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GIESSEN 46ers sind Derbysweeper

30.03.2018 || 09:30 Uhr von:
Gießen 46ers, John Bryant, Fans, Jubel
Die GIESSEN 46ers haben auch das zweite Hessenderby der BBL-Saison 2017/18 für sich entschieden. Mit 86:70 setzten sich die Mittelhessen bei den FRAPORT SKYLINERS durch.

Bereits das Hinspiel hatten sich die 46ers überraschend deutlich mit 83:59 gesichert. Das letzte und bisher einzige Mal, dass es Gießen gelang beide Hauptrunden-Spiele gegen den hessischen Rivalen zu gewinnen, war in der Saison 2003/2004. Beim damaligen Rückspiel hießen die Hauptprotagonisten noch Robert Garrett und BJ McKie (35 Punkte).

Es war zu Beginn wahrlich kein Derby-Schmankerl kurz vor dem Osterfest. Gießen hatte vor allem defensiv einige Schwierigkeiten, steigerte sich allerdings schnell und brachte nach dem 11:5-Rückstand auch die Offensive ins Laufen.

Schon früh zeichnete sich ab, dass nicht nur Jonas Wohlfahrt-Bottermann Blocks kann. Mahir Agva fühlte sich an seiner Wirkungsstätte der letzten Saison sichtbar wohl und bestätigte den Eindruck aus dem ersten Viertel über die gesamte Partie. Der Rückkehrer war nach dem Spiel auch deutlich zufrieden: „Ich freue mich wieder hier zu sein, es war jetzt ja mein erstes Mal. Auch wenn ich nur für ein Jahr in Frankfurt war, hatte ich eine sehr schöne Zeit. Das wichtigste ist natürlich, dass wir gewonnen haben, aber für mich war es sehr cool alle wieder zu sehen. Die meisten sind ja noch von letztem Jahr da.“

Wähernd die Wahl des Hashtags nicht ganz so einfach war, lieferten sich beide Teams zu Beginn des zweiten Viertels ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

John Bryant ist kein Devin Booker, aber den Layup versenkte der Gießener Center auch aus dem Sprung heraus. Kurze Zeit später waren es die beiden Aufbauspieler der Gäste, Max Landis und Dee Davis, die mit jeweils einem Treffer aus der Distanz Frankfurt zur Auszeit zwangen und Gießens Davonziehen einläuteten. Mit einem 13:2-Lauf beendeten die 46ers die erste Halbzeit.

WoBo wurde am Ende Topscorer der Partie mit seinen 20 Zählern und begann auch die zweite Halbzeit mit einem Steal und Dunking. Hinter WoBo, Tai Webster (15 Punkte), Philip Scrubb (15) und Jordan Sibert (10) fehlte den Frankfurtern an diesem Abend allerdings die offensive Produktion.

Nachdem die Gastgeber sich auf 40:43 in Schlagdistanz gebracht hatten legten die 46ers los wie der Osterhase im Versteckstress. Dee Davis und zweimal Jamar Abrams ließen das Leder von Downtown durch die Reuse gleiten. Nach der ersten Auszeit von Gordon Herbert machten die 46ers weiter und bewegten den Ball zum Korb um dort von 40:52 auf 40:58 zu erhöhen. Auch die zweite Auszeit zeigte nicht direkt Wirkung, das Team des Kanadiers ließ in dieser Phase jegliche Energie vermissen und vergab Layup um Layup. Mahir Agva vollendete Gießens 17:0-Lauf, für den sie nur 4:10 Minuten brauchten.

Zur Erinnerung, vor gerade einmal 12 Tagen hatten die MHP RIESEN den 46ers in eigener Halle alleine im ersten Viertel 42 Punkte eingeschenkt. Aber die Defensive des BBL-Elften stand bereits einmal nach drei Viertel so stabil wie an Gründonnerstag. Kurz vor Weihnachten im Hinspiel. Auch da kassierte das schnell spielende Freyer-Team nur 46 Punkte in den ersten drei Abschnitten. „Wir wussten, dass Frankfurt eine defensivstarke Mannschaft ist und wir haben versucht unser Spiel zu spielen. Wir wollten sehr schnell spielen, viel in der Transition machen und die Secondary Options nutzen. Wir haben viele Pick and Rolls gespielt, sodass sie mit uns laufen mussten. Und dann haben sie offensiv ihren Rhythmus nicht gefunden“, analysierte Agva die Gründe für den Derby-Sweep.

