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Brose Bamberg: Auf der Suche nach der eigenen Identität

15.10.2017 || 10:00 Uhr von:
Brose Bamberg ist sowohl in die BBL als auch die EuroLeague mit einer Niederlage gestartet. Simon Walter blickt auf die ungewohnten Probleme des Meisters.

Es läuft nicht beim deutschen Serienmeister Brose Bamberg. Wie schon beim easyCredit BBL-Auftakt setzte es auch beim ersten EuroLeague-Spiel der Saison 2017/2018 eine Niederlage. Gegen ein, wie Bamberg ebenso, grunderneuertes Team von Maccabi Tel Aviv lagen die Oberfranken nach drei Vierteln mit 59:55 in Führung, ehe im Schlussviertel der Einbruch kam. Mit 33:12 dominierte Tel Aviv den letzten Abschnitt, in dem sich die Defizite der Bamberger Mannschaft deutlich zeigten. „Es macht wenig Sinn, mein Team jetzt übermäßig zu kritisieren. Wir haben 33 Minuten lang eine ordentliche Partie gespielt, danach zeigten sich unsere Probleme. Ich bin nach diesem Spiel nicht mehr besorgt, als ich es vor der Partie war“, so Bambergs Trainer Andrea Trinchieri im Anschluss an die Niederlage. Ob Trinchieris Sorgen angesichts der aktuellen Lage der Mannschaft überhaupt noch wachsen können, bleibt dahingestellt.

Neben Abstimmungsfehlern auf beiden Seiten des Parketts, die in einer solch frühen Phase der Saison absolut normal erscheinen, ist die Suche nach der eigenen Identität das momentan größte Problem der Mannschaft. Gerade auf den Guard-Positionen fehlt die Shooting Power vergangener Spielzeiten. Maodo Lo ist aktuell der einzig verlässliche Schütze von außen, während die Neuzugänge Ricky Hickman und Daniel Hackett nur wenig Gefahr von der Dreierlinie ausstrahlen. Vor allem Hackett läuft im Moment der Form vergangener Tage weit hinterher. Auch über seine Leistungen wird sich entscheiden, welchen Weg Brose Bamberg in dieser Saison einschlagen wird. Veteran Nikos Zisis behielt in heiklen Situationen als Einziger die nötige Ruhe und war im vierten Viertel der produktivste Bamberger.

Auch unter dem Korb offenbarten sich einmal mehr eklatante Defizite. Nachdem Elias Harris erneut mit einer Knieverletzung auf unbestimmte Zeit ausfällt, agierten die Bamberger gegen Tel Aviv mit nur drei Spielern auf den Positionen vier und fünf. Augustine Rubit und Luka Mitrovic zeigten zwar gute Ansätze, sind dem EuroLeague-Niveau jedoch aktuell noch nicht gewachsen. Auch von außen sind beide im Vergleich zu Daniel Theis und Nicolo Melli kein Faktor. Gerade in Sachen Spacing könnte dies zu einem großen Problem werden. Lediglich im Low-Post deuteten beide ihr Potential an. Mit 12 Punkten war der eigentliche Defensivspezialist Leon Radosevic bester Scorer des Big Men–Trios. Laut Geschäftsführer Rolf Beyer soll angesichts des Ausfalls von Elias Harris auf den großen Positionen nachgebessert werden. Aufgrund der aktuellen Marktsituationen wird die Nachverpflichtung wohl keinen deutschen Pass besitzen.

In die Findungsphase mischt sich neben Verletzungssorgen zudem die unstimmige Situation um Quincy Miller. Der Forward galt in der Sommerpause als Königstransfer und möglicher Go-to-Guy des neuformierten Teams und steht bereits jetzt vor dem Aus. Seit dem ersten Bundesligaspieltag stand Miller bei keinem weiteren Spiel im Kader der Bamberger. Er trainiert zwar mit der Mannschaft, wird jedoch vom Trainer an Spieltagen momentan nicht berücksichtigt. Vieles deutet auf einen Ausschluss aus disziplinarischen Gründen hin, und auch ein vorzeitiger Abgang Millers aus Bamberg gilt als durchaus möglich.

Brose Bamberg muss und wird in den kommenden Wochen auf die aktuellen Probleme rund um das Team reagieren.

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