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Licht und Schatten bei Baskets-Saisonauftakt

03.10.2014 || 15:49 Uhr von:
Kerron Johnson 1
Die Telekom Baskets Bonn verlieren ihren Saisonauftakt in Ludwigsburg mit 88 zu 81 und zeigen dabei eine durchwachsene Leistung. Premiere vergeigt, also wird der zweite Auftritt ein Erfolg! So oder so ähnlich lautete...

Die Telekom Baskets Bonn verlieren ihren Saisonauftakt in Ludwigsburg mit 88 zu 81 und zeigen dabei eine durchwachsene Leistung.

Premiere vergeigt, also wird der zweite Auftritt ein Erfolg! So oder so ähnlich lautete doch diese Theaterweisheit, oder?!

Es wurde im Vorfeld so viel über die Variabilität der Bonner-Offensive gesprochen, dass schnell in Vergessenheit geraten konnte, dass die Baskets früher oder später auch verteidigen müssten. Dieser Eindruck kam auch während des Spiels auf, als Kerron Johnson die Bonner Defense zu Pylonen degradierte. War das noch der Korbleger-Kreisel im Warm-Up oder schon das erste Viertel? 14 Punkte, darunter vier einfache Korbleger nach zehn gespielten Minuten, notierten die Scouts hinter den Namen des quirligen Guards. Die Baskets hingegen hatten Johnson weiterhin nicht auf dem Zettel. So durften sich Lawrence, McConnell und auch Benas Veikalas der Reihe nach die Zähne am Ludwigsburger Point Guard ausbeißen. Dachte man noch vor der Saison, dass die Verteidigung und pure Athletik auf den großen Positionen fehlte, wurde hier deutlich, dass es die Baskets-Guards waren, welche auch nicht nur ansatzweise mit der Geschwindigkeit ihres Kontrahenten mithalten konnten. Den Centern Mädrich und Vroblicky trifft hier wenig Schuld, sind sie doch nur die letzte Bastion gegen anstürmende Guards.

Apropos Center (1): Das große Fragezeichen der Pre-Season wurde nach dem ersten Spiel nicht unbedingt kleiner. Der noch immer verletzte Tadas Klimavicius musste Dirk Mädrich in der Starting-Five weichen. Mädrich kam nach seiner starken Saison in Vechta mit vielen Vorschusslorbeeren nach Bonn, konnte diese aber in keinster Weise bestätigen. Mädrich erwischte einen rabenschwarzen Tag, kam gegen die Athletik des Ex-Bonners Patrick Flomo nicht an und leistete sich auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ein technisches Foul. Dass dieses vollkommen unnötig war und von Mädrich nahezu erzwungen, konnten die Zuschauer wunderbar am Bildschirm verfolgen. So ließ er sich wohl zu ein paar netten Worten an Schiedsrichter Boris Schmidt hinreißen, obwohl der keine zwei Meter von ihm entfernt stand. Obwohl Coach Fischer ihm direkt signalisierte still zu sein. Ein Bärendienst.

Apropos Center (2): Vor zwei Wochen konnte ich Mathias Fischer nach dem Training fragen, ob Tony Vroblicky auch zukünftig eine Option für die Bonner Center-Rotation sei. Das sei zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar und viel zu früh, um darüber nachzudenken, so Fischer. Überhaupt sei er aufgrund seiner Verpflichtung für die Regionalliga nur fünf Mal einsetzbar. Und zack – da waren’s nur noch vier. Mädrich in Foultrouble und keine Gefahr in der Zone ließen Fischer keine andere Wahl, als den Amerikaner mit litauischem Pass ins kalte Wasser zu werfen. Und siehe da: Vroblicky kann schwimmen – sehr gut sogar (Watch out, Michael Phelps)! Tony zeigte sich beweglicher als Mädrich und zeichnete sich vor allem im Pick & Roll als gedankenschnell und entschlossen aus. Nicht nur Kommentator Stefan Koch rieb sich ein ums andere Mal verwundert die Augen, als Vroblicky wie selbstverständlich Korbleger, Dunkings und einhändige Freiwürfe einnetzte. Auch Sport-Manager Michael Wichterich gestand im Halbzeit-Interview, dass dies für ihn in der Art überraschend sei. Am Ende konnte der Rookie für sich starke zwölf Zähler und sechs Rebounds in gut 13 Minuten Spielzeit verbuchen. Im Vergleich: All-Star Mädrich kam in gleicher Spielzeit auf zwei Punkte und einen Rebound.

