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Start nach Maß für ALBA, Bayern und Oldenburg

07.01.2016 || 12:22 Uhr von: , , ,
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Alex Renfroe brachte den FC Bayern in Bandirma auf die Siegerstraße. Berlin und Oldenburg überraschten gegen die Euroleague-Absteiger aus Mailand und Limoges.

MHP RIESEN Ludwigsburg – Stelmet Zielona Góra 73:82

Beim ersten Last32-Auftritt der Vereinsgeschichte legten die Ludwigsburger Basketballer rasant los (14:4, 4. Minute). Wie bereits ALBA BERLIN und die Crailsheim Merlins wirkten die Gäste im ersten Viertel überrascht und liefen schnell einem Rückstand hinterher. Durch viele dumme Fouls, insbesondere nach dem Überschreiten der Mannschaftsfoulgrenze, brachten die RIESEN die Offensive ihrer polnischen Gäste ins Rollen – zehn von 16 Punkten im ersten Viertel erzielte Zielona Góra von der Freiwurflinie.

Danach kam der Euroleague-„Absteiger“ aber immer besser ins Spiel: Die Defense wurde aggresiver, in der Offense kamen sie zu mehr und mehr Punkten aus dem Feld. Die Dreier wollten nun bei Ludwigsburg nicht mehr fallen, und der amtierende polnische Meister stellte den Weg zum Korb immer wieder intelligent zu.

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Die RIESEN versuchten ihr Glück überdurchschnittlich oft aus der Mitteldistanz, jedoch mit unterirdischen Quoten. Negativ fiel hier besonders Rocky Trice (2/7 2FG, 2 Assists, 3 Turnover) auf, der nach einer Rückenverletzung scheinbar noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Das Team von John Patrick rettete trotzdem eine Dreipunkteführung (41:38) in die Halbzeit.

Doch auch nach dem Seitenwechsel konnten die RIESEN den Trend nicht stoppen. Stelmet ging nach knapp vier Minuten zum ersten Mal seit dem 2:0 wieder in Führung (43:44, 24. Minute), die Ludwigsburg ihnen aber direkt wieder entriss (55:50, 27. Minute). Gegen Ende des dritten Viertels starteten die Polen einen viertelübergreifenden 12:0-Lauf und setzten sich auf neun Punkte ab (57:66, 33. Minute).

Ludwigsburg kam zwar noch einmal auf drei Punkte heran, konnte den Run der Polen aber nicht mehr entscheidend erwidern. Die beiden treffsichersten Akteure auf Ludwigsburger Seite, Shawn Huff und Jon Brockman, saßen zu diesem Zeitpunkt bereits mit je fünf persönlichen Fouls auf der Bank. Die letzten zwei Minuten änderten nichts mehr am Ausgang der Partie. Zielona Góra gewann, letztendlich souverän und verdient, mit 73:82.

Ludwigsburg hatte ohne Traumquote aus der Distanz kaum eine Chance gegen ein defensiv starkes und offensiv solides Team. Die Polen verstanden es (ab dem zweiten Viertel) exzellent die Möglichkeiten der Ludwigsburger einzuschränken, insbesondere der Zug zum Korb war nahezu unmöglich. Im Gegenzug ließen sich die RIESEN allerdings auch wenig einfallen, Cuts wurden häufig abgebrochen und Angriffe endeten in schwierigen, bedrängten Mitteldistanzwürfen. Wenn dann auch noch die beiden besten Akteure des Abends sich durch „dumme Fouls“ (John Patrick) aus dem Spiel nehmen, wird es sehr schwer, gegen einen solchen Gegner zu bestehen.

Limoges CSP – EWE Baskets Oldenburg 78:87

Einen überraschenden Auswärtssieg nahmen die EWE Baskets Oldenburg beim französischen Meister mit. Mit einer überzeugender Team-Leistung lieferten die Norddeutschen eine der besseren Partien der Saison in ihrer Premiere in der Last32-Runde des Eurocups ab.

Dabei schien es nach der ersten Halbzeit so, als ob Limoges als ausgeschiedenes Euroleague-Team ihrer Favoritenrolle gerecht werde würde: Die Hausherren führten in Folge eines 30:18 im zweiten Viertel mit 50:38. Matt Gatens lief in dieser Phase heiß, war mit 17 Punkten der erfolgreichste Scorer der Franzosen und auch einer der Einzige bei den Gastgebern, der über Normalform spielte. Die Oldenburger zeigten trotz des Rückstands bereits gute Ansätze, machten aber vor allem auf den Guard-Positionen noch zu viele Fehler. Viel souveräner traten sie aber im weiteren Spielverlauf auf. „Das berüchtigte dritte Viertel“ gehört seit dem Amtsantritt von Mladen Drijencic der Vergangenheit an.

