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„Ich hoffe, die Lakers können mich gebrauchen“

06.04.2017 || 17:10 Uhr von:
A.J. English gehört zu den Leistungsträgern der FRAPORT SKYLINERS. Über Frankfurt will es der Guard in die NBA schaffen. basketball.de hat sich mit dem 24-Jährigen zum Gespräch getroffen.

Albert Jay English gehört noch zu den neuen Gesichtern der Liga. Erst kurz vor Weihnachten stieß der 24-Jährige als Nachverpflichtung zu den FRAPORT SKYLINERS. Nach vier Jahren am Iona College, nur wenige Kilometer nördlich von New York City, startete English seine erste Profi-Saison beim italienischen Erstligisten New Basket Brindisi, wo er allerdings nicht zurecht kam. Ein Glück für die Frankfurter, bei denen der Guard auf Anhieb eine tragende Rolle übernahm. Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist English mit 17,3 Punkten pro Spiel der drittbeste Scorer der easyCredit BBL. Mit durchschnittlich 3,4 Assists tritt er auch als Spielmacher in Erscheinung.

Das Basketballspielen ist English in die Wiege gelegt worden. Sein Vater spielte zwischen 1990 und 1992 in der NBA für die Washington Bullets und hatte danach eine lange Karriere in Europa. Dennoch war eine Profi-Laufbahn von English Junior keine Selbstverständlichkeit. Zum einen, weil seine eigentliche Leidenschaft in der Jugend der Baseball war. Erst nach einem Wachstumsschub im Alter von etwa 15 Jahren entschied er sich schließlich für Basketball. Zum anderen hatte es der Guard nicht leicht, auf sich aufmerksam zu machen. English kommt aus Delaware, einem der kleinsten Bundesstaaten in den USA – ein Umstand, der ihn seit jeher prägt, wie er im Interview schildert.

basketball.de hat sich mit dem US-Amerikaner unter anderem über sein Spiel und die NBA unterhalten. Im Anschluss an das Interview folgt noch ein Portrait des 24-Jährigen mit kurzem Ausblick auf seine NBA-Chancen.

basketball.de: Du bist jetzt fast vier Monate in Frankfurt. Was sagst du zur Stadt und zum Verein?

A.J. English: Ich finde es klasse hier. Frankfurt ist eine große Stadt, man kann einige Sachen machen. Ich bin neu, da hilft es, dass es eine Menge Dinge hier gibt. Ich gehe oft in die Stadt, obwohl ich nicht verrückt nach Shopping bin, aber man findet hier einige coole Sachen, die Leute in den USA nicht zwingend tragen und dort nicht kriegen, wie etwa bestimmte Schuhe. Zum Beispiel habe ich letztens ein Paar Jordans gekauft, das ich zu Hause nicht hätte bekommen können und wo ich jemanden hätte fragen müssen, ob er mir einen Gefallen tut. Das ist super. Und ansonsten gefällt mir die ganze Atmosphäre, man lernt viel. Für den Verein zu spielen, ist großartig. Sie haben mich gut integriert. Ich bin dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, für sie zu spielen. Ich liebe die Stadt, die Fans und die große Arena, in der wir spielen.

Du hast dich vor deiner Unterschrift hier mit Sean Armand ausgetauscht, mit dem du zwei Jahre am College gespielt hast und der sich vorletzte Saison hier sehr gut entwickelt hat. Was hat er dir erzählt und wie konnte er dich überzeugen, nach Frankfurt zu kommen?

Als ich ihm erzählt habe, dass ich überlege, nach Frankfurt zu kommen, sagte er: „Du wirst es lieben – solange du konzentriert bleibst und dich nicht in der Stadt verfängst.“ (lacht) Aber ich meine, wir haben in New York gespielt und sind auch dort fokussiert geblieben. Er hatte eine tolle Zeit hier, er hat viel vom Coach gelernt. Und das ist für mich die wichtigste Sache. Ich könnte auch in einer kleinen Stadt sein, aber hier stimmt einfach alles: der Trainer, die Atmosphäre, die Leute um einen herum, also auch die in der Geschäftsstelle. Zum Beispiel, dass die Halle und der Kraftraum jederzeit offen für mich sind, um an meinem Spiel zu arbeiten. Aber es war nicht nur Sean, auch Jordan Theodore, wir drei hatten denselben Agenten. Sie haben mir erzählt, welche Art von Trainer Gordon Herbert ist und welche Art von Klub.

