürfe flogen durch die Reuse und 34 % von „Downtown“ fanden ihr Ziel. Darüber hinaus ist vor allem die Verbesserung beim Rebound bemerkenswert (von 3 auf 5,8 pro Spiel). Diese Spiele zeigten das große Potential und Talent, mit dem der junge Small Forward gesegnet war.

Leader in der Nachwuchsmannschaft und Verletzungspech

Stefan IlzhöferIn der Nachwuchsmannschaft der Skyliners besticht Ilzhöfer durch seine Vielseitigkeit. In der ProB kommt er auf 45,5 % aus dem Zwei-Punkte-Land und knapp 40 % von jenseits der Dreier-Linie und zeigt, dass, auch wenn die Quoten nicht überragend sind, er von überall treffen kann. Dazu kommen auch – für einen Small Forward – ordentliche 1.6 Assists. Diese Zahlen kommen jedoch aus nur acht Hauptrundenspielen in der zweiten Liga. Gründe hierfür sind zum einen die Spielpraxis, die er bei den Hessen in der BBL sammeln konnte, und zum anderen die Verletzungen die ihn seit einiger Zeit quälen.

So fiel die Nachwuchshoffnung in der Saison 2013/2014 sechs Monate aufgrund einer Schambeinentzündung aus – im Sportlerleben eine halbe Ewigkeit. Besonders ärgerlich war dies, da er eine hervorragende Saisonvorbereitung gespielt hatte und hoch motiviert in seine erste Saison bei den Mainstädtern gegangen ist. Die Saisonvorbereitung in diesem Jahr wurde direkt durch eine knapp drei Monate dauernde Leisten- und Hüftverletzung unterbrochen und kostete ihn auch den Saisonstart. Und weil das alles nicht genug war, verletzte er sich auch im Februar erneut und viel mit einer Knöchelverletzung etwa vier Wochen aus. Seit einiger Zeit ist der Kirchheimer allerdings zurück auf dem Parkett und unterstützt die Juniors in den Playoffs. Die Tatsache, dass er sich trotz dieser Verletzungen immer wieder zurück kämpft und nie den Anschluss verloren hat, beweist einmal mehr seinen großen Kampfgeist und sein riesiges Talent.

Erfahrung bei den „Großen“

An Frankfurt wird sich Stefan Ilzhöfer immer erinnern, soviel ist sicher. Nicht nur, weil er hier bisher zwei Jahre seiner Karriere verbracht hat, sondern durch den wohl wichtigsten Meilenstein im Leben eines jungen Sportlers mit den Hessen verbunden ist: Am 03.10.2012 kam er mit seinem damaligen Team Ludwigsburg gegen die Frankfurter zu seinem ersten Bundesliga Einsatz − 3:47 Minuten stand er auf dem Parkett. Sein diesjähriger Statistikbogen in der BBL liest sich leider nicht so überzeugend, wie es viele erhofft hatten. Neun Spiele bestritt er in dieser Saison, im Schnitt spielte er gute acht Minuten, nur zehn Mal stieg er zum Wurf hoch. Der Zwei-Punkte-Schnitt ist mit null Treffern bei fünf Versuchen eher ausbaufähig, seine Quote vom Perimeter mit vier von fünf dagegen hervorragend. In der EuroChallenge kam er in seinen fünf Spielen auf immerhin elf Minuten pro Spiel. Am Ende standen aufsummierte 1/6 aus dem Feld, vier Assists und null Rebounds zu Buche. Insgesamt lässt sich festhalten, dass der junge Deutsche gerne Verantwortung trägt und es genießt, wenn andere sich auf ihn verlassen. Gehört Ilzhöfer allerdings nicht selbstzu den Leadern, spielt er eher unauffällig und überlässt anderen die Bühne. Nun erwartet man von ihm sicherlich nicht, dass er das Spiel im A-Team der Skyliners an sich reißt sobald er auf dem Feld ist; nur zehn Würfe in neun Partien lassen aber Luft nach oben.

