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Bonn kollabiert gegen Frankfurt

23.11.2015 || 09:18 Uhr von:
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Die Telekom Baskets Bonn gehen 59:82 gegen die FRAPORT SKYLINERS gnadenlos vor heimischem Publikum unter. Eine zehn Jahre andauernde Heimspielserie findet ihr Ende.

1. So langsam, bedröppelt und lustlos wie sich die Telekom Baskets heute vor heimischem Publikum bloßstellen ließen, lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Der erste Schneefall in diesem Jahr war Grund genug für die Bonner Mannschaft, in den Winterschlaf zu verfallen.

2. Während selbst schlafende Bären immernoch eine latente Gefahr ausstrahlen, war der Anblick von neun praktisch im Stehen schlafenden Basketballern leider nur bedauernswert.

3. Die Schiedsrichter hätten die Partie bereits nach den ersten fünf Minuten abpfeifen können. Diese ersten Minuten lieferten den Fans in der Halle und vor den Bildschirmen schon alle Fakten, die sie zu diesem Spiel wissen mussten: Ein Frankfurter 0:9-Lauf, der erst nach fünfeinhalb Minuten durch einen Freiwurf von Aaron White sein Ende fand, war das frühe Todesurteil für das Team von Mathias Fischer.

4. Wenn die FRAPORT SKYLINERS im Telekom Dome auch nicht ihren besten Basketball spielten, einfache Punkte verschenkten und etliche kleine Fehler begingen (ebenfalls 18 Turnover), so bestritten sie dieses Match doch um einiges wacher und aufmerksamer als die Gastgeber. Horror-Pässe (selbst von Geno), Ballbewegung in Zeitlupe, kein Kampf um den Rebound – die Baskets brachten ihren Fans heute mehr Leid als Freud.

5. Es schien, als hätte Bonn Basketball verlernt: mehr Turnover (8) als Punkte im ersten Viertel (6). Die Ballverluste sollten sich bis zum Ende des Spiels auf unfassbare 20 hinaufschrauben. Teilweise vertitschte Dirk Mädrich (allein fünf Turnover, kein einziger Punkt) den Ball so ungeschickt, dass leichtes Fremdschämen einsetzte.

6. Neben den rabenschwarzen Bonner Quoten aus dem Feld (39% 2FG, 32% 3FG) sorgte vor allem die beispielose Lethargie im Team dafür, dass die Frankfurter kaum die Muskeln spielen lassen musste, um ihre Serie von zehn wettbewerbsübergreifend gewonnenen Spielen in Serie fortzuführen und den ersten Sieg nach zehn Jahren vom Hardtberg zu tragen. Der einzige Bonner, der sich zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen die unweigerliche Niederlage zu stemmen versuchte, war Andrej Mangold, der mit einem schnellen Dreier und anschließendem Korbleger den Rückstand kurz in annehmbare Sphären brachte (30:41). Kurz darauf vollstreckte auch Aaron White am Brett (es sollte das einzige Mal in diesem Spiel bleiben). Beim Spielstand von 32:41 flammte kurz Hoffnung durch den Telekom Dome …

7. … die vom deutschen Gespann Jo Voigtmann und Konstantin Klein rigoros im Keim erstickt wurde. Die beiden stachen am Ende des Abends mit jeweils 20 und 19 Punkten aus dem Frankfurter Kollektiv heraus, das vor allem durch eine eingespielte Teamleistung in der Defensive die zahlreichen mitgreisten Frankfurter Fans zu überzeugen wusste. Zusammen mit Danilo Barthel sollte die Entwicklung der jungen Deutschen am Main jedes Basketballherz höher schlagen lassen. Allein für das konsequente Vertrauen, das die FRAPORT SKYLINERS über die letzten Jahre in die heimischen Talente gesetzt haben, hat sich Frankfurt eine Teilnahme an den Playoffs im nächsten Mai mehr als verdient. Es wird Zeit, dass die Früchte geerntet werden.

8. Während die FRAPORT SKYLINERS voller Selbstvertrauen weiter durch die Liga spazieren können, sorgt die Talfahrt der Telekom Baskets in den letzten Spielen für Grand-Canyon-tiefe Sorgesfalten bei jedem Bonner Fan. Was’n los? Der hochgejubelte Teambasketball findet nicht mehr statt. Einzelaktionen und Verzweiflungswürfe bestimmen das Spielgeschehen. Die Transition schläft. In der Defensive ist dem Team (von einzelnen Momenten abgesehen) praktisch jede Lust an Kampf und Einsatz vergangen. „Mit 23 Punkten zu verlieren – das ist nicht akzeptabel“, bringt es Andrej Mangold auf den Punkt.

9. Dabei haben die Erfolge zu Beginn der Saison eindrucksvoll demonstriert, dass die Telekom Baskets diese Saison eigentlich sogar sehr guten Basketball aufs Parkett bringen können. Gegen den FC Bayern München oder die s.Oliver Baskets gewannen die Bonner verdient – die Siege waren das Produkt harter Arbeit und perfekter Abstimmung im Team. Woher diese 180-Grad-Wendung? Einmal mehr wird klar: Sport ist so viel mehr als bloße Muskelanstrengung. Vor allem mental müssen die Baskets zu alter Stärke zurückfinden. Aber wie?

10. Es bleibt nicht viel Zeit. Am Dienstag entscheidet sich bereits, ob die Bonner im Eurocup verbleiben oder ausscheiden, wenn sie in Spanien gegen Bilbao Basket antreten müssen. In der Liga folgt am nächsten Sonntag ein Auswärtsspiel bei der BG Göttingen. Wollen die Telekom Baskets ihre Talfahrt in der Tabelle beenden, sollte sie jemand schnellstmöglich aus dem Winterschlaf rütteln.

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