Die March Madness ist gerade zu Ende gegangen, die auch in Basketball-Deutschland ein großes Thema war. Du hast zweimal mit den Iona Gaels teilgenommen. Beschreibe mal deine Erfahrungen auf und abseits des Feldes.

Es ist eine unglaubliche Atmosphäre. Es ist eine der besten Zeiten des Jahres für jeden, mit den Upsets und den kleinen Teams, die Fans sind voll dabei. Manche Jungs spielen sich ins Rampenlicht und starten dadurch ihre Karriere. Und ich finde es toll, dass die Leute das Turnier hier genauso ernst nehmen wie in den USA.

In meinem Freshman-Jahr 2013 war ich leider verletzt und konnte nicht mitspielen, dafür 2016 als Senior. Unglücklicherweise hatten wir ein schlechtes Match-up mit Iowa State in Runde eins. Aber es war trotzdem toll. Für mich geht es immer ums Gewinnen und die Tatsache, dass wir uns qualifiziert haben, zeigt, dass wir ein gutes Team hatten.

Kommen wir zu dir persönlich als Basketballer. Ich denke, die Bezeichnung „Combo Guard“ trifft am besten auf dich zu. Welche Rolle sagt dir mehr zu: auf der Eins, wo du mehr für Mitspieler kreierst, oder auf der Zwei, wo du mehr abseits des Balls agierst und dich auf dein Shooting konzentrieren kannst?

Es spielt für mich nicht unbedingt eine Rolle. Ich fühle mich eher wie ein Point Guard als ein Shooting Guard. Ich mag es sehr, Leute zu involvieren. Am College habe ich auch beide Positionen gespielt. Ich versuche einfach zu machen, was immer das Team von mir braucht. Im einen Spiel sind es sieben Punkte und zehn Assists und am nächsten Abend sind es 15 Punkte oder 20. Wichtig ist nur, dass ich die Möglichkeit habe, beide Positionen einnehmen zu können und nicht auf eine Rolle begrenzt zu sein. Ich bin immer eine Gefahr auf dem Feld und das gibt auch mehr Minuten für mich, wenn ich in der Lage bin, beide Positionen zu spielen. Außerdem kann ich das Spiel dadurch auf mehrere Weisen beeinflussen.

„Ich hatte immer das Gefühl, benachteiligt zu sein.“

Du bist aber nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch der Spieler für die wichtigen Würfe am Ende. In einem deiner ersten Spiele für die Skyliners hast du in Tübingen den Buzzer-Beater zum Sieg getroffen. Was ging dir durch den Kopf, als du gesehen hast, dass der Ball reingeht?

Ich habe einfach nur gedacht: “Wow, ich hab‘ ihn gemacht”. Ich habe einfach versucht, jeden Moment zu genießen. Am College habe ich einige Würfe gemacht, aber nie zuvor einen Buzzer-Beater getroffen. Das war das erste Mal überhaupt. Vielleicht mal, als ich klein war, aber wie ernst zu nehmen ist das? Ich habe nie wirklich einen gemacht. Aber für solche Momente verbringst du die ganze Zeit in der Halle, um solche Würfe dann vielleicht zu machen. Ich versuche einfach, solche Abende in Erinnerung zu behalten.

Auch in vielen anderen Spielen warst du der Mann für die wichtigen Momente. Hast du gerne die Verantwortung, über Sieg und Niederlage zu entscheiden?

Ich habe kein Problem, einen Wurf zum Sieg zu verfehlen. Aber ich habe das Gefühl, dass jeder im Team bereit wäre, diese Würfe zu nehmen. Vielleicht lag es daran, dass ich ein paar Würfe davor getroffen habe, weshalb Coach dann zu mir kommt, aber ich kann das ganze Team aufzählen. Es ist der Trainer, er zeichnet die Spielzüge auf. Es liegt nicht nur an mir, sondern es gehören auch andere dazu: Jemand muss mir einen Block stellen, jemand muss den richtigen Einwurf spielen, um den Ball zu mir zu kriegen.

Es passieren viele Dinge, die gleichzeitig ablaufen: Jemand kommt vom Down-Screen oder wir suchen Mike [Morrison, Anm. d. Red.] für einen Alley-oop oder Lay-up. Es hängt auch davon ab, was die Defense macht. Wenn es um die letzte Option geht und nur noch wenig Uhr auf der Zeit ist, dann sagt Coach vielleicht: „A.J., versuch dich freizulaufen und ein Play zu machen.“ Wenn ich den Ball bekomme, suche ich zuerst nach jemandem, der frei ist und erst dann das Eins-gegen-Eins. Es ist das Kollektiv als Team und nicht unbedingt ich alleine.