Defensive Impact

In der Verteidigung liegt sicherlich das größte Problem des jungen Small Forwards. Körperlich ist er weiter als vor einem Jahr, aber noch nicht so weit, um in der Bundesliga mithalten zu können. Er wirkt manchmal noch wie ein kleiner Junge neben anderen BBL-Profis und es fehlt noch ein wenig an Cleverness gegen die Jungs aus der BBL und EuroChallenge. Ganz anders sieht das in der ProB bei den Juniors aus. Hier spielt er auch in der Defensive eine wichtige Rolle, ist präsenter unter dem Korb und verteidigt sowohl in der Team-Defensive als auch im Eins gegen Eins deutlich besser. Das Verständnis, eine gute Verteidigung zu spielen, ist definitiv da, die Cleverness bei der Umsetzung fehlt Ilzhöfer allerdings noch.

Durch seine körperliche Schwäche hat er es schwer, wenn seine Gegner mit mehr Masse den Ball im Low-Post bekommen und gegen ihn aufposten. Gerade aber die Frankfurter Defensive ist gekennzeichnet durch die Help-Defensive und das frühe Doppeln mit der daraus entstehenden Konsequenz des Rotierens. Ein Vergleich mit Quantez Robertson ist hier sehr anschaulich. Robertson ist sicherlich einer der besten Verteidiger in Reihen der Frankfurter, wenn nicht sogar in der ganzen Liga. Oft muss bei Drives der Guards die Mitte zu gemacht werden. Dies führt dazu, dass Robertson den Blockspieler übernehmen muss, welcher meist körperlich robuster ist als er. Mit seiner Cleverness und seiner Energie schafft er es aber häufig, diesen sehr gut zu verteidigen. Diese Cleverness und körperliche Präsenz fehlt der Frankfurter Nachwuchshoffnung noch, um auf BBL-Niveau an beiden Seiten des Korbs mithalten zu können.

Immer ein Energizer – auf und neben dem Platz

Stefan IlzhöferFür Ilzhöfer ist der Begriff Teamplayer erfunden wurden. Steht er nicht auf dem Feld, pusht er die Mannschaft in jeder Situation. Sei es beim Korberfolg oder auch beim Turnover, er versucht immer positiven Einfluss auf die Mannschaft zu haben. Beim Einzug in das EuroChallenge Final Four feuerte er die Mannschaft lautstark an und auch bei den Auszeiten versuchte er, die Mannschaft energisch zu unterstützen. Wünschen wir ihm, dass er hier seine Scheu ablegt und sich verletzungsfrei immer mehr ins Team spielt – die Voraussetzungen bei den Skyliners durchzustarten hat er allemal.

Ausblick

Bisher zeigt er viele Aspekte, welche für einen jungen Spieler typisch sind. Wie an den Statistiken zu erkennen, wirkt er bei den Großen noch häufig verunsichert und traut sich noch nicht, Würfe und Verantwortung zu übernehmen. Jedoch sind seine Ansätze sehr gut und wenn er nicht immer wieder in seiner Karriere von Verletzungen zurückgeworfen worden wäre, wäre er sicherlich schon paar Schritte weiter. Mit Gordon Herbert hat er einen Trainer, welcher jungen Deutschen wie Johannes Voigtmann, Konstantin Klein oder Danilo Barthel immer wieder Chancen gibt, daher ist Frankfurt eine sehr gute Station um sich zu entwickeln. Er ist ein Teamplayer, welcher auf und neben dem Platz seine Mannschaft anfeuert und hat eine sehr gute Einstellung. Bei verletzungsfreien nächsten Jahren ist bei ihm auf jeden Fall mit einem großen Sprung nach vorne zu rechnen und es ist ihm zuzutrauen, sich in der BBL langfristig durchzusetzen.


Kurzinterview mit Stefan Ilzhöfer

Wie kamst Du zum Basketball?

2002 habe ich durch den Fußball-Hype mal ein Training mitgemacht. Das lief nicht so erfolgreich und darum blieb es auch bei diesem einen. Aber ich wollte immer Sport machen und bin dann durch meinen Nachbarn beim Basketball gelandet. Mein Trainer sah auch etwas Talent in mir und hat mich dann unterstützt und motiviert, dabei zu bleiben. Ihm habe ich definitiv viel zu verdanken.

Hast Du andere Spieler, zu denen Du aufschaust oder von denen Du Dir etwas für Dein Spiel abschaust?

Vorbilder direkt habe ich nicht, aber es gibt schon einige Spieler, die eine ähnliche Spielweise haben wie ich und von denen ich mir da etwas abschauen kann. Kevin Durant ist sicherlich einer. Obwohl er nicht der Größte ist, spielt er das Pick-and-Roll und kann sich in so einer körperbetonten Liga durchsetzen. Das fasziniert mich.

