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Göttingen: Mehr Spaß und mehr Siege

05.01.2017 || 14:11 Uhr von:
Zuerst die gute Nachricht: Die BG Göttingen steht nach dem Abschluss der Hinrunde mit sechs Siegen im gesicherten Mittelfeld. Der Abstieg ist kein Thema.

Die BG Göttingen ist nach zuletzt zwei Niederlagen auf den zwölften Platz in der Tabelle abgerutscht, ist dabei aber punktgleich mit dem Zehnten. Die Veilchen haben sogar sieben Spiele gewonnen, doch Phoenix Hagen wurde nach dem Lizenzentzug bekanntlich aus der Wertung genommen. RASTA Vechta belegt mit nur einem Sieg den einzigen noch auszuspielenden Abstiegsplatz. Das Polster ist groß: fünf Siege plus der direkte Vergleich, denn das Spiel gegen Vechta gewannen die Göttinger mit 20 Punkten Vorsprung. Braunschweig und Tübingen haben auch erst drei Siege auf der Habenseite, die BG besiegte beide. Kein Grund, sich auszuruhen, aber das Team von Coach Johan Roijakkers ist auf dem Weg zum Saisonziel Klassenerhalt gut unterwegs.

Nun die schlechte Nachricht: 17 Spiele gespielt, und noch kein einziger Göttinger Spieler hat es in die wöchentliche Top-Ten von TelekomBasketball geschafft, zumindest nicht auf die richtige Seite des Posters. Ausgetauscht wurde jedoch noch niemand. Alle sind gekommen, um zu bleiben! Ein Motto, welches die CSU in Schrecken versetzt, zeugt in Göttingen von einer diesmal gelungenen Kaderplanung. Letztes Jahr hatte man noch sieben falsche Spieler ausprobiert und am Ende immer noch nicht die Richtigen, aber glücklicherweise wenigstens Robert Kulawick! Nach der schweren Verletzung von Andrej Mangold zu Beginn der Vorbereitung blieb die BG bisher von weiterem größeren Verletzungspech verschont.

Coach Johan Roijakkers hatte bei seinem Team von der ersten Woche an ein gutes Gefühl. In der ersten Woche hatte er „schon mehr Spaß als in der gesamten letzten Saison“. Er garantierte im Interview nicht mehr Siege, aber mehr Spaß und dass sein Team niemals aufgeben und immer hart arbeiten würde. Roijakkers lag mit seiner Einschätzung richtig. Er hat in Göttingen sogar so viel Spaß und Göttingen mit ihm, dass der Vertrag dieser seit 2012 laufenden Erfolgsgeschichte zu Weihnachten vorzeitig bis 2021 verlängert wurde. Ganz anders als im Vorjahr überzeugte die BG von Beginn an und war sofort konkurrenzfähig.

Johan Roijakkers Göttingen

Nach dem erwartbaren Auftaktsieg in Hagen gewann die BG am nächsten Spieltag sogar in Ludwigsburg. Nach dem gelungenem Start bescherte der Spielplan starke Gegner. Es gab die erwartbaren Niederlagen, aber die BG überzeugte spielerisch und agierte über weite Phasen auf Augenhöhe. Am sechsten Spieltag steigerte sich die gute Laune zur Euphorie. Alex Ruoffs von Ludwigsburg getrennter Weg führte ihn direkt nach Göttingen. Finanzstarke Unterstützer hatten ihrem Liebling aus den Jahren 2013 bis 2015 einen lila Teppich ausgerollt. Der vielseitige Flügelspieler fügte sich problemlos ein und gab mit seiner spielerischen Klasse und seiner Fähigkeit zu kreieren einem funktionierenden Team eine neue Qualität. Mit der Verpflichtung des sechsten Ausländers ist die BG nun komplett, und Johan Roijakkers kann zumindest für diese Saison aufhören zu telefonieren.

„Ich telefoniere jede Woche und frage: ,Wie gehts? Was machst du? Spielst du für uns für dieses Geld?'“ – Johan Roijakkers im basketball.de-Interivew vom September 2016

Von Ende Oktober bis Anfang Dezember gewann die BG vier von fünf Spielen. Die Veilchen bezwangen die meisten Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Nur zu Hause gegen Gießen und Jena enttäuschte Göttingen und verlor verdient.