Vor ein paar Wochen, kurz nach dem Spiel in Tübingen, habe ich mich mit Niklas Kiel unterhalten, der deine mentale Stärke bewundert hat und dass du dem Gegner trotzdem den Ball reinwirfst, selbst wenn du hart attackiert wirst. Glaubst du, dass sich jeder talentierte Basketballer diese mentale Stärke und die Scorer-Instinkte aneignen kann oder dass man als solch ein Spieler geboren wird?

Ich weiß nicht, es ist definitiv harte Arbeit. Ich bin von Delaware, einem der kleinsten Staaten in den USA. Dadurch hatte ich immer das Gefühl, übersehen zu werden und in gewisser Weise benachteiligt zu sein. Auf 20 Kinder aus einem großen Staat wie Pennsylvania fallen vielleicht fünf aus Delaware, und das ist jedes Jahr so. Deswegen fühlte ich überall, wo ich hin ging, dass ich wahrgenommen werden und mich beweisen musste, sei es bei Camps, Turnieren etc. Dieses Denken ist heute noch in mir drin. Vielleicht ist es das, was meine Mentalität und meine Arbeitseinstellung ausmacht.

Vor deiner Ankunft hatte das Team große Probleme, einfache Punkte in Transition zu generieren. War das etwas, was Coach explizit von dir verlangt hat, so oft wie möglich den Fastbreak zu laufen?

Ja, auf jeden Fall. (lacht) Ich versuche immer zu pushen, wenn ich den Ball bekomme. Das bin ich aus Iona gewohnt, wo wir – wenn möglich – in den ersten fünf Sekunden den Abschluss gesucht und den ersten verfügbaren Wurf genommen haben. Manche Leute mögen sagen, dass das schlechte Würfe sind, aber das war halt unser Spiel. Für uns waren das gute Würfe. Ich habe aber auch keine Probleme damit, wenn wir strukturierte Halbfeld-Offense spielen. Man muss nicht immer nur rennen. Meine wichtigste Sache ist, auf die Details zu achten: Blöcke stellen, hart zum Korb cutten, stark im Dribbling sein.

„Ich habe letzten Sommer Workouts für 16 Teams gemacht.“

Du hattest einige herausragende Spiele, unter anderem in München und Bremerhaven, als du mehr als 30 Punkte erzielt hast. Beide Spiele habt ihr aber verloren. Wie frustrierend ist es für dich, so gut zu spielen und doch zu sehen, dass es nicht zum Sieg reicht?

Es ist definitiv enttäuschend, denn das Wichtigste ist zu gewinnen. Ich schaue während des Spiels nicht wirklich auf die Statistiken. Irgendjemand sagte mir, dass ich eine Menge Punkte habe und ich bin ganz überrascht, denn ich zähle ja nicht meine Punkte. Ich nehme lieber nur fünf oder gar keine Punkte und wir gewinnen mit 50.

Zum Thema Stats versus Teamerfolg: Wie beurteilst du mit deiner Einstellung zum Beispiel die Aktion der Phoenix Suns, die trotz der Niederlage in Boston nach dem Spiel in der Kabine die 70 Punkte ihres Jungstars Devin Booker gefeiert haben? Unter deutschen Basketball-Fans hat es eine Debatte gegeben, ob das denn in Ordnung sei.

Ich meine, die NBA ist anders. (lacht) Man muss auch die Umstände betrachten. In Phoenix steht Gewinnen im Moment vielleicht nicht ganz so im Vordergrund wie normal. Und 70 sind halt 70, es sind eine Menge Punkte. Ich bin mir sicher, dass er versucht hat, zu gewinnen. Ich habe mir die Highlights angeschaut und gesehen, wie er auf die Wurfuhr, wie er auf die Zeit geschaut hat. Du weißt während des Spiels nicht unbedingt, wie viele Punkte du hast. Am Ende des Tages sind manche Teams einfach besser als andere. Sie haben gegen eine starke Mannschaft gespielt mit den Boston Celtics, einem Playoff-Team mit überragenden Flügel-Verteidigern wie Avery Bradley, Jae Crowder und Marcus Smart. Ich denke, er hätte lieber 50 oder 55 Punkte genommen und gewonnen als 70. Aber es war großartig. Ich habe während der Sommerzeit mal mit Devin Booker gespielt, also bin ich nicht überrascht von seinen Qualitäten.

