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Telekom Baskets Bonn können doch noch siegen

25.01.2016 || 10:54 Uhr von:
2015_01_24_Telekom Baskets Bonn Eugene Lawrence und Marshall
Am 19. Spieltag feiern die Telekom Baskets gegen Crailsheim den lang ersehnten Befreiungsschlag. Die Bonner Neuzugänge Gates und Marshall bereichern das Team.

Am 19. Spieltag der Beko BBL feiern die Telekom Baskets Bonn den lang ersehnten Befreiungsschlag und gewinnen gegen die Crailsheim Merlins mit 101:93. Die Bonner Neuzugänge Yancy Gates (23 Pkt.) und Sean Marshall (16 Pkt.) bereichern das Team.1. Endlich. Es hat genau 85 Tage gedauert. 85 Tage liegen zwischen den beiden letzten Heimsiegen der Telekom Baskets Bonn. Die längste Dursstrecke der Vereinsgeschichte auf heimischem Parkett ist nun zum Glück nur noch das – Geschichte.

2. Konrad Wysocki von den Crailsheim Merlins bezeichnete das Spiel nach dem Abpfiff als Wechsel zwischen „Not und Elend“. Sprach er damit primär von der unkonzentrierten Vorstellung seines eigenen Teams, war die gesamte Partie von keiner allzu großen Qualität gekennzeichnet. Die Turnover hielten sich zwar im Maß (10 für Bonn, 12 für Crailsheim), doch vertändelten die Spieler auf beiden Seiten im Angriff oft den Ball und machten dem Gegner abwechselnd das Spiel viel zu leicht. Der deutsche Basketball hat schon bessere Spiele gesehen.

3. Besonders in der ersten Halbzeit waren praktisch keine defensiven Anstrengungen der Mannschaften zu erkennen. Erfolgreicher Fastbreak, weil niemand aufpasst, in die eine Richtung; zwei, drei Pässe und keine Help-Defense in die andere. So lieferten sich Bonn und Crailsheim in den ersten zwanzig Minuten einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich niemand wirklich absetzen konnte (50:48 zur Halbzeit). Viele einfache Punkte fielen, die für die Zuschauer nett anzuschauen waren, aber keiner der beiden Mannschaften einen großen Willen zur Drecksarbeit hätten attestieren können. Verteidigungs-Spezialist Andrej Mangold fehlte als Energizer für Bonn eindeutig auf dem Feld.

4. Erst nach der Halbzeitpause ließ das „Run und Gun“-Verhalten auf dem Feld etwas nach. Die Zweikämpfe wurden bissiger und die Ellbogen spitzer. Als sich Center-Neuzugang Yancy Gates in der 25. Minute gegen drei Crailsheimer alleine in der Zone durchboxte und Gegenspieler Adam Chubb das vierte Foul anhängte (62:54), schienen die Telekom Baskets Blut geleckt zu haben. Der Gedanke, dass es heute vielleicht tatsächlich zum Sieg reichen könnte, zuckte in diesem Moment nicht nur den Spielern, sondern auch den Fans auf den Rängen durch die Neuronen.

5. In der Einzelkritik der Bonner Spieler muss vor allem Aaron White Erwähnung finden. Der Starting Power Forward kehrte aus seiner kurzfristigen Versenkung zurück und schwang sich von Dunk zu Dunk zum Topscorer des Spiels mit 25 Punkten auf (außerdem Karrierebestwert). Von Geno Lawrence mit perfekt getimten Pässen (11 Assists) gefüttert, war es für den Rookie ein Kinderspiel die Dinger im Netz zu versenken. Endlich wieder ein wenig Spektakel und Freude am Spiel im Telekom Dome.

6. Dass Aaron so befreit aufspielen konnte, lag größtenteils an der Stabilität, die Yancy Gates im Front Court schuf. Mit 23 Punkten und sieben Rebounds gewann er das direkte Duell gegen Veteran Adam Chubb (20 Pkt, 5 Reb.) und glättete weiterhin Sorgesfalten auf Trainerbank und Zuschauerrängen. Mit Tadas Klimavicius (Knie) und Dirk Mädrich (Infekt) außer Gefecht scheint Gates ein wahres Geschenk des Basketballgottes.

7. Mit der zuverlässige Punktemaschine unterm Korb im Rücken, hatten die Bonner Flügel Raum zur Entfaltung – so auch der erst seit einer Woche in Bonn verweilende Sean Marshall. Den Raum nutzte der US-Amerikaner, um mit seiner abgeklärten Art insgesamt 16 Punkte (darunter acht von acht Freiwürfen) zum Teamerfolg beizusteuern. Sowohl Marshall als auch Gates haben ihren Platz bei den Telekom Baskets gefunden und harmonieren mit ihren Teamkollegen auf dem Feld. Nach der angespannten Personallage der vergangenen Wochen hätte wohl kaum jemand auf so eine mühelose Eingewöhnung gehofft.

8. Egal ob Aaron White im zweiten Viertel, Rotnei Clarke nach der Pause oder Yancy Gates über das gesamte Spiel hinweg – die Telekom Baskets scheuten heute nicht davor zurück in der Offensive Verantwortung zu übernehmen. Niemand verkrampfte oder erstarrte vor lauter Versagensängsten und war unfähig weiter Basketball zu spielen (wie in einigen Spielen vor der Winterpause zu beobachten). Bonn spielte als Mannschaft geschlossen und verdiente sich so ehrlich den Sieg – lang, lang ist’s her, dass diese Aussage das letzte Mal auf die Baskets zutraf.

9. „Aber Crailsheim kann doch kein Maßstab sein!“, hört ihr die leise Stimme des Pessimismus hinten in eurem Kopf rufen? Die Wahrheit ist: Die Telekom Baskets kämpfen derzeit ums Überleben in der ersten Liga und wie Andrej Mangold so schön in der Halbzeitpause formulierte: „Es gibt im Moment keinen Wunschgegner für uns, nur das Erfolgserlebnis zählt.“ Der Sieg gegen die Crailsheim Merlins sollte als erster Schritt aus dem tiefsten Tief aller Zeiten gebührend gefeiert werden. Die Jungs haben sich den Jubel nach der harten Arbeit in den letzten Wochen mehr als verdient. Schluss mit dem ewigen Pessimismus. Glückwunsch, verdammt noch mal!

10. Nächste Woche gegen den Tabellenvorletzten Eisbären Bremerhaven gilt es den nächsten Schritt zu tun, bevor zum Karnevalsspiel die BG Göttingen auf dem Hardtberg aufläuft. Beim Highlight der Saison im rheinländischen Basketball sollte dem zweiten Heimsieg innerhalb von 13 Tagen nichts im Wege stehen – außer der traditonelle Polonäse übers Spielfeld.

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