Fakten, Fakten

Im letzten Jahr standen nach der Hinrunde gerade einmal vier Siege zu Buche, und die BG war Vorletzter. Nichts sah gut aus. Jetzt hat Göttingen bereits zur Halbzeit nur zwei Siege weniger errungen als das letztjährige Team in der gesamten Saison (9)! Man braucht keine Zahlen, um zu sehen, dass die BG heute einen sehr viel besseren Basketball spielt, aber Zahlen helfen, um zu verstehen, warum dies so ist. Ein Blick auf die erweiterten Statistiken von basketball.de.

Offensive, Defensive und Net Rating

Offensive, Defensive – letztes Jahr war alles schlecht. Auf 100 Ballbesitze („possessions“) hochgerechnet erzielten Terrell Everett und Co. im Schnitt 104 Punkte und kassierten 117. Scott Eatherton und Kollegen erzielen etwas mehr Punkte, nämlich 107, vor allem aber lassen sie nur 106,75 Punkte des Gegners zu. Die Göttinger Defensivleistung ist überdurchschnittlich gut (Mittelwert 108,44). Nur sieben Teams sind besser. Da das Offensivrating mit 107 auch nur knapp unter dem Mittelwert von 108,44 liegt und nur acht Teams besser sind, ergibt sich ein positives Net-Rating von 0,25. Die BG erzielt also, immer hochgerechnet auf 100 Ballvorträge, 0,25 Punkte mehr als sie kassiert. Lediglich sieben Teams kommen auf einen besseren Wert. Bamberg führt mit +27, Vechta nimmt mit -12 die letzte Position ein. Der Vollständigkeit halber: Das Net-Rating der BG 15/16 betrug -13.

Die Konkurrenzfähigkeit der Veilchen wird auch bei der Betrachtung der Ergebnisse deutlich. Die Punktedifferenz ist bei den Niederlagen in der Regel max. knapp zweistellig. Klatschen mit mehr als 20 Punkten sind Ausnahmen (3. Spieltag: -32 vs. Bayern; 17. Spieltag: -24 in Ulm). In der Vorsaison waren die Göttinger Leistungen schlicht ligauntauglich. -20 betrug die durchschnittliche Punktedifferenz in den ersten neun Spielen.

Zwischenfazit

Die BG Göttingen verteidigt und scort insgesamt durchschnittlich. Was sich auf den ersten Blick bescheiden anhört, ist für ein Team mit dem Saisonziel Klassenerhalt eine sehr gute Nachricht! Wenn man die graphische Darstellung der obigen Werte im Saisonverlauf betrachtet, fällt auf, dass nichts auffällt. Die leichten Ausschläge sind dem Spielplan geschuldet. Wenn man im Oktober auf viele Clubs mit B am Anfang trifft, muss man als BG Göttingen bei gleicher Leistung mehr Punkte hinnehmen und scort weniger als in den nächsten Monaten gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte.

Pace

Johan Roijakkers wollte „jung und wild sein“. Wer will das nicht? Er wollte schnellen Basketball. Wer schnell den Abschluss sucht, hat viele Ballbesitze. Die BG kommt im Schnitt auf 73 Possessions pro Spiel und damit auf eine genauso durchschnittliche Pace wie im letzten Jahr. Tatsächlich spielt Göttingen sogar noch langsamer, denn auch Rebounds erhöhen die Anzahl der Ballbesitze und in diesem Bereich ist, soviel sei vorweggenommen, die BG viel besser als im Vorjahr. Warum spielt die BG langsamer als geplant? Der Kader ist im Laufe der Vorbereitung und der Saison rapide gealtert (Altersschnitt 25,4 Jahre). Das lag nicht an Roijakkers Trainingsmethoden, sondern daran, dass mit Benas Veikalas (34), Adam Waleskowski (34) und Alex Ruoff (30) drei Veteranen zum Team stießen.

