BASKETBALL.DE ist Partner von Sportforen.de. Ehemalige Nutzer von crossover-online.de und Nutzer von sportforen.de können sich auch auf BASKETBALL.DE mit ihren bestehenden Login-Daten anmelden.
Anmelden oder registrieren

Löwen geben Heimsieg aus der Hand

31.12.2015 || 14:42 Uhr von:
20151230_600x400_Frease_Braunschweig
Bittere Pleite für die Braunschweiger Basketballer: Rund 3.900 Zuschauer sahen am Mittwochabend, wie die Pokalteilnahme in weite Ferne rückte.

Das Spiel im Schnelldurchlauf

In einem offensiv geprägten ersten Viertel starten beide Teams mit offenem Visier in die Partie: Am Ende der ersten zehn Minuten stand es bereits 21:21, nachdem beide Teams hochprozentig trafen oder – wie die Ulmer – nach vergebenen Möglichkeiten mit viel Energie am offensiven Brett agierten. Auf Braunschweiger Seite war Nico Simon in der Offense früh dominant, bei den Gästen glänzten vor allem Nationalspieler Per Günther und der eingewechselte Center Philipp Neumann.

Im zweiten Spielabschnitt gelang es den Löwen, sich nach wenigen Minuten einen Acht-Punkte-Vorsprung herauszuspielen, weil Lucas Gertz und Amin Stevens einmal mehr sehenswert harmonierten. Nach mehreren erfolgreichen Abschlüssen des Amerikaners griff dann aber sein Gegenüber Raymar Morgan wieder zu: Aus einem 29:21 wurde binnen zwei Minuten ein 30:32, an dem vor allem Morgan und Braun großen Anteil hatten. Gegen Ende des Viertels war es schließlich der bis dahin unauffällige Top-Scorer Keaton Grant, der seine Farben mit einer Vier-Punkte-Führung in die Halbzeitpause schickte (46:42).

Zu Beginn der zweiten Hälfte glänzten die Gastgeber vor allem mit einer richtig starken Verteidigung. Nach zweieinhalb gespielten Minuten lagen die Löwen mit acht Punkten in Front (53:45), doch im Anschluss verlor die Mannschaft von Raoul Korner vorentscheidend den Faden. Fast vier Minuten dauerte es, bis die Braunschweiger durch Nico Simon wieder trafen – in der Zwischenzeit hatten die aus der Distanz herausragend treffenden Ulmer den Acht-Punkte-Rückstand in eine Zwei-Punkte-Führung verwandelt. Bis zum Ende des dritten Viertels wuchs der Vorsprung gar auf acht Punkte, die Gastgeber gaben den Spielabschnitt mit einem enttäuschenden 12:24 ab.

In der ersten Hälfte des Schlussviertels fiel auf beiden Seiten schließlich fast kein Wurf mehr – Mitte des vierten Viertels hatten beide Teams zusammen lediglich zehn Punkte erzielt. Die Löwen hatten beste Gelegenheiten, den Rückstand zu reduzieren und das Spiel wieder enger zu gestalten, ließen aber selbst freieste Würfe liegen. Die Folge: Die Ulmer fanden genau dann ins Spiel zurück, als sie mussten. Vor allem die starken Chris Babb, Raymar Morgan und Da’Sean Butler hatten auf alle Braunschweiger Treffer eine Antwort und brachten die Partie letztlich routiniert nach Hause.

Die Löwen in der Einzelkritik

Guards

Point Guard und Vize-Kapitän Derek Needham war vor allem in der zweiten Halbzeit sichtbar bemüht, das Spiel zu übernehmen, blieb aber über weite Strecken glücklos. Während immerhin die Hälfte seiner zehn Zweipunktversuche saßen, traf Needham lediglich einen von zehn Distanzwürfen. Er suchte den Abschluss, als die Gastgeber im Schlussviertel den letzten Strohhalm greifen wollten, aber traf nicht. Zusätzlich mit nur zwei Assists, zwei Rebounds und zwei Steals bei ebenso vielen Ballverlusten.

Needhams Back-Up Martin Bogdanov machte unterdessen unangenehme Erfahrungen mit der giftigen Ulmer Verteidigung. In neun Minuten Spielzeit verteilte er immerhin genauso viele Assists wie Needham, der dafür über 30 Minuten benötigte, verlor aber auch viermal den Ball und wirkte beim Spielaufbau ebenso überfordert wie beim Zug zum Korb.

