BASKETBALL.DE ist Partner von Sportforen.de. Ehemalige Nutzer von crossover-online.de und Nutzer von sportforen.de können sich auch auf BASKETBALL.DE mit ihren bestehenden Login-Daten anmelden.
Anmelden oder registrieren

„Titel kommen zu 1000 Prozent“

01.01.2017 || 12:21 Uhr von:
Zum Jahresabschluss 2016 stellte sich Marko Pesic den Fragen der Münchner Presse. Der Geschäftsführer stellt Coach Djordjevic ein sehr gutes Zeugnis aus, erkennt aber auch noch die ein oder andere Baustelle.

Marko Pesic, nachdem es im Sommer einen relativ großen Umbruch gab, geht das Jahr 2016 und auch die Hinrunde der Saison 2016/17 zu Ende. Welches Halbjahreszeugnis würden Sie dem neuen Coach Sasa Djordjevic ausstellen?

Marko Pesic: Ich würde Sasa eine Eins geben. Es ist für ihn natürlich nicht einfach, in einem neuen Umfeld, mit einer neuen Mannschaft sofort alle seine Ideen an den Mann zu bringen. Sasa ist ein sehr fordernder Coach, der aber gleichzeitig einen sehr guten Umgang mit den Spielern pflegt. Mein Eindruck ist, dass er mit den Prinzipien, für die er selbst einsteht, hier in München genau richtig ist.

Zusammen mit seinem Coaching Staff macht er einen tollen Job. Der Verein sollte froh sein, dass so ein Trainer hier ist. Die Ergebnisse und vor allem Titel werden kommen. Davon bin ich tausendprozentig überzeugt.

„Niederlagen gehören zur Entwicklung einer Mannschaft dazu.“

Sportlich gesehen läuft es in der Liga wohl noch nicht ganz nach Wunsch. Hinter ratiopharm ulm und Brose Bamberg liegt man auf Platz drei.

Generell glaube ich, dass in dieser Saison bislang viele Dinge in die richtige Richtung laufen. Wir bauen eine Mannschaft, die im Mai und Juni, wenn die großen Entscheidungen fallen, auf dem Maximum ihres Schaffens sein soll. Auf diesem Weg kommt es auch zu Rückschlägen, wie es beispielsweise die Niederlage gegen Ulm eine war. Dabei muss man aber festhalten, dass wir nicht wegen geringerer Qualität verloren haben.

Wir haben einfach sehr viele Fehler gemacht, die den Bereichen Konzentration, Nervösität und mentale Stärke zuzuordnen sind. Da müssen wir in jedem Fall einen Schritt nach vorne machen. Nichtsdestotrotz: Niederlagen, so weh sie auch tun, gehören zur Entwicklung unserer Mannschaft dazu. Abgesehen davon bin ich wirklich zufrieden, weil ich sehe wie akribisch die Mannschaft arbeitet und sich auf die Spiele vorbereitet.

Pesic stellt Sasa Djordjevic ein sehr gutes Zeugnis aus

Können Sie die Sache mit den Unkonzentriertheiten und der mentalen Stärke genauer beschreiben?

Nehmen wir zwei Beispiele aus dem Spiel gegen Ulm. Es ist ja bekannt, dass Ulm im Angriff sehr frei und mit dem Fluss spielt. Dann sind die ersten vier Körbe, die sie gegen uns erzielt haben, vier Dreier. So etwas darf uns nicht passieren, schon gar nicht in eigener Halle. Zweitens: Im letzten Viertel, also in einer Phase, in der sich das Spiel entscheidet, erlauben wir Ulm fünf Offensivrebounds, die direkt zu Punkten führen.

Solche Kleinigkeiten – ich ordne sie als Unkonzentriertheiten ein – dürfen wir uns nicht erlauben. Oder wir haben im Spiel gegen Ulm mit sieben Punkten geführt, um dann nach einer Auszeit neun Punkte in Serie zu kassieren. Gegen Topteams wie Ulm oder Bamberg ist das kein Polster. Binnen zwei, drei Angriffen kann der Vorsprung wieder weg sein.

Diese Kleinigkeiten, wozu auch das Diskutieren mit den Schiedsrichtern zählt, entscheiden auf Toplevel den Ausgang der Spiele und müssen dringend abgestellt werden. Das ist das Wichtigste, was die Mannschaft noch lernen muss.