A.J. English FRAPORT SKYLINERS

Du hast jetzt schon ein paar Spiele gemacht in Europa, sei es in Deutschland, Italien oder im Europapokal. Was sind aus deiner Sicht die größten Unterschiede zwischen dem europäischen und amerikanischen Basketball?

Einige Differenzen kommen durch Regelunterschiede zustande. Im Gegensatz zur NBA gibt es hier die defensive Drei-Sekunden-Regel nicht. Wenn du deinen Mann schlägst, ist dort immer noch ein Großer, der auf dich wartet und Hilfe gibt. In der NBA ist das nicht so. Du hast vielleicht einen Shotblocker, der viel Raum abdeckt, aber trotzdem kommt es mehr darauf an, deinen Spieler im Eins-gegen-Eins zu verteidigen. Außerdem werden mehr Schrittfehler gepfiffen. Und man muss darauf achten, dass die Uhr nach Offensiv-Rebounds auf 14 zurückgesetzt wird anstatt auf 24. Meistens rufst du dann für einen Screen, weil nicht genug Zeit übrig ist, um ein Play zu laufen. Du musst sofort zum Scoren bereit sein, wenn du Offensiv-Rebounds holst. Solche Anpassungen halt.

Zum Abschluss noch ein paar Fragen zur NBA und deiner Zukunft: Die Zeitschrift Sports Illustrated hat dich als einen der besten zehn Spieler gelistet, die letztes Jahr nicht gedraftet wurden. Wie nah warst du wirklich dran, ausgewählt zu werden?

Es war sehr knapp. Gedraftet zu werden ist etwas, wofür du dein ganzes Leben arbeitest. Ich wollte unbedingt gezogen werden, damit ich die Leute in Delaware stolz machen kann, wenn sie meinen Namen auf dem Bildschirm sehen. Aber alles passiert aus einem Grund. Es ist weiterhin mein Traum, in der NBA zu spielen und ich werde weiter Arbeit reinstecken. Wenn ich diesen Weg über Europa gehen musste, um eine lange Karriere in der NBA zu haben, mache ich das jederzeit. Und wenn es nicht passiert, dann sollte es eben nicht sein. Am Ende des Tages liebe ich es, Basketball zu spielen. Das ist das Entscheidende.

„Kobes Rücktritt hat mir das Herz gebrochen.“

Du hast letztes Jahr Summer League für die Golden State Warriors gespielt, dort ist es aber nicht so gut gelaufen. Die Würfe wollten nicht so recht fallen. Verspürst du irgendeinen Druck, dass die Augen der Scouts auf einen gerichtet sind und dass dies eine große Chance ist, diese zu überzeugen?

Nicht unbedingt. Ich spiele Basketball seitdem ich drei Jahre alt bin. Mein Vater spielte in der NBA, vielleicht hat das viel Druck von mir genommen. Natürlich sind Scouts da, aber ich werde nicht nervös deswegen. Ich habe letztes Jahr Workouts für 16 Teams gemacht, bin von einem Flugzeug ins andere. In der Summer League ist es einfach nicht so gelaufen zu dieser Zeit. Sie rufen mich zurück, wenn sie wollen, dass ich spiele. Wie ich schon gesagt habe, alles passiert aus einem Grund. Wenn ich nicht der Spieler bin, den sie wollen, ist das halt so. Die Teams dachten vielleicht, dass ich noch nicht bereit bin, was ok ist. Möglicherweise kommt der Zeitpunkt, wo sie mich gebrauchen können.

In welchen Bereichen hast du dich verbessert, dass du jetzt optimistischer bist?

Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass ich mich in allem verbessert habe. Das wichtigste Thema ist vielleicht das Ballhandling, also besser mit dem Ball umzugehen, Turnover zu vermeiden und dadurch effizienter zu sein. Aber auch mental, körperlich und in Sachen Wurf habe ich mich verbessert.

Zum Abschluss: Wie verfolgst du die NBA und welches ist dein Lieblingsteam?

