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Vom Bordstein bis zu den Skyliners

28.01.2016 || 09:05 Uhr von:
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Die FRAPORT SKYLINERS haben mit ihrem Fokus auf deutsche Talente eine Blaupause gezeichnet. Wie sind Voigtmann, Barthel und Klein in Frankfurt eingebunden? Eine Analyse.

Als schwarzes Loch wird in der Physik ein Objekt definiert, dessen Gravitation so stark ist, dass Materie einmal angezogen, nicht wieder nach außen gelangen kann. Ein schwarzes Loch auf den Basketball umgemünzt, würde demnach ganz oben bei der „Touch Time“ rangieren.

Vom All zurück auf die Bretter: Ein Spieler hält in diesen Ausführungen lange Zeit den Ball in den Händen, ehe er das Spielgerät wieder abgibt – oder dies gar nicht mehr tut. Eine ballanziehende Wirkung besitzen nach Aufbauspielern vor allem Akteure im Low-Post, wenn sie mit dem Rücken zum Korb ihren Verteidiger wegschieben und sich selbst in eine korbnahe Wurfposition bringen wollen.

Ein derartiges Phänomen findet man in Johannes Voigtmanns Offensivspiel kaum. Der Big Man der FRAPORT SKYLINERS nennt zwar auch ein versiertes Post-Game sein Eigen, doch vor allem mit seiner Übersicht und seinen Passfertigkeiten hat sich der 23-Jährige als vielleicht bester Center der BBL etabliert – oder vielmehr „Point Center“.

Und doch findet man in der jüngeren Basketballvita Voigtmanns ein schwarzes Loch, besser gesagt: einen schwarzen Fleck auf dem Videowürfel. Als das Beko BBL Allstar Game läuft, ist Voigtmanns Aktion auf einer der vier Seiten des Videowürfels in der Bamberger brose Arena omnipräsent. Als Adjutant von Dunk-Teilnehmer Daniel Theis hatte Voigtmann den Ball an den Videowürfel gepasst – die LED-Leuchten erstarrten ob Voigtmanns Assist-Qualitäten.

Face-up-Game: Step-up-Time

Natürlich, im Allstar Day steckt nichts weiter als ein Show-Event, das sich der Ableitung auf die Wettkampfebene verwehrt. Und doch lässt eine (weitere) Aktion aus dem Sternchen-Spiel die Basketballherzen höher schlagen. Das vierte Viertel, knapp drei Minuten zu spielen: Voigtmann zieht über halblinks zum Korb, springt zwischen zwei Verteidigern ab, passt den Ball in der Luft und hinter dem Rücken auf den in der Ecke postierten Karsten Tadda – Swish. Welcher Big Men der BBL hätte nach solcher einer Aktion nicht einen Assist, sondern einen Ballverlust verzeichnet? Wohl jeder außer Voigtmann.

„Wir [haben] 70 Prozent der Zeit Aufbauspieler-Training gemacht. […] Meine Übersicht und die Ballbehandlung rührt daher“, blickt Voigtmann im Interview mit André Voigt in der FIVE #124 auf seine Zeit am Sportinternat in Jena zurück. Und auch wenn der Big Man selbst meint, auf Bundesliganiveau nicht als Aufbauspieler agieren zu können, so blitzt so häufig seine Guard-Ausbildung durch.

Ein-Mann-Fastbreak mit abschließendem Dunk oder der Skip-Pass über das ganze Feld? Man sehe sich das im Folgenden angeführte Highlight-Video an. Voigtmann ist der Matrose unter den Big Men – oder wer navigiert so sicher von Küste zu Küste? Boden- und Lob-Pässe als High-Post-Schaltzentrale, einhändig aus dem Arm geschüttelte Kickout-Pässe nach dem Drive – JoVo-Ein-mal-Eins.

Seine Vielseitigkeit stellte Voigtmann auch beim jüngsten Pokal-Qualifikations-Spiel gegen die EWE Baskets Oldenburg unter Beweis: Der 24-Jährige initiierte den Schnellangriff, traf seine Würfe als abrollender oder herauspoppender Big Man und netzte seine beiden Dreier als Spot-up-Schütze ein.

