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Lenas Freiwürfe – Bonn sichert närrischen Sieg in den letzten Sekunden

02.03.2014 || 14:04 Uhr von:
Bonn vs. Bremerhaven
Am 24. Spieltag der Beko BBL verhalf ihre starke Defense den Bonnern zum 80:79-Sieg gegen die Eisbären aus Bremerhaven. Im ersten Spiel ohne Jared Jordan zeigte sein Ersatz Eugene Lawrence erste Anzeichen seines Können...

Am 24. Spieltag der Beko BBL verhalf ihre starke Defense den Bonnern zum 80:79-Sieg gegen die Eisbären aus Bremerhaven. Im ersten Spiel ohne Jared Jordan zeigte sein Ersatz Eugene Lawrence erste Anzeichen seines Könnens. Meine zehn Freiwürfe zum Spiel:

  1. Das alljährliche Karnevalsspiel im Telekom Dome am Karnevalssamstag wollte sich wohl kaum ein Baskets Fan entgehen lassen. 6000 Jecken, die meisten davon kostümiert, strömten in die Halle, um ein spannendes Match zwischen Bonn und Bremerhaven zu verfolgen. Der Besuch des Bonner und Bad Godesberger Prinzenpaares, sowie der Auftritt von (dem Playback singenden?) Stefan Stürmer blieben da nur kleine Notizen am Rande.
  2. Um die Stimmung musste sich keiner Sorgen machen. Noch vor dem Spiel waren Stimmen laut geworden, dass man ja wenig in Feierlaune sein könne, wenn der Kapitän das Schiff allein auf hoher See zurücklässt. Es stellte sich aber heraus, dass die Mannschaft an Deck auch ganz gut ohne Jared Jordan zurechtkam.
  3. Der neue Mann an Bord: Eugene Lawrence, der sich nach dem Spiel noch den Fragen der Journalisten in der Pressekonferenz stellte und sich erstmal dafür bedankte, wie leicht ihm das Team und der Trainerstab den Übergang aus der Ukraine nach Deutschland bereitet haben. Besonders bei diesem Spiel war er sehr froh für das Heimteam spielen zu können, denn so eine verrückte Atmosphäre hätte er hier in Europa noch nie erlebt. Auch Coach Fischer war zufrieden mit der Leistung des neuen Einsers (7 Pkt, 6 Ass, 3 Reb). Die fünf Plays, die er in den zwei Tagen lernen konnte, hat er gut umgesetzt. Dazu konnte er Ruhe auf dem Platz ausstrahlen und die Mannschaft führen. „Von hier an können wir nur besser werden.“
  4. Sportmanager Michael Wichterich war ebenfalls anwesend und bestätigte meine Ahnung, dass er in der letzten turbulenten Woche wohl nicht viel Schlaf bekommen hat. Auf die Frage, wann genau der Kontakt mit Lawrence bestand und Jordan endlich für Bamberg freigegeben wurde, antwortete er: „Wenn ich ganz ehrlich bin, bekomme ich die letzten zehn Tage nicht mehr ganz zusammen. Dass Jared, das Herz und die Seele des Teams, den Verein verlassen will, das muss erstmal verdaut werden.“
  5. Zurück zum Spiel: Die Eisbären Bremerhaven ließen sich von der bunten Kulisse nicht aus der Ruhe bringen und führten in der ersten Halbzeit lange, bevor die Bonner kurz vor der Pause aufdrehten und mit einem Punkt Vorsprung in die Kabine verschwanden. Die zweite Hälfte gestaltete sich nicht weniger spannend und ausgeglichen. Ganze 21 mal wechselte die Führung auf der Anzeigetafel.
  6. Gegen Bremerhaven – die Mannschaft, die an dritter Stelle der Reboundbilanz in der Beko BBL steht – hielten die Bonner im Reboundduell dagegen (26:27) und stimmten den Coach endlich mal zufrieden, was die Arbeit am Brett anbelangt. Er war froh, dass das Team das Spiel über die Defense entschieden hatte.
  7. David McCray übernahm die Verantwortung zu Beginn des Spiels, brachte den Ball, setzte Akzente und ließ seinen Drive zum Korb trotzdem nicht missen. Jamel McLean erzielte ein Double-Double (14 Pkt, 10 Reb). Benas ackerte wie verrückt in der Defense.
  8. Die Last auf mehrere Schulter verteilen – nicht nur ein Häuptling, sondern viele. Das ist die neue Marschroute des Trainers. Alle Guards sollen die drei kleinen Positionen spielen können. „Das macht uns unberechenbarer“, so Fischer.
  9. Unberechenbar war auch der Ausgang des Spiels, als es 21 Sekunden vor Schluss 80:79 für die Telekom Baskets stand, die Eisbären Bremerhaven aber in Ballbesitz waren. Jeder Fan im Dome auf den Füßen, 6000 Augenpaare aufs Feld gerichtet. Was passiert? Was tun? Foulen und nach zwei Freiwürfen der Nordlichter wieder in Ballbesitz sein oder auf die eigenen Fähigkeiten in der Verteidigung vertrauen? Oder anders formuliert: Feige oder mutig sein? In diesem Moment bewies das Team, dass es den Kampf nicht einfach aufgeben würde, nur weil sich ein Spieler von ihnen verabschiedet hatte. Der Baskets Spirit brennt nach wie vor. Von den 21 Sekunden hielt Ryan Brooks den Spielmacher der Eisbären, Darius Adams, mindestens zehn oder zwölf Sekunden in Schach. Einfach niedergestarrt. Danach gab es kein Durchkommen für die Bremerhavener und als Derrick Allen mit der Schlusssirene den Ball unter Bedrängnis in Richtung Korb warf, ging dieser an den Ring und sprang wieder raus. SIEG BONN! Der wurde auf dem Feld und den Rängen danach auf der großen Karnevalsparty noch ausgiebig gefeiert.
  10. Coach Fischer sprach dem Team ein „ganz, ganz großes“ Kompliment aus für drei wichtige Siege in drei Spielen innerhalb von acht Tagen. Da können sich alle Bonner Fans eigentlich nur anschließen. Das Ziel „Playoffs“ bleibt nicht nur ein Traum, sondern ist im Moment Wirklichkeit. Nach dem Heimspiel nächsten Sonntag gegen Tübingen, steht eine laaaange Auswärtsphase für das Team an. Wir werden vor dem Ticker, Livestream oder Fanradio die Daumen drücken, dass die Telekom Baskets weiterhin ihre Nervenstärke in Auswärtsspielen behalten. 

Hier lest Ihr nach jedem Spieltag meine persönlichen „Freiwürfe“ zu den Heimspielen der Telekom Baskets Bonn. Liga – und Vereinsseite veröffentlichen immer ausführliche Nachberichte über den Verlauf des Spiels, deshalb werdet Ihr das hier nicht finden. 

Viel eher geht es darum persönliche Eindrücke, Gedanken zur Teamentwicklung, der Atmosphäre beim Spiel oder den kleinen Szenarien am Spielfeldrand an Euch weiterzuleiten. [Die Idee der „Freiwürfe“ stammt allerdings nicht von mir, sondern von den Erfindern des inzwischen inaktiven „basketsblog“. Das Lob gebührt ihnen.]

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