Wurfauswahl

Über 45% der Göttinger Würfe kommen aus der Nahdistanz. Das ist ein hoher Anteil. Nur Bayreuth (48%) und Ludwigsburg (47%) nehmen mehr Würfe direkt am Brett. 31% der Würfe kommen von jenseits der Dreierlinie – Ligamittelfeld. Mit einer Wurfquote von 34,5% gehört die BG zu den schlechteren Dreierteams (Platz 14), während die Zweierquote mit 52,5% im Ligavergleich passabel ist (Platz 10). Man tut also, was man kann! Im letzten Jahr konnte das Team nicht viel, und es wurde nur selten der Weg zum Korb gesucht. Lieber wurde von außen draufgehalten (Wurfanteil Nahdistanz 38%; Anteil Dreier 39%). Dieser Befund kann als Hinweis auf eine deutlich bessere Mentalität des aktuellen Teams gesehen werden, denn das Leben in der Zone ist deutlich unangenehmer als außerhalb. Man braucht neben Können vor allem Einsatzbereitschaft und Mut, um zum Korb durchzuziehen oder sich im Low-Post durchzusetzen. In der Zone werden außerdem die Fouls gezogen, weshalb die BG öfter an der Freiwurflinie steht als letztes Jahr (19,1 vs. 15,5). Die beiden besten Scorer Ruoff und Eatherton stehen vorbildhaft für diese Spielweise. Der eine zieht zum und der andere wühlt unter dem Korb. Beide treffen hochprozentig.

Basis aller offensiven Bemühungen auf dem Parkett ist weiterhin die „open Offense“. Die Spieler agieren relativ frei und flexibel und sollen sich im Teamspiel gute Würfe kreieren. Roijakkers will „wilde“ Pässe sehen, um so zu einfachen Punkten zu kommen und fehlende Eins-gegen-Eins-Qualitäten wettzumachen. Mit 18,4 Assists liegen die Veilchen in der teamorientierteren Hälfte der Tabelle. 16,5 Turnover werden als Liganegativrekord von Coach Roijakkers fatalistisch hingenommen. Wild halt…

Rebounding

Aufgrund der fehlenden Größe und Masse der Spieler ist das Rebounding in Göttingen eine anspruchsvolle Aufgabe. Selbst im sensationellen Aufstiegsjahr mit Raymar Morgan und Co. befand sich die BG bei der Defensivreboundquote im unteren Drittel. Im letzten Jahr war es ganz schlimm. Im Offensivrebound, wo Schnelligkeit vieles ausgleichen kann, sah es immer deutlich besser aus, und man bewegte sich im Ligamittelfeld. Falls die BG ihre Spieler dieses Jahr nach gefangenen Abprallern bezahlen sollte, wird Center Scott Eatherton Göttingen als reicher Mann verlassen und die BG Göttingen Hagen in den Konkurs folgen. Bei der Defensivreboundquote belegt die BG mit 73% den vierten Platz. Bei der Offensivreboundquote ist Göttingen zum Monster mutiert und mit 38% einsame Ligaspitze.

Göttingen in der Einzelkritik

Die Lichtgestalten

Alex Ruoff (SF/ SG): 31 MpG; 15,1 PpG; 50,4% FG; 29,8% 3FG; 3,9 RpG; 4,9 ApG; 3,2 TpG; 16,3 Eff

Ruoff ist seit dem sechsten Spieltag zurück in Göttingen. Er ist mit 30 Jahren auf dem Höhepunkt seines Schaffens: viel Erfahrung, und die Athletik ist noch da. Er ist der Leader, kontrolliert das Göttinger Spiel, agiert enorm vielseitig und ist der beste Eins-gegen-Eins-Spieler. Ruoff kann und macht alles, liefert konstant Topleistungen ab. Er spielt uneigennützig und macht seine Mitspieler besser, übernimmt anders als früher aber auch als Scorer Verantwortung. Die Ballverluste werden für Roijakkers akzeptabel sein, denn wenn Ruoffs Zuspiele durchkommen, gibt es meistens einfache Punkte. Alex weiß, was er tut. Er ist ein streaky shooter: Wenn er heiß ist, trifft er aus der Distanz. Wenn nicht, dann nicht. Anders als Patrick in Ludwigsburg, baut Roijakkers auf Alex‘ Stärken und gibt ihm die Freiheit um glücklich zu sein. Lieblingsmove: Ruoff liebt den Assist! Pick&Roll, Kickout, Backdoor, Outlet… Wenn er selbst scoren will, zieht er bis zum Korb und legt den Ball auch mit Kontakt gegen einen oder mehrere Verteidiger rein. Kein Guard oder Small Forward außer Marcos Knight trifft pro Spiel so viele Zweipunktewürfe (4,6; Platz 7 in der Liga).