Und auch hier machte sich wieder der Guard im Körper eines Centers bemerkbar: Bei seinen back-to-back-Dreiern Mitte des dritten Viertels steht Voigtmann nicht starr auf eine Stelle des Parketts, um auf das Anspiel zu warten, sondern macht den Schritt nach außen und feuert dann los. Dieser runde Bewegungsablauf und die Positionierung der Füße innerhalb kürzester Zeit bis zum Wurfversuch findet man bei kaum einem anderen Big Man vor (siehe Telekom-Basketball-Spielbericht ab 2:55 Minute).

Ungeachtet dieser Alleinstellungsmerkmale sollte man nicht vergessen, dass Voigtmann auch das klassische Spiel eines Big Men versteht: die Arbeit im Low-Post. Auch hier baut der Frankfurter auf ein gut ausgestattetes Arsenal. Die Hakenwürfe mit beiden Händen, Drop- und Jab-Steps, der Fadeaway – das alles sitzt bei Voigtmann.

Wenn in dieser Saison auch nicht so effizient. Voigtmann hat zwar an Masse verloren und an Beweglichkeit gewonnen, ihm täten aber noch ein paar mehr Muskeln gut, um sich noch besser in Post-ups durchzusetzen. Und so scheint bei Voigtmann derzeit eine Prämisse gegenüber allen Big Men mit Blick auf die Moderne klar: das Face-up-Game wird zur Step-up-Time.

 JohannesVoigtmannDanilo BarthelKonstantinKlein
Overall1,000,991001,211000,94
Freq%PPPFreq%PPPFreq%PPP
Transition5,61,607,51,257,81,00
Isolation3,30,673,81,5010,40,75
P&R Ballhandler0,00,028,61,27
P&R Man22,21,0011,30,830,0
Post-up23,30,7111,30,830,0
Spot-up14,41,0813,21,4323,40,89
Hand-off0,00,02,60,00
Cut13,31,0820,81,550,0
Off-Screen2,22,003,81,0014,31,00
Putbacks8,91,3818,91,302,60,50
Misc6,70,339,40,8010,40,50

Wo Barthel den Most holt

So sehr Voigtmann die Positionsetikette „Center“ obsolet macht, so sehr scheint auch im Frankfurter Spiel die Unterteilung zwischen Power Forward und Center nicht mehr einer klassischen Denkweise zu entsprechen. Denn in der Offensive agiert (der als Center geführte) Voigtmann eher so, wie man es von einem Power Forward vermutet; (der als Power Forward gelistete) Danilo Barthel hingegen bewegt sich mehr in Center-Regionen.

Während Barthel in dieser Saison weniger Dreier (1,2 pro Spiel) nimmt als noch in der vergangenen Saison (1,7), versucht es Voigtmann mit 1,9 Distanzversuchen pro Spiel fast doppelt so häufig von Downtown wie noch 2014/15. Am häufigsten schließt Barthel nach Cuts ab* – also nach Durchsteckern, wenn er beispielsweise durch einen Baseline-Cut durch die Verteidigung gedrungen ist, oder nach Pässen vom High- in den Low-Post, wenn sich Barthel bereits freigespielt hat; sei es durch Cuts oder nach indirekten Blöcken.

Barthels Anteile bei den Play-Type-Statistiken verdeutlichen, wie vielseitig er einsetzbar ist. Er besitzt den Wurf, um als Spot-up-Schütze in Erscheinung zu treten (auch wenn er das nicht mehr so häufig tut), aber auch die Schnelligkeit und Athletik, um den Abschluss aus dem Catch-and-Drive zu wählen. Dies gilt ebenso für den Fastbreak, den generell die Frankfurter Big-Men-Riege mitzulaufen weiß – auch wenn sich die SKYLINERS auf ein Halbfeldspiel fokussieren.

Barthel nimmt seine Abschlüsse am zweithäufigsten nach Offensiv-Rebounds. Dies verdeutlicht zum einen seine Vorliebe für den Zonenkampf; zum anderen auch, dass er bei den Frankfurtern seltener als direkte Option gesucht wird.

Nichtsdestotrotz ist Barthel eine Bereicherung für das Frankfurter Spiel – wie auch für den deutschen Basketball. Denn kein Big-Men-Duo in der BBL erhält zusammengenommen mehr Minuten als Barthel und Voigtmann. Frankfurts Coach Gordon Herbert favorisiert – entgegen des Trends – somit auch eine große Lineup, mit Forward Aaron Doornekamp als Small Forward.

