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Oldenburg furios in das Halbfinale

22.05.2014 || 14:53 Uhr von: ,
Oldenburg Bonn VF Playoffs
Gestern war es nun also soweit. Nachdem die Teams aus Oldenburg sich in dieser Viertelfinalserie alles abverlangt hatten und Bonn zuletzt die Serie auf 2:2 ausgleichen konnte, stand die fünfte Partie an, deren Sieger in...

Gestern war es nun also soweit. Nachdem die Teams aus Oldenburg sich in dieser Viertelfinalserie alles abverlangt hatten und Bonn zuletzt die Serie auf 2:2 ausgleichen konnte, stand die fünfte Partie an, deren Sieger ins Halbfinale der Playoffs einziehen würde.
Die beiden Courtsider der beiden Teams, Baskets09 (EWE Baskets Oldenburg) und Lenawiemer (Telekom Baskets Bonn), mit dem Doppel – Blog zu der entscheidenen fünften Partie der Viertelfinalserie.


Nach vier unglaublich engen Spielen bot die Serie mit dem klaren 84:72 Sieg, der am Ende noch nicht einmal die Kräfteverhältnisse komplett abbildete, ein für nahezu alle Beobachter überraschendes Spiel 5.

Das Bonner Team wirkte seltsam gehemmt, musste möglicherweise doch der Bedeutung des entscheidenden Spiels und dem damit einhergehenden Druck Tribut zollen und konnte der Oldenburger Defensive in den ersten Minuten kaum Widerstand leisten. 9 Punkte standen für Bonn nach knapp 14 gespielten Minuten auf der Anzeigetafel, eine Ausbeute, mit der man in einem Spiel 5 in fremder Halle nicht bestehen kann.

Oldenburg hingegen konnte aus der guten Defensive einfache Punkte generieren, fand aber auch sonst offensiv vielleicht zum ersten Mal in der Serie komplett ins Spiel. Joyce führte ausgezeichnet Regie, Julius Jenkins konnte Akzente setzen, insgesamt gelang es Oldenburg gerade am Brett immer wieder abzuschließen. Der 15:0 Lauf zum 34:9 zu Beginn des 2.Viertels war eine Vorentscheidung der Partie. Oldenburg kontrollierte die Partie fortan, hielt den Abstand konstant um 20 Punkte und fand auf kleine Bonner Läufe immer wieder schnelle Antworten.

Einzig für eine kurze Phase in den letzten Minuten geriet das Oldenburger Spiel ins Wanken. Eine Mischung aus Nachlässigkeit im Oldenburger Spiel im Gefühl des sicheren Sieges und der stärksten Bonner Phase, die plötzlich im Gefühl schon verloren zu haben den Druck ablegen konnten und mit einer sehr kleinen Aufstellung Druck ausübten, brachte Bonn noch einmal auf 9 Punkte heran. Oldenburg gelang es aber das Spiel wieder zu kontrollieren und am Ende souverän Spiel 5 für sich zu entscheiden und ins Halbfinale einzuziehen.

Schlüssel zum Sieg der Oldenburger

Dru Joyce: Die ersten beiden Spiele hatten durchaus Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit entstehen lassen, als er mit dem Druck der Bonner Verteidigung immer wieder Probleme offenbarte, Joyce allerdings zog sich aus dem Formloch, lieferte in Spiel 3 und 4 bessere Leistungen und machte Spiel 5 zu seiner Bühne. Er setze die ersten offensiven Akzente, erzielte die ersten 5 der Oldenburger Punkte und gab dem Team damit Sicherheit.  Joyce kontrollierte die Partie, fand immer wieder seine Mitspieler und beendete das Spiel mit 11 Punkten und 6 Assists.

Insidespiel: Erstaunlich wie es Oldenburg über die Serie gelang, sein eigenes Spiel den Anforderungen des Gegners anzupassen, weg von der Dominanz des Duos Paulding/Jenkins, weg von den Dreiern, die man über die Saison so hochprozentig getroffen hatte, suchte man vermehrt den Weg in die Zone, sei es über die Penetration der Guards, Pick&Roll Situationen oder den Versuch den Ball in Post-up Situationen zu bringen. 42 Punkte in der Zone erzielte Oldenburg in Spiel 5, während Bonn bis in das letzte Viertel dort kaum zu Abschlüssen kam.

Die Oldenburger Bank: Teilweise waren die Bankspieler in den ersten Partien kritisiert worden, gestern waren sie im entscheidenden Spiel zur Stelle. Julius Jenkins 16 Punkte/5 Assists, Philipp Neumann 9 Punkte in 10 Minuten, Robin Smeulders 13 Punkte/4 Rebounds gaben dem Team Scoring, aber vor allem auch viel Energie und hatten großen Anteil an der Dominanz im 2.Viertel. Die Oldenburger Bank scorte die Bank der Gäste mit 43:26 aus, erreichte dabei einen +/-Wert von +53 und verdiente sich damit das Sonderlob von Sebastian Machowski auf der Pressekonferenz.

