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Lenas Freiwürfe – Bonn hält Berlin im Zaum

03.11.2013 || 10:38 Uhr von:
Benas Veikalas
Am 7. Spieltag der Beko BBL schlägt Bonn Berlin im „Klassiker“ mit 60:59. Ein besonders defensiv geprägtes Spiel entwickelte sich in den letzten Minuten zum Thriller mit glücklichem Ende für die Baskets. Benas Ve...

Am 7. Spieltag der Beko BBL schlägt Bonn Berlin im „Klassiker“ mit 60:59. Ein besonders defensiv geprägtes Spiel entwickelte sich in den letzten Minuten zum Thriller mit glücklichem Ende für die Baskets. Benas Veikalas avancierte mit seinem Siegtreffer zum „Man of the Match“ und Topscorer. Der Baskets-Zug rollt und rollt und rollt…

  1. Die Defense stand ganz oben auf den Zetteln der beiden Trainer. So wurden von der ersten Minute an keine leichten Würfen zu gelassen, gut durch rotiert und vor allem David Logan (6 Punkte) abwechselnd von Andrej Mangold, David McCray oder Ryan Brooks fast komplett ruhig gestellt. Vielleicht brachte das sogar später die Entscheidung, da Logan so nie zu seinem Rhythmus fand und den allerletzten Dreier mit ablaufender Uhr zum Schluss nicht traf. Sieg Baskets!
  2. Beide Seiten mussten sich ihre Würfe erarbeiten und wenn ein Spieler zum Abschluss kam, dann auch nicht immer erfolgreich. Das spiegelt sich auch in den wenig berauschenden Wurfquoten von 38% bei den Bonnern und 34% bei den Berlinern wieder. Wenige Treffer bedeuten auch wenig „Ooh“s und „Aah“s oder “Hast-du-das-gesehen-das-war-der-Wahnsinn!“-Ausrufe von den Rängen. Desto mehr freuten sich die Fans über kleine Dinge, wie einen gelungenen Fastbreak oder wenn nach einem Ballgewinn ein Dreier fällt.
  3. Bisher hat das Rebounding des Teams hier immer seinen eigenen Freiwurf bekommen, und das Thema ist und bleibt ein Diskussionspunkt dieser Saison. Nach deutlicher Besserung beim Rebounden in den Spielen gegen Oldenburg und Saragossa, ließen die Bonner diesmal Berlin wieder und wieder zu zweiten oder sogar 3. Chancen kommen. Am Ende standen 17 Offensiv-Rebounds für die Gäste im Statstikbogen. Ein Wert, der viel zu hoch ist. Da kann Fischer sich auch „nur wiederholen. Wir geben so viele Offensiv-Rebounds ab und gewinnen trotzdem, ich kann mir nicht erklären, wieso.“
  4. Ab dem ersten Viertel gingen die Telekom Baskets in Führung, da sie von Beginn an aggressiv verteidigten. Zwischenzeitlich führten sie gar mit vierzehn Punkten. Das Team und die Fans wähnten sich aber nie in Sicherheit, denn eins war klar: ALBA hat die Klasse so ein Spiel noch zu drehen. Bloß nicht in der Verteidigung nachlassen! So gab es am Ende nur zwei Führungswechsel, was mich zu meinem nächsten Punkt bringt:
  5. Das Drama, das sich am Ende noch ins Spiel schleichen sollte! Obwohl die Bonner lange mit einer Führung im Rücken spielten, verursachte die „Mutter aller Spiele“ zum Schluss noch einen Beinahe-Herzinfarkt bei den Fans auf den Rängen und sicher auch heimlich bei dem ein oder anderen Spieler. Der Grund dafür: Die Baskets vergaben eine 9-Punkt-Führung und ließen die Berliner Stück für Stück heran kommen. Als Stojanovski eiskalt per Dreier ausglich, schlugen 6000 Fans die Hände vors Gesicht. Das konnte doch nicht wahr sein! Sollte Berlin jetzt noch gewinnen? Es musste natürlich ausgerechnet David Logan sein, der mit einem Korbleger den ersten Führungswechsel des Spiels und Berlin somit nach vorne brachte.
