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Klassischer Fehlstart der Telekom Baskets

13.10.2014 || 00:49 Uhr von:
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Vier Spiele, drei Niederlagen: die Telekom Baskets Bonn haben einen klassischen Fehlstart in die Saison 2014/15 hingelegt. Nach der Auftaktniederlage in Ludwigsburg und dem umkämpften Sieg in Tübingen standen am Freita...

Vier Spiele, drei Niederlagen: die Telekom Baskets Bonn haben einen klassischen Fehlstart in die Saison 2014/15 hingelegt. Nach der Auftaktniederlage in Ludwigsburg und dem umkämpften Sieg in Tübingen standen am Freitag der Heimauftakt gegen ALBA Berlin und am Sonntag das nächste Auswärtsspiel an, es ging nach Frankfurt. Beide Spiele am Wochenenende gingen deutlich verloren.


3. Spieltag: Telekom Baskets Bonn – ALBA Berlin 74:83

Es waren nach dem Spiel nur neun Punkte Differenz – das spiegelt den Spielverlauf aber in keinster Weise wider. Knallharte Defense der Berliner, besonders verkörpert von Cliff Hammonds (seines Zeichens bester Verteidiger der vergangenen Saison), zeigten den Baskets eindeutig ihre Grenzen auf. „Die Null muss stehen“ – das hatten sich die Baskets wohl vorgenommen, brauchten sie doch fünfeinhalb Minuten um ihre ersten Punkte zu erzielen. Sobald ALBA Fullcourtpresse spielte, waren die Ballverluste der Bonner vorprogrammiert. Allgemein zeigten sie sich in der Offensive völlig planlos und verließen sich ein ums andere Mal auf den Wurf von außen – bei einer Quote von 26,3% (5/19) nicht unbedingt das beste Mittel. Trotz alledem zog Berlin nicht endgültig weg, der Halbzeitstand von 31:48 hätte auch deutlicher sein können. Nach der Pause konnte Bonn dann tatsächlich hier und da ein paar vernünftige Szenen zeigen und den Rückstand sogar in den einstelligen Bereich verkürzen. Mit den big points, die vielleicht noch eine Wendung hätten herbeiführen können, wurde es dann aber nichts. Insbesondere im Reboundduell gaben die Baskets (wieder mal) eine sehr schlechte Figur ab. So konnte ALBA letztlich sehr souverän das Spiel für sich entscheiden. Es blieb das Gefühl, dass sie nur ein-, zweimal das Tempo hätten anziehen müssen um die Bonner aus der eigenen Halle zu schießen. Das hatten sie aber nicht getan, und so war es am Ende „nur“ eine 9 Punkte-Niederlage, die bei dem einen oder anderen Bonner Fan Hoffnung für das Spiel in Frankfurt hinterließ. Topscorer der Partie war auf Bonner Seite Tadas Klimavicius (17), bei den Berlinern konnte Leon Radosevic die meisten Punkte erzielen (13).

4. Spieltag: Fraport Skyliners – Telekom Baskets Bonn 84:71

Bereits am 4. Spieltag stand ein richtungsweisendes Spiel auf dem Programm: auswärts in Frankfurt mit gut 200 mitgereisten Fans im Rücken. Die Richtung wohin es gehen würde, gaben dann allerdings die Skyliners an. Nach kollektivem Verschlafen des Spielbeginns seitens der Bonner stand es nach viereinhalb Minuten 16:1 für Frankfurt, die einen Dreier nach dem anderen trafen. Die Baskets ließen sich in der Defense vorführen und schafften es in der Offense nicht, durch Setplay zu einfachen Körben zu kommen, um ins Spiel zu finden. Überhaupt: Setplay? Was war das noch gleich? Ein Dreierversuch nach dem anderen wurde in Richtung Frankfurter Korb abgefeuert, scheinbar ohne jeglichen Plan dahinter. Auszeiten von Coach Fischer zeigten überhaupt keine Änderung. Zur Halbzeit stand es 49:34 – wie gegen Berlin waren es wieder 15 Punkte Rückstand. Sollten sich die Bonner Fans eine kämpferische Trotzreaktion nach der Pause erhofft haben, so wurden sie derb enttäuscht. Es ging genauso weiter wie bisher. Zwar gelang es den Baskets ab und zu, 24 Sekunden gut zu verteidigen – wenn man dann aber nicht ausboxt und somit immer weiter Offensivrebounds mit anschließendem Korberfolg zulässt, kann man sich davon auch nichts kaufen. Der Frust war groß, sind die Skyliners doch eigentlich ein Gegner der Kategorie „sollte man schlagen, wenn man in die Playoffs will“. Topscorer und einer der wenigen Lichtblicke des Spiels war Mickey McConnell mit 22 Punkten, für Frankfurt konnte Sean Armand (17) die meisten Punkte erzielen.

