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PEAK Sport Prospect Watch: Joschka Ferner

28.05.2015 || 10:27 Uhr von:
Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben, über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketbal...

Court Review hat sich auf die Fahnen geschrieben, über alle wichtigen Entwicklungen rund um das orangene Leder zu berichten. Leider kommt hier die Jugend, also der Nachwuchs und die Zukunft des deutschen Basketballs, noch viel zu oft zu kurz. Das wollen wir ändern und haben daher eine neue Artikelreihe bei Court Review ins Leben gerufen.  Im Rahmen der „PEAK Sport Prospect Watches“ stellen wir Euch in regelmäßigen Abständen aussichtsreiche Talente der deutschen Basketballszene vor. Nach Daniel MayrJulian AlbusDominic LockhardtJan Niklas WimbergDavid BremblyStephan HaukohlMahir AgvaIsmet AkpinarJohannes Richter, Stefan Ilzhöfer, Christian Standhardinger kommen wir nun zu einem der am vielseitigsten ausgebildeten Spieler: Joschka Ferner. Besonderer Dank an Philip Ost für die Unterstützung bei der Recherche und für das Führen des Interviews!


Biographie:

  • Name: Joschka „Joschi“ Ferner
  • Geburtsdatum: 05.01.1996
  • Alter: 19 Jahre
  • Geburtsort: Nördlingen, Deutschland
  • Position: Small Forward
  • Größe: 2,02m
  • Gewicht: 85 kg
  • Bisherige Vereine: ratiopharm ulm / Weißenhorn Youngstars (ProB), TSV Nördlingen

JBBL MVP 2012 beim TSV Nördlingen

Bereits im Alter von sechs Jahren begann Joschka Ferner beim TSV Nördlingen Basketball zu spielen. Dort durchlief er alle Altersklassen, bis er unter der Obhut von Zoltan Nagy, dem JBBL Trainer des Jahres 2012, endgültig sein großes Potential entwickelte und zeigte. Schon in seinem ersten JBBL-Jahr gelang es ihm zu einer tragenden Säule des Teams zu werden, indem er in 32 Minuten pro Spiel starke 16 Punkte und 7 Rebounds im Schnitt auflegen konnte.

partner_peak_logoIn seinem zweiten JBBL Jahr verbesserte er sich in nun 31 Minuten pro Spiel auf durchschnittlich 26 Punkte und 12 Rebounds und durfte bereits drei Spiele für die ProB Mannschaft der Giants Nördlingen bestreiten. Für diese gute Saison wurde er mit dem JBBL MVP 2012 belohnt.

Dank einer Kooperation mit der ratiopharm akademie Ulm wechselte Joschka Ferner in deren NBBL-Team. Zoltan Nagy begleitete ihn und wurde 2013 Trainer des Ulmer Farmteams Weißenhorn Youngstars (inzwischen ist er Headcoach des JBBL-Teams). In den ersten beiden Jahren pendelte Ferner noch zwischen Nördlingen und Ulm hin und her, bis er sein Abitur gemacht hatte. Seitdem befindet sich sein Lebensmittelpunkt ganz in Ulm, wo er im Jugendhaus lebt und im RATZ (ratiopharm Akademie Trainingszentrum) trainiert.

Ferner brachte es in der Saison 2014/15 in der ProB auf 24 Minuten pro Spiel, in denen er 7 Punkte im Schnitt erzielte. In der NBBL lief er im Schnitt 31 Minuten auf und wusste dabei mit 14,5 Punkten und 6,5 Rebounds zu überzeugen. Hinzu kamen erste Kurzeinsätze im BBL-Team von ratiopharm ulm, an das er so langsam herangeführt wurde.

Der junge Forward wird auch regelmäßig in den Nationalmannschaftskader berufen. Im Sommer 2014 gelang ihm mit der U18 der Gewinn der B-Europameisterschaft und somit der Aufstieg in die A-Europameisterschaft. Den Sommer 2015 wird er höchstwahrscheinlich bei der U20-Nationalmannschaft verbringen.

Spielweise

Seine Stats klingen erst einmal nicht so überragend, aber er gehört zu den vielseitigsten Nachwuchsspielern, die wir in Deutschland haben. Zur Philosophie von Zoltan Nagy gehört es, die jungen Spieler technisch vielseitig auszubilden und sie so lange wie möglich nicht auf eine Position festzulegen, egal wie groß sie sind. Als JBBL-Spieler hat Joschka Ferner vom Point Guard bis zum Center alle Positionen ohne Probleme spielen können und auch gespielt. Noch heute fällt einem als erstes sein, für einen Spieler seiner Größe, gutes Ballhandling (er macht nur 1.9 TPG) und seine Court-vision auf. Oft ist nicht sofort zu erkennen, welche Position er eigentlich spielt. Je nachdem, was das Team gerade braucht, Joschka Ferner ratiopharm ulm Weißenhorn Youngsters Wurfbringt er als Point Guard selbst den Ball nach vorne oder weicht als Swingman auf die Positionen des Shooting Guards oder Small Forwards aus. Die Übergänge können in ein und demselben Spielzug fließend sein und genau diese Stärke macht ihn für einen Gegner sehr schwer auszurechnen, zumal er mit seinem großen, athletischen Körper viele Mismatches kreieren, gegen kleinere Gegenspieler aufposten und für sein Team Lücken in die gegnerische Defense reißen kann.