Alex Ruoff Göttingen

Scott Eatherton (C): 27 MpG; 13,9 PpG; 61,3% FG; 82,5% FT; 7,5 RpG; 3,1 ORpG; 1,8 ApG; 18 Eff

Trifft pro Spiel mit 4,8 im Schnitt noch mehr Zweipunktewürfe als Ruoff (Platz 6). Eatherton ist der Hauptgewinn. Trotz guter Vorbereitung hat niemand damit gerechnet, dass der gerade 25-jährige schmächtige Amerikaner aus der zweiten italienischen Liga auf Anhieb die Liga rockt. Eatherton ist der beste Offensivrebounder der Liga und der zweitbeste Rebounder insgesamt. Er ist neben Ruoff die Konstante im Göttinger Spiel. Lieblingsmove: Eatherton hat ein großes Arsenal an Centermoves, er kann aber auch den offen Dreier treffen. Effektivste Waffe ist jedoch der Offensivrebound: Ball runterpflücken, antäuschen, hochgehen, reinlegen, Bonusfreiwurf verwandeln… Für seine Größe ist er wie zuvor Harper Kamp beweglich, hat ein relativ gutes Ballhandling und ist ein guter Passgeber.

Sehr helle Erscheinungen

Leon Williams (PG/ SG): 20 MpG; 5,7 PpG; 44,1% FG; 48,0% 3FG; 2,3 ApG; 4,9 Eff

Der 25-jährige Niederländer ist der Backup auf den Guardpositionen, ist aber auch schon fünfmal gestartet. Er erledigt seinen Job nahezu perfekt und hat bisher alle Erwartungen übertroffen. Bei seiner ersten Station außerhalb der Heimat fand er sich auf Anhieb zurecht und zeigte von wenigen Ausnahmen abgesehen konstant gute Leistungen. Er ist schneller als Sanders und bringt Tempo ins Spiel. Er verteidigt gut und nimmt und trifft seine offenen Würfe hochprozentig.

Adam Waleskowski (PF): 21 MpG; 9,7 PpG; 45,9% FG; 21,1% 3FG; 4,1 RpG; 9,9 Eff

Der 34-jährige Deutsch-Amerikaner gibt dem Team Erfahrung und Härte. Er kommt schnell von der Bank ins Spiel, wenn Roijakkers das Spiel seiner Starter zu soft findet. Waleskowski steht in den wichtigen Phasen auf dem Feld. Wo andere die Nerven verlieren, bleibt Adam cool und legt den Gamewinner wie in Braunschweig einfach rein. Er ist mehr gefordert als in Ludwigsburg, spielt fünf Minuten länger und hat seine Stats hochgeschraubt. In der Offense spielt er oft so flink wie ein 25-jähriger, in der Defense wirkt er so alt wie er ist. Für das Foul reicht die Schnelligkeit aber noch. Seine Floater und eingesprungenen Hakenwürfe aus der Nah- und Mitteldistanz sehen komisch aus und landen oft im Korb. Seine Dreipunktwürfe sind dagegen nur komisch. Starkes Rebounding!

Adam Waleskowski Göttingen

Mehr Licht als Schatten

Jesse Sanders (PG): 26 MpG; 9,8 PpG; 49,0% FG; 42,0% 3FG; 88,0% FT; 3,3 RpG; 4,8 ApG; 3,0 TpG; 12,6 Eff

Der 27-jährige Amerikaner sollte der „Motor“ des angestrebten Tempobasketballs sein. Die Vorbereitung verlief vielversprechend, danach plagte er sich mit einer ominösen Handverletzung und fand nur schwer in die Saison. Er konnte phasenweise wenig oder gar nicht trainieren, nur mit seiner schwächeren linken Hand dribbeln. Seit Ende Oktober startet er und kommt zunehmend besser zurecht. Die Statline sieht gut aus. Aus der Distanz wirft er nur sehr selten (11 Treffer in der gesamten Hinrunde). Er ist zwar für einen Aufbauspieler nicht schnell, war El-Amin auch nicht, nutzt aber seinen kräftigen Körper gut aus um zum Korb zu ziehen. Auch bei den starken 3,3 Rebounds profitiert er von seiner Physis. Seine Pässe sind ähnlich wild wie Ruoffs, man hat aber den Eindruck, dass sie häufig weniger kontrolliert und überlegt sind. Sanders killt sein Team regelmäßig durch unglückliche Aktionen und vermeidbare Fehler, gerade in wichtigen Phasen!

