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Löwen schlagen Tübingen nach starkem Schlussspurt

14.12.2015 || 15:33 Uhr von:
Dank des erneut überragenden BBL-Topscorers Keaton Grant holten die Basketball Löwen Braunschweig gegen Tübingen den 5. Heimsieg in Serie.

Das Spiel im Schnelldurchlauf

Den besseren Start in die Partie erwischten die Gäste, die durch ein And-One von Bogdan Radosavljevic und einen Dreier von Jared Jordan schnell mit 6:0 in Führung gingen. Die Braunschweiger dagegen wirkten fahrig und liefen nach einigen unglücklichen Aktionen schnell einem deutlichen Rückstand hinterher. Unterm Korb entwickelte sich zwischenzeitlich ein sehenswertes Duell zwischen den großgewachsenen Centern Kenny Frease und Bogdan Radosavljevic – zunächst mit dem besseren Ende für den Tübinger. Besonders erfolgreich waren die Gäste allerdings von der Dreierlinie: 4 von 7 Versuchen fielen im ersten Spielabschnitt. In die Viertelpause ging es schließlich beim Stand von 11:19.

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Zu Beginn des zweiten Viertels fielen auch bei den Gastgebern endlich die Distanzwürfe, nachdem man im ersten Viertel aus dem Drei-Punkte-Bereich komplett leer ausgegangen war (0/5). Youngster Sid-Marlon Theis und Forward Keaton Grant zwangen Gäste-Coach Igor Perovic nach eineinhalb Minuten zur ersten Auszeit. Die Löwen agierten in der Folge zwar präsenter als in den ersten 10 Minuten und konnten nach weiteren erfolgreichen Dreiern sogar in Führung gehen (26:25, 14. Minute). Im weiteren Verlauf verloren sie aber immer häufiger den Ball und gaben den Tübingern, immerhin viertbestes Offensivteam der Liga, so beste Gelegenheiten die Führung auszubauen. Den Gastgebern gelang es aufgrund eigener Unkonzentriertheiten und zehn Ballverlusten in Hälfte Eins nicht, das Spiel dauerhaft ausgeglichen zu gestalten – in die Kabine ging es darum mit einer verdienten Führung für die Tübinger (38:44).

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich am Spielverlauf zunächst wenig. Die Tübinger profitierten weiterhin von Braunschweiger Ballverlusten (5 im dritten Viertel, 3 davon durch Keaton Grant) und hatten mit ihren offensivstarken Spielern wenig Mühe, den Vorsprung zu halten. Nach erfolgreichen Dreiern von Buford und Green zogen die Gäste zum ersten Mal deutlich zweistellig davon und düpierten die Defense der Löwen. Erst zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels gelang es den Gastgebern, den Rückstnad durch mehrere Zähler von Amin Stevens wieder in den einstelligen Bereich zu drücken.

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Zu Beginn des letzten Spielabschnitts punkteten die Löwen zwar selbst wieder stärker, konnten die Tigers in der Defense aber kaum stoppen. In der Mitte des vierten Viertels sprach fast alles für einen Auswärtssieg und das Ende der Braunschweiger Heimserie, doch Löwen-Coach Lars Masell, der den erkrankten Raoul Korner vertrat, hatte noch Asse im Ärmel: Needham, Frease und Nash kamen erst nach etwa 5 Minuten im vierten Viertel wieder aufs Parkett und rissen das Ruder an sich. Sie zwangen die Gäste im Schlussviertel zu 8 (!) Ballverlusten, durch 4 Punkte von Tyrone Nash und einen anschließenden Fast Break-Dreier von Keaton Grant gingen die Braunschweiger in der 37. Minute erstmals seit dem zweiten Viertel in Führung (77:76). In den letzten Minuten war neben BBL-Topscorer Keaton Grant dann vor allem Lucas Gertz der umjubelte Mann in der euphorisierten VW-Halle: Zunächst verwandelte er bei noch 37 Sekunden auf der Uhr den Tip-In zum vorentscheidenden 81:76, im Anschluss klaute er Garlon Green den Ball. Als Tübingen ihn im Anschluss foulte und er an die Linie trat, spielte sich zum Abschluss der Partie die vielleicht erstaunlichste Szene der BBL-Saison ab: Green flog zum Rebound ein und stopfte den Ball – absichtlich oder nicht – zum 83:79-Endstand in den eigenen Korb.

Die Löwen in der Einzelkritik

Guards

20151213_290X350_Derek_Needham_BraunschweigPoint Guard Derek Needham war gegen die Tübinger weniger dominant als in anderen Partien, hatte mit der Verteidigung von Assist-Monster Jared Jordan (10 Punkte, 8 Assists) aber auch alle Hände voll zu tun. Needham kam am Ende auf 16 Punkte, 5 Assists und 4 Rebounds und war als umsichtiger Regisseur am Ende mitentscheidend für die Aufholjagd im Schlussviertel.

Löwen-Kapitän Nico Simon war offensiv wie zuletzt kein Faktor und blieb gegen Tübingen sogar ganz ohne Punkt, nachdem er im ersten Viertel zwei gute Dreier-Versuche nicht verwandeln konnte. Am Ende stand Simon nur rund 14 Minuten auf dem Parkett, weil die Kollegen Grant und Gertz eine starke Partie zeigten. Backup-Point Guard Martin Bogdanov zeigte einmal mehr gute Ansätze, hatte gegen die gute Tübinger Verteidigung aber mehrfach Probleme, seine Kollegen ins Setplay zu bekommen. Rund 12 Minuten Einsatzzeit zeigen aber, dass die Coaches der Löwen ihm das Vertrauen auch in Zukunft schenken werden.

