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Beko BBL Offseason Talk – Part IV

20.08.2014 || 16:12 Uhr von: , , ,
Beko BBL Offseason Talk
Offseason – Saisonende – endlose Langeweile? Nicht mit unseren Court Review-Bloggern! Was Basketball-Deutschland in der heißesten Zeit des Kalenderjahres und der kühlsten des Basketballjahres bewegt, schildern Euch...

Offseason – Saisonende – endlose Langeweile? Nicht mit unseren Court Review-Bloggern! Was Basketball-Deutschland in der heißesten Zeit des Kalenderjahres und der kühlsten des Basketballjahres bewegt, schildern Euch unsere Blogger ROBS89, Lukas Feldhaus, Auripigment, SimonLinder und TeamplayOL auch im vierten Teil des Beko BBL Offseason Talks in einer heißen Diskussion. Der Frontcourt des FCBB, die jungen Wilden aus Frankfurt, Vertragslaufzeiten in der Beko BBL sowie die Gewinner und Verlierer der Offseason sind die Themen, die hier und heute diskutiert werden.

1. Balkanpower & Philosophiewechsel beim FCBB?! – Mit Savanovic, Stimac, Jagla, Bryant und Idbihi ist man auf den großen Positionen zwar tief besetzt, doch gegen athletische/ schnelle Teams drohen Probleme!

Lukas Feldhaus: Der FC Bayern München wird vermutlich auf dem Parkett einen etwas anderen Basketball zeigen als noch in der Vorsaison. Allerdings stehen Teams von Svetislav Pesic immer für harte Arbeit und Teambasketball. Bei vielen Coaches haben diese Eigenschaften Floskel- oder Phrasen-Charakter, aber wer Pesic an der Seitenlinie beobachtet, wie er so gut wie jeden Spielzug seziert und kommentiert, oder wer unter Pesic bereits gespielt hat, verwendet immer dieselben oder ähnliche Wörter zur Charakterisierung des Magiers: HARD WORK, HARD WORK, HARD WORK.

Für das Spiel auf dem Parkett kennt der Trainerfuchs sowieso alle möglichen Kniffe. Ich habe ihn und seinen Basketball bereits mehrere Jahre mitverfolgt. Ob in Valencia als Feuerwehrmann oder in Belgrad oder nun beim FC Bayern – Pesic hat in jeder Liga und in jeder Mannschaft immer etwas unterschiedliche Spielweisen präferiert. In Belgrad beispielsweise hat er fast nur Halbfeld-Basketball mit viel Lowpost-Game spielen lassen, wohingegen er in München zuletzt ein ziemliches Gegenstück dazu zelebrieren ließ. Er errang mit jedem Spielstil Erfolg, und mit jedem Erfolg manifestierte er seine Qualität als Trainer.

Ich habe daher und auch bei einem Blick auf den Kader wenig Zweifel daran, dass sich das dieses Mal ganz anders darstellt. Der Kader bietet viel Inside-Game mit Savanovic, Stimac, vielleicht auch wieder häufiger Bryant. Auch Djedovic und Benzing können im Post spielen, wenn sich Bryant und Jagla an die Dreierlinie fallen lassen – vielleicht sogar Vasilije Micic. Von außen steht ebenfalls hinreichend Firepower zur Verfügung. Offensiv sehe ich keinen Grund, warum Athletik fehlen sollte, zumal Bryce Taylor und Nihad Djedovic als Kombo eine der schnellsten Flügelachsen der Liga bilden. Defensiv wird das spannender zu sehen. Da sehe ich das ein oder andere Missmatch kommen, wenn ein Josh Duncan gegen Jagla am Perimeter beispielsweise spielt. Allerdings wird es solche Missmatches und Limitationen immer in jedem Kader geben.

Die Verpflichtung von Savanovic wird mir zu sehr unterschätzt. Er ist ein Spieler von sehr ansprechendem internationalen Format, kein Athlet vor dem Herren, aber ein extrem cleverer Spieler, der auch über eine gute Fußarbeit verfügt. Ich glaube darüber hinaus, dass man von Bayern mehr Zonenverteidigung sehen wird als noch in der Vorsaison. Im Kader stehen dafür viele agile, spielintelligente Guards – mit Micic sogar ein sehr großer Point Guard – sowie physisch starke Bigmen sowie 3er und 4er, die Länge mitbringen.

Und sollte der Klub am Ende des Tages feststellen müssen, dass ein athletischer Vierer noch von Nöten wäre, wird sich der FCBB in meinen Augen nicht scheuen, den auch noch zu verpflichten – wenn es sein müsste, sogar noch in der Preseason. Ich freue mich auf einen Basketball der Münchener, der bis dato in der Form in der Beko BBL nicht zum Alltagsprogramm gehört haben sollte.