Wie schätzt Du denn Dein Spiel selbst ein? Als welche Art Spieler siehst Du Dich?

Ich denke ich bin definitiv ein Allrounder. Ich habe mein Spiel aber auch dahin geändert. Früher war ich eher nur ein Schütze, aber mittlerweile mag ich es auch, meine Mitspieler in Szene zu setzen. Nicht als Point Guard – das ist klar, aber mit dem Zug zum Korb und dann den entscheidenden Pass zu spielen – das macht mir sehr viel Spaß. Sollte ich aber einen freien Dreier bekommen, dann nehme ich den auch gerne mit (lacht). Aber wenn man sich mein Spiel anschaut, dann sieht man, dass ich heute lieber und mehr passe.

Wie empfandest Du den Sprung von NBBL zu ProB und jetzt zur BBL?

Der größte Unterschied war sicherlich das körperliche. Dadurch, dass ich nicht den stärksten Körper habe – das sehe ich ganz realistisch – war es schon ein großer Schritt, dort gegen die großen Jungs mithalten zu können. Wenn man auf einmal gegen Quantez Robertson verteidigen soll, der so schnell und so kräftig ist, dann läuft man da am Anfang erst einmal hinterher. Aber das hilft dann ungemein, sich auch selbst zu verbessern und am Ende muss man gegen solche Jungs ja auch bestehen. Mittlerweile komme ich damit ganz gut zurecht, denke ich.

Wie schwer war es für Dich, sich nach den Verletzungen wieder zurück zu kämpfen?

Ja, das war sehr schwer. Vor allem die erste Verletzung. Es war meine erste Saison in Frankfurt, die Pre-Season lief super, ich habe viel gespielt in den Vorbereitungsspielen und mich richtig gut gefühlt und dann so eine Verletzung zu haben, wo man dann auch nicht genau wusste, wann komm ich zurück, wann darf ich wieder – das war richtig schwierig für mich (Anm. d. Red.: sechs Monate Pause aufgrund einer Schambeinentzündung). Wenn dann das grüne Licht kommt, freut man sich natürlich. Man war die ganze Zeit etwas hibbelig, man darf nicht in die Halle und trainieren, das fehlt. Wenn man dann immer wieder zurückgeworfen wird und sich zurück arbeitet und dann an Punkte kommt, an denen man schon mal war und man eigentlich schon viel weiter sein sollte, das ist einfach ärgerlich.

Als junger Nachwuchsspieler wird man häufig auf die NBA angesprochen. Was ist Dein Plan für die nächsten Jahre und steht die NBA auf Deinem Zukunftsplan?

Mit der NBA befasse ich mich eigentlich gar nicht. Erstes Ziel ist es erst einmal, für längere Zeit fit zu sein und dann möchte ich in der BBL regelmäßig spielen. Ich will mich also erst in der Bundesliga etablieren, darauf liegt mein ganzer Fokus. Ich hatte jetzt 5-6 Spiele wo ich mal länger gespielt habe und möchte das in Frankfurt auf eine ganze Saison zusammenbringen; das ist mein Hauptziel. Also nächste Saison gesund bleiben und die ganze Saison mal spielen.

Was ist diese Saison noch drin, sowohl für die Skyliners als auch für Dich persönlich?

Durch den Einzug in das Final Four der EuroChallenge haben wir europäisch unser Ziel schon erreicht. Viele haben sicherlich nicht geglaubt, dass wir so weit kommen können und beim Turnier selbst können wir ganz frei aufspielen. Wir werden schauen, was geht und es gibt immer gute Spiele und da schauen wir, wo es hingehen kann. In der BBL ist schon das klare Ziel, in die Play-Offs zu kommen. Wir stehen jetzt so gut da und werden alles versuchen, das klar zu machen.

Persönlich möchte ich wieder richtig fit werden und hoffe, dem Team zu helfen. Ich werde natürlich versuchen, mich wieder in die Rotation zu kämpfen, aber das wird ein hartes Stück Arbeit, denn alle sind eingespielt und alle sind topfit. Das wird definitiv nicht einfach.

Vielen Dank für Deine Zeit und das Interview. Viel Glück in den nächsten Spielen und auf dass Du gesund bleibst.

Danke. Ciao!

PEAK Sport Prospect Watch: Stefan Ilzhöfer
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