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„Rufschädigung des Basketballs“

12.04.2016 || 00:11 Uhr von:
Im zweiten Teil des Interviews spricht Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic über den Konflikt zwischen der Euroleague und der FIBA, den Standpunkt der BBL und den neuen Modus der Euroleague.

Primobolan ve deca basketball.de: Herr Pesic, unabhängig vom sportlichen Abschneiden in dieser Saison: In welchem europäischen Wettbewerb sieht man den FC Bayern Basketball in der nächsten Saison?

Marko Pesic: Auf diese schwierige Frage gibt es im Grunde zwei Antworten. Erstens: Natürlich wollen wir uns mit den Besten in Europa messen. Zweitens: Ich möchte mich an diesen ganzen Diskussionen nicht beteiligen, weil an diesem Machtkampf im Endeffekt nur der Basketball leidet.

Bei alldem, was derzeit über die Öffentlichkeit ausgetragen wird, leidet aber nicht nur der Basketball an sich, sondern auch die Spieler und die Fans leiden. Für mich persönlich ist es ein Desaster. Der eine droht dem anderen und umgekehrt. Ich würde diese ganze Sache fast als Rufschädigung am Basketball bezeichnen.

Wie ist derzeit der Standpunkt der Bundesliga?

Ich finde es großartig, dass die Vereine in der BBL eine Sprache sprechen. Dafür bekommen wir viel Lob. Ob die Entscheidung, wie es am Ende laufen wird, durch diese Einheit einfacher wird, bleibt abzuwarten.

Oberste Priorität hat, dass der nationale Wettbewerb geschützt wird. Egal vor welchen Interessen, die von außen an die Liga herangetragen werden. Irgendwann muss natürlich eine Entscheidung getroffen werden; eine Entscheidung, hinter der die Vereine stehen und die gleichzeitig der Liga nicht schadet.

„Oberste Priorität hat, dass der nationale Wettbewerb geschützt wird“

Die BBL wird sich geschlossen hinter eines der beiden Modelle stellen?

Das ist schwer zu sagen, denn man kann einem Verein nur schwer verbieten, in einem Wettbewerb anzutreten. Ob man jetzt geschlossen hinter der Euroleague oder geschlossen hinter der FIBA steht, hängt davon ab, was besser für die Bundesliga ist. Um das herauszufinden, braucht man so viele Informationen wie möglich. Die Ligaspitze um Stefan Holz und Alexander Reil ist gerade dabei, diese Informationen zu sammeln.

Sollte ein deutsches Team in der Euroleague antreten, wäre dann eine BBL mit 18 Mannschaften überhaupt zu stemmen? Zusätzlich zu 34 Spielen in der Liga stünden europäisch Minimum 30 Spiele auf dem Programm.

Naja, man muss bedenken, dass ALBA, Bamberg und wir in den letzten drei Jahren jeweils Top 16 in der Euroleague gespielt haben. Das sind auch 24 Partien zusätzlich zum normalen Pensum in der BBL. Im Endeffekt wären es nur sechs Spiele mehr.

Da kommt der Faktor Koordination ins Spiel, vielleicht müsste die BBL dann hier ein bisschen früher und weitsichtiger am Thema arbeiten.

Entscheidend ist aber, dass eine Mannschaft, die in der Euroleague aktiv ist, keinen Nachteil in der Bundesliga haben darf. Stichwort: Schutz des nationalen Wettbewerbs. Ein Beispiel: Nach einem Euroleague-Auswärtsspiel sollte kein BBL-Auswärtsspiel anstehen. Oder: Anstatt am Sonntag um 15 Uhr sollten die Mannschaften, die vielleicht am Freitag noch in Moskau waren, am Sonntag erst am frühen Abend spielen müssen. Wenn man diese Dinge anspricht und einen Konsens unter allen Beteiligten findet, könnte man bestimmt eine Lösung finden.

Der neue Modus der Euroleague mit 16 Teams, die in Hin- und Rückrunde gegeneinander spielen, ist eher wenig attraktiv. Vor allem, wenn man zu Beginn viele Spiele verliert.

Klar, wenn ich zehn der ersten zwölf Spiele verliere, ist der Wettbewerb praktisch schon vorbei. Um ehrlich zu sein, bin ich kein großer Fan von diesem neuen Modell mit nur 16 Mannschaften.

Ich finde den aktuellen Modus mit 24 Teams eigentlich angemessen. Vielleicht sollte man die Anzahl der Spiele in Vorrunde und Top 16 tauschen, um allen Teams in der Vorrunde mehr Spiele zu gewähren. Aber es hilft nichts: Die Euroleague hat die Entscheidung getroffen, nächste Saison nur noch mit 16 Mannschaften spielen zu wollen. Daran wird sich auch nichts mehr ändern.

„Der deutsche Markt ist für Euroleague und FIBA nicht uninteressant“

Durch die Vergabe von A-Lizenzen ist eine sportliche Qualifikation für die Euroleague auch nur sehr schwer möglich.

Klar. Wie gesagt, mir wäre ein Modus mit 24 Teams deutlich lieber. Vor allem die Fans leiden unter der Situation, wenn nicht klar ist, welche Mannschaften sich nach welchen Kriterien für einen Wettbewerb qualifizieren können.

Dieses Argument liefert ja die FIBA Champions League. Wobei es nicht einfach ist, einen passenden Qualifikationsmodus zu finden. Vor allem die größeren Vereine möchten wissen, gegen wen sie antreten müssen.

Es ist mittlerweile schon April und Klarheit für den deutschen Basketball scheint noch nicht in Sicht.

Leider. Man muss weiter abwarten. Unsere Liga wird auch weiterhin einen guten Job machen, und ich denke, dass sich sowohl bei Euroleague als auch bei der FIBA noch etwas tun wird. Der deutsche Markt ist für beide Seiten nicht uninteressant.

Vielen Dank für das Gespräch.

Der erste Teil des Interviews über Situation beim FC Bayern Basketball, die Trainersuche und einen deutschen Pass für Bryce Taylor.

„Rufschädigung des Basketballs“
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