Benas Veikalas (SG): 26 MpG; 11,7 PpG; 36,8% FG; 33,7% 3P; 3,6 RpG; 2,5 ApG; 9,7 Eff

Veikalas ist mit seinem Alter von 33 etwas in die Jahre gekommen. Seine Zeiten als Teamleader wie in Bonn sind vorbei. Er hat in seiner Karriere meistens um die 40% von der Dreierlinie getroffen, in Göttingen seinen Wurf aber noch nicht gefunden. Trotzdem ist er mit seinem vorbildlichen Arbeitseinsatz und seiner enormen Erfahrung enorm wichtig für das Team. Veikalas kommt von der Bank, steht aber meistens in den wichtigen Phasen auf dem Parkett. Besonders in kritischen Situationen, wenn es gilt einen Lauf des Gegners zu stoppen oder am Ende eines Spiels, übernimmt Benas Verantwortung. Mit typischen veteran-plays narrt er die gegnerische Verteidigung, netzt den Dreier ein oder zieht zum Korb.

Darius Carter (PF): 17 MpG; 8,0 PpG; 49,5% FG; 56,5% FT; 4,1 RpG; 7,5 Eff

Carter ist mit seiner Physis und Athletik prädestiniert für die Top-Ten, übt aber noch. Anders als sein Frontcourt-Kollege Eatherton hatte Carter anfangs große Probleme sich an die Liga zu gewöhnen und verlor erstmal jegliches Selbstvertrauen. Er überzeugte zunächst mit sehr guten Trainingsleistungen und dann mehr und mehr auch in der Liga. Nachdem er anfangs von der Bank kam, startete er in den letzten 10 Spielen neben Eatherton. Carter bringt alles mit, um ein guter BBL-Starter zu sein, wirkt aber oft noch etwas unreif und macht viele vermeidbare Fehler. Er hat noch nicht soviele Centermoves wie Eatherton, nimmt lieber den Wurf aus der Mitteldistanz. Zuletzt versenkte er sogar einige Dreier. Sehr schwacher Freiwerfer, starker Rebounder.

Darius Carter Göttingen

Mehr Schatten als Licht

Mathis Mönninghoff (SG): 26 MpG; 6,2 PpG; 34% FG; 35,7% 3FG; 3,2 RpG; 1,8 ApG; 1,5 TpG; 6,6 Eff

Aus jungen Talenten werden ewige Talente, wenn sie den nächsten Schritt nicht machen. Sein Trainer glaubte im Sommer diesen Schritt gesehen zu haben und legte die Latte hoch: „Da muss ein Mathis Mönninghoff dieses Jahr mal zeigen, dass er ein deutscher Topspieler ist. Es wird Zeit für ihn jetzt. Dieses Team braucht seine Fähigkeit Spieler auszuschalten, und er muss mir 10 Punkte geben, fünf Rebounds und fünf Assists.“ Nun ja… Mönninghoff spielt vier Minuten länger und holt einen Rebound mehr. Die Trefferquote aus der Distanz ist für einen Shooter mit 35,7% weiterhin nicht gut, die Feldwurfquote ist von schlechten 39,5% im Vorjahr auf sehr schlechte 34% gefallen. Man muss zugestehen, dass Roijakkers seine Aussagen vor der Verpflichtung von Ruoff getan hat. Es ist anzunehmen, dass Mönninghoff dadurch entlastet wird und sich mehr auf die Defense konzentrieren soll. In diesem Bereich macht Mönninghoff meistens einen guten Job und ist vermutlich der beste Verteidiger im Team. In den letzten sieben Spielen hat Mönninghoff in fünf Spielen nur 2 Punkte oder weniger gemacht. Das ist für Göttingen ein großes Problem.

