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Trinchieri: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“

16.11.2016 || 07:38 Uhr von:
Brose Bamberg verliert das nächste Spiel in der Euroleague knapp, mit nur einem Punkt Differenz. Gegen Roter Stern Belgrad fehlen wie so oft in dieser Saison nur Nuancen.

Es ist fast schon überflüssig, den Spielverlauf zwischen Brose Bamberg und Roter Stern Belgrad zu skizzieren. Natürlich war das Spiel enorm hart. Natürlich startete Bamberg ein Comeback. Natürlich hatte das Team von Trainer Andrea Trinchieri mit dem letzten Ballbesitz die Chance auf einen Sieg, doch wieder einmal fehlte den Oberfranken die letzte Konsequenz, um so ein Euroleague-Spiel für sich zu entscheiden.

Nach einem guten Start in die Partie leistete sich Brose Bamberg wie so oft in dieser Euroleague-Saison einen Durchhänger im zweiten Viertel. Dieses entschieden die Gäste aus Belgrad mit 27:15 klar für sich. Es folgte ein unglaubliches Comeback der Hausherren im dritten Viertel. Angeführt von Nicolo Melli fand Brose Bamberg zurück in die Partie und drehte einen Neun-Punkte-Rückstand zur Pause in eine 61:58-Führung nach dem dritten Spielabschnitt.

IMMER WIEDER MILLER

Beide Teams schenkten sich im Anschluss nichts. Nachdem sich Brose Bamberg einen unglaublichen Aussetzer in der Verteidigung leistete und Charles Jenkins quasi vergessen wurde, konnte dieser die Gäste mit einem Punkt in Führung bringen. Mit knapp 25 Sekunden auf der Uhr hatte Bamberg dennoch die Chance zum Sieg. Natürlich sollte es Darius Miller richten, der in dieser Saison die erste Option in entscheidenden Angriffen ist.

Doch Miller schaffte es trotz guter Bewegung nicht, den Ball zum Sieg im Korb unterzubringen. Auch ein Foulpfiff der Schiedsrichter blieb aus. Ein Pfiff blieb auch aus, als Janis Strelnieks den Gegner bei noch einer Sekunde Spielzeit klar foulte. Belgrad wäre an die Linie geschickt worden, und Bamberg hätte immer noch die Chance auf den Ausgleich gehabt.

Ungewohnt deutliche Worte in Richtung der Schiedsrichter fand Andrea Trinchieri im Anschluss an die Partie: „Ich halte zu meinen Spielern. Ich bin stolz darauf, wie sie gekämpft haben. Ich weiß nicht, was wir tun müssen, um einen Foulpfiff zu bekommen. Ich hatte schon die Gelegenheit eine Wiederholung zu sehen, und ich weiß nicht was ich sagen soll.“

DAS SICHERHEITSKONZEPT EIN EINZIGER REINFALL 

Auch über das, was sich außerhalb des Feldes bei diesem Spiel abgespielt hat, muss definitiv geredet werden. Im Vorfeld wurde eine Erweiterung des Sicherheitskonzepts aufgrund der hohen Anzahl an serbischen Fans angekündigt. Der Verein habe „mit den Belgrad-Fans vor einigen Jahren beim Euroleague-Gastspiel die Erfahrung von Gewaltbereitschaft unter den Fans machen müssen. Deshalb wird auch die Polizei mit einem starken Aufgebot vor Ort präsent sein. Und wir werden die Zahl der Sicherheitskräfte erhöhen“, hieß es.

Vor der Arena war vor allem die hohe Anzahl an Einsatzkräften der Polizei auffällig. In der Arena selber war dann vor und während des Spiels so gut wie kein Beamter zu sehen. Wie schon gegen Panathinaikos Athen machten sich die Gästefans munter daran, die Nordtribüne komplett unter ihre Kontrolle zu bringen.

In dem eingezäunten Bereich hoch oben auf der Tribüne waren nur wenige der angereisten Fans. Der Rest verwandelte den mittleren unteren Teil der Tribüne in eine Stehhalle. Bamberger Fans wurden von ihren Plätzen vertrieben; Bier, Zigaretten und andere Gegenstände flogen durch die Luft, und am Ende feierten sogar zwei serbische Fans auf dem Parkett. Von der Polizei fehlte derweil jede Spur. Man kann nur von Glück sprechen, dass die Situation nicht in Gewalt eskalierte. Ansonsten wäre die Niederlage zum kleinsten Übel an diesem Abend geworden.

GESCHÄFTSFÜHRER RÄUMT PROBLEME EIN

Auch Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer räumte sämtliche Versäumnisse im Hinblick auf die Sicherheit im Anschluss an die Partie ein:

Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen sprachlos, weil ich schon verärgert darüber bin wie alles gelaufen ist. Wir haben uns extrem viel Mühe in der Vorbereitung für dieses Spiel gegeben, müssen jetzt aber unsere Lehren aus dem Verlauf ziehen. Zwar sind die Fans friedlich geblieben, dennoch war die Situation nicht befriedigend. Ich will nichts schönreden, denn da müssen wir unsere Hausaufgaben wirklich besser machen, zusammen mit Polizei und Security. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Natürlich muss man sich irgendwann entscheiden, ob man eingreift oder auf Deeskalation setzt. Aber unter dem Strich haben wir Fans, die ihre Sitzplätze nicht erreicht haben und zudem gestört wurden, dafür müssen wir uns entschuldigen. Das ist definitiv nicht unser Ziel.

Nicht nur aus sportlicher Sicht bleibt nach diesem erneut turbulenten Abend in der Brose Arena viel aufzuarbeiten.

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