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Bonn is back! 1:1 in der Serie gegen Oldenburg

14.05.2014 || 00:55 Uhr von: ,
Tony Gaffney_Bonn_Oldenburg
Mit dem Heimvorteil im Rücken konnten die Telekom Baskets Bonn am zweiten Spieltag der Playoffs die Viertelfinal-Serie gegen die EWE Baskets aus Oldenburg ausgleichen. Der 72:61-Erfolg der Bonner im Nachbericht von #tea...

Mit dem Heimvorteil im Rücken konnten die Telekom Baskets Bonn am zweiten Spieltag der Playoffs die Viertelfinal-Serie gegen die EWE Baskets aus Oldenburg ausgleichen. Der 72:61-Erfolg der Bonner im Nachbericht von #teamplayol (EWE Baskets Oldenburg) und #lenawiemer (Telekom Baskets Bonn).


Fans im Basketball sind in der Regel sehr leicht zufrieden zu stellen. Schon allein die Tatsache, dass das favorisierte Team in der heißesten Phase der Saison – den Playoffs – auflaufen darf, zaubert leicht ein Lächeln auf unsere Gesichter. Das was die Fans der Telekom Baskets nach Spiel 2 aus dem Telekom Dome trugen, war kein Lächeln. Das war ein dickes, fettes Grinsen. Denn Bonn ist zurück. In der Serie gegen Oldenburg steht es 1:1!

Die Telekom Baskets starten, angepeitscht von euphorischen Fans, hellwach in ihr Heimspiel und legten mit einer schnellen Führung den ersten Grundstein für den späteren Sieg (21:12, 10. Min.). Oldenburg brauchte einige Zeit, um sich mit der erneut starken Defense der Telekom Baskets zu arrangieren und traf nur bescheiden (aus allen Lagen). Später würde Headcoach Machowski die mangelnde Aggressivität in der ersten Halbzeit kritisieren, die sich auch darin widerspiegelte, dass kein Donnervogel bis zur Pause an die Freiwurflinie durfte/musste. Halbzeitstand: 35:25 für Bonn.

Abermals kam Bonn wacher aus der Kabine und Jamel McLean sorgte auch in dieser Halbzeit für die ersten Punkte auf der Anzeigetafel. Infolgedessen gelang es Oldenburg nur im dritten Viertel punktetechnisch die Oberhand zu gewinnen (15:18) und den Rückstand etwas aufzuholen (50:43, 30. Min.). Das gefürchtete vierte Viertel, das Bonn in Spiel 1 noch den Sieg gekostet hatte, sorgte auch in Spiel 2 für die nötige Portion Aufregung und Herzklopfen. Die EWE Baskets kämpften sich auf bis zu zwei Zähler heran und Jenkins erwachte zum Leben, doch das Bonner Team ließ sich nicht beirren und brachte den 72:61-Sieg nach Hause.

 Schlüssel zum Sieg der Telekom Baskets Bonn:

  1. Die Verteidigung – eine absolute Teamleistung – muss hier an erste Stelle genannt werden. Die Bonner standen den Oldenburger Scorern permanent auf den Füßen, was sich in den schlechten Wurfquoten der Niedersachen zeigt (36% aus dem Feld, Dreierquote von 22%). Jenkins kam erst im letzten Viertel wirklich ins Spiel, Paulding (10 Pkt.) konnte ebenfalls nicht seine Bestleistung abrufen und Kramer mit 18 Punkten im ersten Spiel herausragend, erzielte heute nur 9 Zähler.
  2. Was hatte ich im Nachbericht zu Spiel 1 kritisiert? Genau, die offensive Last wurde nicht gut verteilt. Diesen Job hat Bonn dieses Mal überzeugend umgesetzt. McLean (18), Veikalas (14), Brooks (13) und Tony (8, darunter zwei Dreier) steuerten die größten Teile zu den 72 Endpunkten bei. Looby kämpfte wie ein Krieger um die Rebounds, Eugene verteilte 8 Assists. TEAMWORK, großgeschrieben.
  3. Die Einstellung der Mannschaft von der ersten Sekunde an, die Konzentration mit der sie aus der Kabine kamen und im dritten Viertel nicht in ein Loch fielen, Tonys Anheizen der Fans, die ständige Kommunikation forciert durch Eugene, der die Jungs jede Minute ins Huddle holte – all das waren Zeichen, die wir Fans im Dome sehen wollten – und wir wurden nicht enttäuscht. Es gab keine Phase im Spiel, in der das Team unsere Erwartungen (wo wir besonders im letzten Viertel noch mit viel Schlimmeren rechneten) nicht erfüllt hätte. Als Dank strömte den Jungs lautstarke Unterstützung in Form des sechsten Mannes aufs Feld. Heimvorteil ist nie wichtiger als in den Playoffs…das kann uns noch zum Verhängnis werden.
  4. Aber der wichtigste Schlüssel zum Sieg war für mich (und auch für Coach Fischer, der ihn extra in der Pressekonferenz erwähnte) Jamel McLean. Damit gebührt ihm auch die Ehre des Man of the Match. Mit einem Double-Double (18 Pkt., 13 Reb.) und dazu noch zwei Blocks, war er der Bonner, der in beiden Halbzeiten die ersten Punkte machte und damit zeitgleich den Ton fürs Spiel setzte. Bonn spielte physisch, der Kampf fand in der Zone statt und dort wurde auch getroffen (65%), während es von außen eher düster blieb (nur 21%). Bonner Weisheit: Wenn es von außen nicht klappt, dann können sich die Baskets auf ihren No.1-Hustler McLean verlassen, der immer für ein And-1 gut ist.