Malte Schwarz (SG): 14 MpG; 3,4 PpG; 36,4% FG; 35,1% 3FG; 3,5 Eff

Schwarz macht einen besseren Eindruck als im letzten Jahr, wo er hinter Kulawick kaum zum Zuge kam. Er gibt den Startern wichtige Pausen. Beim Heimsieg gegen Tübingen zeigte er, was er zu leisten im Stande ist. Er traf hochprozentig vier seiner Würfe, darunter zwei Dreier und erzielte 10 Punkte. Hinzu kamen 5 Rebounds. Er müsste zusammen mit Spohr häufiger den Energizer geben.

Dominik Spohr (SF/ PF): 11 MpG; 3,1 PpG; 45,7% FG; 40,9% FG; 1,4 RpG; 3,6 Eff

Der Kapitän sieht kaum noch Spielzeit. Im Schnitt steht er 7 Minuten weniger auf dem Parkett als im Vorjahr, oft kommt er über Kurzeinsätze nicht hinaus. Die Werte haben sich fast halbiert. Ihm geht es ein wenig wie seinem Kollegen aus Hagener Zeit Malte Schwarz im letzten Jahr. Hinter den vielen starken Flügelspielern (Waleskowski, Carter, z.T. Ruoff) bleibt kaum Spielzeit. So fand er nur schwer in die Saison. Zuletzt schien er aber mehr und mehr seinen Rhythmus zu finden. Die BG braucht ihren Kapitän als Energizer (siehe oben), der das Publikum und das Team mit seiner Energie mitreißt.

Finster/ Totalausfall

…gibt es diesmal nicht!

Benas Veikalas Göttingen

Ausblick

Die Situation der BG Göttingen ist gut. Dies ist vor allem dem guten Saisonstart und der Leistung der ersten zwei Monate zu verdanken. Der nicht nur selbst erklärte Abstiegskandidat hat positiv überrascht und stand nach den ersten zehn Spielen mit einem ausgeglichenem Punktekonto da (5-5). Danach folgte zu Hause gegen Gießen die erste schwache Saisonleistung. Die Entwicklung seitdem ist noch nicht besorgniserregend, aber doch durchwachsen. Haben einige Spieler overperformed und sich nun auf ihr normales Niveau eingependelt? Nehmen die Gegner die BG nun ernster und stellen sich z.B. besser auf Eatherton ein? Der Jahresabschluss war denkbar schlecht, und Coach Roijakkers äußerte erstmals grundsätzliche Zweifel an seiner Mannschaft:

„Das war heute unser schlechtestes Spiel der Saison. Es hat mich stark daran erinnert, wie wir letztes Jahr gespielt haben. Unser Auftreten, unsere Körpersprache – das war alles nicht professionell. Jetzt müssen wir klären, ob das heute eine Ausnahme war.“ (Johan Roijakkers)

Schockierend oder alles Taktik? Roijakkers war vier Tage vorher nach der knappen Niederlage in Würzburg noch sehr zufrieden:

„Ich kann nicht unzufrieden sein, wenn wir am Ende einen Wurf haben, um das Spiel zu gewinnen. (…) Wir können sehr zufrieden sein, nur mit dem ersten Viertel nicht.“ (Johan Roijakkers)

Nach der Niederlage gegen Jena bejahte Roijakkers im Interview mit Stefan Koch den Lokhallenfluch und sagte vorher, dass sein Team das nächste Spiel in der Lokhalle wahrscheinlich auch verlieren würde, weil die Spieler dort nicht spielen wollten. Es kam anders. Der Fluch wurde gebrochen und Tübingen aus der Halle geschossen. Wir werden sehen, was am 6.1. gegen Bauermanns Würzburger in der S-Arena passiert. Nochmal sechs Siege zu holen, dürfte für die BG in der Rückrunde schwierig werden. Der Spielplan ist ungünstiger, und es könnte sich auch mal jemand verletzen und länger ausfallen. Zwölf Siege werden aber auch kaum nötig sein, um dieses Jahr die Klasse zu halten. Letztes Jahr reichten schlechten Göttingern neun Siege. Das sollte auch 2017 mindestens möglich sein.

Göttingen: Mehr Spaß und mehr Siege
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