Kapitän Nico Simon, der im großen basketball.de-Exklusivinterview noch die Pokalqualifikation als Saisonziel ausrief, zeigte eine durchwachsene Partie. Mit 13 Punkten, perfekter Quote aus der Distanz (3/3) und vier Assists zeigte er zwar seine zweitbeste Offensivleistung der Saison, verlor mit fünf Turnover in knapp 29 Minuten aber auch mehr als dreimal so oft den Ball als sonst.

20151230_600x300_Lucas_Gertz_Braunschweig

Weil Josh Gasser bis auf Weiteres ausfällt, durfte Lucas Gertz erneut lang ran (rund 18 Minuten). Der Braunschweiger suchte wie gewohnt wenig den eigenen Abschluss (kein einziger Feldwurf), verteilte aber starke sechs Assists – in den letzten Wochen legt nur Point Guard Derek Needham mehr Zähler auf. Außerdem bemerkenswert: Neben Amin Stevens war Gertz der einzige Braunschweiger ohne Ballverlust.

Forwards

Liga-Top-Scorer Keaton Grant schrammte nur knapp an seiner zweiten Partie der Saison mit einstelliger Punkteausbeute vorbei. Am Ende standen elf Zähler und drei Rebounds für ihn zu Buche – die Ulmer verstanden es wie schon die Bayern, den 29-Jährigen offensiv über mehr als 32 Minuten aus dem Spiel zu nehmen. Insgesamt neun Feldwurfversuche sind ganze vier weniger als im Saisonschnitt.

Power Forward Tyrone Nash blieb offensiv ebenso blass und kam lediglich auf fünf Punkte bei ganzen zwei Feldwurfversuchen. Anders als Kollege Kenny Frease holte sich Nash zwar immerhin passable fünf Rebounds, war aber im Wesentlichen in der Defensive beschäftigt.

Youngster Sid-Marlon Theis stand gegen Ulm weniger als neun Minuten auf dem Parkett, erzielte aber immerhin vier Zähler und zeigte viel Courage gegen die Ulmer Athleten unter dem eigenen Korb.

Center

Starting Center Kenny Frease machte insgesamt zu wenig aus seiner körperlichen Überlegenheit gegen die Ulmer Big Men. Er traf zwar perfekt aus dem Feld (5/5), vergab allerdings drei seiner fünf Freiwürfe und kam lediglich auf schwache zwei Rebounds. In nur rund 15 Minuten Spielzeit nahm er sich mit unnötigen Fouls mehrfach selbst aus dem Spiel.

Besser machte es sein Kollege Amin Stevens, der seine Ulmer Gegenüber zwar ebenso wenig stoppen konnte, aber mit 16 Punkten, sieben Rebounds und vier Steals zumindest in der Offensive überzeugte.

Zahlen, bitte!

Mit 16 Rebounds weniger als die Gäste aus Ulm machten sich die Löwen erneut selbst das Leben schwer. Schon gegen den FC Bayern (-9) und in Göttingen (-17) waren die Braunschweiger im Rebound-Duell deutlich unterlegen – und diesmal war es spielentscheidend. Die Ulmer, die ohnehin eines der reboundstärksten Teams der Liga sind, kamen dank insgesamt 14 Offensiv-Rebounds zu etlichen zweiten Chancen und nahmen den Gastgebern so wichtige Fastbreak-Chancen.

MVP

20151230_600x300_Stevens_Braunschweig

Wenn es in den Braunschweiger Reihen nach diesem durchwachsenen Auftritt jemand verdient hat, MVP genannt zu werden, dann Amin Stevens. Der US-Amerikaner erzielte zum dritten Mal in Folge eine zweistellige Punktzahl (15,3 im Schnitt, 16 gegen Ulm) und legte zusätzlich sieben Rebounds  (5,7 im Schnitt in den letzten drei Partien) und vier Steals auf – zumindest offensiv insgesamt also eine gute Gesamtleistung. Für den nur zwei Meter großen Stevens könnten die letzten Wochen die Initialzündung gewesen sein, auf die Fans und Verantwortliche lange warteten.

So geht’s bei den Löwen weiter

Bevor die Braunschweiger um Liga-Top-Scorer Keaton Grant den ALLSTAR Day von der Couch beobachten und sich erholen können, steht eine weitere Auswärtsfahrt an: Am 3. Januar wartet mit Phoenix Hagen das drittstärkste Offensivteam der Liga auf die Löwen. In den Griff kriegen muss das Team von Raoul Korner bis dahin zwingend den Rebound und die Freiwurfschwäche, sonst könnten sich die Teams in den Playoff-Rängen zum Ende der Hinrunde schon deutlich absetzen.

Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright 1998-2016 BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten. Für den Sport!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.