ROBS89: Ich muss mich Lukas anschließen und kann die große „Aufregung“ um den Frontcourt des FC Bayern nicht ganz nachvollziehen. Natürlich kam die Rückkehr von Jan Jagla sehr überraschend, auch die Verpflichtung von Vladimir Stimac kann man als Überraschung bezeichnen. Aber der deutsche Meister hat genauso wie in der vergangenen Saison fünf Bigmen im Kader. Damals waren es 3 Power Forwards und 2 Center, in der kommenden Saison wird die Aufteilung also umgekehrt. Natürlich kann man mit „mangelnder Athletik“ auf der Position 4 argumentieren, aber die Qualität der Neuzugänge wird eventuell als zu gering eingeschätzt. Ein Dusko Savanovic in der Beko BBL wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Savanovic verfügt über ein hohen Basketball-IQ, hat eine Range bis zum Dreier hinaus und kann auch im Post arbeiten. Mit John Bryant und Vladimir Stimac stehen zudem zwei der Top-6 Rebounder der abgelaufenen Euroleaguesaison im Kader; beide werden mit einer Größe von jeweils 210 cm in der Defense schwer zu überwinden sein. Als Back-ups bringen die Routiniers Yassin Idbihi (208 cm) und Jan Jagla (213 cm) eine gehörige Portion Erfahrung, aber auch Länge ins Spiel.

Ob es gegen athletische Teams Probleme geben könnte, ist momentan noch nicht abzuschätzen. Die Problematik ist zudem nicht allein auf die Bigmen zu beschränken; Svetislav Pesic legt großen Wert auf eine funktionierende Teamdefense und hat dies bisher zumeist gut managen können.

Fakt ist auf jeden Fall, dass der Frontcourt des FC Bayern Basketball in der Saison 2014/15 eine enorme Qualität haben wird!

Auripigment: Bei der Beurteilung des Frontcourts sollte man bedenken, daß der Fokus der Bayern nicht ausschließlich auf der BBL liegt, sondern auch auf der Euroleague – und da sind die Teams unterm Korb nicht schneller und athletischer aufgestellt ist als die Bayern. Man hat es vorgezogen erfahrene Spieler mit einem hohen Basketball-IQ zu verpflichten, die in der Lage sind eine gut funktionierende Teamdefense zu spielen und unterm Korb den berühmten Beton anzurühren. Diese Verteidigungslinie, die Coach Pesic so liebt, muß erst einmal überwunden werden. Der Ex-Bamberger Rakim Sanders ist ein Beispiel dafür, daß Athletik zwar für spektakuläre Szenen sorgen kann – aber gepaart mit mangelnder Spielintelligenz zu erheblichen Schwächen im eigenen Spiel führen kann. Ich glaube, man wird wieder versuchen möglichst aus dem Ballgewinn der Verteidigung heraus schnell über die flinken Flügelspieler im Angriff abzuschließen – und sollte das scheitern, wird man im Gegensatz zu letzter Saison in der Lage sein ein vernünftiges Setplay aufzuziehen, bei dem der Aufbauspieler kein Loch in den Boden dribbelt, um dann mit Ablauf der Shotclock noch irgendetwas zu kreieren. Man wird den Frontcourt mehr über Pick’n’Roll oder Pick’n’Pop in das Spiel einbinden. Mit Vladimir Stimac kommt ein Spieler, der in der Lage ist gute Blöcke zu setzen. Vasilije Micic ist groß, hat einen guten Spielüberblick und spielt gerne und gut Pick’n’Roll. Darüber hinaus kommen mit Dusko Savanovic und Jan-Hendrik Jagla zwei Stretch Four Power Forwards, die zwar beide keine Überathleten, aber für ihre Größe schnell auf den Füßen sind und nicht ungestraft am Perimeter stehen gelassen werden dürfen.

Im Moment sehe ich nicht, daß er Frontcourt mit schnellen, athletischen Gegnern vor unlösbare Probleme gestellt wird. Problematischer sehe ich eher, daß man gerade mit Savanovic und Jagla ähnliche Spielertypen hat und nicht mehr so variabel auf den Gegner reagieren kann.

SimonLinder: Und schon wieder hat der alte Mann von der Münchener Seitenlinie uns alle ein wenig überrascht. Wie Lukas schreibt, muss man sich als Gegner immer darauf einstellen, dass ein Pesic-Team einen völlig anderen Stil spielt als beispielsweise noch im letzten Jahr. Und so, könnte man meinen, wird es auch dieses Jahr sein. Jedoch habe ich das Gefühl, dass das gar nicht so sehr der Fall sein wird. Die Bayern handeln diese Offseason eher nach dem Prinzip „Stärken stärken“: Mit Savanovic und Stimac dürften die Roten die Bretter in den deutschen (und europäischen) Hallen noch stärker dominieren als in der letzten Saison. Doch auch die wenigen Schwächen der vergangenen Saison sollen ausgemerzt werden: Durch das Ersetzen von Delaney durch Micic dürfte das Bayern-Spiel noch unberechenbarer werden – was wiederum auch den Spielern im Frontcourt zugute kommen wird.

Ich halte es sogar für möglich, dass Bayern zeitweilig sogar mit drei der oben genannten Spieler auftreten wird: Dusko Savanovic kann man getrost zutrauen, den gegnerischen Small Forward zu verteidigen. Und in der Offensive könnten die Bayern dann so oft den Offensiv-Rebound holen, bis entweder Micic oder beispielsweise Djedovic von Downtown treffen, oder einer der Big Men den Ball aus der Nah- oder Mitteldistanz verwertet. Ich bin gespannt auf die neuen Bayern! Und ich halte sie – gerade wegen des neuen Frontcourts – für noch ausgeglichener besetzt und damit für noch besser als in der letzten Saison!