„Mit Ballverlusten haben wir kein großes Problem“

Sind die vielen Ballverluste, die sich fast wie ein roter Faden durch die Saison ziehen, auch Unkonzentriertheiten zuzuschreiben?

Das kann man nur zum Teil so sagen. Man muss auch sehen, wie wir spielen. Unsere Mannschaft ist diejenige, die mit Abstand am meisten Assists verteilt. Natürlich hatten wir einige Spiele, bei denen wir den Ball unnötig oft verloren haben. Stichwort: Unkonzentriertheit.

Generell glaube ich aber, dass wir mit den Ballverlusten kein großes Problem haben. In der Liga liegen wir in dieser Kategorie im Mittelfeld, was für unsere Spielweise, bei der der Ball durch viele Hände geht, völlig in Ordnung ist.

„Man darf nach einem verlorenem Spiel nicht in Aktionismus verfallen.“

Nach dem Abgang von Alex Renfroe hieß es, dass man den Spielermarkt stetig beobachtet. Wird man dort nochmal aktiv werden?

Wir beobachten den Markt täglich, das ist ja unser Job. Vorraussetzung für eine weitere Verpflichtung ist aber ein Anzeichen unseres Trainerstabes. Sasa muss kommen und sagen: ‚Wir brauchen einen Spieler für diese Position‘. Erst dann schauen wir, ob oder wie man an den gesuchten Spieler herankommt. Sasa und ich stehen in täglichem Austausch, aber er ist jemand, der bei der Auswahl eines Spielers sehr sensibel ist.

Man darf nach einem verlorenem Spiel nicht in Aktionismus verfallen. Ein neuer Spieler muss ins System passen und eine Verstärkung darstellen. Das ist das eigentlich Problem. Es ist nicht schwer, einen Spieler zu holen. Umso schwerer ist es, den Spieler zu finden, der das System des Trainers mit tragen kann. Es gibt sehr interessante Möglichkeiten und da muss man dann sehen, ob die ein oder andere passende Lösung dabei ist.

Zählt Nicolas Laprovittola, der kürzlich in San Antonio gecuttet wurde, zu den interessanten Möglichkeiten?

Laprovittola ist ohne Zweifel ein sehr interessanter Spieler. Ich glaube aber, dass er trotz des Cuts in der NBA bleiben wird. Es ist ja nicht so, dass ein Spieler aus heiterem Himmel gecuttet wird. Da können schon eher Verhandlungen laufen, und außerdem steht man nach einem Cut erst einmal 48 Stunden auf der Waiver-List.

„Uns bleibt nur, die Hausaufgaben zu erledigen.“

Ich weiß nicht, was mit ihm passiert, aber meine Information ist, dass er in der Euroleague bleiben möchte, wenn er nach Europa zurückkommt. Auf jeden Fall ist Laprovittola ein Spieler, der sehr interessant ist. Ob er zu uns kommen will und ob er der entscheidende Spieler für uns sein wird, mal sehen.

Blicken wir etwas voraus. Die Euroleague hat ihr Format geändert, spielt als wirkliche Europa-Liga. Es gibt Überlegungen, den Wettbewerb auf 18 oder 20 Mannschaften aufzustocken.

Das ist alles sehr schwer zu beurteilen. Wenn man mal zwölf Monate zurückblickt: Seit Dezember 2015 sind auf sportpolitischer Ebene derart viele Sachen passiert. Beispielsweise sind wir bis drei Wochen vor Beginn des Eurocups davon ausgegangen, dass man in Sechser-Gruppen spielt. Letztlich waren es Fünfer-Gruppen.

Die Sachen können sich sehr schnell verändern, aber das können wir natürlich nicht beeinflussen. Daher bleibt uns nichts anderes, als unsere Hausaufgaben zu erledigen. Persönlich finde ich das neue Format sehr interessant. Um dabei sein zu können, ist es natürlich am einfachsten, den Eurocup zu gewinnen oder deutscher Meister zu werden. Abwarten, es ist noch alles offen.

Vielen Dank.

„Titel kommen zu 1000 Prozent“
4 (80%) 1 vote
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright 1998-2016 BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten. Für den Sport!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.