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BBL Playoffs: Das Wunder bleibt aus – Bayern gewinnt Wiederholungsspiel und Serie

22.05.2014 || 01:23 Uhr von: ,
Der FC Bayern gewinnt das Wiederholungsspiel der erneut angesetzten Partie 4 souverän mit 86:68 und entscheidet damit die Serie gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 3:1. Ludwigsburg schlägt sich vor allem nach der Paus...

Der FC Bayern gewinnt das Wiederholungsspiel der erneut angesetzten Partie 4 souverän mit 86:68 und entscheidet damit die Serie gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 3:1. Ludwigsburg schlägt sich vor allem nach der Pause wacker, kann aber in der zweiten Halbzeit den hohen Rückstand aus den ersten zwei Vierteln nicht mehr aufholen. ROBS89 (FC Bayern Basketball) und SimonLinder (MHP Riesen Ludwigsburg) mit dem Doppelblog zu der viel diskutierten Wiederholungspartie…


In den Anfangsminuten machten die Bayern sofort klar, wohin die Reise heute gehen sollte – sie wollten um jeden Preis ein Spiel 5 am Freitag verhindern. Mit einem glänzend aufgelegten Malcolm Delaney und erfrischendem Teambasketball ließen die Münchner Ball und Gegner laufen und spielten schnell eine hohe Führung heraus. Ludwigsburg dagegen hatte kein Wurfglück und schaffte es auch nicht, in der Defense die nötige Intensität aufzubauen. Sobald sie doch einmal einen Run zu starten schienen (wie zu Beginn des vierten Viertels), hatte der FC Bayern jeweils eine passende Antwort parat (in diesem Fall durch einen Dreier von Robin Benzing). Somit ist der verdiente Sieger des Wiederholungsspiels der FC Bayern Basketball, der den aufopferungsvoll kämpfenden und vielleicht mit einer gewissen Übermotivation auftretenden MHP RIESEN im zweiten Spiel 4 in allen Belangen überlegen war.

Die Schlüssel zum Sieg des FC Bayern Basketball

Rebounds
Die Bayern dominierten von Beginn des Spiels an beide Bretter und legten somit früh den Grundstein für den klaren Erfolg. Bei den Defensivrebounds holten die Münchner fast doppelt so viele Boards wie das Team von John Patrick: 40:21 zu Gunsten des FC Bayern Basketball. Auch bei den Offensivrebounds konnte sich der FC Bayern durchsetzen und somit ging das Reboundduell mit 52:30 klar an die Gäste aus München. Besonders bemerkenswert war die Ausgeglichenheit im Reboundverhalten beim FC Bayern: mit John Bryant, Yassin Idbihi, Deon Thompson, Lucca Staiger, Bryce Taylor und Malcolm Delaney holten gleich 6 Spieler aus dem Team von Svetislav Pesic mehr als 5 Rebounds. Bayern zeigte in diesem Spiel also wieder, wie wichtig das Reboundverhalten für das eigene Spiel ist. Aus eigenem Rebound konnten viele schnelle Punkte generiert und somit die Grundlage für den Sieg gelegt werden.

Malcolm Delaney
Malcolm Delaney zeigte in diesem Spiel seit längerem in der Beko BBL wieder mal seine exzellenten Scoring-, aber auch Allroundqualitäten. In 28 Minuten Spielzeit standen letztlich 25 Punkte auf Delaneys Konto. Vor allem die Feldwurfquote von 9 Treffern bei 13 Versuchen sind für einen Point Guard bemerkenswert stark. Aber nicht nur im Scoring trat Malcolm Delaney in Erscheinung. Neben seinen 25 Punkten holte Delaney 7 Rebounds und verteilte 3 Assists. Der MVP der aktuellen BBL – Saison führte sein Team an und war ein entscheidender Faktor zum verdienten Sieg der Münchner.

„Jetzt erst recht!“
Genau mit dieser Einstellung ging das Team von Svetislav Pesic in das Wiederholungsspiel. Einige „Basketballfachleute“ hätten vielleicht ein genervtes und überheblich aufspielendes Bayernteam erwartet, aber der FC Bayern ließ alle Kritiker verstummen und sorgte mit dem deutlichen Erfolg letztlich doch für klare Verhältnisse in der Viertelfinalserie. Die Bayern ließen während des gesamten Spiels keine Zweifel aufkommen, dass sie nach dem „Einspruch-Berufungs-Hick-Hack“ der letzten Tage gewillt waren, eine Entscheidung auf sportlichem Wege herbeizuführen. So sorgte man mit einem 23:13 im ersten Viertel und einem 22:9 im zweiten Viertel schon zur Halbzeit für klare Verhältnisse. Ludwigsburg gab sich nie auf, kämpfte sich im Laufe der zweiten Halbzeit auch wieder etwas näher heran, doch der Sieg des FC Bayern war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet. Somit hat das Team bewiesen, dass es mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen ist und verdient im Halbfinale der Beko BBL steht.

