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Man sieht sich immer fünfmal im Leben

19.05.2014 || 01:14 Uhr von: ,
Toney Gaffney Telekom Baskets Bonn Oldenburg
Diese Serie sollte nie zu Ende gehen. Die Fans im Telekom Dome kamen mal wieder in den Genuss eines hochdramatischen Basketballspiels, als die Telekom Baskets Bonn im vierten Spiel der Playoffserie gegen die EWE Baskets ...

Diese Serie sollte nie zu Ende gehen. Die Fans im Telekom Dome kamen mal wieder in den Genuss eines hochdramatischen Basketballspiels, als die Telekom Baskets Bonn im vierten Spiel der Playoffserie gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 72:71 nach Verlängerung siegten und das entscheidende fünfte Spiel erzwangen. Lenawiemer (Telekom Baskets Bonn) und Teamplayol (EWE Baskets Oldenburg) mit dem Doppel-Blog.


Mit Kribbeln im Bauch sahen 6000 Fans im Telekom Dome dem Anpfiff der Partie entgegen, um im ersten Viertel eine dominierende Oldenburger Mannschaft zu erleben. Die Niedersachsen schafften es, Play um Play ihre große Garde in der Zone anzuspielen und die Bonner mit ihrer starken Defense vor Probleme zu stellen. Ein Rückstand von 11 Punkten musste Bonn zum Beginn des zweiten Viertels aufholen – und tat dies auch. Das Team fand besser ins Spiel, vorne fielen die Würfe, hinten wurden die Lücken für Oldenburg dicht gemacht. Wie so oft in dieser Serie bewiesen die Bonner Spieler ihre Kämpfernatur und glichen zum Pausenpfiff auf 39:39 aus.

In der zweiten Halbzeit begannen beide Teams verhalten, die Punkteausbeute nach dem dritten Viertel betrug nur 10 Punkte für Bonn und fünf für die Gäste. Der letzte Spielabschnitt war nichts für schwache Nerven – aber daran sollten wir uns langsam alle gewöhnt haben. Keine der beiden Mannschaften konnte sich absetzen, geschweige denn den Sack zu machen. Bonn blieb immer ein oder zwei Punkte in Führung, doch Oldenburg ließ nicht nach und als – nach einem wahnsinnigen Alley-Oop von Ryan Brooks in den Schlussminuten – Rickey Paulding auf 63:63 ausglich, kam es wie es kommen musste: Verlängerung!

Geno Lawrence eröffnete per Dreier, doch 21 Sekunden vor Schluss sollte es abermals Paulding vorbehalten sein seine Farben in Führung zu tragen. 70:71. Auszeit. Ballbesitz Bonn. Was passiert? Welches System wird gelaufen? Coach Fischer entscheidet sich dafür auf seinen Point Guard David McCray zu setzen, der – wie aus dem Bilderbuch – einen Backdoor-Cut läuft und den einfachen Korbleger trifft. Auf der anderen Seite kann Chris Kramer nicht mehr punkten – 72:71. Aus. Das gleiche Endergebnis wie in Oldenburg am Donnerstag – bloß ein anderer Gewinner.

Schlüssel zum Sieg für die Telekom Baskets Bonn

  1. Irgendwo in Bonn muss ein blutverschmierter Altar zu finden sein, denn meine im letzten Nachbericht geforderte Opfergabe für eine bessere Dreierquote der Bonner ist von den Basketballgöttern erhört worden. Die Jungs trafen 32% von draußen und damit mehr als doppelt so viele Dreier wie am Donnerstag (16%). Die Oldenburger Defense, die sich sicherlich mehr auf das Inside Game von Jamel McLean und Co. eingestellt hatte, konnte so glücklicherweise gut umgangen werden.
  2. Spiel 4 bot eine Bühne für die Bonner Stars. In der Defense agierte die Mannschaft wie gewohnt als Einheit, fast unzertrennlich, immer wieder zur Besprechung ins Huddle zurückkehrend. Doch offensiv waren es die Sternstunden von Eugene Lawrence (17 Punkte, 4 Dreier) und Tony Gaffney (15 Punkte, 12 Rebounds), der im Duell mit Nemanja Aleksandrov immer wieder zu beeindrucken wusste.
  3. Weitere 15 Rebounds steuerte Jamel McLean dazu. Insgesamt kam das Team auf 44 gesammelte Abpraller. Oldenburg gestaltete das Duell mit 43 Rebounds auf Augenhöhe, doch würde ich behaupten, dass die Momente, in denen ein Bonner Spieler die Arme lang genug streckte, vielleicht in drei, vier Situationen für den Spielverlauf ausschlaggebender waren. Das berühmte Momentum.
  4. Was unterstrichen werden muss: Bonn hat über den Kampf ins Spiel gefunden. Weder offensiv noch defensiv lief es zu Beginn ganz rund für die Rheinländer und erst Auszeiten von Coach Fischer und die kurze Viertelpause, brachten die (mentale) Wende. Dann hieß es auf die Zähne beißen und sich herankämpfen. Alles auf dem Feld lassen. Und das taten sie.

