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Baskets History #1: Terrence Rencher

04.09.2014 || 15:22 Uhr von:
Terrence Rencher Telekom Baskets Bonn
Suchend schweift der Blick über das Parkett. Mit der linken Hand wird ein System angezeigt und schon setzen sich die Rädchen in Bewegung. Sein Blick verfolgt die Bewegungen der Mitspieler. Sasa Nadjfeji postiert sich i...

Suchend schweift der Blick über das Parkett. Mit der linken Hand wird ein System angezeigt und schon setzen sich die Rädchen in Bewegung. Sein Blick verfolgt die Bewegungen der Mitspieler. Sasa Nadjfeji postiert sich im Lowpost. Auf der anderen Seite kommt Gunman Hurl Beechum um den Block und wartet auf den Pass für den sicheren 3er aus der Ecke. Wir sind zurück im Jahr 2001 und der Steuermann auf der Baskets-Brücke zu dieser Zeit heißt Terrence Rencher.


Alles wie immer dachten sich die Bonner Fans, als mal wieder ein überragender Spieler die Baskets nach einer Saison verließ, um den großen europäischen Geldtöpfen zu folgen. Diesmal war es MVP Mark Miller, der die Baskets 2001 spektakulär ins Finale geführt und die Fans in der Hardtberghalle mit seiner Athletik  von den Sitzen und Bänken gerissen hatte. Als Nachfolger präsentierten die Telekom Baskets mit Terrence Rencher einen ganz anderen Spielertypen. „Er ist nicht der große Scorer, sondern der Kopf eines Teams, so wie es einmal Derrick Phelps bei uns war“, sagte der damalige Baskets Coach Predrag Krunic über den 1,92m großen Guard – er sollte Recht behalten.

Der 1973 in New York geborene Rencher zeigte schon früh, dass in ihm ein großes basketballerisches Talent schlummert. Mit überragenden Leistungen an der St. Raymond Highschool in der New Yorker Bronx erregte Rencher die Aufmerksamkeit der großen Universitäten und entschied sich schließlich für die University of Texas. Von 1991 bis 1995 lief Rencher für die Texas Longhorns in der NCAA auf und etablierte sich als einer der besten Playmaker seines Jahrgangs. Unter Headcoach Tom Penders erlernte Rencher das große Handwerk eines Playmakers und spielte sich in seiner letzten College-Saison mit 20,8 Punkten und 4.0 Assists in die Notizbücher der NBA Scouts.

Und tatsächlich sollte sich die Tür zur großen NBA Bühne kurzzeitig für Terrence Rencher öffnen. In der zweiten Runde der Draft Night 1995 sicherten sich die Washington Bullets (heute Washington Wizards) die Rechte an Rencher, tradeten ihn jedoch umgehend weiter zu den Miami Heat. An der Seite von Alonzo Mourning und Tim Hardaway durfte Rencher dann also seine ersten Schritte auf dem großen NBA Parkett beschreiten. Es sollte jedoch ein kurzer Ausflug in die sagenhafte NBA-Welt werden. Rencher konnte sich nicht durchsetzen und wurde noch während der Saison von den Heat zu den Phoenix Suns weiter getradet. Dort wurde er wiederum kaum berücksichtigt und stand lediglich in zwei Partien auf dem Feld. Letzendlich endete Renchers Zeit in der NBA bereits nach einem Jahr, in welchem er in 36 Spielen auf dem Feld stand und im Schnitt 2,9 Punkte und 1,5 Assists verbuchen konnte.

Nach Stationen in der zweitklassigen CBA bei den Grand Rapids Hoops und Florida Beach Dogs, zog es Rencher 1999 erstmals nach Europa. Bei Cantu in Italien hinterließ er erste Eindrücke im europäischen Basketball und konnte sich für eine Aufgabe beim damaligen kroatischen Spitzenclub KK Split empfehlen. Nach der Vizemeisterschaft mit Split hatte Rencher endgültig das Interesse vieler europäischer Clubs geweckt und stand auch beim neuen Bonner Headcoach Predrag Krunic auf dem Zettel. Dieser konnte den Guard schließlich, zusammen mit Manager Arvid Kramer, 2001 an den Bonner Hardtberg zu lotsen.