2. Die Artland Dragons halten acht Spieler – und das, obwohl alle Verträge in diesem Sommer ausgelaufen waren. Seiferth, Meiers, Smith und Sanders gehen mit ihren Vereinen getrennte Wege trotz laufenden Verträgen. Sind langfristige Verträge überbewertet?

ROBS89: „Überbewertet“ sind langfristige Verträge auf keinen Fall. Die Artland Dragons sind natürlich ein Extrembeispiel, denn es ist nicht unbedingt üblich acht Spieler, deren Vertrag ausgelaufen war, weiter an den Verein zu binden.  Wie ich bereits in einem früheren Offseason-Talk erwähnt habe, sehe ich Kontinuität in den Kadern als einen der entscheidenden Faktoren für sportlichen Erfolg an. Beispiele gibt es genug: die Brose Baskets Bamberg konnten während ihrer Meisterserie die Leistungsträger lange beisammen halten und immer wieder gezielt ergänzen. Die EWE Baskets Oldenburg haben sich durch enorme Kontinuität zu einer festen Größe in den Top 4 der Beko BBL etabliert. Auch der deutsche Meister aus München hat einen Großteil des Teams langfristig gebunden. Kontinuität bringt Identifikation; Kontinuität bringt sportlichen Erfolg. Beides hat in der Regel auch wirtschaftlichen Erfolg zur Folge.

Langfristige Verträge sind niemals überbewertet und werden in den kommenden Jahren immer häufiger abgeschlossen werden.

Auripigment: Wenn man sich international umsieht, dann versuchen besonders die starken Euroleagueteams mit ihren Leistungsträgern langfristige Verträge abzuschließen. Gerade erst hat Real Madrid Rudy Fernandez bis 2018 an sich gebunden. Man kann natürlich jedes Jahr ein Team vollkommen neu zusammenstellen und hoffen, dass es sich schnell findet. ALBA Berlin hat letzte Saison bewiesen, daß ein totaler Neuanfang sehr erfolgreich sein kann. Andererseits ist es gerade zum Saisonstart hilfreich, wenn ein Kern bereits eingespielt ist und nur noch einige Spieler integriert werden müssen. Entsprechend scheint sich eine Tendenz in der Liga abzuzeichnen: Weg von den kurzen Verträgen und den gesichtslosen, austauschbaren Teams, hin zu längerfristigen Verträgen und Mannschaften mit denen sich die Fans identifizieren können. Man kennt die Spieler und freut sich darauf, wenn sie nach der Sommerpause wiederkommen. Hinzu kommt, dass es noch zu wenige deutsche Nachwuchsspieler gibt, die das Zeug haben eines Tages als Profi nicht nur auf der Bank zu sitzen um die Quote zu erfüllen. Entsprechend werden die vorhandenen Talente umworben und mit Verträgen von oft 3-4 Jahren ausgestattet, um sie an den Verein zu binden und von ihrer hoffentlich positiven Entwicklung zu profitieren. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass das die Vereine nicht davor bewahrt einen solchen Spieler zu verlieren, wenn ihn ein anderer unbedingt vor Vertragende verpflichten möchte. Trotzdem gehe ich davon aus, daß es in Zukunft immer mehr langfristigere Verträge geben wird.

Lukas Feldhaus: In puncto langfristige Verträge ist es meinen Augen nötig, klare Abgrenzungen vorzunehmen. Real Madrid gehört zu den Aushängeschildern im europäischen Basketball und hat neben einer hohen Strahlkraft auch astronomische finanzielle Mittel, um Spieler für sich zu überzeugen. Die Brose Baskets Bamberg und – das werden jetzt einige Fans der Beko BBL nicht gerne hören, aber es ist auf dem Markt schlichtweg so – der FC Bayern München Basketball sind im deutschen Basketball Aushängeschilder. Bamberg spielte darüber hinaus in den vergangenen Jahren stets in der Euroleague, ebenso wie die Münchener nun im zweiten Jahr am höchsten europäischen Wettbewerb teilnehmen. Einige Spieler sehen diese Klubs bereits oder für den Moment als das höchste ihrer Gefühle an, weshalb sie dort einen finanziell zudem hochdotierten Vertrag unterschreiben. Dass sich das aber auch nicht immer auszahlt, zeigen Beispiele wie in den Fällen Rakim Sanders und Jamar Smith. Zwar wurden Wege gefunden, um aus den Verträgen auszusteigen, aber auch hier sind die nötigen finanziellen Ressourcen erforderlich.