Die ersten drei Minuten des Schlussviertels blieben die Gastgeber, die zur Zeit auf dem siebten Platz der easyCredit BBL stehen, ohne Punkte. Gießen nutzte dies und erzielte durch ihren Hessen Benni Lischka das 46:74. Schon zu diesem Zeitpunkt skandierten die rund 300 mitgereisten Gießener ‚Derbysieger, Derbysieger“ in der ansonsten gelähmten FRAPORT Arena.

Als das Spiel auch rechnerisch kaum noch zu gewinnen war, nahmen die SKYLINERS nochmal ihr Herz in die Hand und zwangen Gießen zu Turnovern, die in einfachen Punkten resultierten. „Die letzten Minuten waren dann sehr unkonzentriert, aber dann trotzdem hier in Frankfurt mit 16 Punkten zu gewinnen ist ein gutes Zeichen an alle in der Liga. Wir sehen uns nicht im Niemandsland und wollen jede Chance nutzen, die sich uns bietet. Wir wollen in die Playoffs. Das wird nicht leicht, aber wir kämpfen bis zum Schluss“, sagte Gießens Trainer Ingo Freyer nach der Partie. Sein Guard Jeril Taylor unterstrich mit dem letzten Korb des Abends die späteren Worte seines Trainers. Der Amerikaner, der im Dezember aus der ProB aufgerückt war, dunkte das Spielgerät donnernd zum 86:70-Endstand in den Korb.

Gordon Herbert war auf der Pressekonferenz angefressen und erkannte eher wortkarg Gießens Überlegenheit an: „Sie waren heute überragend und haben uns in jedem Aspekt des Spiels geschlagen. Unsere heutige Leistung war beschämend.“ Auch der in der laufenden Saison aus Gießen nach Frankfurt gewechselte Marco Völler äußerte sich nach dem Spiel ähnlich selbstkritisch: „Der Grund für die klare Niederlage war, dass Gießen im Gesamtbild tougher war. Damit sind wir nicht klar gekommen. Sie haben uns hart verteidigt und wir sind nicht in unsere Plays gekommen. Defensiv haben wir das schnelle Spiel der Gießener nicht unterbinden können. Wir wussten was kommt, haben es aber zugelassen.“

Grund ausgiebig zu Feiern hatten die Fans und das Team nach dem Sieg allemal. Der zweite Derbysieg der Saison bringt den Abonnement-Neunten wieder in Tuchfühlung der Playoffs. Vier Punkte trennen den Verfolger nun vom Siebten Frankfurt. Dazwischen stehen mit Bamberg und Ulm noch zwei Mannschaften, die nur einen Sieg mehr aber auch ein Spiel weniger auf dem Konto haben. Bereits am Samstagabend zur ungewohnten Zeit um 18 Uhr gilt es für Gießen gegen Bayreuth nachzulegen, soll das Ziel Playoffs weiter realistisch bleiben.

Anders als vor 14 Jahren war der zweite Saison-Derbysieg diesmal keine One Man-Show. Gleich fünf Spieler der Gäste scorten zweistellig. Vorneweg Dee Davis mit 17 Punkten, 15 Zähler erzielten John Bryant (8 Rebounds) und Jamar Abrams, Benni Lischka kam auf 12 Punkte und Mahir Agva erreichte mit 11 Punkten und 10 Rebounds sein zweites Double-Double der Saison. Das Scouting ist allerdings noch mit etwas Vorsicht zu genießen, denn demnach kamen die 46ers auf etwas mehr als 207 Minuten.

Während die Skyliners bereits an Karfreitag morgens mit der Video-Aufarbeitung und einem gemeinsamen Frühstück versuchen werden die Niederlage zu verdauen, bleibt bei den 46ers ein sehr gutes Gefühl. Das Team kann mit breiter Brust in die nächsten Aufgaben gehen. Und die Fans werden sicher noch lange daran denken, dass sie sich endlich mal wieder Derbysweeper nennen können!

GIESSEN 46ers sind Derbysweeper
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