Nun wird Barthel den Hessen auf Grund eines Sehnenabrisses im Finger fünf bis sieben Wochen nicht zur Verfügung stehen. Damit wird der Big Man nicht nur das Top Four verpassen, er könnte neben den BBL-Partien gegen Ludwigsburg und Bamberg auch die Spiele gegen Ulm und München fehlen (alle Duelle gegen Playoff-Konkurrenten zwischen dem 13.2 und 13.3.). Zwar haben die Frankfurter ohne Barthel in dieser Saison immerhin vier ihrer sechs Partien gewonnen, doch gerade durch sein Zusammenspiel mit Voigtmann ist Barthel so wichtig für das Frankfurter Offensivspiel.

Als Beispiel für die Harmonie des Duos darf folgende High-Low-Aktion aus der Partie bei den Telekom Baskets Bonn herhalten.

Jene Aktion entspringt aus einem Spielzug, welchen die SKYLINERS eigentlich mit einem anderen Ausstieg versehen hatten. Es verdeutlicht aber das Bewusstsein der Frankfurter Offensive ob der Verteidigung Bonns – sei es von den Passgebern oder von Barthel, der sich nach dem Fronten Aaron Whites gut in der Zone positioniert.

Auf Gordon Herberts Taktikbrett

Bei der Analyse der folgenden Spielzüge wird davon ausgegangen, dass Jordan Theodore (1), Quantez Robertson (2), Aaron Doornekamp (3), Danilo Barthel (4) und Johannes Voigtmann (5) die Starting Five bilden, welche aktuell auf Grund Barthels Verletzung natürlich nicht auf dem Parkett stehen kann.

Cross-Screens

Jordan Theodore bringt den Ball über die Mitte, Quantez Robertson und Aaron Doornekamp starten den Spielzug in den Ecken. Danilo Barthel steht tief am Zonenrand, Johannes Voigtmann an der Freiwurflinie. Dort stellt Voigtmann einen Cross-Screen für Doornekamp, der von der Ecke aus startet und nach dem Screen am Flügel den Ball von Theodore erhält.

Frankfurt_Cross-Screens_01

Robertson ist derweil auch Richtung Zone gestartet und stellt dort einen weiteren Cross-Screen für Barthel. Dieser curlt um den Block und positioniert sich auf der Ballseite im Low-Post, wo er das Eins-gegen-Eins suchen kann.

Frankfurt_Cross-Screens_02

Zweite Variante: Robertson stellt nicht den Block für Barthel, sondern cuttet zur Freiwurflinie, wo er einen Back-Screen für Voigtmann stellt – eine Screen-the-Screener-Aktion. Voigtmann kann entweder den Sprungwurf nach dem Block aus der Mitteldistanz nehmen oder ebenfalls um den Block curlen, um im Low-Post den Abschluss zu suchen.

Frankfurt_Cross-Screens_03

Dritte Variante: Nachdem Doornekamp über den High-Screen am Flügel angekommen ist, wird er nicht von Theodore angespielt. Stattdessen rotiert auch Barthel Richtung Freiwurflinie – die beiden Big Men stellen einen Staggered-Flare-Screen für den Flügelspieler. Bei dieser Variante handelt es sich beim Zweier meist um Konstantin Klein. Dieser nutzt diese Double-Screens, um in den freien Raum für den Dreier zu rotieren. Dies kann Klein auch per Elevator-Cut tun – also, in dem er zwischen die Blöcke der beiden Big Men schneidet.

Frankfurt_Cross-Screens_04

Sky-Klein-ers

„Ich werde im nächsten Jahr Dreier ohne Ende schießen, weil ich merke, dass mein Wurf stark ist“, hatte Konstantin Klein vor Saisonstart im Gespräch mit Tiago Pereira gesagt. „Warum sollte ich das nicht einsetzten?“ Diese Frage stellen sich auch die SKYLINERS nicht – denn nach Aktionen als Ballführer beim Pick-and-Roll und als Spot-up-Schütze schließt Klein am dritthäufigsten nach einem indirekten Block ab. Die Quote ist in dieser Hinsicht zwar noch ausbaufähig (33,3% 3FG), dennoch sind die Fortschritte Kleins beim Drei-Punkte-Wurf deutlich erkennbar.