Diese Klubs kann man aber keineswegs mit dem Rest der Liga über einen Kamm scheren. Eine Mannschaft wie Phoenix Hagen kann es sich kaum erlauben, einen US-Amerikaner, den sie aus Schweden verpflichten, für zwei Jahre unter Vertrag zu nehmen mit der Gewissheit, dass dieser Spieler auch über zwei Jahre auf einem deutlich höheren Level in der Beko BBL bestehen kann. Darüber hinaus kennt dieser Spieler den Klub häufig nur über den Agenten. Mannschaften wie Hagen, aber natürlich auch Quakenbrück, Ulm und andere Vereine dienen für viele Spieler schlichtweg als Sprungbretter für höhere Ziele. Würden diese Klubs bewusst nur nach Spielern suchen, die Verträge über mehrere Jahre unterschreiben wollen, geraten sie häufig an eine Grenze des Leistungsniveaus bis sie an Spieler kommen, für die es eine Ehre ist, für diese Klubs zu spielen. Ein Davin White hätte in Hagen unter diesen Umständen wahrscheinlich nie gespielt und der Klub hätte entsprechend nicht die Playoffs erreicht. Und selbst wenn diese Spieler mehrjährige Verträge unterschreiben, ist damit noch nicht garantiert, dass sie diese auch einhalten, wenn man sich Daniel Theis oder Andreas Seiferth anschaut – von Ausstiegsklauseln oder eigentlichen 1+1-Verträgen, die häufig als Zweijahresverträge kolportiert werden, ganz abgesehen. Wo ich bei den deutschen Spielern bin: Deutsche Topspieler sind für Hagen – und diesen Klub nehme ich bewusst, aber nicht als Ausnahme-Beispiel – finanziell sowieso nicht erschwinglich. Die Spieler, die sie vielleicht bekommen könnten, wollen jedoch bewusst in der Regel nur für ein Jahr unterschreiben, weil sie finanziell und auch sportlich woanders mittelfristig ihre Perspektive sehen. In dem Kreis, in dem Hagen nun deutsche Spieler rekrutieren kann, finden sich wiederum dann selten Spieler, die eine hohe Sicherheit suggerieren, über eine langfristige Zeitspanne die entsprechende Leistung zu bringen. Im konkreten Beispiel unterschrieb Nikita Khartchenkov vor einem Jahr einen Zweijahresvertrag in Hagen. Der Deutsch-Russe konnte sich im vergangenen Jahr jedoch kaum durchsetzen. Das Management um Oliver Herkelmann versuchte entsprechend, den Vertrag in diesem Sommer aufzulösen – was jedoch fehlschlug. Erschwerend kam für Hagen die finanzielle Situation hinzu, weshalb in diesem Jahr weniger Geld im Etat vorhanden ist. Durch solche Einschnitte verändern sich wiederum die kompletten Proportionen im Gehaltsraster. Vielleicht hätte Phoenix in der noch laufenden Offseason auch eher nochmal überlegt, ob sie Larry Gordon oder David Bell vor mehr als einem Jahr für zwei Saisons und einem sicherlich nicht sinkenden Gehalt im zweiten Vertragsjahr weiterverpflichtet hätten.

Aus diesen Gründen ist es mir deutlich salopp von jedem Klub in der Liga zu erwarten, dass gezielt mehrjährige Verträge angestrebt werden. Deshalb ist die allgemeine Forderung nach langfristigen Verträgen ligaweit für mich überbewertet, da sie in vielen Fällen schlichtweg nicht mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit realisierbar ist. Deshalb kann ich durchaus nachvollziehen, wenn Mannschaften hinter den Top-Organisationen Deutschlands Jahr für Jahr versuchen, für die nächste Saison jeweils den bestmöglichen Kader auf die Beine zu stellen. Für Mannschaften wie Bayern München oder den Brose Baskets Bamberg muss sie in meinen Augen dennoch in einem soliden Rahmen erfolgen, da für diese Klubs Spieler erschwinglich sind, die bereits ein gewisses Grundniveau in guten Ligen manifestiert haben. Diese Teams haben bei diesen Spielern bereits ein Image, das manchmal über die Sprungbrett-Funktion hinaus reicht. Mit dieser „Gewissheit“, die allerdings durch Fälle wie Rakim Sanders und Jamar Smith wiederum etwas eingeschränkt betrachtet werden muss, lässt sich oftmals kontinuierlich ein Kader aufbauen. Und diese Möglichkeit muss dann zwangsläufig auch ausgereizt werden, um sich auf höchstem Niveau Jahr für Jahr in einer vermeintlich besseren Ausgangslage zur Wettbewerbsfähigkeit halten, da in der Liga, in der Bamberg oder München mitkonkurrieren wollen, sehr viele Mannschaften mit einer gewissen Gewissheit der Kontinuität auflaufen – eben weil sie es aufgrund ihres finanziellen und sportlichen Standings (auch hier gibt es aber Fälle wie Zalgiris Kaunas oder Siena, die sich dabei finanziell übernehmen) können. Dies aber von den meisten Beko-BBL-Teams zu erwarten, ist für meinen Geschmack aber noch zu primitiv und eine Ideologie. Dass Mannschaften wie Trier damit nachhaltig deutlich mehr Ertrag ernten als mit Einjahresverträgen, lässt sich in meinen Augen nicht hinreichend nachweisen. Man kann bei diesem Thema schlichtweg nicht alle Teams über einen Kamm scheren.

