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Ganz schwere Kost

01.02.2016 || 08:47 Uhr von:
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Lange hatten die Bayreuther bei den FRAPORT SKYLINERS alles im Griff, doch dann kamen Theodore, Scrubb und Robertson – und holten den zehnten Sieg in Folge für ihre Farben.

Als klarer Favorit gingen die FRAPORT SKYLINERS in ihre Partie gegen medi bayreuth. Zwar hatte die Mannschaft von Gordon Herbert das Hinspiel in Oberfranken noch verloren, doch die Tabellensituation, der aktuelle Trend (die Frankfurter hatten wettbewerbsübergreifend die vergangenen neun Spiele allesamt gewonnen) und die Tatsache, dass das Spiel in Frankfurt ausgetragen wurde, schienen alles Gründe für einen Erfolg der Hessen zu sein.

Nach einem Stotterstart …

Zum ersten Viertel ist nicht viel zu sagen. Es verlief unspektakulär, ging immer wieder hin und her, Bayreuth traf seine Würfe, bei Frankfurt stand Johannes Voigtmann dreimal goldrichtig und erzielte sechs Punkte – es sollten jedoch die letzten des deutschen Nationalspielers an diesem Abend bleiben. Denn wie beinahe sein komplettes Team fiel der Center zu Beginn des zweiten Viertels in ein tiefes Loch. Lief der Ball zu Beginn des Spiels noch recht gut, so verlor das Team von Gordon Herbert in der Offense total den Faden, was von den Gästen eiskalt bestraft wurde. Denn die spielten weiterhin seelenruhig ihren Stiefel runter und trafen ihre Würfe.

Selbst beim Rebounding, bei dem die FRAPORT SKYLINERS zu Beginn des Spiels noch sehr aktiv waren, gewannen die Gäste zusehends die Oberhand. Gekrönt wurde diese starke Bayreuther Phase durch einen Monster-Block von Daniel Mullings, der John Littles Korbleger-Versuch aus der Luft abfing und direkt in einen Gegenangriff ummünzte — ein potenzielles „Play of the Year“. 29 Punkte hatten die Skyliners zur Pause erzielt, die Gäste immerhin 39.

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… läuft es weiterhin nicht …

Die zweite Halbzeit wurde durch einen Dreier von Jordan Theodore eingeläutet, der sich in der ersten Halbzeit einmal mehr dezent zurückhielt und einige Minuten auf der Bank verbrachte. Doch im Anschluss daran wurde deutlich, dass die Offensiv-Maschinerie weiterhin extrem stotterte. Bestes Beispiel: Johannes Voigtmann (!) spielt einen Fehlpass. Wie oft hat es das in dieser Saison schon gegeben? Und nicht nur einen, sondern gleich fünf. Es war eben nicht sein Tag …

Die Frankfurter Verteidigung hingegen avancierte im dritten Viertel zu der so oft gepriesenen „besten Defensive der Liga“. Dank höherer Intensität am eigenen Ende des Feldes schafften es Quantez Robertson und Co. immer wieder, Ballverluste des Gegners zu forcieren. 24 sollten es am Ende sein, elf Turnover mehr als die FRAPORT SKYLINERS. Und wenn wir gerade von Quantez Robertson sprechen: An einem Abend, der für 90 Prozent der Skyliners-Spieler gebraucht war, war „Tez“ wie so oft die Konstante im Spiel. Hinten verteidigte er die Bayreuth-Wings um John Flowers (acht Punkte, 3/8 FG) stark, vorne nahm er das Heft selbst in die Hand und agierte als einziger Spieler seines Teams in den ersten drei Vierteln in Normalform.

Die Wurfquoten zum Ende des dritten Viertels waren trotzdem miserabel. 38 Prozent aus dem Feld, 24 Prozent von der Dreierlinie, 60 Prozent von der Freiwurflinie – immerhin konnten sich die Hessen durch einen Dreier von Aaron Doornekamp zwei Sekunden vor dem Ende noch einmal auf vier Zähler heranarbeiten.

Philip Scrubb, der in seinen ersten Spielen noch überzeugend agiert hatte, konnte sich gar nicht mehr auf seinen Wurfrhythmus verlassen, traf in der ersten Halbzeit sogar mit einem Dreierversuch aus der Ecke die Seite des Backboards. Mitte des dritten Viertels wären wohl nicht viele überrascht gewesen, wenn medi bayreuth tatsächlich die Überraschung geschafft und die Punkte aus Hessen entführt hätten.