Auch am Dienstag zeigte die Halbzeitansprache positive Effekte, und Oldenburg überraschte mit einem dominanten 27:12-Viertel sowohl Gegner als auch Zuschauer. Die Franzosen konnten sich von diesem Konter nicht mehr erholen. Selbst der erfahrene Heiko Schaffartzik, der dafür bekannt ist, im vierten Viertel aufzudrehen, blieb mit sechs Punkten und vier Assists in 25 Minuten weitestgehend blass. Im Schlussviertel blieben die Donnervögel weiterhin das bessere Team und schafften es. Nobel Boungou-Colo und seine Mitspieler zur Frustration zu treiben, wie der französische Video-Beitrag erahnen lässt.

Auf Oldenburger Seite fiel vor allem auf, dass, obwohl elf Spieler in der Rotation waren, kein Bruch in der Spielqualität oder im Spielfluss zu erkennen war. Besonders Akteure, die nicht immer frei von Kritik bleiben, überzeugten. Nemanja Aleksandrov war mit 14 Punkten und 13 Rebounds einer der Schlüsselspieler. Selbst gegen routinierte Gegenspieler wie Ali Traore und Yakhouba Diawara konnte er Fouls ziehen.

Scott Machado führte das Team in wichtigen Phasen an und durfte von Beginn an auflaufen, nachdem er im letzten BBL-Spiel als siebter Ausländer aussetzen musste. Auch Dennis Kramer, Philipp Schwethelm und Dominic Lockhart gingen das gehobene europäische Niveau mit und spielten wichtige und erfolgreiche Minuten in der zweiten Halbzeit.

Chris Kramer avanciert zur Zeit zum Lieblingsspieler von Mladen Drijencic. Er bekam mit fast 34 Minuten die mit Abstand meiste Spielzeit, was seiner Eigenschaft als „Two-Way-Player“, also einem Spieler mit Defensiv- und Offensivqualitäten, zuzuschreiben ist. Am Ende war es jedoch wieder Brian Qvale, der die besten Statistiken auflegte. Mit 18 Punkten, sechs Rebounds, vier Steals und drei Blocks erreichte er mit 25 den besten Effizienz-Wert der Partie und erarbeitet sich weiterhin große Anteile in gegnerischen Scouting-Bögen. Mit diesem Erfolg deutet Oldenburg das Potential an, sich in die nächste Runde spielen zu können und in dieser Saison zu einem der besten deutschen Teams zu avancieren.

ratiopharm Ulm – Dominion Bilbao Basket 75:93

Bilbao spielte routiniert und hatte letztlich kaum Mühe den Sieg aus Ulm mitzunehmen. Die Schwaben gestalteten die erste Halbzeit zwar noch ausgeglichen, doch im dritten Viertel musste das Team von Thorsten Leibenath abreißen lassen. Durch ein 27:12 im Viertel nach der Pause waren die Spanier nicht mehr von der Siegerstraße abzubringen.

Die Ulmer, die mit Carlon Brown in der Startformation aufliefen, hatten vor allem aus der Distanz ihre Probleme. Keiner der Schützen fand seinen Rhythmus, sodass am Ende eine Dreierquote von nur 29 Prozent zu Buche stand; zu wenig.

Auf der anderen Seite spielte Bilbao seine Erfahrung gnadenlos aus, erlaubte sich nur neun Ballverluste und verwandelte 38 Prozent seiner Versuche aus der Distanz. Besonders Guard Clevin Hannah, am Ende mit 20 Punkten Topscorer des Abends, und der Ex-Göttinger Alex Ruoff bereiteten die Ulmern in der Defensive Probleme. Ruoff war mit 19 Punkten (70% FG), drei Rebounds und vier Assists der effektivste Akteur auf dem Parkett.

Durch die Auftaktniederlage in eigener Halle steht Ulm in der kommenden Woche nun schon unter Druck. Dabei ist die Aufgabe beim Ligarivalen Bayern München nicht unbedingt die einfachste.

