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Aufbruch in eine neue Zeit

30.06.2015 || 11:22 Uhr von:
FRAPORT SKYLINERS FC Bayern Basketball Quantez Robertson
Formen hat der Kader der FRAPORT SKYLINERS für die kommende Saison noch nicht wirklich angenommen. Erst ein Neuzugang steht fest, eine Hand voll Vertragsverlängerungen und Abgänge dazu, aber so recht weiß man derzeit...

Formen hat der Kader der FRAPORT SKYLINERS für die kommende Saison noch nicht wirklich angenommen. Erst ein Neuzugang steht fest, eine Hand voll Vertragsverlängerungen und Abgänge dazu, aber so recht weiß man derzeit noch nicht, was man als Anhänger der Hessen erwarten kann. Aber man sollte mit dem Besten rechnen…


Raus aus dem Mittelmaß

Seit 2011 dümpelten die FRAPORT SKYLINERS im Niemandsland der Tabelle der Beko Basketball-Bundesliga herum. Nach einem zweiten Platz in der Saison 2010/2011 folgte nach den Abgängen von Head Coach Gordon Herbert, MVP DaShaun Wood und Club-Legende Pascal Roller auch der sportliche Abstieg. Weil das Geld nicht mehr in großen Mengen vorhanden war, änderten die Frankfurter ihren Kurs: Es wurde auf „nachhaltigen“ Basketball gesetzt. Die Förderung von jungen Talenten sowie das Heranführen dieser an den Profi-Basketball, sprich die Bundesliga- oder die ProB-Mannschaft, stand im Vordergrund des Denkens der Vereinsbosse um Geschäftsführer Dr. Gunnar Wöbke. So ein radikaler Umsturz der Vereinsphilosophie, vom erfolgreich praktizierten amerikanischen Basketball mit US-Spielern, die die Mannschaft in sämtlichen Statistikbereichen anführten, hin zum Fördern von jungen Deutschen, die mit Anfang 20 mit gestandenen Akteuren mithalten sollen, dauert seine Zeit. So spielte Frankfurt in den Jahren eins und zwei des Projektes nur gegen den Abstieg.

Obwohl die besten Spieler in den vergangenen Jahren mit Zachery Peacock, Quantez Robertson, Andy Rautins oder zuletzt Justin Cobbs auch amerikanische Importe waren, trägt die Arbeit der Hessen Früchte: Mit Danilo Barthel, Johannes Voigtmann und Konstantin Klein stellt man drei A-Nationalspieler, die in den letzten beiden Jahren zusammen zwei MIP-Awards und einen U23-Award abstauben konnten. Dahinter warten mit Johannes Richter, Stefan Ilzhöfer, Niklas Kiel oder Neuzugang Garai Zeeb weitere hungrige Spieler. Das NBBL-Team musste sich beim Final Four nur der Jugend des FC Bayern Basketball geschlagen geben.

Auch bei einem Blick auf die Tabelle sah man, dass sich die Arbeit der Frankfurter langsam aber sicher auch sportlich auszahlt: Nachdem man die Playoffs 2013/2014 als Elfter noch verpasste, konnte man in diesem Jahr einen hervorragenden sechsten Tabellenplatz belegen. Man schlug daheim unter anderem den FCBB, ALBA Berlin, die Telekom Baskets Bonn und die EWE Baskets Oldenburg. In den Playoffs war ohne Johannes Voigtmann gegen die überlegenen Bayern allerdings schon in Runde eins Schluss.