Gründe für die Niederlage der MHP RIESEN Ludwigsburg

Kein Wurfglück
In der ersten Hälfte fanden nur 23% der Feldwürfe der Ludwigsburger ihr Ziel. In der zweiten Hälfte konnte dieser Wert zwar noch gesteigert werden, jedoch waren die Bayern bereits zu weit enteilt, um sie nochmals ernsthaft in Gefahr bringen zu können.

Keaton Grant konnte nicht ins Spiel gebracht werden
Egal, wie sehr man versuchte, ihn gegen einen Verteidiger zu isolieren – irgendwie hatten die Bayern immer wieder ein Mittel, um den wiedergenesenen Topscorer der Barockstädter zu stoppen.

Man of the match: Malcolm Delaney

Wie in den „Schlüsseln“ zum Bayernsieg bereits beschrieben, war Malcolm Delaney der man of the match. Nicht nur seine 25 Punkte, die übrigens sein Career-high in der BBL darstellen, sondern auch seine +/- – Statistik stellt einen Bestwert dar. Als Malcolm Delaney auf dem Feld stand machten die Bayern 23 Punkte mehr als Ludwigsburg; Besterwert des Tages in dieser Kategorie. Pünktlich zu den Halbfinalpartien der Playoffs scheint Delaney seine Form aus der Euroleague wieder gefunden zu haben und wird weiterhin einer der Schlüsselspieler von Svetislav Pesic bleiben.

Highlight des Spiels

Die Verabschiedung des Ludwigsburger Teams nach Spielende. Die komplette MHP Arena stand auf und verbeugte sich mit langem Applaus vor einer für Ludwigsburger Verhältnisse grandiosen Mannschaft, die von der ganzen Stadt ins Herz geschlossen wurde. Das Gefühl, dass die Mannen von John Patrick es den Bayern schwerer gemacht haben, als diese es wohl erwartet hatten, sorgte dafür, dass sich die Mannschaft noch einige Zeit von den Fans der MHP Riesen feiern lassen konnte.

Stimmen zum Spiel (Quelle: Homepage der Beko BBL)

Svetislav Pesic (FC Bayern Basketball): „Ich will heute gar nichts zum Spielverlauf sagen, das Resultat hat alles gezeigt. Ich wusste, dass wir dominieren würden, denn wir hatten durch die Entscheidung für das Wiederholungsspiel extra Motivation. Wir haben ein sehr intelligentes Spiel gezeigt und wussten immer was zu tun ist. Ich bedauere es sehr, dass die Beko BBL diese Entscheidung getroffen hat, denn niemand hat davon profitiert und ganz Europa lacht darüber. Ich befürchte, dass man nun die Tür für eine neue Regel geöffnet hat.““

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Ich denke für das Fair Play war es sehr wichtig, dass das Spiel heute wiederholt wurde. Genau wie zu meiner Zeit in Göttingen, als wir im internationalen Wettbewerb ein Wiederholungsspiel gegen Besiktas Istanbul absolvieren mussten. Natürlich war es nach der intensiven Partie am Sonntag schwierig so kurzfristig noch einmal zu spielen, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft. In der ersten Halbzeit waren wir verkrampft, im zweiten Durchgang haben wir viel Herz gezeigt und haben angefangen den Ball zu bewegen und zu verteidigen. Über 40 Minuten gesehen waren die Bayern allerdings die klar bessere Mannschaft und stehen verdient im Halbfinale.““

Randnotizen

Dass Svetislav Pesic nach dem Spiel in der Pressekonferenz erklärte, er habe die Glückwünsche von Alexander Reil, dem ersten Vorsitzenden der MHP RIESEN sowie Vizepräsidenten der Beko BBL, deswegen nicht angenommen, weil er ihn für einen Fan hielt, wirft kein gutes Licht auf den Münchner Coach.

Wie geht es nun weiter?

Der FC Bayern Basketball hat nun doch einige Tage Pause, bevor es am Sonntag in heimischer Halle mit dem ersten Spiel im Halbfinale weitergeht. Gegner der Münchner ist der Vorjahresfinalist aus Oldenburg. Die Bayern werden weiter versuchen ihre Heimstärke auszuspielen und sich so Schritt für Schritt dem großen Ziel „Finale“ zu nähern. Für die RIESEN Ludwigsburg ist die Saison dagegen beendet. Trotz des Ausscheidens zählt das Team von Coach John Patrick zu den positiven Überraschungen der Saison. War man vergangene Saison nur dank einer Wildcard in der Liga geblieben, hätte wohl kaum jemand mit einem Playoffplatz in dieser Saison gerechnet. John Patrick hat einmal mehr bewiesen, dass er mit limitierten Mitteln ein konkurenzfähiges Playoff-Team formen kann und so wird auch in der kommenden Saison 2014/15 mit den RIESEN aus Ludwigsburg zu rechnen sein.

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