SimonLinder: Lukas‘ oben stehenden Roman zu diesem Thema kann ich in allen Punkten zustimmen – ich möchte ihn allerdings noch um einen Punkt ergänzen. Eine wirkliche Neuheit in dieser Offseason der Beko BBL ist meiner Meinung nach, dass Mittelklasse-Klubs wie Ludwigsburg und Noch-nicht-ganz-Oberklasse-Klubs wie Quakenbrück einen großen Teil der Leistungsträger halten konnte. Die MHP RIESEN beispielsweise mussten zwar Topscorer Keaton Grant nach Italien ziehen lassen, konnten aber mit Coby Karl, Michael Stockton und Shawn Huff Spieler halten, die nur bis zum Ende der abgelaufenen Saison Verträge unterzeichnet hatten. Das ist für mich die viel größere Überraschung: Viele Spieler, die in der Vergangenheit eine gute Saison in Deutschland gespielt hatten, verließen die Beko BBL bei einem höher dotierten Angebot aus den südlichen Ländern sofort wieder. Heute ist das anders: Die Beko BBL wird, vor allem auch was die Rahmenbedingungen angeht, von den Spielern mehr geschätzt, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Und das führt dazu, dass auch Mittelklasse-Klubs ihre Leistungsträger zum Teil trotz auslaufender Verträge halten können. Eine positive Entwicklung, die zwar vielleicht zu einer niedrigen Anzahl an langfristigen Verträgen, jedoch gleichzeitig zu einer geringeren Fluktuationsrate in den Kadern der Vereine führt.

3. Mit Konstantin Klein, Kevin Bright, Danilo Barthel und Johannes Voigtmann gehen vier junge deutsche Spieler in ihre zweite Saison als Leistungsträger. Sind die FRAPORT SKYLINERS schon reif für die Playoffs?

Auripigment: Ziel der Skyliners ist es in den kommenden Jahren wieder ein Team zu haben, das um die Meisterschaft mitspielen kann. Das wollen sie mit jungen deutschen Spielern erreichen, die unter Coach Herbert auf dem Court Fehler machen und sich entwickeln, die reifen dürfen, ohne als ewige Talente geschont zu werden. Nein, sie sollen Verantwortung übernehmen und werden nicht nur in der Garbage Time eingesetzt, sondern haben als Leistungsträger die meisten deutschen Spielminuten der BBL abgreifen können. Mit Konstantin Klein haben sie einen frechen Aufbauspieler, der für sein Alter schon sehr abgeklärt spielt. Kevin Bright hat noch eine Doppellizenz für das ProB Team und muß sich noch fest in die Rotation spielen. Danilo Barthel ist mit seiner Athletik immer wieder für eine spektakuläre Aktion gut und sorgt für die meisten deutschen Punkte (4. bester Scorer des Teams). Johannes Voigtmann steht seinen Mann unter dem Korb. Aber sie sind noch nicht soweit das Team tatsächlich tragen zu können. Die letzte Saison stand und fiel mit Andrew Rautins. Solange er spielen konnte, sind sie klar auf Playoffkurs gewesen. Nach seiner schweren Verletzung konnte man seinen Ausfall nicht kompensieren. Neben ihm haben Dawan Robinson und Dane Watts die meisten Punkte abgeliefert. Die internationale Erfahrung der Eurochallenge wird dem Team und den Spielern sehr gut tun. Sollten sie einen weiteren Entwicklungssprung machen und ausreichend Unterstützung von den ausländischen Spielern erhalten, ist eine positive Überraschung durchaus möglich.

Lukas Feldhaus: Frankfurt gehört für mich zu dem Kreis der Mannschaften, die bei einem optimalen Saisonverlauf die Playoffs erreichen können. Das Risiko des Falls Richtung Abstiegssorgen sehe ich bei den Skyliners nicht, weil sie auf den deutschen Positionen eine sehr solide Basis gestellt haben. Bei den Skyliners hängt in meinen Augen aber mehr noch daran, welche ausländischen Akteure den Kader noch ergänzen. Richie Williams ist überhaupt nicht mein Fall, was das Playmaking betrifft. Ich gehe jedoch davon aus, dass er starke Zahlen auflegen kann, weil Gordon Herbert ihm die nötigen Freiheiten auf dem Parkett geben wird. Ich sehe neben Williams wenige Spieler, die sehr stark im Kreieren sind. Neben Williams muss jedoch noch ein Center kommen mit Präsenz an beiden Brettern sowie bestenfalls ein vielseitiger 2er. Je nachdem, wie der Kader am Ende aussieht und ob die ausländischen Schlüsselspieler fit bleiben, ist für Frankfurt in meinen Augen eine Playoff-Platzierung absolut im Rahmen des Möglichen.

