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Hessen Hooray

15.11.2017 || 17:44 Uhr von:
Die GIESSEN 46ers führen die Liga derzeit bei der Pace an – was unter dem neuen Coach Ingo Freyer abzusehen war. Die FRAPORT SKYLINERS überraschen hingegen mit ihrem Stil.

Ingo Freyers Verhältnis zu Schmetterlingen ist nicht bekannt, oder ob er überhaupt eines pflegt. Den Schmetterlingseffekt dürfte man mit dem Gießener Head Coach schon mal nicht in Verbindung bringen. Die kleinste Änderung der Anfangsbedingungen hat eine unvorhersehbare Wirkung? Nein, nicht bei den 46ers. Als bekannt wurde, dass Freyer zur aktuellen Saison das Traineramt in Gießen übernehmen würde, schien der Weg zu mehr Hurra-Basketball geebnet.

Von seinen Teams bei Phoenix Hagen war man bereits schnellen Offensivbasketball gewöhnt, und auch in dieser Saison führt seine Mannschaft die Liga derzeit bei der Pace an. Keine BBL-Mannschaft generiert pro Spiel mehr Possessions als die 46ers: knapp 77 im Schnitt.

Damit haben sich die Gießener im Vergleich zur Vorsaison (unter Head Coach Denis Wucherer) um 4,9 Possessions gesteigert (siehe Grafik unten). Keine BBL-Mannschaft verzeichnet einen größeren Zuwachs. Im Lauf der Saison stellte Freyer, auch verletzungsbedingt, seine Startformation um: Mit Dee Davis, Max Landis und Austin Hollins stehen dort drei Guards, Jamar Abrams rutschte von der Drei auf die Vier. Seit dieser Umstellung ist die Pace der 46ers sogar noch höher (78,6).


Die 46ers Teil des bis dato punktereichsten Spiels der Saison? Natürlich. Gegen Tübingen feierten die Gießener einen 110:98-Heimerfolg.

Kompromiss zwischen Bryant und Freyer

Eine Änderung der Anfangsbedingungen hatte dennoch zu bedenken gegeben: Spät in der Offseason gaben die Hessen die Verpflichtung von John Bryant bekannt – ein bulliger Center, der ebenso wenig mit Schmetterlingen zu tun hat und der nicht für das Fastbreak-Spiel prädestiniert scheint. Dem Center war klar, dass die Arbeit unter Freyer eine neue Erfahrung für ihn werden würde. So sieht Bryant sein Team auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten agieren – welche es miteinander zu verbinden gilt.

„Es herrscht definitiv ein Kompromiss zwischen dem Stil des Trainers und meiner Art zu spielen. Ingo Freyer hat es bisher gut geschafft, diese beiden Stile miteinander zu verknüpfen“, erklärt Bryant. „Letztendlich lernen wir beide daraus. Und das kann uns nur besser machen: ihn als Trainer und mich als Spieler.“

Dabei hatte Bryant auch in München unter einem Team gespielt, das alles andere als im Set-Play gefangen war: 2015/16 rangierten die Bayern auf dem zweiten Platz bei der Pace – nur hinter Freyers Hagener. Bryant kann als starker Defensiv-Rebounder (6,8 DRpG, BBL-Bestwert) den Fastbreak einleiten. Zudem glaubt Bryant: „Mit meiner Wurfstärke kann ich auch als Trailer kommen und dann den Dreier nehmen“, was bislang aber noch nicht so recht funktioniert hat.

Der Erfolg gibt den 46ers aber durchaus recht: Nach einem holprigen Start rangieren die Hessen mit einer Bilanz von 4-5 auf einem respektablen elften Platz. Für Aufsehen sorgte vor allem der 83:81-Auswärtserfolg in Ludwigsburg. Von bereits 18 Pflichtspielen in dieser Saison haben die RIESEN nur zwei verloren: eines gegen den amtierenden Titelträger der Champions League Teneriffa, und eben eines gegen die GIESSEN 46ers.

[weitere erweiterte Statistiken zur BBL gibt es hier]

Bonga: „Die hohe Pace tut dem Team gut“

Sicherlich darf nach erst acht bis zehn Spieltagen noch keine Gesamtaussage getroffen werden, dafür ist die Stichprobe zu gering – was auch dazu führt, dass die jeweiligen Gegner und deren Stile einen noch größeren Einfluss ausüben: So spielten die 46ers bereits gegen die Oettinger Rockets, den Mitteldeutschen BC, die Eisbären Bremerhaven und medi bayreuth – vier Teams, die in den Top-sechs bei der Pace liegen. Gegen welche Mannschaft dieser Top-Gruppe die 46ers noch nicht gespielt haben? Die FRAPORT SKYLINERS.

Deren hohe Pace überrascht hingegen. In den beiden Jahren zuvor rangierten die Teams von Coach Gordon Herbert auf dem 17. respektive 18. Platz. Nach den 46ers haben die Frankfurter den zweitgrößten Zuwachs verzeichnet (drei Possessions mehr). Was bei den Frankfurtern ebenfalls zu beobachten ist: der Fokus auf Guards, was mitunter auch an der (derzeit) kleinen Rotation liegt.

Mit Phil Scrubb, Tai Webster, Quantez Robertson und Isaac Bonga sind vier der sieben Spieler der Frankfurter Rotation Ballhandler. Bonga sagt dieser Stil zu: Mit seinen 2,05 Metern besitzt der 18-Jährige ein außergewöhnliches Maß für einen Guard, um nach dem Defensiv-Rebound (2,4 DRpG) selbst den Ball zu pushen – en Guard!

„Ich bin jemand, der gerne ziemlich schnell spielt: im Fastbreak und im Open Court bin ich ziemlich gut. Auch Tai, Tez und Phil sind im Open Court richtig gut. Ich glaube, das tut dem Team gut“, erklärte Bonga jüngst im basketball.de-Podcast.

Und auch die Frankfurter fahren mit diesem Stil derzeit gut: Mit einer Bilanz von 6-3 stehen sie auf einem Playoff-Rang, gegen die Top-Teams aus München und Bamberg zogen sie sich achtbar aus der Affäre. Wie die Frankfurter den Ausfall von Mike Morrison verkraften werden, bleibt abzuwarten – an der verhältnismäßig hohen Pace dürfte sich aber wenig ändern. Damit könnte es am 22. Dezember in doppeltem Sinne zu einem „Hessen Hooray“ kommen – dann empfangen die GIESSEN 46ers zum Hessen-Derby die FRAPORT SKYLINERS.

Hessen Hooray
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