… bis zum vierten Viertel!

Aber dafür hätten die Bayreuther – gerade wenn sie gegen ein Top-Team der Liga spielen, welches die FRAPORT SKYLINERS mittlerweile zweifelsohne darstellen – über vier Viertel lang gut spielen müsse. Und genau das tat medi eben nicht. Der Vorsprung, der im zweiten Viertel bereits 15 Zähler betrug, wurde bereits auf vier Pünktchen reduziert, ehe der finale Spielabschnitt anbrach. Und auch in diesem sollten zunächst die Frankfurter Akzente setzen. Die Stimmung in der FRAPORT Arena kochte fast über, es war ohrenbetäubend laut, und die Mannschaft von Gordon Herbert setzte immer mehr den Enthusiasmus seiner Fans auf dem Spielfeld um.

Jordan Theodore war es nun, der Verantwortung übernahm. Zehn Punkte, acht Assists, vier Rebounds, vier Steals und nur ein Turnover sollten am Ende in seiner Stat-Line stehen. Auch Philip Scrubb, der zuvor nichts im Korb untergebracht hatte, konnte in der kritischen Phase zwei Dreier versenken. Auf Seiten der Gäste war es Routinier Steve Wachalski, der zuschlug, als es kritisch wurde; er verwandelte seinen vierten Dreier des Abends zum 65:69 aus Sicht des Heimteams. Theodore brachte seine Farben 42,1 Sekunden vor Schluss 70:69 in Führung, auf der Gegenseite verwandelt Kenneth Horton zwei Freiwürfe zum 70:71.

Zeitreise

Rückblick: Am 11. Oktober 2015 gastieren die s.Oliver Baskets in der FRAPORT Arena. Der Aufsteiger ist – früh in der Saison – die Mannschaft der Stunde, während sich die Skyliners noch etwas in der Findungsphase befinden und dazu die Ausfälle ihres deutschen Triumvirats – bestehend aus Konstantin Klein, Danilo Barthel und Johannes Voigtmann – zu beklagen haben. Das Spiel ist lange offen, dann gehen die Würzburger durch Cameron Long mit 77:75 in Führung.

Letzter Angriff der FRAPORT SKYLINERS: Jordan Theodore zieht mit Ball in die Zone, könnte theoretisch selbst abschließen, um möglicherweise eine Verlängerung zu erzwingen, entscheidet sich aber für den Kick-Out-Pass zum ganz blanken John Little in die linke Ecke, der den Ball aber meilenweit am Korb vorbeiwirft. Eine Szene, die im Anschluss heiß diskutiert wurde. Hätte Theodore auf Konfrontationskurs mit den Würzburger Bigs gehen und es selbst versuchen sollen? Oder hat er alles richtig gemacht?

Wir reisen zurück zum 31. Januar 2016. FRAPORT SKYLINERS gegen medi bayreuth. Jordan Theodore hat den Ball, zieht in die Zone, könnte selbst abschließen (in diesem Fall hätte ein Zweipunktwurf sogar zum Sieg gereicht), spielt stattdessen aber einen Kick-Out-Pass in die rechte Ecke zum ganz blanken Quantez Robertson. Der überragende Mann des Abends steigt hoch … und verwandelt eiskalt! In dieser Situation hat Jordan Theodore also alles richtig gemacht; Robertson sowieso.

Nie aufgesteckt

In der Defense wird Jake Odum dann so gut verteidigt, dass erneut Robertson seinen laschen Pass abfängt und den Fastbreak per Dunk beendet. Es sollte die letzte Aktion eines spannenden Spiels sein; Robertson beendet die Partie mit 23 Zählern (9/16 FG, 2/5 3FG), acht Rebounds, vier Assists, drei Steals und einem Plus-Minus-Rating von 17, dem besten Wert aller Spieler.

Dass die FRAPORT SKYLINERS diese Partie gegen medi bayreuth schlussendlich doch noch mit 75:71 gewinnen, ist zu einem nicht unerheblichen Teil ihrem Dauerbrenner zu verdanken. Aber auch der Tatsache, dass die Köpfe niemals hängen gelassen wurden, dass die Fans auch bei einem 15-Punkte-Rückstand ihre Farben nach vorne peitschten und die Spieler ihre Anhänger schlussendlich mit einer verbesserten Defensivleistung und im vierten Viertel dann auch einer starken Leistung am anderen Ende des Courts belohnten.

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