Nervenstärke: Im Endeffekt war es vermutlich tatsächlich die Nervenstärke des erfahreneren Teams, welches sich in Spiel 5 durchsetzen konnte. Bonn wirkte gehemmt, während bei Oldenburg die erfahrenen Spieler wie Chubb, Paulding, Joyce und Jenkins Zeichen setzen. Die Spieler haben einzeln und als Team schon viele entscheidende Spiele absolviert, ein Fakt, der in diesen Playoffs noch eine besondere Bedeutung bekommen kann.

Gründe für die Bonner Niederlage

Bonn ist unter seinen Erwartungen geblieben. Von der ersten Minute an fehlte die Intensität in der Verteidigung und leider auch das Glück in der Offensive. Schlechte Wurfquote, zittrige Hände, zu wenig Spielübersicht, zu viele Räume für die Oldenburger offen gelassen…

Die Mängelliste könnten sicher noch länger ausfallen. Manches davon war Pech, das dann leider zur Verunsicherung im Team beitrug. Anderes hatte auch einfach nur mit purem Willen zutun. Den Kampf, den die Bonner den Oldenburgern in den letzten Minuten abverlangten – als das Spiel schon verloren schien – hätten die Jungs einfach schon zum Start der zweiten Hälfte zeigen müssen – und ich würde vielleicht den anderen Part dieses Blogs schreiben.

Dieses Ausscheiden aus den Playoffs schmerzt allerdings besonders, da Bonn in der gesamten Saison und vor allem in den letzten vier Spielen gegen Oldenburg demonstriert hat, wie viel in diesem Team steckt. Sie hatten das Zeug ins Halbfinale einzuziehen, da waren sich alle einig. Und was gibt es Schlimmeres in den Playoffs als verpasste Chancen?

Randnotizen

Running Gag oder wie man die teils amüsante, teils haarsträubenden Geschehnisse aus Ludwigsburg bezeichnen soll, die in etwas anderer Form auch den Weg nach Oldenburg fanden. Dru Joyce lief im 3.Viertel in einen von Tony Gaffney gestellten Block, beging ein Foul und hätte damit Gaffney an die Linie geschickt, an der sich dann allerdings Lawrence einfand und den ersten Freiwurf bereits geworfen hatte, bevor den Schiedsrichtern ihr Irrtum auffiel. Die daraus folgende richtige Entscheidung war dann Ballbesitz Oldenburg. Vorher hatte ich diese Szene nie gesehen, jetzt passiert sie an zwei Spieltagen in Serie.

Ausblick auf das Halbfinale

Die Serie gegen Bonn war extrem eng, Bonn war das Team in den Playoffs, welches von der Zusammensetzung und Spielweise Oldenburg überhaupt nicht lag, Bonn hat sich für die Leistung größten Respekt verdient, trotzdem gelang es Oldenburg am Ende mit einer starken Leistung in Spiel 5 in das Halbfinale einzuziehen. Damit ist die Saison für Oldenburg bereits ein Erfolg, die Qualifikation für den Eurocup ist gesichert, auf der Oldenburger Mannschaft liegt nicht mehr der Druck gewinnen zu müssen. Die Serie gegen Bayern München ist vielmehr eine einmalige Chance die EWE Baskets in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit zu stellen. Die ganze Stadt fiebert dem Halbfinale entgegen, die Antipathie gegen den FC Bayern wird ihren Teil leisten und mit dafür sorgen, dass die Halle am Mittwoch wie eine Wand hinter der Mannschaft steht um ein 2.Heimspiel zu erzwingen.

Rein sportlich ist Oldenburg sicher Außenseiter, dürfte aber gute Matchups gerade auf den kleinen Positionen haben, die eigenen Stärken einbringen können, über genügend Tiefe verfügen auch über eine lange Serie Paroli zu bieten und dazu sogar über mehr Erfahrung in entscheidenden Momenten verfügen.

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22. Mai 2014 um 17:08 Uhr

Sehr guter Beitrag,
Wir werden sehen was das Halbfinale bringt. Für mich relativ offene Spiele bei denen die Bayern und Berliner sicherlich Vorteile haben. Dennoch sind Oldenburg und Quakenbrück definitiv in der Lage diese zu schlagen. Dies wird jedoch schwer, da das Heimrecht in der BBL immer noch einen entscheidenden Vorteil liefern kann.

24. Mai 2014 um 20:50 Uhr

Kann Oldenburg ein Spiel in München klauen, wirds für Bayern sehr schwer. Die große EWE Arena ist inzwischen eine richtige Festung. Da müssen die Bayern auch erst mal durch. Ein Ausscheiden im Hf würde die Fans der Bayern ihrer Mannschaft wohl eher übel nehmen, als die Oldenburger Fans ihrer Mannschaft. Oldenburg ist heiß auf den Gegner.
Wichtig für Oldenburg ist, von Anfang an wach zu sein und nicht gleich in hohen Rückstand zu geraten

Quakenbrück hat noch weniger zu verlieren, als Oldenburg. Das ist ihre große Chance. Verlieren kann eigentlich nur Berlin.

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