Was muss Bonn auch im nächsten Spiel genauso machen?

Eine ähnlich gute Dreierquote wäre natürlich sehr wünschenswert und würde Bonn eine zusätzliche offensive Waffe bieten, die Oldenburg erstmal kontrollieren müsste. Aber ob die Jungs nun am Mittwoch das Wurfglück haben oder nicht, kann man schlecht beeinflussen.

Was beeinflussbar ist, ist die Einstellung, mit der Bonn am Mittwoch aufs Oldenburger Parkett treten wird. Hellwach, konzentriert und bis in die Zehenspitzen motiviert, bitte! Aber das dürfte doch wohl kein Problem sein? Außerdem sollte unser Frontcourt genau so weiter machen, wenn es um die Rebounds geht. Immer schön hochspringen und Finger strecken.

Gründe für die Niederlage der EWE Baskets Oldenburg

In dieser Serie machen nur noch Kleinigkeiten den Unterschied aus. So gesehen auch im vierten Spiel. Am Ende entscheid wieder ein einziger Ballbesitz über Sieg oder Niederlage. Nachdem Oldenburg am vergangenen Donnerstag die Nase knapp vorne hatte, waren es heute dann wieder die Bonner.

Man könnte jetzt bemängeln, dass man das gute offensive Konzept aus dem ersten Viertel in den folgenden Abschnitten nicht mehr aufrechterhalten konnte. Doch gibt es dafür einen offensichtlichen Grund: Die Bonner Defense. Überhaupt ist diese Serie eine echte Verteidigungsschlacht. Bestes Beispiel ist wohl das dritte Viertel des vierten Spiels, welches 10:5 für Bonn endete.

Was macht Mut? Was muss aus Oldenburger Sicht besser werden?

Das Oldenburger Team hat die Eigenarten dieser Serie inzwischen angenommen. Genauso wie das Bonner Team, kämpft es, zeigt große Moral und verteidigt mit Leidenschaft. Beide Lager müssen dabei in der Offensive ihren Tribut für diese Intensität zahlen.

Mut macht, dass Oldenburg kein Spiel der Serie deutlich verloren hat. Auch im vierten Spiel war man ganz nah dran am Erfolgserlebnis. Außerdem haben sich im Laufe der Serie immer wieder einige Spieler freispielen können. In der Anfangsphase glänzte heute bspw. Joyce als Spielmacher mit tollen Anspielen und gutem Pick and Roll Spiel. Aleksandrov konnte zudem mit seinen 14 Punkten auch mal ein deutliches offensives Zeichen setzen.

Und nicht zuletzt haben die Spieler im alles entscheidenden fünften Spiel auch ihre Fans wieder im Rücken. Bislang präsentierten sich beide Teams äußerst heimstark. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Heimvorteil diese Serie letztendlich auch entscheiden wird. Allen Oldenburger Fans sei also gesagt: Besorgt euch Tickets, nehmt Freunde mit und macht die Arena laut und gelb! Bonn ist ein äußerst hartnäckiger Gegner, den wir gemeinsam besiegen müssen. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen aufopferungsvoll gekämpft. Lasst es uns ihr gleichtun!

Man of the Match

Der Man of the Match ist aus Bonner Sicht Tony Gaffney (mit bereits erwähntem Double-Double). Jede Sekunde, die er auf dem Feld stand, war er Sinnbild für das gesamte Team. Bereit alles zu geben und bis zur letzten Sekunde zu kämpfen. Was er auch eindrucksvoll tat und damit das Highlight des Spiels lieferte: Es steht 63:61. Chris Kramer rast wie gewohnt im Affenzahn zum Korb und will zum einfachen Leger hochsteigen. Nicht mit Tony! Der Bonner Power Forward steigt per Aufzug in die Luft und pfeffert das Ding mit Schmackes zur Seite. MONSTERBLOCK!

Wie geht es in der Serie weiter?

Mittwoch. Spiel 5. Diesmal endgültig: Do or Die. Der Gewinner zieht ins Halbfinale, der Verlierer muss in die Sommerpause. Oldenburg hat Heimvorteil und deshalb vielleicht einen Hauch bessere Chancen. Aber jeder der diese Serie verfolgt, weiß, dass zwischen Bonn und Oldenburg so ziemlich alles möglich ist. Auf eins ist Verlass: Es wird dramatisch! Wer will das schon verpassen?

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19. Mai 2014 um 9:24 Uhr

Bitte korrigieren: Sie haben bei Gaffney´s Block eben NICHT auf Goaltending entschieden! Sonst wäre es ja nicht zu Pauldings einfachen Punkten nach dem Einwurf gekommen und wir hätten noch 3 Sekunden Zeit gehabt für einen letzten Angriff nach Gleichstand….

    lenawiemer
    lenawiemer 19. Mai 2014 um 9:41 Uhr

    Ich korrigiere, danke für den Hinweis! 🙂

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