Gute Quoten: Die Baskets besannen sich auf ihre Qualitäten von außen: 45 % Dreierquote bei 22 Versuchen. Die Würfe waren gut herausgespielt und meistens durch Drive & Kick (also Zug-zum-Korb & Pass-nach-Außen) vorbereitet. Geno Lawrence zeigte einmal mehr, dass er ähnlich wie sein Vorgänger sein Team besser machen kann und verteilte starke zehn Assists.

Schlechte Quoten: Leider wurde dabei von der gesamten Bonner Guard-Riege vergessen, auch ab und zu den Korb zu attackieren und somit mehr Druck auf die Ludwigsburger-Defense aufzubauen. So kamen Brooks, Veikalas, McConnell, Mangold und Lawrence zusammen nur auf magere vier Freiwürfchen.

Brooks gonna Brooks: In den Testspielen agierte der High-Flyer noch merklich passiv. Die Dominanz von einem der besten 1-gegen-1 Spieler der Liga blitzte nur selten auf. Doch Sorgen, der Topscorer der Baskets könnte über die Sommermonate Basketball verlernt haben, pustete Brooks in den Wind. Wie auch letzte Saison nahm er in den kritischen Phasen das Heft in die Hand und war von Ludwigsburg kaum zu stoppen. Leider fand der 26-Jährige erst zu spät seinen Rhythmus und konnte die drohende Niederlage nicht mehr verhindern.

In Bonn angekommen ist definitiv Angelo Caloiaro. Das Talent sowohl bei Gegenspielern als auch Kommentatoren für Angst und Schrecken zu sorgen, stellte er wieder einmal unter Beweis. Bei ersteren aufgrund seines variablen Spiels, letzteres aufgrund der variablen Aussprache seines Namens. Stefan Koch hatte seine liebe Mühe mit dem italienischen Nachnamen, der aber laut Verein englisch ausgesprochen werden soll. Irgendwann einigte er sich auf etwas, dass nach einer Mischung aus Kalorien und Kairo klang – „Kaloeiro“. Am Ende des Tages war er mit 18 Punkten, drei Rebounds, drei Steals und einem Assist wieder einmal effektivster Bonner.

Replay-Gate: Für den ersten Aufreger der Saison sorgte eine Szene kurz vor Schluss. Als Mickey McConnell seinem Teamkollegen Lawrence auf die Beine helfen wollte, walzte Coby Karl ohne ersichtlichen Grund zwischen die Beiden und störte unnötig die Hilfe von McConnell. Die daraus resultierende Rudelbildung zog ein technisches Foul gegen Lawrence, ein Unsportliches gegen McConnell und ein Technisches gegen den Ludwigsburger Karl nach sich. Die Baskets waren also durch eine von Coby Karl initiierte Aktion plötzlich benachteiligt. Diese Szene war eigentlich prädestiniert für die erste Verwendung des Videobeweises, dem sogenannten Instant-Replay.

Schreibt die neue Regel der Beko BBL doch schwarz auf weiß vor, dass bei „Rudelbildung“, also „unübersichtlichen Szenen [und] mehr als zwei involvierten Spielbeteiligten“  auf das „Instant Replay zurückgegriffen werden“ kann.

Leider, und nicht vorher kommuniziert, war die Technik für die direkte Wiederholung noch nicht einsatzbereit und wird erst ab dem zweiten Spieltag zum Einsatz kommen. Mehr als unglücklich natürlich, wenn solch eine Regel erst groß angekündigt wird, dann aber doch nicht umsetzbar ist.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Und das ist wahrscheinlich auch gut so. Die Telekom Baskets Bonn haben in der Vorbereitung gezeigt, dass sie trotz Personal-Ausfällen guten Basketball spielen können. Daran hat sich auch nach einer Auftaktniederlage nicht viel geändert. Bereits morgen wartet der nächste Tanz bei den Tigers aus Tübingen. Ob wieder der junge Tony Vroblicky in die Bresche springen muss oder endlich der nominelle Starting-Center Tadas Klimavicius das Tanzbein schwingen darf, bleibt abzuwarten.

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tkobe124
tkobe124 3. Oktober 2014 um 16:25 Uhr

Man kann ja, trotz Telekom-Deal, doch nicht alle Spiele anschauen. Danke also für den Bericht, schön zusammengefasst alles und dass die Instant Replay Regel erst ab dem zweiten Spieltag eingesetzt wird, war mir auch nicht bekannt.

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