Was muss Bonn im nächsten Spielgenauso machen?

Bonn muss auswärts in Oldenburg die Intensität in der Verteidigung hochhalten und beim Rebound genauso viel Gas geben wie in Spiel 2 (41 insgesamt). Außerdem – da sich die Worte, die ich in dieser Rubrik schreibe zu bewahrheiten scheinen – würde ich mir gerne  ein 26-Punkte-Spiel von Ryan Brooks wünschen. Auf jeden Fall viele Scorer. Nur so, falls die gute Basketballfee mitlesen sollte ;).

Gründe für die Niederlage der EWE Baskets Oldenburg:

Oldenburg scheint noch nicht wirklich in den Playoffs angekommen zu sein. Wie schon im ersten Spiel, verschlief man auch in dieser Begegnung den Anfang der Partie und ließ Bonn davonziehen. Der Vorsprung konnte dann – und auch das ist eine Parallele zu Spiel eins – im vierten Viertel egalisiert werden. Diesmal reichte es jedoch nicht mehr, um die Bonner schachmatt zu setzen. Grund dafür war sicherlich auch der Heimvorteil, der in diesem Spiel auf Bonner Seite lag.

Taktisch scheinen die Baskets wenig im Vergleich zur ersten Begegnung geändert zu haben. So erhielt Dru Joyce wieder das Vertrauen im Aufbau und durfte 20 Minuten versuchen zu seiner Form zu finden. Doch es ist nicht seine Serie. Die Matchups gegen den bulligen Lawrence und den athletischen McCray passen nicht. Joyce spielt sich mehr und mehr in ein Loch und schafft es auch immer weniger die Spielkontrolle zu bewahren. Im Scoring kann er sich ebenfalls nicht durchsetzen, so kam er in der zweiten Viertelfinalpartie nur auf zwei Punkte bei einer Trefferquote von 13%. Seine Stärken in der Defense kann er aufgrund seiner körperlichen Nachteile nicht ausspielen.

Physische Nachteile machen sich auch bei seinen Teamkollegen bemerkbar. Wie in der Vorschau bereits gemutmaßt, scheint es sich wiederholt zu zeigen, dass der Baskets-Kader in Schwierigkeiten gerät, wenn der Gegner mit besonders viel Athletik aufwartet. Immerhin schafft man es, das Reboundduell einigermaßen ausgeglichen zu gestalten.

Insgesamt scheint das Team offensiv gehemmt zu sein. Dies liegt sicherlich einerseits an der starken Bonner Defense, andererseits ggf. auch einfach an einer psychischen Blockade. Als bestes Team jenseits der Dreierlinie war man in die Playoffs gestartet. In den beiden Viertelfinalbegegnungen kam man hingegen nur auf schwache Quoten von 21 bzw. 22 Prozent.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass man die Tiefe des Kaders nicht ausspielen kann, weil von der Bank zu wenig Entlastung kommt. Jetzt sind Spieler wie Wysocki, Neumann und insbesondere auch Robin Smeulders, der eine eher enttäuschende Serie spielt, gefragt.

Was macht Mut? Was muss bei den Oldenburgern besser werden?

Die Intensität und Konzentration sollte von der ersten Sekunde an stimmen. Man darf sich kein drittes Mal derart von den Bonnern übertölpeln lassen. Auch Machowski ist jetzt gefragt, das Team noch besser auf die Bonner Baskets einzustellen. In den ersten beiden Begegnungen schien es, als ob die Telekom Baskets besser auf den Gegner vorbereitet waren. Vlt. ist es auch mal an der Zeit, taktisch einige Dinge zu verändern, um z.B. auf das Missmatch gegen Lawrence zu reagieren.

Mut macht, dass leistungstechnisch noch viel Luft nach oben besteht. Bonn verteidigt über die Serie gesehen zwar sehr stark, doch die Baskets haben in dieser Saison schon des Öfteren bewiesen, dass sie durch starkes Teamplay auch gute Verteidigungsreihen knacken können. Wichtig wird es auch sein, den Korb konsequenter zu attackieren – gerade in Hinblick auf die schlechten Quoten aus der Distanz. Ziel sollte es sein, durch eine intensive Verteidigung das Spieltempo zu erhöhen, um die eigenen Stärken im Fastbreak auszuspielen.

Und dann wäre da noch der Heimvorteil, der immer noch auf unsere Seite liegt und die Oldenburger Baskets hoffentlich beflügeln wird.

Ein Highlight des Spiels ist definitiv die Defense der Telekom Baskets, die ihr hier nochmals in bewegten Bildern begutachten könnt:

Wie geht die Serie aus Bonner Sicht weiter?

Wenn überhaupt möglich, lastet nun noch mehr Druck auf den Schultern der Bonner Spieler. Gewinnen sie Spiel 3, hätten sie die Möglichkeit die Serie vor heimischen Publikum unter Dach und Fach zu bringen. Utopie? Vielleicht.

Ich denke, die Oldenburger werden es sich nicht nehmen lassen, ihr nächstes Heimspiel wieder zu gewinnen. Sie werden alles daran setzen die Defense der Baskets auszuschalten und die Lichter in der EWE Arena auszuschießen. Noch ein Spiel unter 7o Punkten wäre sicherlich eine Qual für die Donnervögel.

Aber auch wenn Spiel 3 an Oldenburg gehen sollte (Konjunktiv, Freunde!) – Spiel 4 und 5 gewinnt Bonn. Ich bleibe bei meinem Tipp von 3:2.

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