  6. Die Stunde des Benas Veikalas schlug, wie so oft in den vergangenen drei Jahren. Wer erinnert sich nicht an seine Hände, die aus dem Bamberger Dickicht unterm Korb im ersten Playoff-Spiel 2012 hervorragten und den entscheidenen Putback einnetzten? Kein Wunder, dass Fischer den Ball in den Händen des Litauer wissen will, als die Bonner noch sechs Sekunden haben, um das Spiel zu gewinnen bzw. mindestens in die Verlängerung zu schicken. Der konsequente Zug zum Korb gehört genau wie die zielsicheren Distanzwürfe zum Repertoire eines Veikalas: Als der Ball in den Ring fällt und auch noch der Foulpfiff zu hören ist, gibt es kein Halten mehr im Telekom Dome. Auszeit, dann tritt Benas an die Linie für den Bonusfreiwurf. Mein O-Ton-Zitat beim Courtsidern: „Natürlich macht er den! NATÜRLICH! Was erwartet man sonst? Er ist doch unser Benas.“
  7. Die Stimmung im Dome lobte Mathias Fischer auch in der Pressekonferenz. Wir wissen, dass ein ausverkaufter Dome ein Spiel auch schon mal mitentscheiden kann. Besonders diese „Schlagt Berlin!“- Rufe:   http://instagram.com/p/gOpI09r_SL/
  8. Für Jonas Wohlfarth-Bottermann war es sicher nicht einfach gegen eine Wand aus Pfiffen und „Airball“-Rufen an die Freiwurflinie in seiner alten Heimat zu treten. Nervös verlegte er beide und kam sonst auch nur auf zwei Punkte, da er sich an Kurt Looby und Jamel McLean unterhalb des Korbs die Zähne ausbiss. Auch wenn ein größerer Teil der Fans bei der Vorstellung des Neu-Berliners applaudierte, so waren die Buhrufe doch unangebracht. Früher wurden für Jonas fest die Daumen gedrückt, wenn er an die Linie musste! Vielleicht ist nicht alles ganz glatt gelaufen, als er im Sommer den Verein verlassen hat. Man kann dem „Eigengewächs“ aus Bonner Reihen für erbrachte Leistungen aber immer noch mit genügend Respekt begegnen…
  9. Den zollten die Fans an diesem Abend einem anderen Mann: Donatas Zavackas. Bei seinem letzten Spiel im Bonner Dress, brandete bei jeder seiner Aktionen extralauter Applaus auf, er wurde mit Sprechchören in die Kabine begleitet, später beim Fantalk gefeiert und mit einem Baskets-Strampler fürs erwartete Baby ausgestattet. Headcoach Fischer bedankte sich ausdrücklich bei dem Litauer, der sich für einen Monat komplett in den Dienst des Team gestellt und Bonn zu dem guten Saisonstart verholfen hat. Auch die Fans sagen: Danke, Donatas!
  10. Den letzte Freiwurf widme ich einer kleinen Feier für unseren derzeitigen zweiten Platz in der Liga! Nach sieben Spieltagen „spielen wir immer noch oben mit“ und sollte es mit der Siegesserie so weiter gehen, wird sich das auch nicht so schnell ändern. Genießen wir einfach den Moment! 😉

Hier lest Ihr nach jedem Spieltag meine persönlichen „Freiwürfe“ zu den Heimspielen der Telekom Baskets Bonn. Liga – und Vereinsseite veröffentlichen immer ausführliche Nachberichte über den Verlauf des Spiels, deshalb werdet Ihr das hier nicht finden. 

Viel eher geht es darum persönliche Eindrücke, Gedanken zur Teamentwicklung, der Atmosphäre beim Spiel oder den kleinen Szenarien am Spielfeldrand an Euch weiterzuleiten. [Die Idee der „Freiwürfe“ stammt allerdings nicht von mir, sondern von den Erfindern des inzwischen inaktiven „basketsblog“. Das Lob gebührt ihnen.]

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