Der Gegner muss den konstanten Wurf des geborenen Linkshänders von der Dreierlinie (41 %) respektieren und gleichzeitig verhindern, dass er zum Korb zieht, wo er aktuell fast ausschließlich noch mit seiner starken linken Hand abschließt. Der 19-Jährige sollte dennoch zum einen an seinem Halbdistanzwurf (38 %) arbeiten und zum anderen seine schwächere rechte Hand stärken sowie physisch zulegen, denn gegen kräftigere Spieler tut er sich noch schwer, sich durchzusetzen.

Von der Eins bis zur Drei kann er jede Position verteidigen. Dabei weiß er seine Armspannweite einzusetzen, den Gegner im 1 gegen 1 vor sich zu halten und es diesem sehr schwer zu machen, einen guten Wurf zu bekommen.


Kurzinterview mit Joschka Ferner

Court Review: Was war für Dich der größte Erfolg?

Joschka Ferner: Die B-Europameisterschaft, und dass ich mit meiner alten Nördlinger U18-Mannschaft deutscher Pokalsieger geworden bin.

Bleiben wir bei der Nationalmannschaft: Was bedeutet es für Dich, den Adler auf der Brust zu tragen?

Es erfüllt einen mit Verantwortung und Stolz, wenn man mit dem Adler auf der Brust aufs Spielfeld läuft.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Ich habe mich jetzt schon ein wenig mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt, wie man nebenbei studieren kann (Fernstudium). Aber ich möchte mich vor allem nochmal auf Basketball in Ulm konzentrieren, da ich meine Entwicklung in diesem Jahr als nicht so schlecht einschätze.

Was hat Euch letztlich in den ProB-Playoffs gegen Oldenburg gefehlt?

In Oldenburg haben wir gegen ihre körperliche Spielweise nicht dagegen gehalten. Somit haben wir das Reboundduell klar verloren und schlechte Entscheidungen in der Offensive getroffen, zu viele schlechte Würfe genommen und zu viele Turnover gemacht.

Du hattest bereits ein paar Kurzeinsätze für ratiopharm ulm. Was fehlt Dir noch, um einen festen Spot zu bekommen?

Ich muss mich körperlich weiterentwickeln, um mich gegen athletischere und vor allem abgezocktere Spieler durchsetzen zu können.

Warum hattest Du Dich für Ulm entschieden? Was hat Dich am Programm überzeugt?

Die Nähe zu meiner Heimatstadt, da ich dort mein Abitur noch gemacht habe. In den ersten zwei Jahren bin ich ja gependelt. Zoltan Nagy, mein Coach aus Nördlingen, ist zur gleichen Zeit nach Ulm gewechselt. Das Jugendkonzept ist zu der Zeit ausgebaut worden und das hat mich überzeugt, dass in die Jugend investiert wird und man Chancen hat, in das BBL-Team aufzusteigen. Das Jugendhaus ist renoviert worden, das RATZ (Trainingszentrum) wurde fertiggestellt, etc.

Du wurdest in Nördlingen sehr vielseitig ausgebildet. Wie sehr beeinflusst dies Dein Spiel und auf welcher Position siehst Du Dich in Zukunft spielen?

Meinem Coach war es schon immer wichtig, dass ich auf allen Positionen spielen kann. Ich bin durch diese Ausbildung viel variabler und auch jetzt noch vielseitig einsetzbar. Ich kann den Ball nach vorne bringen, werfen, aber mich genauso gut auch aufposten, wenn mich kleinere Spieler verteidigen. In der Zukunft sehe ich mich als Zweier. Jemand der den Korb attackiert, wirft, aber auch mal den Point Guard beim Spielaufbau entlastet.

Du lebst im Ulmer Spielerhaus. Wie ist das Leben dort organisiert?

Wir haben eine Betreuerin, die danach schaut, dass alles in geregelten Bahnen abläuft. Ansonsten wird für uns abends gekocht und mittags gehen wir in eine Kantine direkt neben der Trainingshalle. Wir müssen uns also um fast nichts kümmern und können uns voll auf Basketball konzentrieren. Und auf die Schule natürlich, für die jüngeren Spieler.

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