Auf der Position Zwei startete Lucas Gertz, weil US-Rookie Josh Gasser mit einer hartnäckigen und unangenehmen Bauchmuskelentzündung weiter ausfällt. Wie lang Gasser fehlt, ist aktuell offen – Wurfbewegungen sind für ihn derzeit nicht möglich. Doch Gertz gelang es, von der Situation zu profitieren: Insgesamt sieben (!) neue Karrierebestwerte stellte der 25-Jährige Braunschweiger gegen Tübingen auf, darunter Spielzeit (knapp 28 Minuten), Assists (7), Rebounds (4) und Steals (4). Obwohl der ehemalige Braunschweiger Nachwuchsspieler in der Offense oft noch zu zaghaft und unsicher auftritt, hatte er am Ende einen großen Anteil am 5. Heimsieg in Serie.

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Forwards

Liga-Topscorer Keaton Grant zeigte sich im Interview nach dem Spiel enttäuscht über die ausgebliebene ALLSTAR Day-Nominierung, gab die Antwort darauf aber einmal mehr auf dem Parkett: Der 29-Jährige stand fast 35 Minuten auf dem Feld und legte 21 Punkte (53%, 4/7 Dreier) und 6 Rebounds auf, verlor allerdings auch sechsmal den Ball. Sein Dreier im Fast Break zum 77:76 war wie gegen Gießen die Vorentscheidung und brachte die Löwen auf die Siegerstraße.

Fast 35 Minuten Spielzeit für Keaton Grant bedeuteten zwangsläufig wenig Einsatzzeit für Cornelius Adler. Der gebürtige Braunschweiger kommt in dieser Saison weiter nicht in Tritt, vergab seinen einzigen Wurfversuch und kam lediglich auf rund 3 Minuten Spielzeit.

Power Forward Tyrone Nash zeigte unterdessen erneut eine ganz starke Leistung. Er agierte wie in den letzten Spielen weniger auffällig als Keaton Grant, war nach der 26-Punkte-Gala gegen den MBC aber wieder einer der besten Löwen. In nicht einmal 22 Minuten Spielzeit kam Nash auf 16 Punkte und 7 Rebounds, neben Grant und Gertz war er der entscheidende Akteur im Schlussviertel.

Auch Youngster Sid-Marlon Theis bestätigte seine aufsteigende Form und spielt immer mutiger auf. Gegen die Tigers stand er rund 18 Minuten auf dem Feld und sammelte 8 Punkte, 2 Rebounds und 2 Assists. Theis legt seine Zurückhaltung immer mehr ab – nach Startschwierigkeiten zu Saisonbeginn verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass der 22-Jährige im Sommer hart an sich gearbeitet hat.

Center

20151213_290X350_Kenny_Frease_BraunschweigWühlbüffel Kenny Frease profitierte wenig davon, dass bei den Löwen die kleineren Keaton Grant, Tyrone Nash und Derek Needham erneut die stärksten Scorer waren – viele Anspiele bekam der 130 Kilo schwere Center nicht; mit 7 Punkten, 5 Rebounds und 3 Assists lieferte Frease aber erneut eine gute Gesamtleistung ab. In der Defensive hatte der 26-Jährige gegen die ehemaligen Kollegen vor allem mit Bogdan Radosavljevic (13 Punkte, 5 Rebounds) eine Menge zu tun.

Sein Backup Amin Stevens agierte wie zuletzt unauffällig und vergab mehrfach gute Gelegenheiten unterm Korb. Am Ende standen neben mageren 6 Zählern immerhin 7 Rebounds (3 offensiv) in 15 Minuten Spielzeit für ihn auf dem Statistikbogen.

Zahlen, bitte!

Über drei Viertel schafften es die Tübinger, auf den Ball aufzupassen – nach 30 Minuten Spielzeit standen 10 Ballverluste zu Buche, bei den Löwen waren es deutlich mehr. Im letzten Viertel schalteten die Braunschweiger allerdings endlich einen Gang hoch und konnten die Gäste zu 8 Turnovers in den letzten 10 Minuten zwingen.

MVP

Die MVP-Wahl ist bei den Löwen schon seit Wochen eigentlich gar keine. Denn Keaton Grant zeigte sich einmal mehr in Bestform: Seinen Punkteschnitt konnte er mit 21 Zählern noch steigern, mit dem Dreier im Fast Break leitete er wie schon gegen Gießen die Wende ein. Warum Grant in der aktuellen Form keine ALLSTAR Day-Einladung verdient hat, weiß vermutlich nur Andrea Trinchieri.

So geht’s bei den Löwen weiter

Nach dem fünften Heimsieg in Serie stehen die Löwen mit einer Bilanz von 7-5 hervorragend da. Bevor einen Tag vor Heiligabend die Bayern zum nächsten Heimspiel in die VW-Halle kommen, steht das Auswärtsspiel bei den krisengebeutelten Bonnern auf dem Spielplan. Nachdem sich die Löwen gegen favorisierte Teams bisher zwar gut schlugen, aber weder Bamberg noch Ludwigsburg, Berlin oder Oldenburg schlagen konnten, könnte ein Sieg in Bonn helfen, den 8. Tabellenplatz zu festigen.

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