SimonLinder: Die Skyliners sind für mich dieses Jahr ähnlich stark einzuschätzen wie in der vergangenen Saison. Mit Richie Williams kam zwar kein wirklicher Playmaker, sondern eher ein „Pointmaker“, der damit das genaue Gegenteil zu seinem Backup Konsti Klein darstellt – was die Frankfurter allerdings sicher gut gebrauchen können. Eine ordentliche Variabilität auf der Eins ist also vorhanden. Ich bezweifle allerdings, dass Spieler wie Barthel und Voigtmann von Williams über ganze Partien hinweg gut in Szene gesetzt werden können – ihre Aufgabe wird möglicherweise in der Offense in dem ein oder anderen Angriff einfach nur darin bestehen, möglichst geschickt Platz zu schaffen für Williams, damit dieser druckvoll zum Korb ziehen kann. Für Frankfurt wird nächstes Jahr entscheidend sein, ob Richie Williams seine Wurfquoten steigern kann. Wenn die jungen deutschen Spieler ihn beim Punkten und Passen mehr unterstützen, als es seine ehemaligen Kollegen aus Vechta konnten, sehe ich Chancen, dass die Skyliners dieses Jahr die ein oder andere Mannschaft überraschen können. Trotzdem glaube ich, dass sie die Playoffs – wenn auch noch etwas knapper als in der letzten Saison – verpassen werden.

TeamplayOL: Zunächst möchte ich den Frankfurtern noch einmal zu ihrem Mut in den vergangenen Jahren gratulieren, auf junge deutsche Spieler zu setzen. Mangels großer finanzieller Sprünge ist die Idee damals sicherlich auch ein wenig aus der Not heraus geboren, doch hat sich das Risiko letztendlich ausgezahlt. Sie verfolgen einen langfristigen Plan und wollen in ein paar Jahren wieder zu den Top Clubs der BBL gehören. Wichtig war dabei für sie, dass sie die deutschen Leistunsgsträger Barthel, Klein und Voigtmann halten und sogar längerfristig an den Verein binden konnten. Mit Niklas Kiel ist zuletzt ein weiteres großes Talent in das Frankfurter Programm gewechselt, das sich inzwischen einen Namen bei den deutschen Spielern gemacht hat.

In der kommenden Saison sehe ich die Frankfurter aber eher nicht in den Playoffs. Dafür haben Teams wie Ludwigsburg, Bonn, Ulm und teilweise auch Bremerhaven zu stark verpflichtet. Ich sehe das Problem ähnlich wie Lukas und Simon bei den bislang verpflichteten Ausländern. Richie Williams ist ein begnadeter Scorer, dessen Qualitäten inzwischen aber in der BBL bekannt sind. Er wird es wahrscheinlich auch nicht schaffen, die vielen Rollenspieler in das Spiel der Frankfurter einzubinden. Dafür ist er zu sehr auf den eigenen Abschluss fokussiert. Mit Doornekamp hat man zwar einen vorbildlichen Arbeiter verpflichtet, aber eben auch den nächsten Rollenspieler, der davon profitieren würde, gut in Szene gesetzt zu werden. Konsti Klein alleine kann diese Aufgabe nicht bewältigen, ein weiterer umsichtiger Spieler würde aus meiner Sicht besser in den Kader der Frankfurter passen.

4. __________ ist der Gewinner der Offseason bislang!

ROBS89: Die Artland Dragons sind meiner Ansicht nach der Gewinner der Offseason bislang. Praktisch die gesamte Starting Five konnte gehalten werden und dazu kommt mit Dennis Horner ein „Alter Bekannter“ zurück ins Artland. Durch die Verpflichtungen von Andi Seiferth und David McCray konnte die Qualität auf den deutschen Positionen weiter verbessert werden. Das Kadermanagement und die Tatsache, dass mit McCoy ein sehr guter Coach an der Seitenlinie steht, macht die Artland Dragons zu einem Team, das in der kommenden Saison einiges zuzutrauen ist.

Auripigment: Da gehe mit ROBS89 konform, auch für mich sind die Dragons die Gewinner der Offseason. Coach McCoy hat in seiner ersten Saison als Headcoach bewiesen, dass er das Team Formen und in die Playoffs führen kann. Die gemachten Erfahrungen werden ihm helfen in der zweiten Saison erneut erfolgreich zu sein. Helfen wird ihm dabei auch, dass Schlüsselspieler wie Anthony King, David Holston und Brandon Thomas gehalten und das Team punktuell und gezielt verstärkt werden konnten. Mit Andi Seiferth und David McCray hat es auf den deutschen Positionen ein verjüngendes Upgrade gegeben. Die Dragons sind im Kern eingespielt und werden wieder ein unangenehmer, variabler und gefährlicher Gegner sein.

Lukas Feldhaus: In der Offseason werden noch keine Spiele gewonnen, allerdings kann ich meinen Vorschreibern in diesem Punkt – mit großer Freude – recht geben. Die Dragons haben quasi den Kern ihres Kaders halten können und darüber hinaus noch an Breite im Roster gewonnen. Daneben möchte ich auch noch die EWE Baskets Oldenburg nennen, die ihren Kader in ähnlicher Manier zusammenhalten konnten und nominell punktuell verstärken konnten. Und auch vor Ludwigsburg kann ich nach der Weiterverpflichtung Stocktons, Karls und Huffs sowie der Verpflichtung einiger vielversprechender Akteure nur den Hut ziehen.