Aktuell trifft der 24-Jährige 37,5 Prozent seiner Distanzwürfe – das ist zwar kein Karrierebestwert, jedoch nimmt er in dieser Saison 4,6 Dreier pro Spiel, wo es 2013/14 (39,8% 3FG) nur drei im Schnitt waren; bei diesem Volumen eine annehmbare Quote. Gerne nimmt Klein dabei auch den Dreier aus dem Pick-and-Roll, samt Crossover- und Step-Dribblings überzeugt Klein bei der Standardaktion eines Point Guards; jedoch nicht so sehr nach einem Drive.

Herbert zeichnet dabei noch einen Spielzug auf, in dem der Zweier nach indirekten Blöcken abschließen kann.

Down-Screens für einen Schützen

Theodore bringt über eine Seite den Ball nach vorne, Voigtmann tritt zur Dreierlinie heraus und erhält den Ball – gibt diesen aber gleich weiter auf den Flügel zu Doornekamp.

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Klein erhält von Barthel einen Down-Screen, sowie einen zweiten Block von Voigtmann an Höhe der Freiwurflinie, und kann, wie schon beim Spielzug zuvor, nach zwei indirekten Blöcken abdrücken.

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Der Zweier kann jedoch auch nach dem Catch den Drive wählen und um den Blocken des Centers curlen. Danach ist ein eigener Abschluss möglich, oder auch der Kickout-Pass auf den Vierer. Dies, wenn die Frankfurter kleiner und mit Doornekamp auf der Vier spielen.

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Überhaupt sind die die Flügel- und Big-Men-Positionen in diesem Spielzug in der Aufstellung variabel – somit auch die Ausstiege.

Zweite Variante: Hier haben Voigtmann und Barthel die Positionen getauscht. Barthel cuttet nach seinem Block an der Freiwurflinie tief in Richtung Korb.

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Voigtmann bietet sich von der Weakside kommend an, erhält den Cross-Pass von Doornekamp und kann auf Barthel durchstecken. Eine etwas andere High-Low-Aktion zwischen den beiden Big Men.

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Dribble Hand-offs

Als bester Frankfurter Schütze hat sich in dieser Saison Aaron Doornekamp etabliert (zum Scouting-Artikel von Simon Wisser). Einen Karrierebestwert von 47,2 Prozent seiner Dreier versenkt der kanadische Forward bislang. Einzig Bayreuths John Flowers trifft bei einem größeren Volumen als Doornekamp besser. Im folgenden Spielzug agiert Doornekamp auf der Vier.

Die beiden Big Men stehen in einer HORNS-Aufstellung. Theodore bringt den Ball über die rechte Seite und übergibt den Ball per Hand-off an Klein.

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Klein und Theodore tauschen die Positionen, Theodore geht in die Ecke. Klein geht in ein Pick-and-Roll mit Voigtmann über und passt den Ball auf Doornekamp.

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Doornekamp dribbelt seinerseits Richtung Ecke und übergibt den Ball per Hand-off auf Robertson. Voigtmann rotiert nach seinem Block für Klein mit …

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… und stellt einen Block für Robertson, der Richtung Korb zieht und auf den an der Dreierlinie postierten Doornekamp abgibt.

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Ist der Hand-off gut ausgeführt, stellt Doornekamp dabei selbst noch einen Block, in dem Robertson eng an Doornekamp vorbeischneidet. Je nachdem, wie die Verteidigung auf das nahende Pick-and-Roll zwischen Robertson und Voigtmann reagiert, kann Doornekamp auch sofort angespielt werden.

In diesem Spielzug variieren die Frankfurter bezüglich Ballvorträger und Flügelspielern – Theodore, Little, Klein und Robertson sind austauschbar. Insofern lässt Herbert dieses Play stets in einer Small-Ball-Lineup spielen.

Ob klein oder groß, Herbert ist mit beiden Varianten vertraut – da kann der Formationswechsel schon mal direkt folgen, wie in der Partie gegen die Basketball Löwen Braunschweig. Ende des ersten Viertels läuft eine Lineup mit Theodore, Klein und Little auf, ehe danach eine mit Voigtmann und Morrison auf dem Hartholz steht. Dies für drei Minuten, auf der erneut eine Drei-Guard-Lineup das Feld teilt.