Eine Bestandsaufnahme

„Never change a winning team“, lautet eine alte Sportlerweisheit. Doch im Basketball, gerade wenn man als Team in einer Liga, die eben noch nicht zu den besten der Welt gehört, hat man es schwer, seine Leistungsträger nach einem starken Jahr beisammenzuhalten. Diese Erfahrung mussten auch die Frankfurter in den vergangenen Tagen machen: Mit Point Guard Justin Cobbs verließ der alles überragende Mann, der durch seine Ankunft und sein dominantes Game den Weg für eine Post-Season-Qualifizierung ebnete, die FRAPORT SKYLINERS mit noch unbekanntem Ziel. In der NBA Summer League wird er Mitte Juli für die Charlotte Hornets auflaufen. Auch der zweitbeste Scorer des Teams und inoffizielle „Sixth Man of the Year“ Sean Armand, blieb nicht in Deutschland. Der Rookie fühlte sich nach einer Einladung in ein Mini-Camp der Detroit Pistons zu Höherem berufen und wechselte zu Istanbul BSB, einem durchschnittlichen Team in der türkischen Liga, das allerdings das Geld etwas lockerer sitzen hat als die Frankfurter. Weniger Schmerzen hingegen bereiteten die Abgänge der Dreierschützen Mikko Koivisto und Kevin Bright. Beide bleiben nach einer durchwachsenen Saison nicht in Frankfurt.

Gute Nachrichten gab es bezüglich Aaron Doornekamp und Stefan Ilzhöfer: Während Doornekamp für ein weiteres Jahr in Frankfurt bleibt, konnte man sich mit Ilzhöfer auf eine zweijährige Vertragsverlängerung einigen. Allerdings wird dieser aufgrund einer Operation erst einmal drei bis vier Monate zuschauen müssen. Offiziell ist es zwar noch nicht, allerdings soll auch Big Man Johannes Richter in Frankfurt verlängert haben. Noch ungeklärt ist hingegen die Zukunft von Mike Morrison und Jacob Burtschi.

Als einziger Neuzugang steht bisher Garai Zeeb fest: Der Point Guard kommt vom Liga-Konkurrenten Eisbären Bremerhaven und soll vorrangig im NBBL- und ProB-Team eingesetzt werden, hin und wieder aber auch mal Bundesliga-Luft schnuppern.

Team Needs

Spielen wir ein bisschen GM. Wie würde in unseren Augen die optimale Line-Up für die FRAPORT SKYLINERS aussehen?

Point Guard: Spieler A / Konstantin Klein / Garai Zeeb

Da man aus der vergangenen Saison den Schluss ziehen kann, dass die Frankfurter mit einem „passiven“ Guard als Starter auf der Eins wie Konstantin Klein nichts anfangen können, man stattdessen auf einen ausgewiesenen Scorer setzen sollte, würde es sich selbstverständlich anbieten, hier wieder einen Spielertypen wie Cobbs zu verpflichten. Der größte Wunsch der Fans ist es, DaShaun Wood wiederzusehen, der zweifelsohne in dieses Anforderungsprofil passen würde. Allerdings wird dieser im September 30 Jahre alt und ist nicht ganz billlig. Klein als Ersatzmann bringt Defense, Energie und eine zusätzliche Option für das Perimeter-Shooting von der Bank. Zeeb sollte man anfangs nicht zu oft auf dem Court erwarten.

Shooting Guard: Quantez Robertson / Spieler B

Ganz klar: Tez Robertson ist als Starter auf der Position Zwei gesetzt. Der Alleskönner geht in seine siebte Saison für die Hessen und ist immer noch so athletisch und vielseitig wie an seinem ersten Arbeitstag. Als Spieler B könnten die FRAPORT SKYLINERS auch einen ähnlichen Spielertypen wie den, der es vergangene Saison bereits gerichtet hat, gebrauchen: Eine offensive Allzweckwaffe, der auch mal den Ball bringen kann und (wichtig!) im Gegensatz zu Armand passabel verteidigen kann, dazu schon eine gewisse Erfahrung im Profi-Basketball mitbringt.

