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Eine Lose-Lose-Situation

23.01.2016 || 12:16 Uhr von:
Rekord gegen Bamberg: elf Offensiv-Rebounds für Brockman
Die MHP RIESEN Ludwigsburg empfangen im Pokal-Qualifikationsspiel die Brose Baskets. Freude über dieses Los empfand man nur in Berlin.

Meist gibt es nach Pokalauslosungen ein Team, welchem „Losglück“ zugeschrieben wird, und eines, das „Lospech“ gehabt haben soll. Etwas anders verhielt es sich nach dem Ziehen der Lose für das Pokal-Viertelfinale, die den Brose Baskets eine Fahrt zu den MHP RIESEN Ludwigsburg bescherten. Die Bamberger müssen auswärts ran gegen einen unangenehm zu spielenden Gegner, der vierzig Minuten lang alles abverlangt. Ludwigsburg dagegen bekommt es mit dem Deutschen Meister zu tun, der in dieser Spielzeit noch dominanter agiert als in der letzten Saison. Wirkliche Freude über diese Partie gab es nur in Berlin, die durch die Auslosung zum einen ihrem persönlichen Angstgegner, zum anderem dem Angstgegner der ganzen Liga elegant aus dem Weg gingen. Alles in allem brachten die Lose für die beiden am Spiel beteiligten Mannschaften also eine klassische Lose-Lose-Situation.

Dass Bamberg trotzdem als Favorit in die Partie gehen wird, hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die Baskets seit Wochen in bestechender Form – Höhepunkte waren sicherlich der klare Sieg gegen Zalgiris Kaunas und der Überraschungserfolg beim europäischen Spitzenteam Olympiakos Piräus.

Zum anderen scheint Ludwigsburg dagegen in den letzten Wochen etwas aus dem Tritt geraten zu sein. Es gab Niederlagen gegen Stelmet Zielona Gora und Zenit St. Petersburg im Eurocup sowie eine bittere Derbypleite in der Liga gegen Tübingen. Auch hat John Patrick immer wieder Ausfälle wichtiger Spieler zu beklagen: Tekele Cotton und Rocky Trice fielen schon mehrfach aus, genau wie Unglücksrabe Mustafa Shakur, der kurz nach seiner Wiedergenesung nun mit einem Mittelhandbruch für zwei Monate ausfällt. Im Spiel unter der Woche gegen Umana Reyer Venedig zeigte die Formkurve bei den RIESEN zwar wieder deutlich nach oben – ob der Aufwärtstrend gegen die Baskets anhalten wird, bleibt fraglich. Und auch das Hinspiel in der Beko BBL spricht für Bamberg: In der Barockstadt konnten sich die Oberfranken nach schwachem Start am Ende deutlich mit 77:62 durchsetzen.

Dreier treffen und verhindern – was die MHP RIESEN richtig machen müssen 

Wichtig für die Mannschaft von John Patrick wird sein, die Würfe von Downtown konsequent zu versenken. Im Hinspiel gegen Bamberg traf Ludwigsburg nur zwei von 17 Dreierversuchen – viel zu wenig, um Bamberg ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Mindestens genauso sehr müssen die RIESEN darauf achten, die Bamberger Schützen zu verteidigen – oder es ihnen zumindest nicht zu leicht zu machen, von der Dreierlinie einzunetzen. Im Ligaspiel kamen vor allem Janis Strelnieks und Lucca Staiger immer wieder frei zum Wurf, nach langen Passstafetten der Oberfranken hatten die RIESEN oftmals Probleme mit den Closeouts. Vor allem die Ludwigsburger Verteidiger im Backcourt müssen sich bei jeder Option auf eine Help-Defense gut überlegen, ob sie ihren Mitspielern zu Hilfe eilen – oder ob sie nicht doch lieber die Position halten, um offene Dreier nach Kickout-Pässen zu verhindern.

Ludwigsburg wird sicher versuchen, das Tempo gegen das zweitlangsamste Team der Liga (siehe die Pace-Werte hier) extrem hoch zu halten. Da Bamberg exakt 47 Stunden vor Tip-Off in der MHPArena noch bei Khimki Moskau antreten musste, werden die Barockstädter darauf spekulieren, dass die Oberfranken für ein schnelles, hitziges und aggressives Spiel noch nicht wieder bereit ist – das könnte die Chance für die Mannen von John Patrick sein.

Eigenes Brett kontrollieren – worauf die Brose Baskets achten müssen

Andrea Trinchieri konnte mit zwei Aspekten des Hinspiels nicht zufrieden sein: Zum einen hatten sich nicht alle seiner Spieler in der hitzigen Atmosphäre über die gesamte Spielzeit im Griff, zum anderen dominierte Ludwigsburg die Bretter – und wie! 9:20 Offensivrebounds hieß es am Schluss aus Sicht der Oberfranken, die sich einige Male unter dem Korb übertölpeln ließen. Hätte Ludwigsburg nicht so katastrophal von außen getroffen, wäre für die RIESEN mehr drin gewesen – das wird dem Perfektionisten an der Seitenlinie der Baskets nicht gefallen haben.

Wichtig wird für Bamberg auch sein, dass Trinchieris Mannschaft den Fokus ganz auf das Spiel gegen Ludwigsburg richtet. Einfach wird das nicht, denn das Spiel gegen Khimki wird noch in den Knochen stecken, die Partie gegen ZSKA Moskau – erneut in Moskau, am kommenden Donnerstag – wirft zudem ihre Schatten bereits voraus. Da kommt das Viertelfinale im Pokal natürlich gänzlich ungelegen. Klar ist aber auch, dass die Bamberger es bisher mit nur zwei Ausnahmen immer schafften, den Schalter vom internationalen zum nationalen Geschäft wieder rechtzeitig umzulegen, nur in Gießen und Frankfurt konnte Bamberg nicht gewinnen.

Ludwigsburg gewinnt! Aber nur, wenn…

Trifft Ludwigsburg mindestens 30 Prozent der Dreierversuche, holt mindestens fünf Offensivrebounds mehr als Bamberg, hält das Spieltempo sehr hoch und kann durch geschicktes Foulmanagement verhindern, dass die Baskets deutlich öfter an die Freiwurflinie darf, gewinnen die RIESEN das Spiel. Es muss also alles passen für die Barockstädter, um gegen die Oberfranken bestehen zu können. Nur wenn sich mal wieder beweisen sollte, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, werden die RIESEN aus der Lose-Lose-Situation einen Win ziehen können – dass dies allerdings schon oft genug passiert ist, lässt auf ein spannendes Spiel hoffen.

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