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Spürst du das Schmökern?

17.12.2015 || 10:18 Uhr von:
Zur 50. Saison hat die BBL das Buch „50 Jahre Basketball Bundesliga“ herausgebracht. Interviews, Essays und unveröffentlichte Photos zeichnen auf 220 Seiten die deutsche Basketballgeschichte nach.

Leg‘ dein Ohr auf das Parkett der deutschen Basketballgeschichte und du wirst Dinge hören wie: Bayer Leverkusen stellt den deutschen Rekordmeister, Mike Jackel mimt „Mister Bundesliga“, und Keith Gray hält mit 65 Zählern den Punkterekord – Standardwissen im kollektiven deutschen Basketballgedächtnis.

Dass der TuS 04 Bayer Leverkusen aus einer Schul-AG hervorgegangen ist, Jackel nach dessen Verständnis nur für ein Probetraining und Testspiele nach Wolfenbüttel gekommen war, und Gray vor seinem Rekordspiel schon lieber in die USA geflogen wäre und „eigentlich gar keinen Bock hatte“, ist vermutlich weit weniger bekannt.

Diese Aufarbeitung der Geschichte und vielmehr Anekdotensammlung unternimmt „50 Jahre Basketball Bundesliga“. Unter der Chefredaktion von Sven Simon versammeln sich auf 220 Seiten Helden – individuell wie im Kollektiv –, Triumphe und Tragödien der vergangenen fünf Jahrzehnte der Basketball-Bundesliga.

Geschichte kann trocken, distanziert und altbacken daherkommen, sie kann aber auch lebendig, nahbar und heiter sein. Und genau das schafft „50 Jahre Basketball Bundesliga“. Zum einen durch eine lockere und humorvolle Sprache, zwischen Portraits, Reportagen, Kolumnen und Interviews. Zum anderen durch die Begegnung jener Akteure, die eine Ära geprägt haben: vom ersten BBL-Center Norbert Thimm, über „Mercedes“ Mike Koch und „Flying“ Henning Harnisch, hin zur Berliner Type Heiko Schaffartzik.

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„[Henning Harnisch] haben sie in der Preseason Farbeimer und Pinsel in die Hand gedrückt, damit er denen das Football-Stadium streicht – ohne Witz.“ – Mike Koch

In „Oral History“ treffen sich je drei Akteure, um in Erinnerung zu schwelgen, aus dem Nähkästchen zu plaudern und Puzzleteile der deutschen Basketballgeschichte zusammenzusetzen – passend zum Basketball in vier Vierteln.

In seinen Kinderschuhen ist der deutsche Basketball ein Akademikersport. Mit Autoren wie unter anderem Joachim Mölter (Süddeutsche Zeitung), Michael Reinsch (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Thomas Pletzinger sowie den ehemaligen Nationalspielern Henning Harnisch und Johannes Herber zeigt sich die literarische Qualität von „50 Jahre Basketball Bundesliga“ – denn schon Harnisch „war nicht Bravo Sport. Harnisch war taz.“

Pletzinger begibt sich in Hagen auf die Suche nach einem verschwundenen Verein und portraitiert Holger Geschwindner nicht als Dirk Nowitzkis Entdecker, sondern als Spieler – und Problemlöser. Herber geht in die Halle als Kirche und schreibt sich vom turnhallenmiefenden Linienwirrwarr zum fernsehtauglichen Massenevent. Und Harnisch interpretiert in seiner taz-Kolumne Schütteln und Backen den Trash-Talk als außenparlamentarische Kommunikation.

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„Ein Spiel im Spiel, ein Relikt der Straße, ein Spiel der Sprache und der Gesten […] kreatives Handeln inbegriffen.“ – Henning Harnisch

Eindeutig, in „50 Jahre Basketball Bundesliga“ stehen die Typen, die Figuren im Vordergrund, die die Geschichte mitgeschrieben haben. Deren Wesen – über den reinen Basketballer hinaus – beschreibt Sebastian Gehrmann bei seinen Portraits der „Golden Jungs“ so schön: „Würde eine Basketballmannschaft Fußball spielen, wäre Gnad der Libero“, Kai Nürnberger „konnte den Euro-Step. Schon in den 80ern“, und Baeck hätte Streetball gespielt, als es diesen in Deutschland noch gar nicht gab.

50 Jahre auf 220 Seiten, da bleiben zwangsläufig einige Akteure außen vor. Bernd Kruel mit den zweitmeisten Pflichtspielen (seit 1998/99) oder Calvin Oldham als siebtbester Punktesammler und anschließender BBL-Trainer hätten sicherlich noch Zeilen verdient gehabt. Und auch Punkte wie die Geschichte der Bundesliga selbst, mit ihrer Loslösung vom DBB (was in Herbers Kolumne angeschnitten wird), oder das Nachwuchssystem hätten thematisiert werden können.

Bei so viel Geschichte würden ein paar Diagramme oder Grafiken den Überblick erleichtern – doch immerhin gibt es zum ersten Mal an einem Stück alle Spielzeiten, die ewige Tabelle und vor allem die 200 besten Korbjäger (seit 1975) zur Hand. Dazu eine Fülle an teils unveröffentlichten Photos, die die textliche Anekdotensammlung mehr als ergänzen: Gunther Behnke begrüßt den Leser zu Beginn telefonzellengroß, die Shorts sind kurz und später bei der Siegerehrung schon fallen gelassen, und der „Iceman“ Wendell Alexis posiert, klar, mit Eisblock.

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„Basketballspiele fanden in den Nachkriegsjahren häufig vormittags statt, der einzigen freien Zeit der Woche“, schreibt Pletzinger. „In der Halbzeit wurde Bier gezapft und gefachsimpelt. Prost! Die Halle am Höing war Kirche und Kneipe zugleich.“ Der Basketball hat sich in seinen 50 Jahren, das verdeutlicht das Buch, stark gewandelt, doch eines hat sich nicht geändert: Basketball ist Religion.


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Fakten zu „50 Jahre Basketball Bundesliga“: 220 Seiten, DIN A4, 4/4-farbig, Hochglanz, Offset-Druck, Hardcover, Preis: 29,90 Euro.

Mehr Informationen und ein Blick ins Buch gibt es auf www.50JahreBBL.de

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