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Siegreiche Bonner Narren

09.02.2016 || 10:40 Uhr von:
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Die Telekom Baskets gewinnen ihr Karnevalsspiel mit 92:84 gegen Göttingen. Zum Mann des Spiels avanciert Rotnei Clarke, der das Team mit 22 Punkten zum Sieg führt.

1. Die Telekom Baskets konnten in dieser Saison das süße Gefühl des Erfolgs bisher nicht allzu oft genießen, doch beim ausgelassenen Karnevalsspiel enttäuschten sie nicht. Zum fünften Mal in Folge gewannen die Rheinländer in der närrischen Zeit ihr wichtigstes Heimspiel der Saison und gaben den Fans allen Grund zum Feiern.

2. Als sich die Mannschaft direkt nach dem Abpfiff des 92:84-Siegs gegen Göttingen im Halbkreis versammelte, blickten die Jungs allerdings eher in leere Gesichter ihrer Teamkameraden als in freudiges Grinsen. Erschöpfung pur. Zu viel hatte die Partie von der Mannschaft abverlangt. Mit einem wahnsinnigen Tempo gestartet, bestimmten Fastbreaks, schnelle Ballwechsel und viele, viele Sprints das Geschehen auf dem Feld. So viel Anstrengung dies auch kostete, die Baskets konnten ihr Kapital daraus schlagen und offensiv Vollgas geben. Göttingen hechelte meistens hinterher, in ihrer Defensive entstanden Löcher, und offensiv fehlte die nötige Ruhe, um die (durchaus zahlreichen) Fehler in der Bonner Defensive geschickt auszunutzen.

3. Bis zur Halbzeit gehörte der Ball und damit das gesamte Spiel den Telekom Baskets, die mit 16 Punkten Vorsprung in der Kabine kurz Luft holen konnten (50:34). Vor allem die Arbeit am eigenen Brett (11 Offensivrebounds) und das Decken bzw. das Pech der Göttinger Schützen von außen (25% Dreierquote) hatte Bonn bis zu diesem Zeitpunkt einen Vorteil verschafft.

4. Zudem traf das Team von Carsten Pohl in der Offensive wieder und wieder die richtigen Entscheidungen. Die Pässe von Geno Lawrence und Rotnei Clarke fanden im Fastbreak den für Alley-oops geborenen Aaron White, an der Dreierlinie den vor Selbstvertrauen immer noch berstenden Flo Koch oder unterm Korb den wieder auferstandenen Tadas Klimavicius, der in seiner ersten Partie nach mehrwöchiger Pause (Knie) auf immerhin neun Punkte und sieben Rebounds kam.

5. Ein Gedanke, der sich erst im Laufe des Spiels und bei der Beobachtung der Bonner Auswechselungen herauskristallisierte: Jeder verzweifelte fast, als es im Dezember hieß, Klimavicius müsste verletzt aussetzen. Jeder sehnte eine fällige Nachverpflichtung herbei. Jeder war positiv überrascht von Yancy Gates‘ problemloser Integration ins Team. Aber hat jemals jemand ernsthaft darüber nachgedacht, was das alles bedeutet, wenn Klimavicius dann wieder ins Team einsteigt?

Dass Bonn nun mit Gates, Klimavicius, Mädrich, White und Philmore einen wirklich starken (!!) Frontcourt vorzuweisen hat?! Der erste Vorgeschmack dieser Dominanz am Brett (denn Klimavicius ist sicherlich noch nicht bei 100 Prozent) ließ sich schon gegen Göttingen bewundern: Insgesamt sammelte Bonn 47 Rebounds (31 defensiv, 16 offensiv). Siebenundvierzig!

6. Göttingen griff nur 36 Boards ab, wobei sowohl Neuzugang Ian Hummer (19 Punkte) als auch Harper Kamp (16 Punkte) jeweils allein zehn Rebounds sicherten. Harper Kamp ist auch einer dieser Spieler, der dich mit seiner Spielweise und seinem Einfluss auf die Partie völlig überrumpeln und beeindrucken kann. So geschehen Karneval 2015. Und trotzdem vergisst du ihn danach für ein komplettes Jahr bis zum nächsten Spiel, wo er dich wieder stauen lässt. Sorry, Harper. Du hast Besseres verdient.

7. Was dieses Spiel ohnehin verdient: einen direkten Vergleich von Florian Koch und Mathis Mönninghoff. Die beiden jungen deutschen Talente sind beide 23 Jahre alt, sie trennen gerade mal drei Zentimeter Größenunterschied und spielen auf (fast) der gleichen Position. Ihre Werdegänge im deutschen Basketball unterscheiden sich allerding erheblich. Mönninghoff genoss seine basketballerische Ausbildung am amerikanischen College bei den Gonzaga Bulldogs, wechselte danach für drei Jahre zur TBB Trier, bevor er in dieser Saison für Göttingen aufläuft.

Koch hingegen entwickelte sich in der heimischen Jugend in Bonn, spielte für Kooperationspartner Rhöndorf und hat sich in dieser Saison unter Trainer Carsten Pohl endlich seinen Stammplatz in der Starting Five gesichert. Interessante Parallelen, die zumindest bei diesem Aufeinandertreffen einen klaren Sieger kennen: Mönninghoff startet, spielt 17 Minuten und erzielt weder Punkt noch Rebound, verteilt nur einen Assist. Koch startet ebenfalls, spielt 31 Minuten und steuert 15 Punkte, vier Rebounds und drei Assists zum Sieg seiner Mannschaft bei. Enough said.

8. Wenn Koch auch einen großen Anteil am guten Start seines Teams ins Spiel trug, war es Rotnei Clarke vorbehalten, die Baskets im Alleingang aus ihrem Tiefschlaf nach der Halbzeit zu reißen. Clarke sprang für Geno Lawrence auf der Point-Guard-Position ein, nachdem dieser bereits früh im dritten Viertel mit vier Fouls belastet war. Es waren seine fünf Punkte in Folge mit abschließendem Assist auf Klimavicius, die den Lauf von Göttingen im dritten Viertel stoppen konnten. Und als die Veilchen in den letzten zehn Minuten doch noch ihre Fähigkeiten als Schützen von außen bewiesen, war es Clarke, der ohne mit der Wimper zu zucken immer wieder hoch in die Luft stieg. Zu seinen drei Punkten in den ersten 20 Minuten sollten sich 19 weitere (darunter 4/4 3FG, 6/6 FT) gesellen.

9. Andrej Mangold verriet zwar im Halbzeit-Interview, dass nach dem Spiel auf der großen Party im Telekom Dome wohl ein Glas Kölsch auf die Mannschaft wartet. Doch das Team wird sich nicht zu lange auf seinem Erfolg ausruhen. Schon am Rosenmontag – wenn das gesamte Rheinland erst zur karnevalistischen Höchstform aufläuft – stehen die Jungs wieder schweißtriefend in der Halle. Vor den Baskets liegt weiterhin viel Arbeit im defensiven Bereich. Beim Auswärtsspiel am nächsten Samstag gegen die EWE Baskets Oldenburg werden ganz sicher keine Geschenke verteilt.

10. PS: Der Tag des #BasketsAlaaf ist wohl der einzige Tag im Jahr, an dem die Fans der Telekom Baskets ihre Liebe zur Farbe Magenta ohne Scham und voller Stolz von Kopf bis Fuß zeigen dürfen. Von der Perücke bis zum Ganzkörper-Anzug war auch dieses Jahr wieder alles auf den Rängen vertreten. So gehört sich das!

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