SimonLinder: Ich hatte die Artland Dragons bereits im ersten Teil der Saisonvorschau hier auf Court Review zum erweiterten Favoritenkreis auf die Meisterschaft gezählt – dass ich sie damit als einen der Gewinner der Offseason bezeichnen würde, ist dann selbstredend auch der Fall. Neben den Ludwigsburgern, die so früh wie noch nie ihre Kaderplanungen abschließen konnten, gehören auch die Telekom Baskets Bonn für mich zu den Gewinnern der diesjährigen Sommerpause. Sie konnten außer Jamel McLean alle Stützpfeiler des Teams der vergangenen Saison halten und haben mit Angelo Caloiaro den „MVP der Herzen“ vom Mitteldeutschen BC verpflichtet – und McLean damit für meine Begriffe mindestens gleichwertig ersetzt. Als Center wurde nun zu guter Letzt der Euroleague-erfahrene Tadas Klimavicius von Zalgiris Kaunas verpflichtet. Auch er besitzt ohne Zweifel große Qualität und wird mit Caloiaro ein interessantes Duo unter den Brettern bilden. Auf die Telekom Baskets darf man gespannt sein!

TeamplayOL: Ich gehe hier mit den meisten konform, möchte es aber mal ein wenig anders ausdrücken: Alle Teams, die ihre Schlüsselspieler weitestgehend halten konnten, sind für mich die Gewinner der Offseason. Und das sind eben insbesondere die Teams aus dem Artland, aus Ludwigsburg und auch aus Oldenburg. An allen drei Standorten gab es ein funktionierendes Team, das eine überzeugende Saison gespielt hat. Die größte Aufgabe wartet dann jedoch im Sommer, wenn dieses Team beisammen gehalten werden soll. Das ist diesen drei Teams gelungen, wobei sich alle drei dazu noch durch kleinere Veränderungen gezielt verstärkt haben.

5. ___________ ist der Verlierer der Offseason bislang!

ROBS89: Ob ALBA Berlin „der“ Verlierer der Offseason bislang ist, ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Dennoch scheint der Kader von ALBA nicht mehr ganz die Qualität der vergangenen Saison zu haben. Vor allem die Abgänge von Sven Schultze und Jan Jagla wiegen schwer. Natürlich konnte mit Niels Giffey ein gefragter deutscher Spieler verpflichtet werden, aber dennoch sehe ich ALBA vor allem bei den deutschen Kaderspots nicht auf einer Höhe mit Bamberg oder München. Es wird sehr interessant zu sehen sein, wie sich ALBA in der kommenden Saison präsentieren wird. Vor allem die Doppelbelastung durch die Euroleague darf nicht unterschätzt werden.

Auripigment: Für mich ist der Verlierer der Offseason die TBB Trier. Sie haben als erste ihren kleinen Etat nicht dazu genutzt billige Ausländer zu verpflichten, sondern angefangen jungen Nachwuchsspielern in der 1. Liga viel Spielzeit einzuräumen und auf deren positive Entwicklung zu setzen. Dank der guten Arbeit von Henrik Rödl ist das bis jetzt auch gelungen und hat sich in Europa inzwischen herumgesprochen, so dass junge Talente wie zuletzt Adin Vrabac langfristige Verträge unterschreiben. Allerdings ist es diesen Sommer nicht gelungen deutschen Nachwuchs nach Trier zu lotsen. Ein Niklas Kiel geht beispielsweise lieber nach Frankfurt. So konnte der Abgang von Andreas Seiferth in meinen Augen nicht kompensiert werden. Der Verbleib in der 1. Liga wird diese Saison davon abhängen, ob einige der Spieler eine deutliche Leistungssteigerung zeigen können oder nicht. Für die Zukunft wird es wichtig werden wieder deutsche Nachwuchsspieler unter Vertrag zu nehmen. Gelingt das nicht, wird es ganz schwer für den Trierer Weg werden.