Banvit Bandirma – FC Bayern Basketball 83:85

Das war knapp. Der FC Bayern musste gegen den türkischen Vertreter aus Bandirma bis zur letzten Sekunde zittern. Die Türken hatten drei Sekunden vor Spielende den letzten Wurf, doch der mögliche Dreier zum Sieg fand nicht sein Ziel. Zuvor hatte Alex Renfroe mit einer starken Einzelleistung die Bayern mit zwei Punkten in Front gebracht.

Über die komplette Spielzeit bekamen die 3.000 Zuschauer in Bandirma einen offenen Schlagabtausch zu sehen. Bayern schien das Geschehen lange Zeit im Griff zu haben und führte teils mit mehr als zehn Punkten Vorsprung. Banvit, das sehr unkonventionell aufspielte und sein Glück vor allem aus der Distanz suchte, gab aber nie auf und erhielt sich so bis zur letzten Sekunde die Chance auf den Sieg.

Wider Erwarten konnte der FC Bayern seine Überlegenheit auf den großen Positionen nicht ausspielen. Deon Thompson musste im letzten Viertel mit fünf Fouls auf der Bank Platz nehmen, und John Bryant bekam von Coach Pesic nur gut zehn Minuten Spielzeit. In der entscheidenden Phase sollte es also Small Ball mit Paul Zipser und Dusko Savanovic auf den großen Positionen richten. Trotz so mancher Schwierigkeiten ging der Plan am Ende doch auf, und die Bayern durften den wichtigen Auftaktsieg im Eurocup feiern.

Neben Alex Renfroe, dem zwar wieder drei Ballverluste unterliefen, in der Crunchtime aber auch wichtige Aktionen gelangen, überzeugte vor allem Youngster Paul Zipser. Der Nationalspieler bestätigte seine gute Form, verwandelte alle seiner sechs Würfe aus dem Feld und avancierte mit 14 Punkten zum Schlüsselspieler des Abends.

ALBA Berlin – EA7 Emporio Armani Mailand 83:67

Mit einem großen Ausrufezeichen startete ALBA BERLIN in die Last32 des Eurocups. Gegen den Absteiger der Euroleague Emporio Armani Mailand feierten die Berliner einen 83:67 Heimsieg. Damit betrieben sie Wiedergutmachung für die letzte Niederlage in der Bundesliga gegen Angstgegner Ludwigsburg, obwohl Jordan Taylor verletzt ausfiel (fehlt dem Team rund sechs Wochen) und Niels Giffey weiterhin an einer Fußverletzung laboriert.

ALBA erwischte den besseren Start in die Partie. Der Schlüssel für die Mailänder war es, die Zone zu kontrollieren und den Berlinern das Punkten in der Zone zu erschweren. Trotzdem schafften es die Gastgeber immer wieder unter den Korb zu kommen, um so gute Wurfchancen zu erarbeiten. So stand es nach fünf gespielten Minuten schon 16:8, und ALBA kratzte an der Zehn-Punkte-Differenz.

Für den verletzten Taylor musste Aufbauspieler Ismet Akpinar in die Bresche springen und mehr Verantwortung übernehmen. Das Vertrauen zahlte er mit fünf schnellen Punkten Ende des ersten Viertels zurück. Mit 25:21 ging das erste Viertel zu Ende.

Im zweiten Durchgang konnten die Mailänder ein wenig die Oberhand gewinnen. Berlin fand zwar immer wieder gute Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, aber die Ballverluste häuften sich. Das nutzten die Mailänder um den Ex-Berliner Jamel McLean eiskalt aus und generierten einen Großteil ihrer Punkte durch Schnellangriffe. Trotz einiger Fehler in der Offensive entschieden die Berliner die erste Halbzeit mit 41:40 für sich.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte wieder ALBA BERLIN. Aufbauspieler Will Cherry war es, der offensiv das Heft in die Hand nahm und durch fünf schnelle Punkte für Entlastung sorgte. ALBA agierte weiter auf hohem Niveau, kämpfte in der Defense und wies Mitte des Viertels wieder eine zweistellige Führung auf. Vor allem mit der Zonenverteidigung kamen die Italiener nicht zurecht.

Ende des Viertels hatte ALBA noch immer eine Acht-Punkte-Führung (60:52). Im letzten Spielabschnitt machten die Berliner kurzen Prozess mit den Gästen. Zwei Dreier von Dragan Milosavljevic (Topscorer des Abends mit 23 Punkten) innerhalb von 30 Sekunden brachten ALBA mit zwölf Punkten in Front. Weil Mailand weiterhin enttäuschte, stand am Ende ein in der Höhe überraschender 83:67-Heimerfolg.

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