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Braunschweiger Comeback-Sieg ohne Needham

06.02.2016 || 12:54 Uhr von:
Jermaine Anderson
Ohne ihren etatmäßigen Starting-Point-Guard Derek Needham gewannen die Basketball Löwen Braunschweig am Freitagabend ihre Partie gegen Phoenix Hagen. Neuzugang Jermaine Anderson und Center Kenny Frease überzeugten mit starken All-Around-Leistungen.

Das Spiel im Schnelldurchlauf

Braunschweig gab im ersten Viertel immer wieder den Ball in die Hände von Kenny Frease, der aus dem Low- und dem High-Post die Angriffe der Gastgeber kreierte. So war der Center an sechs der ersten sieben Korbversuche der Löwen direkt beteiligt. Nachdem Frease zweieinhalb Minuten vor Ende des ersten Viertels beim Stand von 13:16 das Parkett verlassen hatte, klappte wenig auf Seite der Niedersachsen. In den verbliebenen Angriffen blieben die Braunschweiger ohne Punkte. Ein erfolgreicher Dreier von John Stuart Mann zum 25:13 aus Sicht der Gäste setzte den Schlusspunkt der ersten zehn Minuten.

Die Löwen kamen auch im zweiten Viertel schwer in die Partie. Während Hagen kein Problem hatte die Defensive des Gegners zu überwinden, trafen Martin Bogdanov und Co. offensiv unglückliche Entscheidungen. Erst mit der Einwechlung von Frease (Nach 2:30 Minuten im zweiten Viertel) gelang es dem Team von Raoul Korner, wieder Rythmus in die Angriffe zu bringen. Hagen war mittlerweile jedoch auf 17 Punkte davongezogen. Nichtsdestotrotz steckten die Löwen nicht auf und so schafften sie es, den Rückstand wenigstens nicht größer werden zu lassen. 3:08 Minuten vor Schluss verwandelte Jonas Grof auf Seiten der Hagener einen Korbleger zum 41:27 – es sollte der letzte Feldkorb seines Teams in der ersten Hälfte bleiben. Braunschweig setzte den Tabellennachbarn ab sofort stark unter Druck und erzwang dadurch Ballverluste in der gegnerischen Hälfte. Zwei solcher Aktionen von Jermaine Anderson und Keaton Grant ließen die Differenz wenige AUgenblicke vor dem Ertönen der Sirene auf sechs Zähler schmelzen. Zur Halbzeitpause waren es dann sogar nur fünf Pünktchen (37:42), die beide Teams voneinander trennten.

Hagen traf zwar wesentlicher besser von der Dreierlinie (5/10; Löwen: 1/5), passte jedoch weniger auf den Ball auf. Nach 20 Minuten stand Braunschweig erst bei einem Turnover, Hagen bereits bei sechs. Dieses Verhältnis sollte sich im zweiten Spielabschnitt auf diese Art und Weise fortsetzen.

Die Löwen nahmen den Schwung vom Ende des zweiten Viertels mit in die dritten zehn Minuten der Partie. Grant mit einem Dreier und Anderson mit einem Mitteldistanzwurf waren es, die die ersten Braunschweiger Zähler verbuchten. Bei Hagen machte J.J. Mann da weiter, wo er aufgehört hatte und traf weiter munter aus dem Feld. Neun der Hagener 15 Punkte gingen im dritten Viertel auf das Konto des Flügelspielers. Den Schlusspunkt vor den abschließenden zehn Minuten setzte allerdings erneut Jermaine Anderson, der mit seinem Halbdistanzwurf die Braunschweiger Führung „at the buzzer“ auf 60:57 ausbaute.

Mit einem Dreier in das Gesicht seines Gegenspielers zum 63:57 eröffnete Anderson dann auch das vierte Viertel. Anders als Braunschweig im Hinspiel ging dieses Mal Hagen die Puste am Ende der Partie aus. Tyrone Nash, Frease und Grant erhöhten schnell auf 75:62. Sieben Zähler in Folge von Adam Hess zwei Minuten vor dem Ende ließen den Vorsprung der Braunschweiger zwar noch einmal auf acht Zähler schmelzen, der Heimsieg geriet jedoch nicht in Gefahr. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Anderson und ein Dreier von Grant besiegelten in den letzten Sekunden nicht nur den 93:79- Erfolg, sondern auch den Gewinn des direkten Vergleichs, der, wenn man sich die Tabelle genauer anschaut, noch sehr wichtig werden könnte im Kampf um den achten Playoffplatz.

Die Löwen in der Einzelkritik

Guards

Erst am Dienstag hatten die Löwen Jermaine Anderson als Neuzugang vorgestellt, nachdem bekannt wurde, dass Derek Needham dem Team mehrere Wochen fehlen wird. Der 32-Jährige, der bereits 2012/13 in Braunschweig spielte, startete zwar etwas holprig, fand aber im Laufe der Partie immer besser zu seinem Spiel. Am Ende war er einer der Garanten dafür, dass die Löwen sogar den direkten Vergleich für sich entschieden. Anderson stand sage und schreibe 38:17 Minuten auf dem Parkett und verbuchte dabei im Offensivspiel 21 Punkte und verteilte fünf Assists. Aber auch in der Verteidigung überzeugte der 1,88 Meter große Aufbauspieler und brachte seinen gegenüber immer wieder in Problemsituationen – vier Steals sprechen in diesem Fall eine deutliche Sprache.