Lukas Feldhaus: Ich stimme Auripigment zu und stelle einfach mal die Abgänge den Neuzugängen gegenüber: Marin Petric ging, Anthony Canty kommt hoffentlich endlich wiedergenesen zurück. Hier besteht in meinen Augen noch am ehesten die Hoffnung, dass mit dem Ex-Bremerhavener ein Talent in dieser Saison den Durchbruch schafft. Seine Kurzeinsätze im Bremerhavener Jersey haben mich jedoch nicht beeindruckt, und nach einem Jahr ohne signifikanten Einsatz wird es für ihn schwierig, abrupt starke Leistungen zu zeigen. Samenas wird ein besserer Samenas sein als der, der vor einem Jahr in die Moselstadt kam. Allerdings ist er als Spot-up-Shooter sehr abhängig von den Systemen und auch von den Mitspielern, die für ihn kreieren. Hier drohen meiner Ansicht nach Probleme: Wie Auripigment richtig ansprach, konnte Seiferth nicht ersetzt werden. Andreas Wenzl ist quasi sein Ersatz auf den deutschen Positionen. Er ist ebenso wie Canty fast ein komplettes Jahr ausgefallen und hat bislang noch keinen Bundesliga-Tauglichkeits-Nachweis geliefert. Auf Adin Vrabac bin ich sehr gespannt. Ich glaube, dass einige ihn unterschätzen. Vom Gesamtpaket her hat er eigentlich alles, was ein starker Guard braucht. Ich würde mich nicht wundern, würde er in seiner ersten BBL-Saison gleich auf einen zweistelligen Punkteschnitt kommen. Allerdings geht auf seiner Position mit Trevon Hughes ein Spieler von Bord, der seit Jahren gewohnt ist, auf hohem Niveau für seine Mannschaften Verantwortung zu schultern. Zudem war er der TBB-Spieler im Kader, der auch das Tempo variieren konnte, obgleich er gerade zu Saisonbeginn oft überdrehte Aktionen hinlegte. Allerdings geht den Moselstädtern mit seiner Athletik und bereits zuvor gewissermaßen unter Beweis gestellter Führungsstärke wichtige Qualitäten ab. Wenzl für Seiferth – salopp gesagt, denn Chikoko wird wohl sehr viel auf der 5 zu sehen zu sein – sowie Vrabac für Hughes sind für mich Downgrades auf Schlüsselpositionen. Der Abgang von Warren Ward ist für die TBB am ehesten zu kompensieren, jedoch braucht der talentierte, jedoch physisch noch sehr schwache Marko Lukovic meiner Prognose nach noch einiges an Zeit, um auf diesem Niveau bestehen zu können. Trier steht meiner Ansicht nach – und da teile ich vollkommen Auripigments Skepsis – vor einer sehr schweren Saison. Der heldenhafte Talentschmied Henrik Rödl wird sie als Herausforderung sehen, die er gerne annimmt. Die Herausforderung ist aber in jedem Fall groß.

SimonLinder: Zunächst waren die Walter Tigers Tübingen mein Kandidat Nr. 1 für diese Kategorie. Sie konnten zwar einige Leistungsträger wie Bane Ratkovica und den in der Schlussphase der letzten Saison überragenden Jon Wallace halten, mussten aber auch zwei wichtige Spieler ziehen lassen, nämlich Dreierkönig Daequan Cook und Wühlbüffel Tyrone Nash. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Neuzugänge Cuffee, Rubit und Wiggins die prominenten Abgänge gleichwertig ersetzen zu können. Der wirkliche Verlierer der bisherigen Offseason ist allerdings – auch hier schließe ich mich Auripigment und Lukas an – die TBB Trier. Neben den beiden Aufsteigern Crailsheim und Göttingen sowie den Teams aus Weißenfels, Bremerhaven, Braunschweig und Tübingen sehe ich die Mannen von Henrik Rödl von Anfang der Saison an im harten Kampf um die Plätze über dem Strich – denn den bitteren Gang in die ProA möchte man in Trier auf keinen Fall antreten müssen.

TeamplayOL: Ich schließe mich meinen Vorrednern an und lege mich auf Trier fest. Es ist wirklich schade, dass der Name Henrik Rödl inzwischen nicht mehr die Strahlkraft von vor ein paar Jahren hat. Junge Spieler entscheiden sich nicht mehr für Trier, weil es an anderen Standorten, wie bspw. Frankfurt, ähnliche Möglichkeiten bei besserer Perspektive gibt. Trier hat es einfach nicht geschafft, das Projekt auf ein solides Fundament zu stellen. Woran das liegt und warum keine neuen Sponsoren dieses Projekt unterstützen wollen, kann ich nicht beurteilen.

Ich möchte jedoch auch noch den Namen von Phoenix Hagen in die Diskussion einbringen. Phoenix scheint, ähnlich wie Trier, erhebliche finanzielle Probleme zu haben. Sie mussten viele unbekannte Spieler verpflichten, die aus eher schwächeren Liga in die starke BBL wechseln. Hagen hat gegenüber Trier jedoch den Vorteil, dass sie einige wichtige Leistungsträger halten und auf die gute eigene Jugendabteilung setzen können. Zudem hat Coach Freyer in der Vergangenheit bewiesen, dass er für seine Art Basketball zu spielen nicht unbedingt Superstars aus anderen Ligen verpflichten muss.


Hier geht’s zum ersten Teil des Beko BBL Offseason Talks.

Hier geht’s zum zweiten Teil des Beko BBL Offseason Talks.

Hier geht’s zum dritten Teil des Beko BBL Offseason Talks.

Beko BBL Offseason Talk – Part IV
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Zugvogel
Zugvogel 20. August 2014 um 18:07 Uhr

Zum Verlierer Trier kann man nur sagen, es fehlt im Vergleich mit Frankfurt einfach an einer gut funktionierenden Kooperation mit einem ProB-Team. Trier braucht immer etwas weiter entwickelte Spieler. Spieler wie Faßler, Zwiener, Seiferth kamen alle aus der Berliner Ausbildung nach Trier. Ein Mönninghoff vom College.
Grade die Collegeschiene hätte man auch diese Offseason weiter versuchen müssen zu fahren oder sich einen der „jungen Stars“ der ProA sichern.

Nicht direkt als Verlierer der Offseason, aber auch sehr ernüchternd verlief für mich die Offseason für Aufsteiger Crailsheim.

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