Saisonstart missglückt – woran liegt’s?

1. Rebounds! In vier Saisonspielen wurde viermal das Reboundduell verloren. Warum wurde bei der Teamzusammenstellung nicht darauf geachtet, mindestens einen Spieler zu verpflichten, der dafür bekannt ist, einen Abpraller nach dem anderen einzusammeln? Gerade weil die Rebounds auch schon in der vergangenen Saison das große Problem waren, fehlt mir hier ein bisschen das Verständnis. Erfahrung auf der Centerposition bringt einen nicht unbedingt weiter, wenn Spieler die Basics nicht beachten und nicht nach jedem abgegebenen Wurf erstmal ausboxen. Gegen Berlin holten die beiden Center Klimavicius und Mädrich zusammen 3 (in Worten: drei) Rebounds, gegen Frankfurt waren es „immerhin“ schon 6. Zum Vergleich: der Frankfurter Point Guard Konstantin Klein holte alleine schon 7. Kurz zusammengefasst: so geht das nicht und so wird das auch in Zukunft sicher nicht funktionieren.

2. Lawrence, Veikalas, Caloiaro! Wo ist der effektivste Spieler der vergangenen BBL-Saison? Wo ist der Teamcaptain der Baskets? Wo ist der Point Guard, der Verantwortung übernimmt? Alle drei sind sie in den beiden Spielen des Wochenendes überhaupt nicht in Erscheinung getreten. Besonders Lawrence bekam von Cliff Hammonds seine Grenzen aufgezeigt und tauchte völlig unter. Warum wird nicht ein einziges System für Angelo Caloiaro gespielt? Er bekommt den Ball meist irgendwo an der Dreierlinie, weiß nicht wohin damit und passt einfach weiter. Das hatten wir doch letzte Saison schon mal – da hieß der entsprechende Spieler allerdings Tony Gaffney. Veikalas sticht besonders in der Verteidigung hervor, leider im negativen Sinne. Viel zu oft kann sein Gegenspieler völlig unbedrängt zum Offensivrebound gehen. Von allen drei Spielern muss ab jetzt viel mehr kommen, wurden sie doch als Leistungsträger und Punktesammler eingeplant.

3. Planlosigkeit! Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Selten wird ein System gelaufen oder der Ball einfach mal unter den Korb zum großen Spieler gepasst, obwohl man mit Klimavicius einen Center hat, der schon gezeigt hat, dass er Pick’n’Roll kann. Stattdessen scheint der Dreipunktewurf ein probates Mittel zu sein, den man manchmal zwar trifft – in den meisten Fällen aber eben nicht. In der Defense muss wesentlich aggressiver agiert werden, um dem Gegner keine einfachen Körbe zu gestatten.

Gibt’s auch irgendwas Positives?

Ja. Sein Name ist Andrej Mangold, und er kämpft. Damit war er gegen Frankfurt zwar so ziemlich der einzige, aber vielleicht gelingt es ihm ja in den kommenden Spielen, seine Mitspieler mitzuziehen. Einer hat ihn dabei schon ganz gut unterstützt: Mickey McConnell. Seine 22 Punkte hielten die Baskets in Frankfurt überhaupt ansatzweise im Spiel. Er traf 70% seiner Würfe und sammelte drei Rebounds. Ansonsten gibt es bisher leider noch nicht so viel Positives – einiges muss sich bessern, sonst wird der Eurocup-Auftakt am Mittwoch und das Heimspiel gegen die Artland Dragons (bisher noch ungeschlagen) am kommenden Sonntag verdammt schwer. Der Ex-Bonner David McCray, jetzt im Trikot der Quakenbrücker unterwegs, formulierte es für den Film über die vergangene Saison sehr treffend: der Saisonstart ist unheimlich wichtig, um mit einem guten Gefühl in die Spielzeit zu starten und um vor allem auch mit den Fans in Einklang zu kommen. Es liegt jetzt an Spielern und Trainern, das Ruder rechtzeitig wieder herumzureißen.

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