Neben Anderson startete Nicolai Simon, der nach seinem Pferdekuss wieder fit war, in die Partie. Der Kapitän fand jedoch nicht zu seinem Rythmus. Zwei offene Dreier und zwei von vier Freiwürfen fanden nicht da gewünschte Ziel. Als Konsequenz ließ Coach Korner seinen Schützling die letzten 17 Minuten auf der Bank. Das Vertrauen in dieser Phase erhielt Robin Amaize, der dieses mit einer mehr als soliden Leistung zurück zahlte. Der Doppellizenz-Spieler legte mit acht Punkten, drei Rebounds und zwei Assists jeweils neue persönliche Career-Highs auf und sorgte Augenblicke vor Schluss mit einem krachenden Dunk für das Highlight des Spiels.

Lucas Gertz (07:37 Minuten) und Martin Bogdanov (01:43 Minuten) dagegen spielten beide unter ihren Möglichkeiten. Ersterer traf nur einen seiner vier Freiwurfversuche – das stellte auch im großen Sinne die Leistung beider Akteure dar.

Forwards

Nachdem Keaton Grant am vergangenen Spieltag die Soring-Krone an Kyle Fogg abgeben musste, präsentierte sich der Flügelspieler gegen Hagen wieder in Normalform. 23 Zähler standen nach 40 Minuten für Grant zu Buche, womit er Topscorer seines Teams war. Drei Rebounds, drei Steals und eine Trefferquote von 57,1% aus dem Feld runden die starke Leistung Grants ab. Mit seinem verwandelten Dreier 22 Sekunden vor der Schlusssirene sorgte er zudem für den gewonnen direkten Vergleich.

Keaton Grant

Forward-Kollege Tyrone Nash machte ebenfalls ein solides Spiel. Am Ende kam der US-Amerikaner auf elf Zähler bei fünf von zehn erfolgreichen Wurfversuchen. Außerdem griff er sich vier Rebounds. Stand Nash nicht auf der Platte, wurde er von Sid-Marlon Theis (07:28 Minuten) ersetzt, der außer einem getroffenen Distanzwurf unauffällig blieb, mit -11 jedoch das schwächste +/- Rating aller Braunschweiger Akteure aufwies.

Center

Anderson und Grant spielten schon bärenstark, Kenny Frease allerdings fantastisch. Mit 22 Punkten, 15 Rebounds und sieben Assists kratzte der Big Man sogar an einem Triple-Double. Die sieben Korbvorlagen und die 15 „Boards“ sind für Frease sogar neuer Beko BBL-Bestwert – ein klassisches „Career-Game“ sozusagen.

Amin Stevens konnte dabei keinesfalls mithalten. Wie schon die meisten der Braunschweiger Bankspieler erlebte auch der im Sommer aus Wien gekommene Center einen eher gebrauchten Tag. Einzig ein Rebound und zwei Fehlwürfe „erarbeitete“ sich Stevens in 08:16 Minuten Einsatzzeit.

Zahlen, bitte!

Gerade einmal drei Turnover leisteten sich die Basketball Löwen Braunschweig am Freitagabend. Ihr vorheriger Bestwert aus der laufenden Spielzeit lag bei sieben Ballverlusten, den sie ebenfalls gegen Phoenix Hagen aufstellten – damals bei der 72:85-Niederlage im Hinspiel Anfang Januar. Einzig einmal Kenny Frease und zweimal Jermaine Anderson verloren den Ball, ansonsten blieb das Team von Raoul Korner fehlerfrei im Ballvortrag. Auf der Gegenseite leisteten sich die Gäste aus Hagen ganze 15 Turnover – ein Hauptgrund, warum Braunschweig letztlich als deutlicher Sieger vom Platz ging.

MVP

Keine Diskussion! Nach dieser Leistung kann ein Kenny Frease nur der MVP dieser Partie sein. Der Center war von Beginn an der Go-to-Guy im Löwenrudel und präsentierte sich einmal mehr als herausragender Passgeber. Als Frease Ende des ersten und Anfang des zweiten Viertels für wenige Minuten auf der Bank saß, ließen seine Mitspieler einen 3:15-Lauf zu. Am Ende kam der 129-Kilo-Koloss auf einen +/- Wert von +22 – höchster Wert der Partie. Auch seine Effizienz von 38 ist mit Abstand die beste aller Akteure.

So geht’s bei den Löwen weiter

Mit dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten hat man Phoenix Hagen erst einmal hinter sich gelassen und ist auf Platz neun vorgerückt. Am kommenden Wochenende (13.02.) reisen die Braunschweiger nach München, wo der FC Bayern auf sie wartet. Die Begegnung mit dem Zweitplatzierten sollte allerdings keine sein, welche den Weg für die Zukunft vorgibt. Wichtiger werden die Partien danach, wenn man mit Würzburg, Bremerhaven, Crailsheim, Weißenfels, Oldenburg, Frankfurt, Gießen und Göttingen auf Tabellennachbarn oder Kellerkinder trifft. Erst dann entscheidet sich, ob die Löwen das Zeug dazu haben, am Ende der Saison den achten Plaoffplatz zu ergattern.

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