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Kann Phoenix Hagen in der ProA neustarten?

14.12.2016 || 10:58 Uhr von:
Ingo Freyer | Phoenix Hagen
Vor zwei Wochen wurde Phoenix Hagen die Lizenz entzogen, womit der Club die BBL-Saison nicht zu Ende spielt. Können die Hagener in der ProA neu durchstarten? basketball.de hat nachgefragt.

Der Lizenzentzug von Phoenix Hagen hatte in sozialen Medien für Gesprächsbedarf gesorgt. Ist Phoenix Hagen sportlich für die ProA qualifiziert? Hängt die sportliche Qualifikation gar von der Zustimmung der anderen Klubs ab? basketball.de hat bei der 2. Basketball-Bundesliga nachgefragt.

Nadine Vongehr, Pressesprecherin der 2. Basketball-Bundesliga, teilte mit, dass die easycredit BBL zwei sportliche Absteiger benennt, welche daraus ihre sportliche Qualifikation für die ProA nachweisen. Dass die easycredit BBL Phoenix Hagen als Absteiger benennen wird, hat sie bereits mit der Bekanntgabe des Lizenzentzuges erklärt. Somit steigt neben Phoenix Hagen nur noch ein weiterer Klub (der Tabellen-Siebzehnte) in die ProA ab.

Bis 2013 wären neben einem Verein, der die Hauptrunde nicht zu Ende spielen konnte, unabhängig davon übrigens trotzdem zwei Mannschaften in die ProA abgestiegen. Wie die ProA auf Nachfrage erklärte, hätten dann alle drei Mannschaften die sportliche Qualifikation für die ProA erhalten.

Um eine Lizenz für die ProA-Saison 2017/2018 zu erhalten, ist allerdings nicht nur die sportliche Qualifikation erforderlich. Darüber hinaus ist der Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu erbringen. „Um eine Lizenz zu erhalten, muss der Lizenzantrag bis zum 15.04.2017 fristgerecht bei der 2. Basketball-Bundesliga eingehen und wird dann entsprechend auf Lizenzerteilung geprüft“, erklärt Vongehr.

All das Gesagte trifft jedoch nur zu, wenn die insolvente Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA auch Träger der sportlichen Qualifikation bleibt. Soll die sportliche Qualifikation auf eine andere bzw. neue Gesellschaft übertragen werden, so ist die Zustimmung der Bundesligisten der ProA notwendig. Vongehr weiter: „Diese neue Gesellschaft müsste dann natürlich ebenfalls nachgewiesen haben, dass sie wirtschaftlich leistungsfähig ist.“

Sportliche Qualifikation gerecht? – Ein Kommentar

Mit der Causa Hagen hat das Problem der wirtschaftlich nicht leistungsfähigen Klubs eine neue Dimension erreicht. In den letzten Jahren konnten die wirtschaftlich angeschlagenen bzw. insolventen Klubs ihre Saison zu Ende spielen. In dieser Saison wurde Phoenix Hagen nun mitten in der Hinrunde die Lizenz entzogen. Dies führt auch zu finanziellen Einbußen bei anderen BBL-Mannschaften. Am schlimmsten trifft es die Teams, die bereits in Hagen antreten mussten. Ihnen fehlen die Einnahmen für das Heimspiel gegen Hagen. Zudem waren auch die Aufwendungen für die Auswärtsfahrt vergeblich, da das Spiel aus der Wertung genommen wurde.

Eine Mannschaft, die eine Saison nicht zu Ende spielt, sollte in der nachfolgenden Saison nicht so behandelt werden, wie eine Mannschaft, die im sportlichen Wettkampf den letzten oder vorletzten Platz belegte. Denn dadurch werden Gedankenspiele wie „Macht es wirtschaftlich Sinn, die Saison zu Ende zu spielen?“ geradezu erzwungen. Allerdings sollte es im Interesse aller Beteiligten sein, dass eine Saison, die mit 18 Mannschaften begonnen hat, auch mit 18 Mannschaften beendet wird.

Wer die Saison nicht zu Ende spielt, sollte nicht automatisch sportlich für die tiefere Liga qualifiziert sein. Es mag Fälle geben, in denen der Klub unverschuldet in eine solche Situation kommt. Die sportliche Qualifikation in solchen Fällen von der Zustimmung der anderen Bundesligisten abhängig zu machen, wäre sicher der richtige Schritt.

Ein Auge zugedrückt?

Aber nicht nur die Folgen eines Lizenzentzuges sollten geändert werden. Vielmehr sollte hinterfragt werden, warum Phoenix Hagen überhaupt eine Lizenz erhalten hat. Bereits in der Vorsaison wurden dem Klub Wertungspunkte wegen Verstoßes gegen Mitteilungspflichten abgezogen. Laut eigenen Angaben musste der Klub aus NRW in der aktuellen Saison der easycredit BBL monatlich Report erstatten. Der Klub erhielt (nach der öffentlichen Berichterstattung) drei Monate Insolvenzgeld, bis einschließlich November. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft schon im September mit den Gehältern im Verzug war.

Der Insolvenzantrag wurde aber erst Ende Oktober gestellt. Welche Zahlen hat Phoenix Hagen der Liga gemeldet? Endete die Berichterstattung zu einem bestimmten Zeitpunkt? Die easycredit BBL hat Phoenix Hagen keine Punkte wegen Verstoßes gegen Mitteilungspflichten abgezogen. Für den Außenstehenden lässt das nur den Schluss zu, dass Hagen alles ordnungsgemäß gemeldet hat. Hat die easycredit BBL beim Club des Traditionsstandortes Hagen ein Auge zugedrückt?

Kann Phoenix Hagen in der ProA neustarten?
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Haphoe
Haphoe 18. Dezember 2016 um 23:51 Uhr

Leider sind in dem Artikel nicht alle Aspekte und die Geschichte von Phoenix beleuchte worden um zu einer abschließenden Beurteilung der Lizenzsituation zu kommen:
Phoenix ist kein Verein der sich eine Spielberechtigung für die Pro A erspielt hatte.
Die Spielberechtigung ProA mit der PHOENIX in die BBL aufgestiegen ist, wurde von der BG Hagen „ausgeliehen“.
Laut Lautlokalpresse muss diese bei PHOENIX-Insolvenz wieder an die BG-Hagen zurück gegeben werden.
Die BG-Hagen schickt sich an mit der 1.Regio in die ProB aufzusteigen.
Wenn die Lizenz von Phoenix weg. Insolvenz zurück gegeben werden muss – Kann die BG-Hagen analog zu dem Artikel in der ProA antreten?

Oder wird Phoenix wieder die Pro A Lizenz an Phoenix ausleihen – und wir haben erst dann die im Artikel beschriebene Situation

Glück Auf – Auf geht´s HAGEN …….

lupus12
lupus12 19. Dezember 2016 um 17:03 Uhr

Der BG Hagen fehlt es meiner Meinung nach dann an der sportlichen Qualifikation. Somit müsste die sportliche Qualifikation übertragen werden, was wiederum der Zustimmung der ProA-Mannschaften bedarf.

Ein „Vermieten einer Lizenz“ ist nach den Statuten der 2. Bastkeball Bundesliga nicht vorgesehen. Möglicherweise gibt es eine vertragliche Vereinbarung, nach der die Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA verpflichtet ist, die sportliche Qualifikation bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen auf die BG Hagen zu übertragen. Dies hat allerdings nichts mit der Lizenz zu tun, da diese ja nur befristet (eine Saison) ausgesprochen wird.

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