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Oldenburg gewinnt bei müden Gießenern

31.12.2015 || 15:04 Uhr von:
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Müde Knochen und eine kurze Rotation. Diese Kombination bestraft eine Spitzenmannschaft wie Oldenburg eiskalt. So verloren die GIESSEN 46ers das letzte Spiel 2015.

TJ DiLeo, EJ Palm, Karsten Tadda, Maurice Pluskota. Liest sich wie der Beginn der 46ers-Starting-Five. Doch es ist die Verletztenliste des letzten Spiels im Jahre 2015. Für Tadda, der nach einem Pferdekuss aus dem Training nicht spielen konnte, rückte Ethan Wragge nach überstandener Krankheit allerdings wieder ins Team.

Die kurze Rotation der Mittelhessen hatte zudem das dritte Spiel in acht Tagen zu verkraften, die Gäste aus Oldenburg hatten seit ihrem letzten Spiel schon eine Woche Pause. Die 46ers fanden etwas überraschend gut ins Spiel und konnten ihre Inside-Spieler wie Gabriel Olaseni schön in Szene setzen. Erst eine Auszeit von Mladen Drijencic brachte Oldenburg auf das benötigte Level und sie konnten mit zwei einfachen Würfen und einem Fehlpass der 46ers das Ruder übernehmen. Dass die Niedersachsen am vorletzten Abend des Jahres mehr Kraft und Energie hatten, merkte man spätestens in Viertel zwei. Während die 46ers einige schlechte Würfe nahmen, kam Oldenburg zu einfachen Punkten oder kreierte aus dem Offensivrebound gute Würfe für die Schützen. Zum Ende des Viertels bekamen die Gastgeber nochmals einen kleinen Schub, doch Braydon Hobbs verkürzte mit zwei Freiwürfen nur auf 38:45.

Braydon Hobbs - GIESSEN 46ers - Gießen

Im dritten Viertel herrschte zunächst ein offener Schlagabtausch, doch wer sich öfter mit Gießen beschäftigt, sah absolut ungewohnte Fehler auf beiden Seiten des Feldes. Als Philipp Schwethelm zum Buzzer einen Dreier einnetzte, hatten sich die Baskets dann allerdings doch auf zwölf Punkte absetzen können. Gießen kämpfte sich mehrfach wieder heran, doch bei fünf Zählern Differenz fanden die Oldenburger immer wieder eine Scoring-Option und brachten das Spiel souverän zu Ende. Auch ein letztes Aufbäumen mit erfolgreichen Dreiern und Stop-the-Clock half dank Oldenburgs starker Freiwurfquote nicht. Der letzte 46ers-Korb des Aufstiegsjahres machte dann der Gießener Jung Benjamin Lischka mit einem Dreier. Doch trotz der 79:88-Niederlage, die Oldenburg die Pokalqualifikation sicherte, honorierte die ausverkaufte Osthalle die Leistung ihrer Mannschaft.

Matchup des Tages

Ungleiche Vorzeichen: Ethan Wragge – Rickey Paulding

Mit Karsten Tadda fehlte auf 46ers-Seite heute einer der beiden etatmäßig als Small Forward eingesetzten Spieler. Deshalb mussten diesmal auch andere Spieler auf den Flügel. So auch Ethan Wragge, der wie erwähnt zuletzt krankheitsbedingt aussetzen musste und zumeist als Power Forward eingesetzt wurde. Wragge spielte zwar nur 13 Minuten, doch symbolisierte somit gleich zwei 46ers-Probleme. Zum einen mussten die Leistungsträger Braimoh, Olaseni, Hobbs und Wells alle knappe bzw. deutlich über 30 Minuten spielen. Am Ende fehlte die Extrafüllung im Tank, die im Kalenderjahr so oft Spiele für die 46ers gewonnen hatte. Zum anderen stand Scharfschütze Wragge „Mr. Oldenburg“ gegenüber. Auch heute hieß die Stadt für knapp zwei Stunden wieder einmal Pauldingburg. Der 33-Jährige stand am längsten auf dem Feld, wurde einer von drei Top-Scorern und brachte alle Aspekte ins Team des BBL-Vierten. Gerade als es wichtig wurde, war Paulding da, als er gebraucht wurde.

Yorman Polas Bartolo - Giessen 46ers - Gießen

Zahl des Tages

15 Zweipunktwürfe getroffen von Gießen

Während beim Spiel vor drei Tagen das Wuchererteam noch mit einer Zweierquote von über 60 Prozent glänzen konnte und dort 30 Körbe aus diesem Bereich erzielte, lief es heute am Korb gar nicht. Nur 39,5 % wies die Trefferquote am Ende des Abends für Olaseni, Braimoh und Co. auf. Neben vielen schweren Würfen, die überhastet oder gut verteidigt genommen wurden, kamen auch einfache Würfe heraus, die ohne Kraftreserven nicht ihr Ziel fanden. Trotz einer am Ende aufgebesserten Dreierquote, wären für einen Heimsieg bessere Quoten aus der Nah- und Mitteldistanz zwingend nötig gewesen. Zum Jahresausklang 2015 fanden dann auch – wie passend – nur 15 Würfe ihr Ziel.