Small Forward: Aaron Doornekamp / Spieler C / Stefan Ilzhöfer

Aaron Doornekamp war in der vergangenen Saison für „die kleinen Dinge“ zuständig. Er hat oftmals den Müll aufgeräumt, den seine Kollege verursacht haben. Für die FRAPORT SKYLINERS ist er nicht nur deswegen wichtig, sondern auch weil sein Game extrem vielseitig ist. Allerdings sollte man von ihm auch in der kommenden Saison keine Wunderdinge erwarten. Geeignet ist er allerdings auch für eine Small-Ball-Formation. Als Spieler C würde ich persönlich gerne einen athletischen amerikanischen Rookie sehen. Über Shooter verfügt Gordon Herbert in dieser Line-Up bereits in Massen, nun braucht man nur noch jemanden, der diese Räume ausnutzt. Selbst die Big Men Barthel, Richter und Voigtmann fühlen sich am Perimeter wohler als im Low-Post.

Power Forward: Danilo Barthel / Johannes Richter

Es ist zugegebenermaßen ein wenig gewagt davon auszugehen, dass Johannes Richter in der kommenden Saison in der Rotation so stark aufsteigen wird. Allerdings sehe ich in ihm das Potenzial, in der nächsten Saison zu einem soliden Bankspieler zu reifen. Mit Danilo Barthel hat er einen Mann vor der Nase, der bewiesen hat, dass genau so etwas nirgendwo besser funktionieren würde, als in Frankfurt. Dieser muss allerdings auch selbst noch einen Schritt nach vorne machen, denn die vergangene Saison war nicht zufriedenstellend. Als Dreierschütze konnte er zwar überzeugen, im Low-Post fühlte er sich allerdings sichtlich unwohl und auch defensiv hat er aufgrund seiner eher schmächtigen Figur noch Luft nach oben.

Center: Johannes Voigtmann / Spieler D

Johannes Voigtmann hat sämtlichen Kollegen vergangenes Jahr die Show gestohlen: Neben Justin Cobbs war er der beste Mann seines Teams, wurde dafür mit zwei Awards belohnt und kann nun von einer EM-Teilnahme träumen. Klar, dass er wieder als Starter auf der Center-Position gesetzt ist. Möglicherweise sollte Gordon Herbert darüber nachdenken, noch mehr Plays über den 22-Jährigen zu laufen, denn dieser ist nicht nur ein guter und effektiver Inside-Outside-Scorer, sondern verfügt auch über einen hohen Basketball-IQ und Passing-Skills. Kommen wir nun aber zum viel interessanteren Teil, nämlich den seines Back-Ups. Gleich vorneweg: Mike Morrison hätte in meinem System keine Chance. Ich brauche einen Rim-Protector. Meinetwegen kann dieser auch offensiv so limitiert sein wie Morrison und genauso unansehnlich werfen, aber er muss den Ring beschützen können. Wenn man etwas an der Defense der FRAPORT SKYLINERS kritisieren kann, dann das. Barthel konnte oftmals körperlich nicht gegenhalten, Voigtmann ist zu soft und Richter wird nicht genug Minuten sehen, um die Verteidigung transformieren zu können. Deshalb braucht es hier einen großen Mann mit viel Masse, der die Gegenspieler ohne Schwierigkeiten aus der Zone drücken kann.

Lasst das Rätselraten beginnen

Bayreuth spielt mit seinen Facebook-Fans Scrabble, die Wölfe vom Mitteldeutschen BC haben immer ein kleines Portrait im Petto – die Fans werden mittlerweile schon dazu aufgefordert zu spekulieren. Wieso also nicht einen 1434 Wörter langen Artikel darüber schreiben? Bis die FRAPORT SKYLINERS ihren zweiten Neuzugang bekanntgeben, könnte es unter Umständen noch etwas dauern. Die Gerüchteküche hat auch schon mal mehr gebrodelt. Eine Wildcard für den Eurocup haben die Hessen leider nicht erhalten, allerdings werden sie wieder in der EuroChallenge starten. Schade, denn eine Eurocup-Teilnahme würde bei Vertragsverhandlungen wohl definitiv auf der Pro-Seite stehen. Dennoch befinden sich die FRAPORT SKYLINERS in einer guten Position: Die Jugendarbeit trägt Früchte, die ersten Schmetterlinge haben ihre Cocoons verlassen, der Standort ist attraktiv und außerdem wird es auch nächstes Jahr wieder europäischen Basketball geben. Mit anderen Worten: Die Jahre des Mittelmaßes sind vorbei. Es folgt der Aufbruch in eine neue Zeit, eine erfolgreiche Zeit.

