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20 Jahre Baskets: Die Entstehung einer Choreo

24.03.2015 || 08:11 Uhr von:
Telekom Baskets Bonn Fan Choreo
Es sind meistens die entscheidenden Spiele in den Playoffs, vor denen man vor lauter Aufregung nicht schlafen kann und es am liebsten einfach nur erfolgreich hinter sich haben will. Einmal pro Saison jedoch gibt es diese...

Es sind meistens die entscheidenden Spiele in den Playoffs, vor denen man vor lauter Aufregung nicht schlafen kann und es am liebsten einfach nur erfolgreich hinter sich haben will. Einmal pro Saison jedoch gibt es diese Spiele auch – und sie sind unabhängig von Gegner oder Zeitpunkt der Saison. Es sind die Choreo-Spiele. Genau so eins stand am 22. März wieder auf dem Plan, als die Telekom Baskets Bonn ihren 20. Geburtstag feierten.


Die Anfänge

Schon beim Saisoneröffnungstreffen des Supporters Club Bonn (SCB) Anfang Oktober war die Choreo zum 20. Jubiläum des Gründungstags der Baskets Thema Nr. 1. Eins war klar: etwas großes musste her. Etwas außergewöhnliches, das dem Anlass würdig war. Und die Grundidee war schnell gefunden: ein Sonderzug sollte eine Runde durch die Halle fahren – vorbei an großen Bildern, die besondere Momente und prägende Figuren der Basketsgeschichte zeigen. Letzter Halt des Zuges wird Block Süd, wo dann eine große 20 abgebildet werden soll (über die Art und Weise herrschten zu dem Zeitpunkt allerdings noch einige Meinungsverschiedenheiten). Aber so weit, so gut: das Grundkonzept stand, selbst die Musik – sonst immer einer der schwierigeren Aufgaben bei Choreos – stand bereits fest. „Immer noch do“ von Kasalla passte wie die Faust auf’s Auge und wurde keine Sekunde diskutiert. Der Plan war außerdem, dieses Mal bereits frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen, am besten schon Ende des Jahres. Das funktionierte in der Umsetzung dann mehr oder weniger gut.

Die Umsetzung

Es war Mitte Januar, als die Materialien bestellt wurden. Etwa 350 Meter Stoff und über einen Kilometer Glitzerfolie wurden dann zeitnah geliefert und es konnte losgehen. Insgesamt standen die Kosten der Choreo am Ende bei ca. 2500€ (inkl. Farbe, Stoff, Zubehör wie Pinsel, doppelseitiges Klebeband etc). Die drei Spruchbänder wurden genauso wie der Sonderzug auf weißen Stoff gemalt. Das dauerte einige Stunden, war aber eindeutig der einfachere Teil. Denn dann ging es an die Bilder. Diese sollten 8,50×9 Meter groß und auf schwarzen Stoff gemalt werden. Aus Fotos wurden also mittels Bildbearbeitung schwarz-weiße Vorlagen, die per Beamer an die Wand projiziert wurden. Da es schwer bis unmöglich ist, Bilder dieser Größe auf einmal vorzumalen, bestand jedes Bild aus sechs einzelnen Stoffbahnen, die der Reihe nach an die Wand gehängt wurden. Eins kann man sagen: es ging extrem an die Nerven, wenn wieder zwei Stoffbahnen nicht genau aneinander passten und alles verschoben werden musste.

Das erste und gleichzeitig wohl auch das zeitaufwendigste Bild war das von Winsome Frazier und Patrick Flomo nach dem verlorenen Finale 2009. Es dauerte etwa vier Tage, bis das Bild fertig wurde und alle damit zufrieden waren. Für die anderen vier Bilder wurden ungefähr zwei bis drei Tage zur Fertigstellung gebraucht. Auch das konnte zeitweise eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit sein; so gibt es an manchen Bildern Stellen, die sicher vier- oder fünfmal wieder übermalt wurden. Ist halt alles nicht so einfach, wenn im SCB die Leistungen in Kunst überwiegend als ausreichend bezeichnet werden kann… an dieser Stelle nochmal der Dank an einige Cheerleader des Baskets Danceteam, ohne euch wär’s an manchen Stellen schwierig geworden!

Von Ende Januar bis zum Spiel am 22. März wurde quasi jedes Wochenende und teilweise auch unter der Woche gemalt, mal mit mehr, mal mit weniger Leuten. Bis zu 16 Stunden verbrachte ich an einigen Wochenenden malend im Ärztezentrum am Telekom Dome. Und dann kam irgendwann doch der Zeitdruck. Eine Woche vor dem Spiel, bei dem die Choreo stattfinden sollte, war erst die Hälfte der Glitzerfolien in Stücke geschnitten und gerade mal dreieinhalb Bilder fertig. Für mich ist es immer noch ein kleines Wunder, dass in der letzten Woche dann tatsächlich alles noch geschafft wurde.

 Das Choreo-Wochenende

Dann war das „Geburtstagswochenende“ da und bereits am Samstag wurden im Telekom Dome 4000 Choreozettel in die Sitze gesteckt sowie Glitzerfolien verteilt. Ungefähr zu dem Zeitpunkt setzte dann bei mir die Nervosität ein. Würden alle Leute die Choreozettel lesen und dann auch wirklich mitmachen, so wie geplant? Meine größte Sorge war die 20, die auf der Stehtribüne aus silbernen Doppelhaltern gebildet werden sollte. Zwar hatten wir jede Stelle markiert, an der ein Doppelhalter hochgehalten werden sollte – inwiefern das aber auch wirklich funktioniert, ist dann immer die Frage. Am Choreotag selber mussten dann noch einige Kleinigkeiten geklärt werden. Das Spruchband auf der Haupttribüne beispielsweise verdeckte die Kamera von Telekom Basketball. Die Verantwortlichen zeigten sich dort aber sehr kooperativ und so war dieses Problem schon mal aus der Welt geschafft. Das nächste ließ aber nicht lange auf sich warten: zwischen Spielerpräsentation und Hochball sind im Normalfall zweieinhalb Minuten Zeit für eine Choreo. Das Lied von Kasalla geht aber noch eine Minute länger und diese Minute wurde eigentlich auch benötigt. Auch hier hat in Abstimmung mit der BBL glücklicherweise alles funktioniert. Kurz vor Hallenöffnung gab es dann noch eine letzte „Teambesprechung“, bei der alle Aufgaben nochmal besprochen wurden. Insgesamt waren gute 40 Leute an der Durchführung der Choreo beteiligt – sei es am Zug, den Bildern oder auch hinter der Kamera für Fotos und Videos.

Choreo Derix

Diese Nervosität, die dann während der Spielerpräsentation aufkommt, ist kaum zu beschreiben. Monatelang arbeitet man an der Choreo, und wenn es dann so weit ist, kann man selber kaum noch etwas tun. Es hängt dann von allen Leuten in der Halle ab, ob alles funktioniert – oder eben auch nicht. In diesem Fall lief aber alles wieder einmal relativ reibungslos und auf den Tribünen war ein wahnsinnig tolles Bild zu sehen, das wohl kaum jemanden in der Halle kalt gelassen hat. Die positiven Reaktionen sprechen für sich. Endlich ist die Anspannung der letzten Wochen abgefallen – wir haben es geschafft, den Baskets ein würdiges Geburtstagsgeschenk zu machen!

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