Ich schaue meistens Highlights auf youtube oder der NBA-App. Dann wiederhole ich manchmal auch die Spiele auf der XBOX, wir spielen viel XBOX. (lacht) Ich verfolge es auch auf Instagram und schaue mir die Statistiken an. Mein Lieblingsteam sind die Los Angeles Lakers. Ich bin ein großer Kobe-Fan. Es hat mir das Herz gebrochen, dass er zurückgetreten ist.

Keine leichte Zeit als Lakers-Fan im Moment oder?

Ich meine, sie werden zurückkommen. Der Westen ist eine harte Conference. Sie haben ein junges Team. Ich hoffe, sie können mich gebrauchen. (lacht) Nein, ich fokussiere ich mich erstmal hierauf. Vielleicht kriegen sie Lonzo Ball. Ich habe ihn beim adidas Nations Tournament gesehen in einem der beiden Jahre, wo ich da war. Er kann wirklich spielen.

A.J. English FRAPORT SKYLINERS

A.J. English – Ein Mann für die NBA?

A.J. English hat den FRAPORT SKYLINERS vor allem drei Elemente gegeben, die sie dringend benötigt haben: Transition-Offense, Shooting von draußen und Clutchness. Damit hat er das Spiel der Mainstädter definitiv belebt. Doch wie geeignet ist seine Spielweise für die NBA, seinem selbsterklärtem Ziel? Sein Trumpf ist wohl die Tatsache, dass er beide Positionen im Backcourt ausfüllen kann. Allerdings bringt der Combo Guard auf beiden Positionen bestimmte Schwächen mit.

Für die Rolle des Floor Generals zeigt English eine gute Übersicht für seine Mitspieler. Die Turnover-Rate ist im Vergleich zur College-Zeit deutlich gesunken. Allerdings bleibt fraglich, ob sein Ballhandling gut genug ist, um sich als Point Guard in der besten Liga der Welt durchzusetzen. Trotz seiner ordentlichen Athletik hat er manchmal Schwierigkeiten, in die Zone zu gelangen. Dies ist besonders zu beobachten, wenn er das Pick-and-Roll spielt. Häufig kommt er nicht an seinem Verteidiger vorbei, sodass er sich lieber mit Pull-ups von der Dreierlinie zufrieden gibt, die er aber unterdurchschnittlich trifft (22,7% 3P nach Pick-and-Rolls und Isolations bei 22 Versuchen). Zudem ist er beim Blocken-und-Rollen anfällig für Ballverluste und spielt diese Aktionen insgesamt relativ ineffizient (siehe Play Type Stats).

Play TypePossFreq%PPPFG%eFG%FT Freq%TO Freq%
Spot-Up7127,41,2343,561,61,41,4
Pick & Roll Ballhandler5220,10,7943,850,015,423,1
Transition5019,31,3657,566,314,06,0
Isolation4517,40,8041,242,68,915,6
MISC166,20,560,00,025,025,0
Off-Screen93,51,3344,466,7
Putbacks83,11,3862,568,8
Cut51,92,00100,0100,020,0
Hand-Off31,10,6733,333,3

Auf der Zwei kommt English sein guter Wurf zu gute. Vor allem aus dem Catch-and-Shoot zeigt er sich sehr treffsicher. Seine Range ist ordentlich; auch lange Dreier versenkt er in der BBL regelmäßig. Allerdings ist er mit einer Länge von 1,93 Metern eigentlich zu klein für die Position. Immerhin verfügt der 24-Jährige über eine gute Spannweite von 2,08 Metern, wodurch es ihm gelingt, auch Würfe von größeren Gegenspielern zu erschweren. Körperlich bringt der Guard genug Kraft mit, um zu bestehen.

Am realistischsten wäre für English in der NBA eine Rolle als Schütze und sekundärer Ballhandler mit trotz Größennachteilen zumindest durchschnittlicher Defense. Doch weitere Verbesserungen in puncto Ballhandling könnten ihm noch weitere Türen öffnen. English gilt als „Gym Rat“, der permanent an seinem Spiel arbeitet. English ist zwar von seinen Fähigkeit überzeugt, wirkt im persönlichen Gespräch aber ruhig, ja fast schon bescheiden – auf jeden Fall aber freundlich und dankbar für die Möglichkeiten, die ihm gegeben werden: im Prinzip gute charakterliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Vielleicht sehen wir ihn also sogar eines Tages als Rotationsspieler in der NBA – eventuell ja sogar bei seinem Lieblingsteam, den Lakers.

„Ich hoffe, die Lakers können mich gebrauchen“
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