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1. Juli 2015 um 21:24 Uhr

Oh je, was ist das denn für ein furchtbarer Jubelperser-Beitrag durch die rosarote Vereinsbrille?
Beiträge wie dieser sind für mich einer der Hauptgründe, warum ich so selten hier bei courtreview etwas lese.

Warum soll die Zukunft denn so rosig sein, wenn man in mehrfacher Hinsicht gerade negative Nachrichten zu verdauen hat?
Der Verein – und auch Spieler wie Klein oder Voigtmann – sind recht sicher von einer Teilnahme im EuroCup ausgegangen. Die Skyliners sind aber wider erwarten leer ausgegangen. Und ob es die Eurochallenge nächstes Jahr überhaupt nochmal geben wird, ist auch noch ungewiss.
Patrick Heckmann entscheidet sich für das Angebot der Bamberger und gegen das der Skyliners. Auch hier hatte man sich gute Chancen ausgerechnet, zieht aber trotz der Aussicht auf massig Spielzeit für einen lokalen Spieler den kürzeren.

    1. Juli 2015 um 22:12 Uhr

    Wie können sie denn ‚recht sicher‘ von einer Eurocup Teilnahme ausgegangen sein? Sorry das ist Quatsch- man hat sich nicht für diesen Qualifizieren können! Ob Deutschland überhaupt eine Wildcard erhält stand in den Sternen… und selbst dann gäbe es noch weitere Bewerber ua.EWE Baskets (mit ebenfalls guten Chancen) etc. Den Punkt kann man so nicht anführen!
    Bei der Eurochallenge ist von einer Reform die Rede…nicht das die Fiba plant den Wettbewerb einzustellen.

      1. Juli 2015 um 22:34 Uhr

      Naja, die Skyliners stehen in der End-Tabelle der Saison auf Platz 6. Da in den letzten Jahren eigentlich recht regelmäßig Wildcards (auch für deutscheKlubs) vergeben wurden,hat man sich bei den Skyliners sehr große Hoffnungen hierauf gemacht.
      Daher sehe ich das schon als ziemlichen Rückschlag für die Ambitionen der Skyliners. Wenn die jungen Spieler wie Voigtmann, Klein und Barthel plötzlich nicht mehr eurpoäisch spielen können, macht es für sie wenig Sinn bei den Skyliners zu bleiben. Und da es mit „Nachschub“ an BBL-fertigen Spielern aus dem Kreis der eigenen Nachwuchsspieler fehlt, tut es sicher sehr weh, dass ein Patrick Heckmann sich für Bamberg (und wenige Minuten in kleiner Bankrolle, aber gutem Gehalt) und gegen Frankfurt (mit vielen Minuten, großer Verantwortung, weniger Gehalt) entschieden hat. Sehe es daher ganz anders als der völlig überoptimistische Artikel hier: Auf die Skyliners kommen schwere Zeiten zu! Und da ist die Hallenthematik, bei der sich wie eh und je gar nichts tut – noch nicht mal erwähnt worden…

1. Juli 2015 um 22:39 Uhr

Kleine Anmerkung noch: Es ist anmaßend, einen Sean Armand als „inoffiziellen Sixth Man of the Year“ zu bezeichnen, wenn es einen Herrn Tadas Klimavičius bei Bonn gibt/gab, der statistisch gesehen alle sog. Sixth Man um Längen aussticht.

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