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Aufgemerkt! Folge 4: Ist der Bauermann-Effekt bereits verpufft?

16.02.2017 || 10:00 Uhr von:
Nach vier Niederlagen in den ersten vier Spielen fragen sich viele Fans von s.Oliver Würzburg bereits: Ist der Bauermann-Effekt bereits verpufft?

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
zu einer neuen Ausgabe meiner Rubrik „Aufgemerkt!“ hier bei basketball.de. In der heutigen Ausgabe möchte ich ein erstes kleines Zwischenfazit der „Ära Dirk Bauermann“ bei s.Oliver Würzburg ziehen.

Ernüchternde Bilanz auf dem Papier

Vier Spiele – vier Niederlagen. Auf den ersten Blick eine überaus ernüchternde Bilanz nach dem Trainerwechsel in der Domstadt. Der vermeintlich positive Effekt, den ein Trainerwechsel sonst mit sich bringt, fand auf den ersten Blick nicht statt. Allerdings bin ich der Meinung, dass man schon etwas genauer hinsehen sollte, nein, muss. Das erste Spiel in Göttingen kam für den ehemaligen Bundestrainer nur wenige Tage nach der Übernahme des Trainerpostens von Douglas Spradley. Ein viel zu kleines Zeitfenster, um ernsthafte Verbesserungen erwarten zu können.

Danach kam eine knapp zweiwöchige Spielpause, in der Coach Bauermann vor allem an der mangelhaften Defense der Mannschaft gearbeitet hat. Ein öffentliches Showtraining bot hierüber einen guten Einblick. Die Partien gegen die beiden Spitzenteams aus München und Bamberg zeigten dann eine Würzburger Mannschaft, die zum einen vor Einsatz und Ehrgeiz nur so strotzte und in der Verteidigungsarbeit schier nicht mehr für möglich gehaltene Tugenden auf das Parkett brachte.

Zwar konnten auch diese beiden Spiele nicht gewonnen werden, das Feuer unter den Würzburger Anhängern schien aber wieder neu entfacht.

Das Heimspiel gegen die zuvor doch auch arg kriselnden WALTER Tigers Tübingen sollte dann zum großen Wendepunkt dieser Saison, zum Befreiungsschlag der Würzburger werden. Sollte… Die Tübinger, eine Woche zuvor ihrerseits mit dem lange ersehnten Befreiungsschlag gegen RASTA Vechta und dementsprechend breiter Brust ausgestattet, zeigten vom Tip-Off weg, dass sie sich das Fell nicht so leicht über die Ohren würden ziehen lassen – ganz im Gegenteil.

Warum die Unterfranken zu großen Teilen dieser Partie wieder in längst abgelegt gehoffte Verhaltensmuster zurück fielen, schien selbst Trainer-Guru Dirk Bauermann absolut schleierhaft zu sein. Entsprechend angefressen gab sich Würzburgs Head Coach in den Interviews nach dem Spiel und in der anschließenden Pressekonferenz.

Zusammenhang von Verantwortung und Konsequenz

Nicht nur im Interview mit den Kollegen von Telekom Basketball, sondern auf auf der Pressekonferenz erlaubte sich Dirk Bauermann einen kleinen Diskurs über das Zusammenspiel von Verantwortung und Konsequenz, im Leben ganz allgemein aber natürlich auch bezogen auf den Sport.

Ein Mensch bzw. Profi-Sportler hat die Verantwortung, alles abzurufen, was er hat. Meine Spieler wissen, dass ich genau hierfür stehe. Das ist heute nicht in dem Maß passiert, wie es nötig gewesen wäre, um eine Mannschaft, die aktiver war und intensiver gespielt hat als wir, zu schlagen. Und wenn man seiner Verantwortung nicht gerecht wird, gibt es eine Konsequenz.

Doch was können noch härteres und intensiveres Training zu diesem Zeitpunkt der Saison wirklich noch ändern? Fehlt es Teilen der Mannschaft vielleicht doch eher an Ehrgeiz oder gar Charakter? Das Spiel gegen Tübingen lassen die oftmals als fadenscheinig gedeuteten Aussagen von Ex-Coach Doug Spradley jedenfalls in einem ganz anderen Licht da stehen. Wie oft hatte der gebürtige US-Amerikaner nach den Spielen zu Protokoll gegeben, dass die Mannschaft nicht das umgesetzt, nicht das Leistungsvermögen abgerufen hatte was man sich in den Besprechungen zuvor vornahm.

Die Hoffnungen oder Träume einiger Anhänger vielleicht mit einem Lauf zum Ende der Saison doch noch einmal ins Playoff-Rennen eingreifen zu können sind spätestens seit dem vergangenen Wochenende ausgeträumt. Viel mehr kann es jetzt nur noch darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben und das mehr als ins Trudeln geratene Schiff einigermaßen wohlbehalten in den Hafen, sprich dem Saisonende, zu steuern. Dass dies kein Selbstläufer wird, sollte das Spiel gegen bissige und selbstbewusst aufspielende Tübinger gezeigt haben.

Fehlt den Würzburgern am Ende vielleicht doch einfach „nur“ ein einziges Erfolgserlebnis um diese Blockade zu lösen und die Erfolgswelle wieder zum fließen zu bringen? Daran darf man, rückwirkend und den bisherigen Saisonverlauf betrachtet, zumindest zweifeln. Immer wenn man dachte, jetzt müssten sie über den Berg sein, kam der nächste Nackenschlag bzw. Leistungs-Totalausfall.

Schwierige nächste Wochen

Beim Blick auf die kommenden Aufgaben könnte einem aus Würzburger Fansicht daher schon richtig Angst und Bange werden.  Bonn (A) – Frankfurt (A) – Oldenburg (H) – Berlin (A) – Vechta (H) heißen die kommenden fünf Begegnungen. Allesamt Spiele, bei denen man jetzt nicht unbedingt von sicheren Siegen ausgehen kann, bis auf die Partie gegen die vermeintlich bereits als zweiter Absteiger fest stehenden RASTAs aus Vechta. Doch da dort nun ein gewisser Douglas Spradley unlängst den Trainerposten übernommen hat, hat auch dieses Duell eine zusätzlich pikante Note.

Bauermann-Effekt bleibt bestehen

Trotz der vier Niederlagen zum Amtsantritt hat sich die Verpflichtung von Dirk Bauermann für s.Oliver Würzburg schon jetzt gelohnt. Warum fragt Ihr Euch? Weil man zum einen eine mehrfache Medienpräsenz hatte, wie sie in Würzburg ihresgleichen sucht und man auch trotz der Niederlagen im Umfeld des Clubs seit längerer Zeit wieder eine gewisse Aufbruchstimmung verspürt. Ich gehe sogar so weit und sage, dass die Verpflichtung von Dirk Bauermann vor allem für die strukturelle Entwicklung des Basketball Standortes Würzburg ein Glücksgriff war. Die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Baus einer neuen Multifunktionsarena hat in meinen Augen auch wieder deutlich an Schubkraft gewonnen. „Lokomotive Bauermann“ könnte man auch sagen.

So oder so hoffen viele Anhänger von s.Oliver Würzburg schon jetzt auf die neue Spielzeit in der easyCredit Basketball Bundesliga. Eines dürfte schon jetzt so gut wie fest stehen: Viele der aktuellen Gesichter wird man dann nicht mehr im Trikot der Unterfranken sehen.

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