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Der Kleber hebt ab

21.01.2016 || 14:37 Uhr von:
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Maxi Kleber ist endlich zurück auf dem Parkett; gegen die Eisbären Bremerhaven debütierte der Forward. Nach monatelanger Pause haben er und der FC Bayern Basketball Großes vor.

„Es ist jetzt auch mal Zeit geworden“, sagte ein sichtlich glücklicher Maxi Kleber nach seinem ersten Einsatz für den FC Bayern Basketball. Gegen die Eisbären Bremerhaven waren es zwar „nur“ knapp fünf Minuten, die Svetislav Pesic seinem Power Forward gönnte, aber völlig egal. „Ich hatte einfach große Lust, wieder Basketball zu spielen“, so Kleber weiter. Und man konnte es ihm anmerken: Mit einem breiten Grinsen im Gesicht lief der 2,07-Meter-Hüne aufs Feld und setzte gleich ein erstes Ausrufezeichen.

Nach tollem Zuspiel von Bryce Taylor hatte Kleber freie Bahn, zwei lange Schritte und rumms – Dunking! Ein verwandelter Dreier nur wenige Angriffe später machte das Debüt zur Erfolgsgeschichte. Mit nur wenigen Aktionen hat Kleber bereits angedeutet, was er dem Team im weiteren Verlauf der Saison alles geben kann.

„Er kann auf dem Feld unheimlich viele Dinge, da er für seine Größe sehr viel Athletik mitbringt“, sagt Geschäftsführer Marko Pesic zur BIG. Am liebsten hätten die Bayern den Würzburger ja schon weit vor der Saison 2015/2016 verpflichtet, doch Kleber entschied sich zu einem für viele unverständlichen Schritt. Er ging im Sommer 2014 nach Spanien in die ACB; im beschaulichen Santiago de Compostela sollte er zu einem heißbegehrten Top-Spieler reifen.

Verletzungsfrei in Spanien

Mit seinem Wechsel nach Spanien hatte Kleber aber einen klaren Plan im Kopf. Er entschied sich bewusst für ein kleineres Team, das in keinem europäischen Wettbewerb vertreten ist. Der 23-Jährige wollte einfach eine Saison verletzungsfrei durchspielen und die Zeit während der Woche für kontinuierliches Training nutzen. Zu lang ist Klebers Krankenakte im Vergleich zur bisher relativ kurzen Karriere.

2010 zwang ihn eine Knieverletzung zu einer Pause von einem ganzen Jahr. Nach der ersten Saison in der Bundesliga war es wieder das Knie, das Probleme bereiten sollte. Erneut ging fast eine ganze Saison flöten. Als wären diese Verletzungen nicht schon genug gewesen wären, brach sich Kleber in der Vorbereitung auf die Saison 2013/2014 zu allem Überfluss auch noch den Fuß. „Es war eine schwere Zeit“, analysiert Kleber trocken. Die Spielzeit 2014/2015 war die erste Saison seit Jahren, in der Kleber verletzungsfrei durchkam.

Wozu der Youngster ohne Verletzungssorgen zu leisten imstande ist, stellte Kleber für Obradoiro unter Beweis. Er gehörte auf Anhieb zu den besten Power Forwards der ACB und hatte beim knappen Auswärtssieg seines Teams bei Fuenlabrada sein ganz persönliches Highlight: 36 Punkte und ein Index-Rating von 45 standen am Ende auf Klebers Scoutingbogen – damalige Saisonrekorde. Nicht zuletzt wegen dieser Leistung stand Kleber vor der laufenden Saison auf dem Zettel einiger Spitzenteams.

Kleber Dunk

Bayern schlägt zu

Dass Kleber dann letztlich doch in der bayerischen Landeshauptstadt landete, ist scheinbar einer Verkettung glücklicher Umstände zu verdanken. „Es waren viele hinter ihm her; dass wir ihn bekommen haben, ist eine große Sache für uns“, weiß Marko Pesic, und fügt an: „Da haben wir schon ein bisschen Glück gehabt, wenn man hört, wer alles ihm dran war.“

Dem Vernehmen nach waren neben dem FC Barcelona auch zwei Teams aus der NBA an den Diensten Klebers interessiert. Eine schwerwiegende Kapselbandverletzung im Sommer warf so manche Pläne aber über den Haufen und sorgte mit unter dafür, dass Kleber auf Krücken in München eintraf. „Hier kann ich in der Euroleague spielen und mein eigenes Spiel weiterentwickeln“, begründete Kleber vor der Saison seinen Wechsel.

Da sich die Verletzung als komplizierter herausstellte, wurde es mit den Auftritten in der Euroleague zwar nichts, aber die Rückkehr auf das Parkett hat unabhängig vom Wettbewerb Priorität. „Wir werden nichts überstürzen. Es ist gut, dass Maxi jetzt beim Team ist. Aber einen Schritt nach vorne und dann zwei zurück wird es bei uns nicht geben. Wir haben Geduld“, beschreibt Coach Svetislav Pesic die Vorgehensweise bei seinem Schützling.

Große Ziele

FCBB_KLeber_IIAuch wenn es derzeit nur langsam vorangeht, hat Kleber große Ziele mit dem FC Bayern. „Wie jeder Spieler möchte ich die Meisterschaft gewinnen. Und ich denke, dass wir hier in München gute Möglichkeiten dazu haben“, erklärt der 23-Jährige ehrgeizig. Diese Worte zeigen auch, dass Kleber mit der hohen Erwartungshaltung in München problemlos zurechtkommt. „Ich sehe nicht das ‚Gewinnen müssen‘, sondern das ‚Gewinnen wollen'“, verrät Kleber seine einfache Erfolgsformel.

Diese Unbekümmertheit schätzt auch Pesic: „Maxi ist ein guter Junge. Sehr ehrgeizig und lernfreudig. Ich glaube, dass er uns noch sehr weiterhelfen wird.“ Dabei stehen nicht nur die individuellen Fähigkeiten im Vordergrund, sondern auch die Tatsache, dass Pesic auf den großen Positionen deutlich mehr Variationsmöglichkeiten hat. John Bryant, Deon Thompson und Dusko Savanovic können praktisch alle zusammen mit Kleber ein schlagkräftiges Big-Men-Duo bilden.

Seine persönliche Rolle sieht Kleber dabei eindeutig auf der Position des Power Forwards. „In Spanien habe ich auch ab und an auf der Center-Position gespielt, um das Team etwas kleiner, dafür aber schneller zu machen. Entscheiden muss das natürlich der Coach, aber ich vermute, dass ich viel auf meiner angestammten Position Power Forward spielen werde“, analysiert Kleber. Egal, wo er letztlich spielt, am wichtigsten ist, dass er überhaupt wieder spielt. Für sich selbst, für den FC Bayern und für den deutschen Basketball.

Der Kleber hebt ab
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