Offensiv kann Voigtmann in einem Duett mit Morrison weiter die High-Post-Schaltzentrale geben, während Morrison in der Verteidigung für einen Center fix auf den Beinen ist und eh die Athletik mitbringt, um zu recovern. Und Little und Klein machen fehlende Größe mit Stärke und Galligkeit wett, um auch gegen Small Forwards zu bestehen.

Die SKYLINERS mögen für andere Teams in erster Linie auf Grund ihrer Verteidigung – samt Halbfeldspiel, Kettenhundduo Little/ Robertson, Doppeln im Post – unangenehm zu spielen sein, doch Herbert hat sowohl in den Lineups als auch in den Plays ein variables System installiert (welches in Theodore mit Crunchtime- und Robertson mit Glue-Guy-Qualitäten weitere Stützen bereithält, die hier noch gar nicht thematisiert wurden).

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The Skyliners‘ limit?

Ein System, das auf die Leistungen deutscher Akteure setzt. „Frankfurt ist der Blueprint, wie man in der BBL ohne Riesen-Etat überleben kann. Man hat lange in drei Deutsche investiert – jetzt hat man drei Granaten auf den deutschen Positionen“, zollte Per Günther im Telekom-Basketball-Interview vor dem Ulmer Heimspiel gegen Frankfurt Mitte Dezember Respekt und fügte an: „Es ist wohl das erste Mal der Gameplan, dass wir drei Deutschen stoppen müssen.“ Die SKYLINERS verloren zwar die Partie in Ulm, das deutsche Trio verzeichnete aber 35 der 61 Frankfurter Punkte.

Die SKYLINERS haben mit der Saison 2012/13 von Grund auf neu angefangen, unter anderem mit dem Augenmerk darauf, junge deutsche Talente aufzubauen – vom Bordstein sozusagen. In jener Spielzeit debütierten Klein und Voigtmann für die Frankfurter; beide sowie Barthel waren noch mit einer Doppellizenz ausgestattet. Und damals kämpften die SKYLINERS noch um den Klassenerhalt, den sie erst am letzten Spieltag im Do-or-Die gegen Ludwigsburg sicherstellten.

Der erste Playoff-Einzug nach 2011, eine Final-Four-Teilnahme in der FIBA EuroChallenge sowie individuelle Auszeichnungen für Barthel (MIP 2013/14) und Voigtmann (MIP & beste Nachwuchsspieler 2014/15) sind seitdem dazugekommen – und eine Menge Respekt für ihre Arbeit und ihren Fokus auf die Nachwuchsarbeit. Vom Bordstein ging es Stück für Stück zu einem Wolkenkratzer.

Wo man wieder an den Punkt der Physik und Gravitation angelegt wäre. Allen voran Voigtmann dürfte eine anziehende Wirkung auf alle großen deutschen Clubs und über die Grenzen hinaus haben.

Zurück zum All-Star Game 2016: Das Training der Internationals ist beendet, Andrea Trinchieri befindet sich nach kurzem Video-Dreh noch auf dem Parkett. Voigtmann betritt als erster All-Star der nationalen Auswahl das Feld. Beide stehen schließlich im Mittelkreis und unterhalten sich. Es ist der Allstar Day, die Atmosphäre locker – und dennoch schleicht sich unweigerlich der Gedanke in den Kopf, ob sich hier nicht auch Spieler und Coach eines Teams unterhalten könnten.

In dieser Saison stellten die Frankfurter mit wettbewerbsübergreifend 13 Siegen in Folge einen neuen Vereinsrekord auf. Mit der Qualifikation für das Top Four hat der Club ein erstes Saisonziel erreicht. Und mit einer Bilanz von 11-0 sind die SKYLINERS das europaweit einzige Team, das in den drei europäischen Wettbewerben noch ungeschlagen ist.

„The sky is the limit“, heißt ein Sprichwort. Doch was ist „The Skyliners‘ limit“?

* Play-Type-Statistiken erhoben von Manuel Baraniak aus den BBL-Spielen der Frankfurter vom 31. Oktober bis 12. Dezember 2015

Vom Bordstein bis zu den Skyliners
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