Stimmen zum Spiel

Mladen Drijencic (Headcoach, Oldenburg):

Natürlich sind wir mit dem Bewusstsein angereist, dass es ein hartes Spiel wird und dass die Heimmannschaft aggressiv spielt. Ich denke, dass wir von Anfang an mit unserer Defense die Stärke der Gießener kontrolliert haben. Wir haben die Intensität und die Energie die ganze Partie über im Spiel gehabt. Das hat den Ausschlag gegeben.

Denis Wucherer (Headcoach, Gießen):

Oldenburg war nicht zu stark, absolut nicht. Heute hat man gesehen, dass eine Mannschaft mehr Energie hatte und eine eben nicht genug. Sonst habe ich keine großen Unterschiede gesehen. Wenn man jetzt so einen Spielplan macht, dann muss man zusehen, dass alle gleich spielen. Dann macht sich eben bemerkbar, ob du sechs Tage frei hattest oder zwei. Wir waren müde, wir haben durch die Müdigkeit unbeschreibliche Fehler gemacht. Oldenburg hat das im Stile einer guten Manmschaft dann auch genutzt und gnadenlos bestraft. Da hat man keine Chance, Spiele zu gewinnen, auch wenn man sich immer wieder herankämpft. Daher kann ich meinen Spielern heute überhaupt keinen Vorwurf machen. Hätte Oldenburg vor drei Tagen gespielt, wäre das heute ein Match auf Augenhöhe gewesen und bis zum Ende spannend.

Ausblick auf den nächsten Spieltag

20140425_Benjamin Lischka_hochkantEs folgt auch über den Jahreswechsel keine Pause für die Rumpftruppe der GIESSEN 46ers. Das fünfte Spiel in 13 Tagen hat Playoff-Charakter, dabei hatten die 46ers als Sweep-Könige der ProA 2015 selbst in den Playoffs nicht so viele Spiele in so kurzer Zeit. Playoffs ist auch ein gutes Stichwort, wenn es um den Hinrundenabschluss geht. Bei Benni Lischka, Denis Wucherer, David Godbold, Dominik Spohr, Harper Kamp und Johan Roijakkers kommen vor dem Spiel sicherlich Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen hervor.

Es war der 25. April 2014, als die BG Göttingen im dritten Halbfinale den sportlichen Aufstieg in die BBL gegen die Gießener perfekt machte. Nach einer kurzen Serie, in der die 46ers im ersten Spiel ihren Top-Scorer Myles Hesson verletztungsbedingt verloren, krönten die Südniedersachsen eine fast perfekte ProA-Saison. Bekanntlich folgte für beide Teams eine ebenso gute Saison 2014/2015, in der die BG mit ihren Aufstiegshelden lange an den Playoffs kratzte und die Gießener mit perfekten Playoffs der BG in die Bundesliga folgte.

Am 02. Januar 2016 sind die Vorzeichen gänzlich anders. Während es für die 46ers in der Hinrunde bisher sieben Siege, trotz anhaltender Verletzungsprobleme, zu feiern gab, steht Göttingen mit drei Siegen auf Abstiegsplatz 17. Harper Kamp, der die 46ers vor anderthalb Jahren vor gänzlich unlösbare Probleme stellte, ist auch jetzt noch eine der wichtigsten Waffen von Kulttrainer Roijakkers. Angeführt wird das Team aber zweifelsohne von Khalid El-Amin. Der Point Guard, der im Spiel in Bayreuth etwas geschont wurde, beeinflusst das Veilchenspiel mehr als jeder andere Spieler das Spiel seines jeweiligen Teams. Ihn auszuschalten, wird auch für eine Defensive mit Karsten Tadda, Yorman Polas und Cameron Wells schwierig. Dafür reicht die Qualität auf der Bank bei Göttingen zum jetztigen Zeitpunkt allerdings nicht für BBL-Niveau. Dominik Spohr nahm nach der 13. Niederlage in Bayreuth daher auch kein Blatt vor den Mund. „Das war ein ganz hartes Brot heute, so kann man auswärts nicht auftreten und kein Spiel gewinnen. Das war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“

Die Kräfte am Ende einer langen Hinrunde könnten dieses Duell stark beeinflussen. Wenn Göttingen die Müdigkeit bei Gießen ausnutzen kann, könnte es ein offenes Spiel werden. Bisher haben es die 46ers seit dem BG-Aufstieg 2007 nicht geschafft, in der Universitätsstadt zu gewinnen. Selbst in BGs Seuchenjahr 2011/2012 verpassten es die Gießener dort einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf zu erzielen. Aber diesmal steht für Trainer Wucherer und seine Mannschaft sicherlich noch eine kleine Rechnung auf dem Zettel. Denn nach dem Aus im dritten Halbfinale, sagte er damals: „Es fuchst natürlich schon ein bisschen, dass die Serie nun vorbei ist, schließlich hätten wir sie gern mindestens einmal geschlagen.“ Die Chance, den Sieg nachzuholen, war sicherlich niemals größer als im ersten Spiel 2016.

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