Trotz anfänglicher Skepsis ob des stillen Auftretens außerhalb des Platzes, gelang es Rencher schnell, Fans und Verantwortliche mit seinen sportlichen Fähigkeiten zu überzeugen. Zusammen mit Team-Kapitän Paul Burke zog er im Spielaufbau umsichtig die Fäden und zeigte zusammen mit Forward Sasa Nadjfeji das Pick & Roll in einer Perfektion, die der Magenta-Anhang bis dahin nur selten gesehen hatte. Die Mannschafts-Zusammenstellung passte und nicht ohne Grund schlossen die Baskets die reguläre Saison 2002 auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Spitzenreiter Opel Skyliners Frankfurt, ab. Mit 15,0 Punkten, 5,3 Assists und 4,3 Rebounds hatte sich Rencher zu diesem Zeitpunkte bereits nachhaltig in die Herzen der Fans gespielt und hatte den Abschiedsschmerz über Mark Miller vergessen gemacht. In den Playoffs 2002 trafen die Bonner auf den aufstrebenden TSK Universa Bamberg um Headcoach Dirk Bauermann. Nach einem 0:2 Rückstand gelang es den Baskets damals, die Serie noch spektakulär zu drehen und ins Halbfinale einzuziehen. Dort mussten sich die Bonner jedoch dem rheinischen Rivalen RheinEnergy Cologne geschlagen geben.

Basketball / BBL-Pokal

In der NBA gescheitert, in der BBL ganz groß – Point Guard Terrence Rencher.

Früh nach Saisonende war klar, dass man gerne weiterhin mit Rencher arbeiten würde und nach einigen Wochen Bedenkzeit einigten sich beide Seiten auf einen weiteren Einjahres-Vertrag. Mit Rookie Brian Brown von der University of Ohio, Forward Brad Traina und dem NBA erfahrenen Center Riesen Aleksander Radojevic kamen zudem neue Gesichter auf den Bonner Hardtberg. Angetrieben von Rencher spielten sich die Baskets erneut in die Spitzengruppe der Liga und konnten die reguläre Saison diesmal auf Platz 1 beenden. Mit Brad Traina hatte Rencher einen potenten Scorer an seiner Seite, der durch Vielseitigkeit glänzte und sowohl aus dem Fastbreak, wie auch aus dem Setplay heraus, scoren konnte. Rencher konnte seine damaligen Statistiken nochmals steigern und verbuchte in 35 Liga Spielen 16,1 Punkte, 4,1 Assists und 5,0 Rebounds. Wie im Vorjahr verschlief die Mannschaft von Coach Krunic jedoch den Start in die Playoffs und lag nach zwei Spielen gegen die Bayer Giants Leverkusen um Dennis Wucher, Demond Greene und John Best erneut mit 0:2 zurück. Mit dem Rücken zur Wand gingen die Baskets erneut in ein Spiel drei, in welchem ein überragender Terrence Rencher mit 31 Punkten einen 84:73 Erfolg erzwang und die Hardtberghalle zum tosen brachte. Auch auswärts spielte Rencher groß auf und schenkte den Giants 27 Punkte ein – Serie ausgelichen. In einem knappen Spiel 5 dirigierte Rencher die Mannschaft schließlich zu einem umkämpften 93:88 Sieg und man zog auch 2003 erneut ins Halbfinale der Playoffs ein. Dort trafen die Mannen um „Commander“ Rencher wie schon 2002 auf die Kollegen aus Bamberg. In einer erneut hitzigen Serie scheiterten die Baskets mit 1:3 und auch Rencher musste der starken Defense der Bauermänner Truppe Tribut zollen. Mit dem Aus gegen Bamberg endete auch die Zeit Renchers im Trikot der Telekom Baskets.

Rencher zog weiter und schloss sich 2003 – aus Bonner Fan-Sicht ausgerechnet – dem Rivalen RheinEnergie Köln an. Mit den Kölnern konnte sich Rencher 2004 den Pokal sichern, seinen bis heute einzigen Titel. Weitere Stationen waren im Anschluss Vereine in Italien, Israel und Griechenland. 2007 beendete er seine aktive Karriere aufgrund von anhaltenden Verletzungen und kehrte dauerhaft in die USA zurück. Dort stieg er ins Trainergeschäft ein und arbeitet unter anderem an seiner ehemaligen Universität in Texas als Assistant Coach. Zuletzt war er bis 2013 Assistant Coach der Basketball Mannschaft der Sam Houston State University.


Die Serie „Baskets History“ wird fortgesetzt! In Teil 2 öffnet „Dr. Dunk“ Altron Jackson seine Praxis.

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