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Andi Obst: „Geld ist nebensächlich, wenn es um Erfahrung geht“

08.02.2018 || 10:42 Uhr von:
Andreas Obst, Oettinger Rockets Erfurt
Andi Obst ist bei den Rockets in Erfurt zum Nationalspieler geworden. Im Interview spricht der 21-jährige Guard über Verantwortung, Ivan Pavic und die Saison der Rockets.

basketball.de: Wie zufrieden bist du mit der Saison bisher?

Andreas Obst: Teils, teils. Persönlich bin ich fast zufrieden, es könnte natürlich immer besser sein. Mit dem Tabellenstand bin ich nicht so ganz zufrieden – er spiegelt nicht ganz wider, was wir leisten können.

Der Abstiegskampf ist in diesem Jahr sehr eng. Welche Sachen könnt und müsst ihr als Rockets noch besser machen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen?

Am Ende müssen wir noch konstanter in der Verteidigung werden. Stabil stehen, verteidigen und die einfachen Fehler abstellen. Wir müssen einfach unser Spiel weiterspielen, den Ball laufen lassen und als Mannschaft kämpfen.

Wenn man die Zusammenstellung eures Kaders betrachtet, sind die Rockets ein besonderes Team: Mit Retin Obasohan und Sava Lesic stehen nur zwei Importspieler voll im BBL-Kader. Wie ist es, in so einem sehr deutschen und sehr jungen Team zu spielen?

Das ist das, was jeder will. Das ist das, wo jeder Deutsche spielen will, der die Chance hat. Es zeigt, dass es möglich ist, mit jungen Deutschen zu spielen. Mit unseren beiden Ausländern zu spielen, macht Spaß. Sie machen das Teamspiel noch besser.

Du bist zu Ivan Pavic zurückgekehrt, der dich auch schon in Baunach gecoacht hat. War er auch ein Grund für den Wechsel? Zu einem bekannten Coach zu gehen, da es für dich eine ganz neue Situation war?

Auf jeden Fall. Ich habe mitverfolgt, wie sie aufgestiegen sind. Und als sie aufgestiegen sind, wusste ich, dass Ivan weiter Trainer bleiben wird. Ich wusste von vorneherein, wie er spielen will und dass er keine Lust hat, mit sechs Ausländern zu spielen, sondern auf junge Deutsche setzen will. Da habe ich gedacht: Eine bessere Option gibt es nicht. Geld ist nebensächlich, wenn es um diese Erfahrung geht.

Vertrauen, Obst, Gießen 46ers

Du hast Verantwortung angesprochen. Du bist zuvor aus dem Bamberger Nachwuchsprogramm aufgebrochen, um in Gießen den nächsten Schritt zu machen. Würdest du deinen Weg, der mit dem Schritt aus deiner Heimat nach Breitengüßbach begann, uneingeschränkt jungen Talenten weiterempfehlen?

Ja, definitiv! Ich würde jedem Spieler raten, zu einer Mannschaft zu gehen, wo er sich beweisen kann, wo er viel spielt und wo er Fehler machen darf. Woanders machst du als junger Deutscher einen Fehler und wirst direkt wieder ausgewechselt. Hier bist du da, um Fehler zu machen. Du kannst dich beweisen und deine Profikarriere selbst aufbauen. Hier ist man nicht nur Mitläufer, sondern hat seine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Am Anfang deiner Karriere bist aus Halle den Weg ins Bamberger Nachwuchsprogramm gegangen. Würdest du diesen Schritt auch immer wieder so gehen? Glaubst du, du wärst jetzt da, wo du bist, wenn du in Halle geblieben wärst?

In Halle definitiv nicht, da gibt es kein echtes Nachwuchsprogramm, sondern nur die Hobbyschiene. Das ist auch okay. Aber den Weg in ein solches Programm [wie in Bamberg] würde ich jedem empfehlen, der die Chance dazu hat. Man hat dort gute Konkurrenz, kämpft um seinen Spot und muss arbeiten. Es ist nicht immer einfach, aber es hilft auch der Charakterbildung. Mir zumindest.

Du bist aktuell einer der Leistungsträger der Rockets. Du triffst 40 Prozent deiner sechs Dreierversuche pro Spiel. Das sind sehr gute Werte. Was hat sich in deinem Spiel geändert, wo du jetzt in Erfurt Verantwortung schulterst?

Natürlich habe ich hier sehr viel Selbstvertrauen getankt. Ivan sagt, dass ich den Ball nehmen und Entscheidungen treffen darf. Ich habe hier viel Freiheiten – das ist das beste, was einem jungen Spieler passieren kann. Das gibt es in Deutschland selten, das ist sogar einmalig. Das ist schon sehr geil!

Gibt es etwas in deinem Spiel, das du in dieser Zeit schon sehr verbessert hast?

Das abgeklärte Spiel. Und ich bin ein bisschen tougher geworden. Ich merke, dass alle darauf spekulieren, meinen Wurf wegzunehmen, und dass sie mich enger verteidigen. Das zwingt mich dazu, abseits vom Ball besser zu stehen und auch mehr zu penetrieren. Dabei wird dann auch das Ballhandling und der Rollout automatisch verbessert.

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für den Rest der Saison!

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