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Was ein Finale! Bamberg ist Pokalsieger

19.02.2017 || 18:29 Uhr von:
Dieses Finale bot alles, was ein gutes Basketball-Spiel braucht. Spannung, Intensität, Dramatik und Highlights. Am Ende ging Brose Bamberg als glücklicher Sieger des easyCredit Top Fours vom Parkett.

Zum Spielbeginn kam der FC Bayern etwas wacher und frischer aus der Kabine. Ob es die drei Stunden mehr Regeneration waren oder die Siegesserie im Rücken; es glich sich im Laufe des ersten Viertels aus. Ein durchaus munteres Offensivspiel entstand, das Janis Strelnieks mit seinen zwei Dreiern prägte. Der Lette musste allerdings kurz nach Beginn des zweiten Viertels mit einer Schulterverletzung aus dem Spiel. Trotz der schlechten Nachricht bestimmten die Franken diesen Spielabschnitt. Über drei Minuten ließen sie keine Punkte der Münchner zu, die wenig später das dritte Foul von Anton Gavel verkraften mussten. Bambergs Guards übernahmen für ihren verletzten Kollegen, Maodo Lo zwang München zur Auszeit und Fabien Causeur spielte zwei fabelhafte Assists. Bis zur Pause spielte sich der deutsche Meister eine 45:36-Führung heraus.

Defense wins Championships

Doch in den zweiten Spielabschnitt starteten die Bayern besser. Diesmal brauchte Bamberg über drei Minuten für die ersten Zähler. In den wichtigen Momenten war es dann Daniel Theis, der für offensive Entlastung sorgte. Acht der zehn Bamberger Punkte machte der Nationalspieler. Aber defensiv spielte die ganze Bamberger Mannschaft stark, so dass auch München nur zwölfmal punktete.

Pokalsieger

Im letzten Viertel kam dann die ganz große Dramatik ins Spiel. München hatte sich bis auf 57:58 herangearbeitet: Erst traf Patrick Heckmann einen wichtigen Dreier und Causeur legte direkt zwei Punkte drauf. Gut vier Minuten vor dem Ende hatte Nick Johnson Münchens Hoffnungen erstmal am Leben gehalten. Mit zwei Freiwürfen verkürzte er wieder auf 60:66. Während Bambergs herausgespielte Würfe nicht ihr Ziel fanden, robbte sich Bayern an der Linie Schritt für Schritt heran. 1:13 Minuten vor dem Ende sorgte Bryce Taylor mit dem 66:68 für ein erneutes One-Possession-Game. Fabien Causeur sorgte mit einem schönen Zug zum Korb für ein kleines Polster, das in der Folge durch einen Maik Zirbes-Freiwurf und Korbleger von Reggie Redding wieder auf einen Punkt schmolz. Mit 24.5 Sekunden hatte Brose Bamberg den Ball. Nicolo Melli wurde gefoult und blieb sicher an der Linie. Im Gegenzug bahnte sich Johnson seinen Weg zum Korb und verkürzte auf 71:72.

Der kleine Unterschied zwischen Pokalsieger und Verlierer

Doch wenige Sekunden später blieb der US-Aufbauspieler weniger cool. Bayern-Kapitän Taylor klaute den Ball in der Ganzfeldpresse und das Spielgerät ging zurück zum Matchwinner von gestern, zurück zu Nick Johnson. Bei 6 Sekunden auf der Uhr zog er direkt zum Korb. Doch dort stand Bambergs Italiener, Nicolo Melli blockte Johnson blitzsauber und der Rebound landete in den Händen von Darius Miller. Der „Killer-Miller“ blieb eiskalt von der Linie und traf zweimal zum 71:74. Bayern-Coach Sasa Djordjevic beorderte seine Mannschaft zur letzten Auszeit des Finales. Als Play kam ein Dreier von Bryce Taylor aus der Ecke heraus. Der Mann für die wichtigen Würfe setzte diesen Dreier allerdings nur auf den Ring, der Rebound ging im Bamberger Jubel unter. Brose Bamberg holt sich den fünften Pokaltitel!

Ein Nationalspieler dominiert

Würde auch im Pokal ein MVP gewählt, es wäre am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit Daniel Theis geworden. Bambergs Center war vor allem in der zweiten Halbzeit der Mann der Stunde. Acht von zehn Punkten des neuen Pokalsiegers im dritten Viertel stammten vom 24-Jährigen. 17 Punkte machte er insgesamt, zehn Rebounds krönten das Double-Double. Dazu blockte der 2,04-m-Mann drei Würfe. Mit seinem Einsatz ging er voran und sicherte so den ein oder anderen Ball, den er in der Statistik nicht zugesprochen bekam.

Pokalsieger

Aber auch Fabien Causeur und Nicolo Melli waren Bambergs Stützen an diesem Nachmittag. Während der Franzose mit 18 Punkten Topscorer wurde und seine fünf Rebounds, drei Assists und zwei Steals den Statistikbogen füllten, lief es bei Melli offensiv nicht. Nur sechs Punkte bei zwölf Versuchen aus dem Feld sprechen eine klare Sprache. Doch trotzdem ist auch er Matchwinner: Nicht nur der spielentscheidende Block gegen Johnson, auch seine Freiwürfe vorher sorgten für Stabilität. Mit einem Offensivrebound in der Crunchtime nahm er München den Schwung. Am Ende war bei Bamberg wie so oft das Team der Star!

Große Trainer kommen zu Wort

Aleksandar Djordjevic (FC Bayern München):

„Herzliche Glückwünsche an Bamberg. Sie sind ein so gutes Team, sie kennen sich einfach perfekt. Unsere kämpferische Einstellung hat gepasst, wir haben defensiv ein paar Fehler gemacht. Wir hatten die Chance, in die Geschichtsbücher einzugehen, aber es hat nicht geklappt. Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft.“

Andrea Trinchieri (Brose Bamberg):

„Es war ein sehr toughes Spiel. Für die Fans war es ein grandioses Spiel. Wir haben das Spiel für 39 Minuten kontrolliert. Wir haben etwas geschafft, was nur sehr gute Teams schaffen. Wir haben schlecht gespielt, aber trotzdem einen Titel gewonnen. Wir haben alle offenen Würfe vergeben. Wir haben sehr solide Defense gespielt, wir haben gekämpft und die richtigen Entscheidungen getroffen. So viele Leute geben den Jungs die Chance für die Trophäe, denen gehört auch Respekt.“

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